Braucht das evangelische Gesangbuch ein update?

Peter16Fuß

Peter16Fuß

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Hallo ins Forum, vor allem an die evangelischen Organisten.

Vor ein paar Tagen bin ich über einen Artikel der FAZ gestolpert, der sich eher negativ über eine angedachte Überarbeitung des Evangelischen Gesangbuchs geäußert hat. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/reform-des-evangelischen-gesangbuchs-14441356.html

Vor allem die Aufnahme von „moderneren“ Liedern hat die Autorin kritisiert. Was ist eure Meinung? Braucht das Evangelische Gesangbuch mehr neue Lieder? Ich kenne nur etwas die Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen. Da stehen tatsächlich vor allem „alte“ Lieder drin.

Das neue katholische Gotteslob hat in der Tat viele so genannte Neue geistliche Lieder aufgenommen – aber auch viele traditionelle Lieder beibehalten. Nach allem was ich aus den Pfarreien höre, sind die Gläubigen und im Großen und Ganzen auch die Kirchenmusiker mit dem neuen Gotteslob recht zufrieden, ich persönlich finde es absolut gelungen. Deswegen wundere ich mich über den Abgesang auf eine mögliche Überarbeitung des Evangelischen Gesangbuchs – das ist ja auch schon über 20 Jahre alt. Was sind denn eurer Meinung nach die größten Macken am aktuellen Gesangbuch? Oder ist das so gut, dass es gar keiner Überarbeitung bedarf?

Ökumenische Grüße!

Peter16Fuß
 
Das neue katholische Gotteslob hat in der Tat viele so genannte Neue geistliche Lieder aufgenommen – aber auch viele traditionelle Lieder beibehalten. Nach allem was ich aus den Pfarreien höre, sind die Gläubigen und im Großen und Ganzen auch die Kirchenmusiker mit dem neuen Gotteslob recht zufrieden, ich persönlich finde es absolut gelungen. Deswegen wundere ich mich über den Abgesang auf eine mögliche Überarbeitung des Evangelischen Gesangbuchs – das ist ja auch schon über 20 Jahre alt.
Als Katholik, der allerdings wesentlich häufiger bei evangelischen Gottesdiensten auf der Orgelbank sitzt, teile ich den grundsätzlich positiven Eindruck vom Neuen Gotteslob. Allerdings war der Vorgänger aus dem Jahre 1975 auch eine knappe Generation älter und nicht umsonst sollte der hinten eingelegte Ergänzungsteil wenigstens einen Teil der inzwischen bewährten neueren Lieder verfügbar machen, ohne dass die Gemeinde immer mit einem zweiten Liederbuch während des Gottesdienstes hantieren soll. Trotzdem fehlten immer noch einige oft nachgefragte Titel wie Peter Strauchs "Meine Zeit steht in Deinen Händen" - das Neue Gotteslob schloss etliche Lücken, ohne Unmengen an Zeitgeistigem anzuhäufen, die zehn Jahre später keiner mehr singen und hören will. In den Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland hat sich das Liederheft "WORT LAUTE" recht gut bewährt, wenn neuere Gemeindelieder gefragt sind. Ist eine Stilmischung gewünscht, tritt aber der unbefriedigende Zustand ein, bei der Feier des Gottesdienstes dauernd zwischen zwei Büchern hin- und herwechseln zu müssen.

Ich habe in stilistischer Hinsicht andere Beobachtungen gemacht: Je nachdem, wie engagiert Pfarrer oder Pfarrerin die Liedauswahl in den Ablauf des Gottesdienstes auf lange Sicht einbeziehen und wie viel Begeisterung in den Dienst an der Orgel mit einfließt, so fällt dann auch die Resonanz bei der Gemeinde aus. Da ich in unterschiedlichen Gemeinden wechselnder Größe Vertretungen spiele, registriere ich da große Unterschiede: In der einen sind alle Pfarrerinnen und Pfarrer selbst musikalisch aktiv und guter Gemeindegesang hat einen besonderen Stellenwert - die andere hat vor über einem Jahr ihren Kantor fristlos gefeuert und improvisiert ihre gesamten kirchenmusikalischen Aktivitäten ausschließlich mit Vertretungskräften, fast jede Woche empfange ich telefonische Hilferufe aus dem Gemeindebüro. Zwischenstufen zwischen diesen Extremen erwarten mich in anderen von mir vertretungsweise bespielten Gemeinden. Auf jeden Fall sind bei nicht von hauptamtlicher Seite vorgegebenen Liedfolgen eher zeitlose Titel gefragt, die möglichst vielen Besuchern musikalisch geläufig sein sollen, wenn es um die Gestaltung von Hochzeiten, Taufgottesdiensten und Trauerfeiern geht. Da ist der Prozentsatz der seltenen Gäste im Gotteshaus traditionell überdurchschnittlich hoch - will man die ohnehin eher lose Bindung vieler Besucher an die Institution der Kirche noch weiter schwächen, indem nur vereinzelt bei den Gemeindeliedern zaghaft mitgesungen wird? Für diesen Personenkreis braucht man ganz sicher in den nächsten Jahren noch kein neues Evangelisches Gesangbuch. Ähnliches gilt für Kapellen und Andachtsräume auf Friedhöfen, in Altenheimen und in Krankenhäusern - allerdings hat dies noch andere Gründe... .

