DC in Betrieb nehmen?

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milchcreme

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Hallo,
Ich habe vor einigen Wochen ein Neuwertiges Yamaha YUS1 erworben (Baujahr 2009).
Der Verkäufer Ist Klavierbauer und absolut vertrauenswürdig.
Im Klavier ist bereits ein Dampp Chaser verbaut, allerdings hat mir der Verkäufer geraten, ihn NICHT in Betrieb zu nehmen. Er sagte, das System würde nur unnötige Wärme erzeugen und ihm gefalle das "Mikroklima" im Klavier nicht.
Nun habe ich aber in den letzten Tagen im Zimmer Temperaturen von 23 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 65% gemessen, Tendenz steigend.
Soll ich den DC in Betrieb nehmen?
 
W

Wespennest 100

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Ja, aber installiere ein Messgerät im Klavier und versuche Dir ein Bild davon zu machen,wie der DC arbeitet. Miss an verschiedenen Stellen.

Gruß Ute
 
fisherman

fisherman

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Sorry, mit Verlaub: das ist Blödsinn***! Kontrolliere, ob der DC richtig eingebaut ist (DAS halt ICH für nötig) - verwende unbedingt destilliertes Wasser und gib IMMER ein paar Tropfen von dem Zusatzmittel beim Nachfüllen dazu. Und lass das Ding PERMANENT laufen - dafür ist es gedacht!

*** Wenn das Messen und Kontrollieren nötig wäre, würde der Hersteller auch darauf hinweisen. Bitte nicht vergessen: Das ist ein amerikanisches System. Wenn das nicht funzen würde, wäre der Hersteller aufgrund von Prozessen längst vom Markt weg. Und ich weise nochmals darauf hin, dass das einzig sinnvolle Messen IM Holz des Resonanzbodens stattfinden müsste. Jeder externe Messpunkt misst lediglich einen Minimalpunkt im Luft-Strömungsverlauf und das hat mit der konstanten Holzfeuchte gar nichts zu tun. Auch ich habe mal rumgemessen - und nach diesen Ergebnissen dürfte der DC nicht funktionieren. Tut er aber nachweislich. Also nicht verunsichern lassen.

Er sagte, das System würde nur unnötige Wärme erzeugen
Dann frage doch mal den vertrauenswürdighen (aber physikalisch wohl wenig bewanderten) Verkäufer, wie er OHNE Wärme die 65% rF wegbekommen will.

Solltest DU aber Angst haben: 65% sind noch kein Beinbruch. Das steckt ein neues YUS locker weg. Bei erster Inbetriebnahme nicht erschrecken, wenn das System komische Sachen macht - das pendelt sich erst ein. Das Problem sind auch gar nicht hohe oder niedrige rF, sondern permanente (nicht kurzfristige!) Schwankungen. Wenn Du also übers Jahr zwischen 40 und 65% pendeln würdest, so wäre das gut, aber unwahrscheinlich.

Bin kein DC-Verkäufer! ;-) Besitze aber seit sieben Jahren 2 von den Dingern (Klavier und Flügel) und bin restlos überzeugt.
 
W

Wespennest 100

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Fishi, wie soll milchcreme denn herausfinden, ob er richtig eingebaut ist, ausser sie/er orientiert sich am Ergebnis?
 
K

Klavierbaumeister

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dass das einzig sinnvolle Messen IM Holz des Resonanzbodens stattfinden müsste.

Genau!

Jeder externe Messpunkt misst lediglich einen Minimalpunkt im Luft-Strömungsverlauf und das hat mit der konstanten Holzfeuchte gar nichts zu tun.

Und genau das ist das Problem des DampChasers:
Er misst extern.


Dann frage doch mal den vertrauenswürdighen (aber physikalisch wohl wenig bewanderten) Verkäufer, wie er OHNE Wärme die 65% rF wegbekommen will.

Gar nicht, 65% ist voll im grünen Bereich.
 
M

milchcreme

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Danke erstmal für die ausführlichen Antworten, ich glaube ich werde dem Klavier noch etwas Zeit geben und nach der Stimmung mal schauen.
Bis dahin werde ich fleißig den Minutenwaltzer von Chopin üben:-)
Das YUS1 ist meiner Meinung nach wirklich toll!
 
fisherman

fisherman

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Fishi, wie soll milchcreme denn herausfinden, ob er richtig eingebaut ist, ausser sie/er orientiert sich am Ergebnis?
Eine Einbauanleitung wird nicht ohne Grund geschrieben. Und an DIE würde ich mich halten - auch wenn Du das anders siehst.

