CDs-Konzerte mit Noten und Begleitung zum Mitspielen

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Schuberto

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Ich hatte vor einigen Jahren eine CD-Ausgabe gefunden, die bestand aus 2 CDs und einem Begleitheft mit Noten für Klavier. Das Konzept war bei Ensemblewerken (z.B. Klavierkonzerte, Kammermusikwerke) den Klavierpart übernehmen zu können. Auf der ersten CD war ein Gesamteinspielung Klavier inklusive, und eine Einspielung ohne Klavier im Originaltempo. Auf der zweiten CD waren verschiedene Einspielungen ohne Klavier mit verlangsamten (anstiegend schnellen) Versionen um sich langsam an das Originaltempo heranzutasten. Es gab damals die Versionen für Mozart-Klavierkonzert 21, Haydn-Trio in D für Flöte, Cello und Klavier. Kennt ihr ähnliche Ausgaben bzw andere Möglichkeiten an ähnliche Versionen (Werke mit ausgeblendetem Klavier) zu kommen?
 
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Schuberto

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Es würde mich interessieren, wer hier solche Begleit-Versionen und welche gekauft/gespielt hat. Mich würde ja u.a. das Forellenquintett interessieren...
 
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koelnklavier

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Ich kenne die "Music minus One"-Produkte noch aus der Vinyl-Zeit. Zu Studienzwecken sicherlich eine hilfreiche Erfindung. Trainieren kann man mit den MMO-Produkten aber letztlich nur, das Tempo zu halten und sich von den anderen Stimmen nicht irritieren zu lassen. Allerdings kämpft man in den Solopassagen fortwährend gegen das Metronom. Musikalische Gestaltung ist schlechterdings nicht möglich, da die Hardware halt nicht auf den Spieler reagieren kann.
 
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Schuberto

Guest
Ich kenne die "Music minus One"-Produkte noch aus der Vinyl-Zeit. Zu Studienzwecken sicherlich eine hilfreiche Erfindung. Trainieren kann man mit den MMO-Produkten aber letztlich nur, das Tempo zu halten und sich von den anderen Stimmen nicht irritieren zu lassen. Allerdings kämpft man in den Solopassagen fortwährend gegen das Metronom. Musikalische Gestaltung ist schlechterdings nicht möglich, da die Hardware halt nicht auf den Spieler reagieren kann.
Gab(gibt es da nicht auch irgendwie Technik/Software die Klavierklänge in einer Aufnahme zu unterdrücken/herauszufiltern ?
Ja ist eher einen netter Zusatz zur regulären Metronomarbeit. Kann aber gerade bei Kammermusik als Vorbereitung nützlich sein, oder?
 
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koelnklavier

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Wenn das Klavier Sinustöne produzieren täte, wäre es sicherlich machbar. Aber aus einem Gesamtspektrum den Klavieranteil herauszurechnen (und das wohlmöglich noch in Echtzeit), dazu braucht es Einiges an Rechenleistung.
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Gab(gibt es da nicht auch irgendwie Technik/Software die Klavierklänge in einer Aufnahme zu unterdrücken/herauszufiltern ?
Wenn ein Mehrspurband mit Aufnahme der Klavierstimme auf eigener Spur existiert, wäre es kein Problem, diese stumm zu schalten. Aber es gibt gute Gründe dafür, eine klassische Kammermusikformation bei einer Studioproduktion anders als eine Rockband abzunehmen... .

Ja ist eher einen netter Zusatz zur regulären Metronomarbeit. Kann aber gerade bei Kammermusik als Vorbereitung nützlich sein, oder?
Genau das Gegenteil ist der Fall: Kammermusikalische Literatur lebt von ihrem kommunikativen Charakter, der spätestens dann nicht mehr existent ist, wenn Ensemblespieler nicht mehr interagieren können, da die Parts der Mitspieler unveränderlich vorgegeben sind. Vielmehr ist eine gewisse rhythmisch-metrische Stabilität und musikalisch-technische Beherrschung des eigenen Parts Grundvoraussetzung für das Ensemblespiel. Wer über diese Fertigkeiten verfügt, braucht keine solche "Übungskonserve", sondern tritt individuell gut vorbereitet mit seinen Mitspielern zur Ensembleprobe zusammen.

Mich würde ja u.a. das Forellenquintett interessieren...
Das "Forellenquintett" setzt erhebliche solistische Fertigkeiten und erhebliche kammermusikalische Praxis voraus - diese erwirbt man sich in der Regel nicht mal eben so nebenbei: Je mehr Ensemblemitglieder (hier fünf), desto komplexer mitunter die Interaktion untereinander. Des weiteren kann eine Übungsaufnahme unter Auslassung der vom Pianisten ad hoc zu spielenden Klavierstimme nur einen ersten Eindruck von dem vermitteln, was da sonst noch alles an Tönen zu hören ist, und dazu einem die Erkenntnis zuteil werden lassen, dass es schon gar nicht so einfach ist, mit den anderen "zusammen zu sein". Mit ernsthaftem kammermusikalischem Musizieren hat dies leider so gut wie nichts gemeinsam.

