Busoni Klavierwerke zu selten gespielt!?

Dieses Thema im Forum "Professionell Klavierspielen" wurde erstellt von Alter Tastendrücker, 3. Sep. 2019.

  1. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Bach-Busoni wird ja überall und immer gerne gespielt, aber ich finde die eigenständigen Werke im Vergleich zu Debussy Ravel, Scriabin, Schönberg etwas unterrepräsentiert.
    Dabei sind sie ungemein vielfältig und überaus spielenswert.
    Ich nenne mal einige Beispiele!
    Selbst gespielt und/oder unterrichtet habe ich:
    All'Italia, schweres Stück mit unwiderstehlicher virtuoser Ausstrahlung
    Fantasie um J. S. Bach, sehr wertvolles Stück durch den Tod des Vaters inspiriert
    Toccata, exzellentes Stück aus dem Umfeld der ziemlich vernachlässigten Faust Oper.
    Turandots Frauengemach, köstliche Paraphrase über Greensleeves
    Indianische Tagebuch, klanglich reizvoll nicht sehr schwer
    Carmen-Fantasie, sehr einfallsreich, pianistisch reizvoll, aber leiser Schluss
    Sonatina seconda experimentel, schwer zu lesen wegen der neuartigen Notation.
    Es gibt noch viel weiteres, wobei ich persönlich kein Fan der Fantasia contrappuntistica bin. Zu lang zu wirr!

    Von der Toccata gibt es übrigens eine sensationelle (musikalisch wie technisch!) Aufnahme von Alfred Brendel
     
  2. rolf
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    rolf

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    Wagner/Busoni Siegfrieds Tod und Trauermarsch (Götterdämmerung) ist eine Transkription, die sich neben Liszts Liebestod nicht verstecken muss - sehr schwierig weil weitgriffig, aber Busoni hat halt mehr mit Liszt als mit Heumann gemein...;-)

    Gegen die Toccata sei Islamey ein Spaziergang, hat Brendel mal verlautbart.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Sep. 2019
  3. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Das ist maßlos übertrieben! Und hängt auch vom Tempo ab. Die Toccata kann von wenigen Stellen (letzte Seite mit Oktaven) auf die accelerando Orgien die in Islamey üblicherweise zu rasenden Tempi führen, verzichten. Ist aber in der Tat nicht geschenkt!
     
  4. trm
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    trm

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    Igor Levit wird am 11.01.2020 in Berlin im Pierre-Boulez-Saal die Fantasia contrappuntistica
    spielen.
    Mein KL/OL hat mehrmals die Bearbeitung für Orgel von Wilhelm Middelschulte gespielt.
     
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  5. Revenge
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    Revenge

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    Hi all,

    hier sollte m.E. Petri nicht fehlen,




    ( Toccata gibts glaub ich nicht als Aufnahme von Petri, hatte Rheinkultur mal erörtert, wie ich mich erinnere ), aber mir fällt noch ein, dass ja..

    diese Natalie Curtis,

    https://en.wikipedia.org/wiki/Natalie_Curtis

    die ja u.a. hier erwähnt wird in den Infos:

    https://imslp.org/wiki/Indianisches_Tagebuch_I,_BV_267_(Busoni,_Ferruccio)

    auch noch was anderes geschrieben hatte zu diesen Indianern + Musikaspekten, ich versuch mal, anzuhängen als pdf, war mir vor mehreren Jahren mal aufgefallen, der Text..:-)

    LG, Olli
     

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  6. St. Francois de Paola
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    St. Francois de Paola

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    Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, ich konnte irgendwie Busoni gar nichts abgewinnen, egal ob eigene Sachen oder Transkriptionen/Paraphrasen.

    Fehlt mir völlig der Zugang für.
     
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