Und genau das ist das Problem des DampChasers:
Er misst extern.
Aber eben so, dass IM Holz genau das riochtige passiert - wie ich schon sagte: würde das Ding nicht funzen, wäre eine Ami-Firma längst "platt".
 
B

Bachopin

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Hi fisherman,
- wie ich schon sagte: würde das Ding nicht funzen, wäre eine Ami-Firma längst "platt".

nur mal so zur Nachfrage:
Diese typischen amerikanischen Klagen gibt es doch nur dann, wenn ein Schaden durch im Handbuch nicht ausgeschlossene Fehlbedienung entstanden ist, oder?

Eine Klage über eine bestimmte nicht erreichte Feuchte im Holz ist doch wahrscheinlich ausgeschlossen?

Gruß
 
K

Klavierbaumeister

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Aber eben so, dass IM Holz genau das riochtige passiert

Woher weißt Du das?

Das ist ein amerikanisches System. Wenn das nicht funzen würde, wäre der Hersteller aufgrund von Prozessen längst vom Markt weg.

Das bedeutet, dass alle amerikanischen Produkte von länger existierenden Firmen gut sind und funktionieren?
Amerikanische Abnehmpillen inbegriffen?

Die Amis sind so schlau, dass nie etwas Konkretes zugesichert wird.
Damp Chaser sichert weder einen im Holz zu erreichenden Holzfeuchtewert zu noch einen im Klavier zu erzielenden Luftfeuchte-Wert.
Es hießt nur "Das System hält den Feuchtigkeitsgehalt im Klavier gleichförmig,".
Gleichförmig. Von "konstant" oder "in einem Bereich von 45-55%" ist nicht die Rede.
 
W

Wespennest 100

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fisherman

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@Wespennest
Ich habe nichts dagegen, wenn Du sagst: "Ich halte das für Blödsinn." .
Ich halte es aber für besser, wenn man allgemeiner Aussagen,- in Anerkennung der eigenen Grenzen,- wie "Das ist Blödsinn." tunlichst vermeident . (Zumindest bemühe ich mich darum.... ;-))
Du hast vollkommen recht. Aber mal ganz ehrlich , das ist ein wenig Erbsenzählerei. Schließlich sollte jedem klar sein, dass das MEINE GANZ PERSÖNLICHEN blöden Gedanken sind. Ich habe mich nicht als Papst mit Allwissenheitsanspruch vorgestellt. Aber ich werde mich dennoch bemühen, in Zukunft darauf zu achten, dass meine Postulate keinen Allmachtsanspruch haben. Danke für den nicht ganz unberechtigten Hinweis.

@all: Natürlich wird so ein DC-Hersteller nicht mit den bekannten millionenschweren Klagen überzogen, aber wenn in den USA nun massenweise Resos TROTZ DC reißen würden o.ä. (und das würden sie bei den klimatischen Schwankungen!)- dann ginge es dem kl. Hersteller gar nicht gut.

Ich verstehe jeden, der keine Elektronik am akustischen Instrument mag. Ich verstehe sogar die Händler, die davon abraten ;-) ...

Aber: Schaut Euch mal an, welche Hersteller und Institutionen den DC empfehlen. Glaubt Ihr allen Ernstes, dass all diese Leute Ihren guten Namen unter ein windiges Produkt setzen? (Von einigen der illustren Namen, die auf der Liste fehlen, weiß ich, dass sie nicht deshalb fehlen, weil der DC nix taugt...)

Dass ich bei dieser endlosen Diskussion rund um den DC immer mitmische, hat den einfachen Grund, dass ich es hasse, wenn ausgerechnet Nichtnutzer den DC schlechtreden. Nohmals in aller Deutlichkeit: Eine externe Raum-Be- und -entfeuchtung ist ganz sicher auch fürs eigne Wohlfühlklima viel besser. Aber in Punkto Kosten und Komfort ist der DC nicht zu schlagen. Nach 7 Jahren DC-Nutzung kann ich das Ding nur loben.