LG von Rheinkultur
 
Gegen die Aufnahme weiterer neuer Lieder hätte ich nichts, sehr wohl hätte ich aber etwas dagegen, wenn dafür aus Platzgründen alte Lieder gestrichen oder gekürzt würden. Ich wäre auch gegen weitere "Modernisierungen" der alten Texte.
 
Braucht das Evangelische Gesangbuch mehr neue Lieder? Ich kenne nur etwas die Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen. Da stehen tatsächlich vor allem „alte“ Lieder drin.

Die EKHN hat schon vor geraumer Zeit ein "Zweit-Gesangbuch" eingeführt, in dem "neuere" Lieder drinstehen. Da das durchschnittliche Alter der Normal-GD-Besucher allerdings jenseits der Renteneintrittsschwelle lag, wurde darauf nur zu besonderen Anlässen zurückgegriffen, wo entgegen der sonstigen Gepflogenheiten die Anwesenheit der jüngeren Generation drohte.
 
Die EKHN hat schon vor geraumer Zeit ein "Zweit-Gesangbuch" eingeführt, in dem "neuere" Lieder drinstehen.
Handelt es sich um das von mir erwähnte Liederheft "WORT LAUTE", das ausdrücklich das Evangelische Gesangbuch ergänzen soll? Oder hat jede Landeskirche etwas anderes in Gebrauch? Zu erwähnen ist noch, dass es für Kinder- und Jugendgottesdienste weitere Liederbücher gibt und mitunter in Friedhofs- und Krankenhauskapellen diverse (teilweise sogar selbst zusammengestellte) Liedsammlungen zum Einsatz gelangen. Für besondere Gelegenheiten werden auch eigens Liedblätter vorbereitet - um beispielsweise den Besuchern nicht den Gebrauch von mehr als einem Buch abzuverlangen. Tritt dieser Fall ein, kann man sich beim Orgelvorspiel erheblich mehr Zeit als sonst nehmen - damit das Blätterrascheln während der ersten Strophe nicht lauter als der Gemeindegesang ausfällt.

"WORT LAUTE" enthält keineswegs nur ganz neue Lieder, sondern auch ältere Sachen, die aus verschiedensten Gründen im "Erst-Gesangbuch" nicht auftauchen.

Und jetzt gehe ich die nächste Beerdigung orgeln... .

LG von Rheinkultur
 
Handelt es sich um das von mir erwähnte Liederheft "WORT LAUTE", das ausdrücklich das Evangelische Gesangbuch ergänzen soll?

Nein, so hieß es nicht, an diesen komischen Namen würde ich mich gewiss erinnern. Es hatte einen rot-blauen Paperback-Umschlag. Ist aber schon etwas länger her, wer weiß, die wievielte Ergänzung derzeit in Gebrauch ist.
schulterzuck.gif


Es scheint tatsächlich für jede Landeskirche ein eigenes Gesangbuch zu geben.
http://www.hugendubel.de/de/advance...sionid=89FE80920A444DA8FEEC013DDAA1D714.www03
 
Ich wäre auch gegen weitere "Modernisierungen" der alten Texte.
Das gilt leider nicht nur für die Texte, sondern auch für die Melodien, sogar vom bestens bekannten Großen Gott von Lobberich. Möchte man den Gemeindegesang mit Schockmomenten befrachten, indem man den Melodieverlauf so wie abgedruckt spielt? Also nicht so, wie ihn die Gemeinde schon seit Jahrzehnten singt? Oder den Kehrvers zweimal spielen, weil das so im Buch steht, obwohl die Gemeinde das seit Jahrzehnten mit Erfolg ignoriert?

