Czerny - muss das sein

K

Kadenz

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Hallo,

ich bin ein Anfänger (>40) und habe mich entschlossen Klavier zu lernen und nehme auch schon Unterricht.
Nun tauchen auch die Übungen von o.g. Herren auf. Hiermit tue ich mich äußerst schwer.
Gibt es denn nicht Alternativen, die die zugebenermassen notwendigen Techniken vermitteln aber gleichzeitig vielleicht auch nette Stücke sind?

Okay, vielleicht seid Ihr auch alle Czerny Fans.

MfG

Andreas
 
Klavirus

Klavirus

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Hallo, Kadenz

Glückwunsch zum Entschluss, Klavier zu lernen.
Cerny, Hanon und Co.... also, ich hasse alle Stücke, die nur der Technik dienen, ohne Musik zu beinhalten!!
Empfehlung: Bach (ist meine subjektive Meinung), dort gibts für jede Technik und jede Fortgeschrittenenstufe Stücke, auch für Anfänger, und man lernt auch musikalisch unheimlich viel.
Meine Lehrerin ist auch Cerny-Anhängerin, aber weil ich klipp und klar meine Aversionen dagegen äußerte, krieg ich solche Stücke nicht oder nur sehr selten auf (sozusagen Quoten-Lieder) :lol: .
Als Erwachsener kann man sich wohl erlauben, gewisse Vorlieben oder Abneigungen zu äußern, und der Lehrer hat die Aufgabe, Alternativen zu finden. Die gibt es jedenfalls, und man will schließlich keine professionelle Laufbahn mehr einschlagen, oder?
Auf jeden Fall wäre es gut, Dir den Online-Chang erst mal reinzuziehen, dann sieh mal weiter...
Hier im Forum war auch schon mal eine Hanon-Diskussion, kannst Du mal stöbern.
Viel Spaß noch weiterhin beim Klavier spielen, und lass Dir den Spaß daran ja nicht durch Stücke verderben, die einen nur widerwillig üben lassen! Manchmal gehts nicht anders, aber man sollte dergleichen minimieren.

Klavirus
 
F

Franz

Guest
Zitat von Kadenz:
Hallo,

ich bin ein Anfänger (>40) und habe mich entschlossen Klavier zu lernen und nehme auch schon Unterricht.
Nun tauchen auch die Übungen von o.g. Herren auf. Hiermit tue ich mich äußerst schwer.
Gibt es denn nicht Alternativen, die die zugebenermassen notwendigen Techniken vermitteln aber gleichzeitig vielleicht auch nette Stücke sind?

Okay, vielleicht seid Ihr auch alle Czerny Fans.

MfG

Andreas
Hallo Andreas,
es gibt genug Musik die für Klavier geschrieben ist. Es gibt keinen Grund Stücke zu spielen, die man nich mag. Es gibt immer Alternativen. Ich weiß nicht wie weit du bist, aber z.B Burgmüller Etüden http://www.amazon.de/25-Leichte-Etu...f=pd_ka_1/303-7391086-0138630?ie=UTF8&s=books sind schöne, musikalische Stücke mit denen man gut verschiedene Aspekte der Klaviertechnik entwickeln kann. Oder russische Klavierschule.

Weiteres zum Thema Übungen und Einspielen findest du hier:
http://www.klavier-wissen.de/klavier-forum/ftopic1280.html

mit freundlichen Grüßen
Franz Titscher, Klavierlehrer in München
 
K

Kadenz

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Hallo,

zunächst vielen Dank für die hilfreichen Tips!

@Klavirus

Bach mag ich und werde das meiner Klavierlehrerin vorschlagen.

@Franz

Den Burgmüller werde ich mir mal anschauen(-hören). Danke!

Es geht auch nicht gegen meine Klavierlehrerin. Sie ist aufgeschlossen und
macht einen sehr guten Eindruck. Ich will Ihr einfach nur konstruktive Vorschläge unterbreiten, damit ich vielleicht selbst bei den (notwendigen und sinnvollen) technischen Übungen einen kleinen Gewinn in Form von Spielstücken habe.
Zu meinem Niveau. Ich bin absoluter Anfänger. A'int no sunshine
aus dem T.Richards kann ich spielen. Sonst nichts. Die ganzen Grundlagen müssen noch erarbeitet werden.


