Beethoven: Welche Gesamtausgabe (Henle/Peters/Wiener Urtext)?

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Anticlock

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Liebes Forum,

ich bin weit davon entfernt, Sonaten von Beethoven zu spielen (außer Op. 49!), möchte mir aber evtl. für die Zukunft und weil ich während des Hörens gern über die Noten schaue (vergleichbar mit einem Songtextbooklet beim Pop) eine Gesamtausgabe zulegen.
Welche Edition ist empfehlenswert?
Und was sind überhaupt die Unterschiede der drei genannten - außer das Offensichtliche (Bearbeitung/Urtext)?
Preislich ist Henle knapp 20 Euro teurer als Peters, warum?

Gruß, Sven
 
dilettant

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Ähm, Gesamtausgabe!? Alle Beethovenwerke? Alle Klavierwerke? Oder nur die Sonaten?

Ich vermute mal letzteres. Dazu habe ich bei Henle schon mal mehrere Ausgaben gefunden, und ich weiß nun nicht, welche Du bei Deinem Preisvergleich herangezogen hast.

Es gibt hier
  • die wissenschaftliche Gesamtausgabe in zwei Bänden, Leinen, jeder Band über 100 Euro,
  • die "normale" Ausgabe wahlweise broschiert oder in Leinen, auch zwei Bände zu je 55 Euro (Leinen) oder je 36 Euro (Broschiert)
  • und schließlich - und das ist meine Empfehlung an Dich - die Studienausgabe in zwei Bänden zu je 20 Euro.
Die Studienausgaben von Henle sind kleiner als die normalen Ausgabe (normales Buchformat, also etwas größer als A5) und enthalten keine Fingersätze. Der Notensatz ist normalerweise der gleiche, wie in den großen Ausgaben (man muss evtl. nachlesen, von welcher Ausgabe der Notensatz kommt). Die Studienausgaben sind ausdrücklich zum Mitlesen gedacht und auch geeignet, allerdings klappen sie wegen des kleineren Formats immer wieder zu - naja, wie ein Taschenbuch halt.

Mehr Infos zur konkreten Ausgabe findest Du hier.
Eine Erläuterung von Henle zu den "Studienausgaben" findest Du hier.

Ciao
- Karsten

P.S.: Ich besitze eine dreibändige Ausgabe von Peters, in dunkelgrünes Leinen gebunden und mit in Gold eingeprägtem Titel, aus DDR-Zeiten. Ich meine, dass es diese Ausgabe noch gibt. Damals fand ich die sehr schön und repräsentativ (ich hab aber auch draus gespielt). Aber es sind halt sehr alte Notenstiche, und das sieht man dem Druck auch an. Das Druckbild einer Henle-Ausgabe hat eine ganz andere Qualität.

P.P.S.: Die Beethovensonaten von Henle und Peters sollten sich wohl in jedem Notengeschäft finden. Geh hin und schau sie dir "in echt" an und entscheide Dich dann.
 
C

Curby

Guest
P.S.: Ich besitze eine dreibändige Ausgabe von Peters, in dunkelgrünes Leinen gebunden und mit in Gold eingeprägtem Titel, aus DDR-Zeiten. Ich meine, dass es diese Ausgabe noch gibt. Damals fand ich die sehr schön und repräsentativ (ich hab aber auch draus gespielt). Aber es sind halt sehr alte Notenstiche, und das sieht man dem Druck auch an. Das Druckbild einer Henle-Ausgabe hat eine ganz andere Qualität.
Na dann wirds ja mal Zeit, dadraus vorzuspielen :-D
 
dilettant

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@Curby: Oki, ich stell sie schon mal aufs Notenpult. Kannst dann morgen draus spielen ... :zunge:
 
K

koelnklavier

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Henle überarbeitet die Beethoven-Sonaten sukzessive, d.h. es werden auch alle Quellen noch einmal kritisch gesichtet (Hrsg.: Gertsch/Perahia). Bis es allerdings soweit ist, daß alle Sonaten vorliegen, wird es wohl noch eine Weile dauern. Als komplette Ausgabe ist die "alte" Ausgabe von Wallner aber sicherlich keine schlechte Wahl.

Die Wiener Urtext-Ausgabe ist inhaltlich auch solide gearbeitet, ich persönlich bin mit dem Notensatz (Propoertionen, Übersichtlichkeit, Wendestellen) nicht so zufrieden.

Peters geht verhältnismäßig großzügig mit dem Etikett "Urtext" um.

Mein Favorit ist die Könemann-Ausgabe (ohne Fingersätze) - sehr gut lesbar, gute Wendestellen, leider nicht mehr erhältlich (demnächst sollen sie als PDF verfügbar sein).

ABRSM hat eine neue Ausgabe der Beethoven-Sonaten im Programm, die ich leider noch nicht kenne (von der aber auch Gutes berichtet wird).

Dann gibt es noch die kritischen Ausgabe von Artur Schnabel (die ich immer wieder gerne zu Rate ziehe) und die instruktive Ausgabe von Hans von Bülow (der manch kluge Bemerkungen zur Ausführung macht).
 
LMG

LMG

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[...]
Mein Favorit ist die Könemann-Ausgabe (ohne Fingersätze) - sehr gut lesbar, gute Wendestellen, leider nicht mehr erhältlich (demnächst sollen sie als PDF verfügbar sein).
[...]
Ja, koelnklavier, die Könemann-Ausgabe find ich ebenfalls gut! ( Weil's die einzige ist, die ich habe ) . Es sind an einzelnen Stellen Fingersätze drin, aber die sind ansch. ja von Beethoven. Op 109 und 110 hatten wir mal irgendwo dahingehend abgeklopft, hier im Forum, kann ich mich dunkel erinnern.

Weit bevor ich zufällig die Könemann-Ausgabe beim Kaufhof entdeckte ( und auch das ist schon lange her ) , hatte ich lediglich einige Schott-Einzelausgaben, von noch früher: Waldstein, Appassionata, Hammerklavier, Sturm, Pathetique, op. 31,3 (Höpfel) , Pastorale, Mondschein, und op. 14 E-Dur, sowie ( zumindest hatte ich die mal von Schott ) op. 111. Von Henle hab ich op. 111 allerdings ebenfalls, als Einzelausgabe. Es ist meine einzige von Henle.

Dazu ist zu sagen: Wenn man sich die SCHOTT-Einzelausgaben zusammenkaufen würde, so sind sehr viele

"Neuausgabe nach dem Urtext. - von Alfred Hoehn.
Viele - aber nicht alle. Manche sind auch von Höpfel oder noch anderen herausgegeben! ( Habe alten Schott-Katalog 1997 / 98 eben mal angeschaut, der hier noch rumlag. )

Wer also wissenschaftlich auf einheitlichen Voraussetzungen fußen möchte, der wird schon eine der hier im Thread bereits genannten Ausgaben bevorzugen, vor Einzelausgaben möglicherweise verschiedener Herausgeber und Bearbeiter.

Wer allerdings vom Notenbild her sich z.B. zuvor an Schott-Einzelausgaben gewöhnt hat, braucht evtl. eine Zeit, um sich z.B. an Könemann ( möglicherweise auch an andere genannte ) zu gewöhnen - das war zumindest bei mir in einigen Fällen der Fall.

LG, Olli
 

A

Anticlock

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Danke für die teils hilfreichen Antworten, besonders an dilletant für den Hinweis auf die Studieneditionen. Die hatte ich gar nicht im Blick.
 
 

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