Vor allem die Aufnahme von „moderneren“ Liedern hat die Autorin kritisiert. Was ist eure Meinung? Braucht das Evangelische Gesangbuch mehr neue Lieder?
Wenn sich dem Zeitgeschmack verpflichtete Lieder als zeitlos erweisen und entsprechend regelmäßig zum Berücksichtigen geeignet sind, können sie bei in gewissen Abständen erscheinenden Neuausgaben des Gesangbuches gerne erscheinen. Dazu sollten aber die Herausgeber einen möglichst aktuell gehaltenen und intensiv geführten Dialog mit den Gemeinden zur Orientierung heranziehen, damit möglichst nur Lieder, die tatsächlich vielerorts praktisch bewährt sind, die ohnehin schon umfänglichen Bände füllen. Manche Titel verdanken ihre Aufnahme möglicherweise eher der Promotion durch Einzelpersonen als der tatsächlichen Brauchbarkeit in der Realität. Offensichtlich noch nicht etablierte Sachen machen sich dann auf eigens gedruckten Einzelblättern besser.

LG von Rheinkultur
 
Bei einer Neubearbeitung sollte man sämtliches neues GeiLi entsorgen.
Beim neuen Gotteslob hat man ja sowas fatalerweise auch aufgenommen.
 
Bei einer Neubearbeitung sollte man sämtliches neues GeiLi entsorgen.
Beim neuen Gotteslob hat man ja sowas fatalerweise auch aufgenommen.

In jedes Gesangbuch hat man "neue" Lieder aufgenommen. Das war schon vor fünfhundert Jahren so. Fatal? Normal.

Von den Liedern, die vor vierzig Jahren neu waren, hat man bei der jetzigen Neubearbeitung ziemlich viele wieder entsorgt. Fatal? Normal.

Und bei der nächsten Neubearbeitung werden wieder einige von den jetzt "neuen" entsorgt werden.

Aber sicher nicht alle. Es ist ja auch nicht alles schlecht, was neu ist.
 

Oder den Kehrvers zweimal spielen, weil das so im Buch steht, obwohl die Gemeinde das seit Jahrzehnten mit Erfolg ignoriert?

Oder gleich bei NGLs die Rhythmik auf Achtelebene rausschmeißen, weil's die Gemeinde nicht hinkriegt und immer auf Viertel prügelt? "Ins Wasser fällt ein Stein" - da kriegt die Gemeinde den Rhythmus nie richtig hin. Zu schwer. :-)

Andererseits habe ich auch einen Kantor erlebt, der bei der Vierteltriole von "Da berühren sich Himmel und Erde" so einbremste, dass die das Tempo von normalen Vierteln hatten. Autsch.

Aber prinzipiell hat man das Problem, dass der Grat zwischen 'Modernisierung' und Anbiederung beim Zeitgeist schmal ist. Wer will schon ein Kreuzung zwischen 'Gotteslob' und Scooter?
"Mighty, Mighty!" Ummss Ummss Ummss Ummss ....

Grüße
Häretiker
 
Mal aus der Perspektive eines Nicht-Orgelspielers. Ich selbst besuche Gottesdienste und gestalte sie auch aktiv musikalisch mit (meist Gitarre). Ich finde man sollte altes Liedgut nicht modernisieren, aber man sollte durchaus neueres Liedgut aufnehmen.

Wenn ich in einem Gottesdienst sitze, tauchen da nicht nur Lieder aus dem Regulären Gesangbuch auf. Bei uns ( Sachsen, in mehreren Gemeinden) werden fast immer auch Lieder aus dem Singt von Hoffnung gesungen. Wenn wir jungen Leute Musik machen auch aus den Jugendliederbüchern Aufbruch oder dem neueren Sing (m)it! (oder anderen Werken, das sind aber so de, die bei uns auch in manchen Gemeinden rum liegen) oder sehr gerne auch, wenn wir entsprechende Sänger haben, den ein oder anderen Taizé-Gesang.

Manche Lieder sind für den Gemeindegesang eventuell ein wenig zu schwierig (Rhythmisch oder wie für mich als nicht-Sänger, auch einfach viel zu hoch) oder manchmal ist einfach auch die Art und Weise,wie sie aufgeschrieben sind ungünstig (Noten auf der einen Seite, Text auf der Rückseite).
 