MfG

Andreas
 
R

Rosenspieß

Guest
Man tut dem alten Czerny unrecht, wenn man ihm mangelnde musikalische Elemente in seinen Etüden vorwirft. Eher finde ich, dass man konzedieren sollte, dass Czerny eben -wenn bisweilen auch minimal- genau darauf Wert legte, schon weil in seinen Stücken Harmonisierungsabläufe mit nachvollziehbar sind, die ebenso dem technischen Grundwissen zugerechnet werden sollten und eben doch Musikalität reinbringen. Ganz im Gegensatz zu blossen Tonleiter und Handgelenks- und wasweissichÜbungen.

Dies schreibt -nicht ohne Stolz, aber mit einiger Irritation über den eigenen Wahnsinn- jemand, der vor Jahren mal den ganzen "Gradus ad parnassum":evil: durchgeackert hat und seither für jegliches melodiöse Element in Etüden dankbar ist.
 
W

Wu Wei

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@Rosenspieß
Dann bist du ja derjenige, an den ich diese Frage gerichtet hatte? :wink:
 
Lo333

Lo333

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Ich hab eigentlich in den ersten 4 Jahren, in denen ich klavierspiele Czerny gespielt.
Jetzt übe ich als Etüden oder Fingerübungen Hanon oder Bertini.
 

B

Bachopin

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Hi,

klare Antwort: NEIN

Diese Art der Klavierpädagogik ist über 100 Jahre alt. Selbstverständlich hat sich die Klavierpädagogik weiterentwickelt und es gibt keinen Grund nach dieser Art heute noch zu lehren/lernen, ausser man findet diese Musik toll (Ironie aus).

Czerny ist allerdings aus musikalischer Sicht ein bischen Geschmacksfrage, da er durchaus etwas bietet. Allerdings bezieht er sich sehr stark auf Beethoven und warum dann nicht gleich die leichteren Stücke vom "Meister" spielen?

@Lo333: Du hast nur Czerny und Hanon gespielt? Mein Rat: Sofort den KL wechseln oder deine autodidaktische Methoden überprüfen.

Gruß
 
.marcus.

.marcus.

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Mir hat Czerny sehr viel gebracht und mittlerweile spiele ich die Etüden auch gern :)

Zitat von Bachopin:
Allerdings bezieht er sich sehr stark auf Beethoven und warum dann nicht gleich die leichteren Stücke vom "Meister" spielen?
Als ich den dritten Satz der Pathetique geübt habe, liefen bei mir diese bogenförmigen Achtelfiguren auf der letzten Seite gar nicht. Ich habe dann die entsprechende Czerny-Etüde geübt und siehe da, es läuft viel besser.
Der Vorteil von Czerny liegt mE darin, dass er eine technische Schwierigkeit in den Etüden sehr intensiv einarbeitet. Bei Beethoven sind das nur ein paar Takte, bei Czerny 2 Seiten. Ich kann mich bei Czerny einfach besser auf die rein bewegungstechnischen Aspekte konzentrieren als bei "richtigen" Stücken.

marcus
 
B

Bachopin

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Hi .marcus.,

aber warum konzentriert du dich nicht direkt auf diese Orginal-Figuren.

Du merkst doch am besten was dein Problem dabei ist und kannst dir doch dann eigene Übungen ausdenken.

Das ist doch was man eigentlich lernen muss:
Ein Stück mit eigenen Methoden zu erarbeiten/erlernen (Meta-Prinzip: lernen/lehren zu Lernen).

Dann brauchst du keinen Czerny (ausser er gefällt dir), Hanon, etc.

Eine bekannte Methode wäre z.B. das Verfahren der wiederholten Notengruppen anzuwenden.

Gruß
 
.marcus.

.marcus.

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Hi .marcus.,

aber warum konzentriert du dich nicht direkt auf diese Orginal-Figuren.

Du merkst doch am besten was dein Problem dabei ist und kannst dir doch dann eigene Übungen ausdenken.
Gute Frage :) Vlt liegt das daran, dass ich noch zu wenig Erfahrung in solchen Dingen habe.
Ich wollte nur aufzeigen, dass Czerny ganz nützlich sein kann. Ohne kann man aber sicherlich auch leben.

marcus
 
 

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