Musikalische Gestaltung ist schlechterdings nicht möglich, da die Hardware halt nicht auf den Spieler reagieren kann.
Vor einigen Monaten habe ich ein solches Fiasko mit der Produktion einer Mozart-Oper selbst miterlebt. Da meinte man seitens der Organisatoren den Einsatz eines Korrepetitors bei den szenischen Proben minimieren zu können, weil es im Netz ja ein für kleines Geld erhältliches MIDI-File vom Stück gibt. Dieses erwies sich als eine miserabel klingende Wiedergabe des Klavierauszugs und die engagierten Solisten waren stocksauer über den angebotenen Billig-Ersatz. Das Ende vom Lied war eine hektische Suche nach Zusatzterminen mit meiner Wenigkeit an E-Piano, Klavier und Flügel, um überhaupt die Proben vernünftig durchführen zu können - spätestens jetzt hält sich meine Begeisterung über derartige "Studienhilfen" in überschaubaren Grenzen. Als Play-Along-File für Amateure in einem A-Cappella-Popchor sind solche Konserven begrenzt hilfreich, um zunächst die Töne und Harmonien ins Ohr und ins Gedächtnis zu befördern - allerdings geht ohne den Ensembleleiter oder neudeutsch "Vocal Coach" in musikalischer Hinsicht wenig bis gar nichts. Was das für ein organisches kammermusikalisches Musizieren bedeutet, kann man aus meiner Einschätzung unschwer zu Ende denken.

LG von Rheinkultur
 
Dorforganistin

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Das mit der fehlenden Interaktion und den starren Tempovorgaben ist auch das Hauptproblem der ansonsten oft sehr gut gemachten "singalong" CDs für größere Chorwerke.
 
Rheinkultur

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Das mit der fehlenden Interaktion und den starren Tempovorgaben ist auch das Hauptproblem der ansonsten oft sehr gut gemachten "singalong" CDs für größere Chorwerke.
Das liegt in der Natur der Sache: Diese CDs sind dazu bestimmt, dass die Mitglieder von Kantoreien und Projektchören außerhalb der üblichen Proben eine Möglichkeit haben, sich wenigstens in elementarem Umfang mit dem einzustudierenden Werk zu beschäftigen. Vielfach handelt es sich bei diesen Sängerinnen und Sängern um Laien und Amateure, die die Aufgabe nicht selbst bewältigen können, einen Notentext ohne Dirigent respektive ohne Korrepetitor zu erarbeiten. Es ist für alle beteiligten Akteure hilfreich, mit einer solchen Einstudierungshilfe wenigstens die eigene Chorstimme bereits kennengelernt oder so verinnerlicht zu haben, dass ein musikalisch ambitioniertes gemeinsames Proben zeitnah möglich ist. Dann sind die Proben nicht mehr mit dem Einpauken von Einzelstimmen ausgefüllt, sondern es ist ein interpretatorisch gestaltendes Probieren möglich. Insofern verdamme ich keineswegs die Existenz solcher CDs, sondern schätze für elementare Lernschritte solche Hilfsmittel unter Berücksichtigung ihrer limitierten Einsetzbarkeit als durchaus gewinnbringend ein - nicht mehr und nicht weniger.

LG von Rheinkultur
 
Dorforganistin

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Das, was Du beschreibst, ist der Idealfall. Meine Erfahrung ist, dass Laiensänger ohne Notenkenntnisse mit diesen CDs eher frustriert sind, als dass sie sie als hilfreich empfinden.

Aber wir schweifen ab. Sind ja nicht im Chorforum ;)
 

Rheinkultur

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Das, was Du beschreibst, ist der Idealfall. Meine Erfahrung ist, dass Laiensänger ohne Notenkenntnisse mit diesen CDs eher frustriert sind, als dass sie sie als hilfreich empfinden.
Korrekt. Im Konzertchor oder in leistungsorientierten Formationen, deren Angebote auf erfahrene Sänger mit Notenkenntnissen und gut geschulten Stimmen zugeschnitten sind, mag dies hilfreich sein - im "echten" Laienchor (in dem kaum Mitglieder des Notenlesens kundig sind) funktioniert dies allenfalls nach einigen Proben als ergänzende Studienhilfe, wenn eine grundsätzliche Vorstellung über das Werk bereits vorliegt.

Wo Ensemblemitglieder die CDs und die Noten frustriert beiseite legen und lieber doch auf die nächste Probe warten, hält sich der Nutzen der "SingAlongs" natürlich in Grenzen. Besonders groß ist der Markt für diese Hilfen allerdings ohnehin nicht gerade und potenzielle Interessenten müssen teilweise schon ein wenig nach entsprechenden Angeboten suchen.

LG von Rheinkultur
 
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Schuberto

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Das "Forellenquintett" setzt erhebliche solistische Fertigkeiten und erhebliche kammermusikalische Praxis voraus - diese erwirbt man sich in der Regel nicht mal eben so nebenbei: Je mehr Ensemblemitglieder (hier fünf), desto komplexer mitunter die Interaktion untereinander. Des weiteren kann eine Übungsaufnahme unter Auslassung der vom Pianisten ad hoc zu spielenden Klavierstimme nur einen ersten Eindruck von dem vermitteln, was da sonst noch alles an Tönen zu hören ist, und dazu einem die Erkenntnis zuteil werden lassen, dass es schon gar nicht so einfach ist, mit den anderen "zusammen zu sein". Mit ernsthaftem kammermusikalischem Musizieren hat dies leider so gut wie nichts gemeinsam.

LG von Rheinkultur
Ich wollte nicht damit sagen, dass ich plane demnächst das Forellenquintett spielen zu wollen, die fehlenden Voraussetzeungen sind mir wohl bewusst (mehr oder weniger). Trotzdem fand ich deinen Beitrag nützlich um sich über ein paar Aspekte klarer zu werden. Danke.
 
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StegerFan

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Hallo Schuberto,

bei Dowani und Edition Peters (dort auch das Haydn Flötentrio) sind Ausgaben mit Begleit-CD erschienen.

Liebe Grüße
Michel
 
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Schuberto

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Hallo Michel,

Danke für die Info. Ich habe mal auf deren Homepages nachgesehen. Hab das Haydn- Trio zwar nicht gefunden, ist aber nicht schlimm. "Music minus one" hat so scheint mir die gröste Auswahl.

Danke noch mal und viele Grüsse

Schubi
 
 

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