Bei einer Neubearbeitung sollte man sämtliches neues GeiLi entsorgen.
Beim neuen Gotteslob hat man ja sowas fatalerweise auch aufgenommen.
Könntest du bitte diese etwas sehr strange Haltung mal erklären, vor allem das Wort fatalerweise.
Kannst du die neuen Lieder nicht spielen?

Veränderung tur wirklich manchmal Not. Irgendwann hängen vielleicht auch Gott die immer selben Lobgesänge auf ihn zum Hals heraus. ;)

Was haben hier die Leute gegen Zeitgeist. Musik im Gottesdienst war immer vom Zeitgeist geprägt.

Bei den geringen Besucherzahlen heutzutage ist es aber eigentlich egal. Ich muss mich auch zu den Fernbleibern zählen.

So gesehen scheinen die Restbesucher immer konsevativer zu werden. Wie gesagt. Ist egal.

Jemand kann ja jetzt für die Einführung von Bischof Dieser in Aachen ein Lied komponieren.

"Dieser Chaka Chaka, Dieser Halleluja"

Aber wir sind ja bei den Evangelen. Sind die wirklich noch verstockter.

Wie gesagt immer weiter so, der letzte macht die Kerze aus.

Und den Autoren des FAZ Artikels sollte man entgegenen.

1. Was ist zu verlieren?

denn wenn 2. sich Inhalt u.a. nur über alte Lieder definiert, dann scheint etwas verkehrt zu laufen, genau wie die Konservativen bei den Katholiken die Weihraucholympiaden so toll finden oder dass sie immer nur den Hintern des Pfarrers sehen. ;) Irgendwie saß Jesus doch mit am Tisch.Wie die Jünger wohl reagiert hätten, wenn Jesus ihnen nur den Hintern gezeigt hätte :)

"
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, so hieß es nicht, an diesen komischen Namen würde ich mich gewiss erinnern. Es hatte einen rot-blauen Paperback-Umschlag

"Durch Hohes und Tiefes" (Gesangbuch der Ev. Studierendengemeinden in Deutschland) hat einen blauen Einband (allerdings Hardcover) mit roter Schrift. Vielleicht ist es das? Ist eine ganz brauchbare Sammlung von neuen und nicht mehr ganz so neuen geistlichen Liedern.

"Ins Wasser fällt ein Stein" - da kriegt die Gemeinde den Rhythmus nie richtig hin. Zu schwer. :-)

Bei NGL (gerade auch beim ins Wasser fallenden Schwein) ist generell oft das Problem, dass verschiedene rhythmische und melodische Fassungen existieren. Ist dann immer die Frage, ob man es so spielen soll wie auf dem (meist) Liedblatt abgedruckt, oder so, wie es gewöhnlich gesungen wird.
 
Bei NGL (gerade auch beim ins Wasser fallenden Schwein) ist generell oft das Problem, dass verschiedene rhythmische und melodische Fassungen existieren. Ist dann immer die Frage, ob man es so spielen soll wie auf dem (meist) Liedblatt abgedruckt, oder so, wie es gewöhnlich gesungen wird.

Stimmt, und der 08/15-Kirchengänger kann keine Noten, keine Töne neben dem Beat*) und auch keine Signale von der Orgel verarbeiten. Das ist einfach die traurige Realität. :-( Bei meiner Gesangslehrerin schon konnten von den 40 Schülern nur 1/3 ungefähr die Noten lesen. Ich hatte da als Vom-Blatt-Singer schon Exotenstatus.

To whom it may concern:
"Pass It On (It Only takes a Spark to get a Fire Going)" von Kurt Kasier ist das Original.

Ach ja, wenn es um Zeitgeist geht:
Der Einfluss afroamerikanischer Elemente in sehr vielen Bereichen der Popularmusik ist ja nicht zu leugnen. Konsequent wäre daher "Gospel", aber da bleibt das Problem der Rhythmik und dann sind wir auch nicht mehr so richtig bei der Orgel.

Grüße
Roland

*)
Vielleicht eine Frage, mit welcher Musik man sozialisiert wurde. Bei altgenuchen Leuten mag ja das Volkslied eine Rolle gespielt haben, und das ist ja in Deutschland rhyhthmisch eher mager ausgestattet.
 