Das bedeutet, dass alle amerikanischen Produkte von länger existierenden Firmen gut sind und funktionieren?
Ich sags mal so: Aus Amerika kommt entweder gnadenloser, kurzlebiger Schrott oder aber extrem gutes Zeug. Mein Weber-Grill steht seit 20 Jahren im Freien. Null Rost. Ersatzteile stets verfügbar. Meine Ami-Klamotten sind auch nach 30 Jahren weder durch Waschmaschine, Trockner oder Waschchemie kleinzukriegen (nur durch eigenes Körperwachstum ;-) ... MagLites - kannste vererben. Usw, usf. Nicht umsonst haben dort viele Hersteller traditionell LEBENSLANGE Garantie - no question asked! Der Verbraucher ist blöd, aber nicht soooo blöd. Dass Detroit am Boden liegt, haben nicht die bösen Asiaten verbrochen, sondern ist permanent schlechten Produkten zu verdanken.
 
Zweitfluegel

Zweitfluegel

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Ich möchte hier nur noch einmal kurz ein Argument gegen die allgemeine DC Euphorie einbringen:
Es ist möglich, dass ein korrekt eingebauter DC durch eine Fehlfunktion des Sensors ein Klavier zu Tode heizt. Ist mir passiert. Ich hatte aufgrund diverser Probleme einen DC bei meinem Flügel einbauen lassen, doch statt die Probleme zu lösen verschärften sie sich. Der Flügel verstimmte sich schneller, die Mechanik begann zu klappern, Hämmer lösten sich, und zu guter letzt traten Risse im Resonanzboden auf und auch auf der Unterseite des Stimmstocks wurden Risse sichtbar. Ich habe viel zu spät reagiert, weil ich an das Gute im DC geglaubt habe und er auch regelmäßig gewatet wurde, aber seit er rausgeflogen ist (Mein Klavierbauer gab mir eine großzügige Gutschrift) und durch einen Venta ersetzt gibt es keine Probleme mehr. Die Risse haben sich geschlossen und die Mechanik macht auch keine Probleme mehr. Bis alles wieder in Ordnung war hat es ungefähr ein Jahr gedauert.
Ich hatte immer wieder die Luftfeuchtigkeit im Flügel kontrolliert und normale Ergebnisse erhalten. Erst eine Langzeitmessung zeigte absolut extreme Werte, die nicht aufgefallen waren.

Rückblickend kann ich nur sagen: gerade noch rechtzeitig reagiert.
Aber wir alle wissen, wie problematisch die Messung der Luftfeuchtigkeit ist. Nahezu alle elektronischen Sensoren geben keine stabilen Werte über einen längeren Zeitraum und müssen - genauso wie die anlogen Hygrometer - überprüft werden. Leider bietet der DC keine Möglichkeit zur Überprüfung des Sensors und auch keine Sicherheit bei einer Fehlfunktion, und damit ist das Ding für mich gestorben, auch wenn das vielleicht auch nur selten vorkommt. Nicht dass ein Flügel die Sicherheitsstandards eines AKW benötigt, aber wenn es bei einer Fehlfunktion das gute Stück zerstören kann, dann ist mir diese Konzeption zu wenig.

Grüße

Zweitflügel
 
S

Styx

Guest
Es hießt nur "Das System hält den Feuchtigkeitsgehalt im Klavier gleichförmig,".

Richtig. Es wirkt sich allerdings positiv auf die Stimmhaltung aus. Kollegen welcher über mangelnde Aufträge klagen, sollte einen DS besser nicht empfehlen, geschweige denn verkaufen - hab schon Kunden mit DS Einbau gehabt, welche mal wieder nach 3 Jahren NACHSTIMMEN lassen wollten, erklär mal dem Kunden daß sein Instrument wenigstens einmal im Jahr gestimmt werden sollte :rauchen:

Viele Grüße

Styx
 
W

Wespennest 100

Guest
Ich möchte hier nur noch einmal kurz ein Argument gegen die allgemeine DC Euphorie einbringen:
Es ist möglich, dass ein korrekt eingebauter DC durch eine Fehlfunktion des Sensors ein Klavier zu Tode heizt. Ist mir passiert. Ich hatte aufgrund diverser Probleme einen DC bei meinem Flügel einbauen lassen, doch statt die Probleme zu lösen verschärften sie sich. Der Flügel verstimmte sich schneller, die Mechanik begann zu klappern, Hämmer lösten sich, und zu guter letzt traten Risse im Resonanzboden auf und auch auf der Unterseite des Stimmstocks wurden Risse sichtbar. Ich habe viel zu spät reagiert, weil ich an das Gute im DC geglaubt habe und er auch regelmäßig gewatet wurde, aber seit er rausgeflogen ist (Mein Klavierbauer gab mir eine großzügige Gutschrift) und durch einen Venta ersetzt gibt es keine Probleme mehr. Die Risse haben sich geschlossen und die Mechanik macht auch keine Probleme mehr. Bis alles wieder in Ordnung war hat es ungefähr ein Jahr gedauert.
Ich hatte immer wieder die Luftfeuchtigkeit im Flügel kontrolliert und normale Ergebnisse erhalten. Erst eine Langzeitmessung zeigte absolut extreme Werte, die nicht aufgefallen waren.
Rückblickend kann ich nur sagen: gerade noch rechtzeitig reagiert.
Aber wir alle wissen, wie problematisch die Messung der Luftfeuchtigkeit ist. Nahezu alle elektronischen Sensoren geben keine stabilen Werte über einen längeren Zeitraum und müssen - genauso wie die anlogen Hygrometer - überprüft werden. Leider bietet der DC keine Möglichkeit zur Überprüfung des Sensors und auch keine Sicherheit bei einer Fehlfunktion, und damit ist das Ding für mich gestorben, auch wenn das vielleicht auch nur selten vorkommt. Nicht dass ein Flügel die Sicherheitsstandards eines AKW benötigt, aber wenn es bei einer Fehlfunktion das gute Stück zerstören kann, dann ist mir diese Konzeption zu wenig.
Grüße
Zweitflügel
Das genau ist das Horrorszenario, in welches ich getappt wäre, hätte ich es nicht aufwendig kontrolliert. Ich möchte nicht wissen, wie oft das vorkommt..............

Gruß Ute
 
S

Styx

Guest
Ist schon mal jemand der DC Kritiker auf die Idee gekommen die Dinger einfach mal mit destillierten Wasser zu füllen? :rauchen:

Viele Grüße

Styx
 
fisherman

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Der Flügel verstimmte sich schneller, die Mechanik begann zu klappern, Hämmer lösten sich, und zu guter letzt traten Risse im Resonanzboden auf und auch auf der Unterseite des Stimmstocks wurden Risse sichtbar.
???? ;-)

WENN der DC korrekt eingebaut war und diese Probleme auftraten, weshalb hast du nicht den Hersteller in Regress genommen?

Und vor allem: weshalb hast Du so lange gewartet - das Szenario bei Dir muss sich ja über Monate hingezogen haben.
 
K

Klavierbaumeister

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Es ist möglich, dass ein korrekt eingebauter DC durch eine Fehlfunktion des Sensors ein Klavier zu Tode heizt. Ist mir passiert.

Auch für dieses Problem bietet die Amerikanische Firma eine Lösung an:

Nach Ende der Garantiezeit ersetzt man den Befeuchterstab und die schwarze Elektronikbox.
Dafür gibt es dann auch ein neues Garantiezertifikat für die nächsten 5 Jahre.:super:

Das genau ist das Horrorszenario...Ich möchte nicht wissen, wie oft das vorkommt..

Zumindest so häufig, dass es dieses Austausch-Paket gibt.:schweigen:
 
fisherman

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Aber dem ESP oder DSC in Euren schnellen Autos vertraut Ihr ... kopfschüttel.

Der von Styx geschilderte Fall hat nicht nur einen Fehler gemacht:
1. Bedienungsanleitung nicht gelesen oder nicht beachtet
2. Kalkhaltiges Wasser verwendet
3. Kein Zusatzmittel (Tropfen genügen!) reingegeben
4. Niemals die Tücher gewechselt, ist halbjährlich nötig, kann aber bei dest. Wasser entfallen
5. Schutzbezüge Stab erneuert (halbjährlich/jährlich)
6. Nie auf die Anzeige geguckt
7. Nie mal das Dingens selbst angesehen
 
 

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