Wäre es da nicht enfacher die Orgel abzuschaffen und den Gottesdienstbesucher frei mach Schnauze singen zu lassen.
 
Wäre es da nicht enfacher die Orgel abzuschaffen und den Gottesdienstbesucher frei mach Schnauze singen zu lassen.

Ich glaube nicht, dass sich dadurch die Musik qualitativ verbessert. :-) Wenn das so wäre, würde man nicht so viele Orgeln und Organisten unterhalten, die kosten ja Geld.

Beim Gottesdienst in der Scheune auf der grünen Wiese haben wir schon Lieder mit zwei Saxophonen (Kantorin Melodie mit Altsax, ich Basslinie mit Baritonsax) angestimmt und begleitet und die Gottesdienstbesucher fanden das viel besser als ohne Begleitung.


Ist kein einfaches Thema. Gerade bei NGL scheiden sich die Geister. Es gibt da einige Lieder, die ich ziemlich blöd finde und wenn man als Band das begleiten darf, dann hat üblicherweise die ganze band keinen Bock darauf. Was nichts daran ändert, dass die Band so gut wie möglich spielen will. (Der Jugendgottesdient zwimal im Jahr in Hennef war ohne Orgel und ohne Pfarrer.)


Es ist halt so, dass statistisch gesehen ca. 50% der Gotesdisntbesucher männlich sind. Und Männer und singen ist ein Thema für sich. :-)

Grüße
Häretiker
 
Ich konnte früher die ganzen NGLs auch nicht ausstehen, mittlerweile muss ich zugeben, dass einige von denen gar nicht so schlecht sind ;-) und es gibt einige Gemeinden, die sie sehr gerne singen und auch recht gut – da passe ich mich als Organist an und spiele sie natürlich auch. Nach meinem Eindruck gibt es in vielen Gemeinden ohnehin einen Mix aus traditionellen Liedern und NGLs. Obwohl im Schnitt die traditionellen Liedern schon noch besser gesungen werden, aber das können die erfahreneren Kollegen bestimmt besser beurteilen als ich…
 
Ist kein einfaches Thema. Gerade bei NGL scheiden sich die Geister. Es gibt da einige Lieder, die ich ziemlich blöd finde und wenn man als Band das begleiten darf, dann hat üblicherweise die ganze band keinen Bock darauf. Was nichts daran ändert, dass die Band so gut wie möglich spielen will. (Der Jugendgottesdient zwimal im Jahr in Hennef war ohne Orgel und ohne Pfarrer.)

Wenn wir als Band in einem Gottesdienst spielen, dann haben wir eine Sammlung an Liedern die wir anbieten und sind auch gerne bereit (wenn rechtzeitig angekündigt) neue Lieder zu lernen. Wenn uns eben jene Lieder in der Originalfassung nicht gefallen, machen wir einfach was eigenes draus.Oder wir reden eben mit entsprechendem Zuständigen und machen andere Liedvorschläge, auf jeden Fall spielen wir alles so, dass es für uns auch irgendwie passt und haben auch auf die meisten Lieder Bock, egal aus welchem Liederbuch sie auch stammen.
In unseren Jugendgottesdiensten findet man meist auch keine Orgel, bei uns gibt es in der Jugendarbeit wenige (gar keine?, mir fällt spontan niemand ein) ehrenamtliche Organisten (uns mangelt es sogar oft an Pianisten) und der Jugendgottesdienst wird im Kirchenbezirk organisiert, wo soll man da jemanden her nehmen, außerdem kommen bei den Jugendlichen (und nicht nur bei denen) Interpretationen alter / älterer Lieder mit zum Beispiel E-Gitarre sehr gut an:-D

Beim Gottesdienst in der Scheune auf der grünen Wiese haben wir schon Lieder mit zwei Saxophonen (Kantorin Melodie mit Altsax, ich Basslinie mit Baritonsax) angestimmt und begleitet und die Gottesdienstbesucher fanden das viel besser als ohne Begleitung.

Auch ältere Gottesdienstbesucher finden es nicht schlecht , wenn man mal andere Instrumente hört. Ich habe in den letzten Jahren in vielen verschiedenen Gruppen mit verschiedenen Instrumenten (Gitarre und Klarinette; Geige, Cello, Klavier, Gitarre; typische Bandbesetzung; nur Gitarre) musiziert und wir haben immer positive Rückmeldung bekomen.
 

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