Die Idee mit den Geräuschunterdrückungskopfhörern würde ich ausprobieren.
Wenn das nicht hilft, mach Deinen Nachbarn klar, dass Du Dich mit Deinem Spiel innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegst und Gesetze nun mal dazu da sind, das menschliche Miteinander so zu gestalten, dass die Belange eines jeden gebührende Berücksichtigung finden, damit es möglichst friedlich zugeht. Im Fall des Musizierens in Mehrfamilienhäusern kann man die dazu in der Bundesrepublik Deutschland erlassenen Gesetze und deren höchstrichterliche Ausformung als gelungen ansehen. Mach ihnen klar, dass Du Dich an die Gesetze hältst und das auch weiterhin tun wirst. Sag Ihnen das, wenn Ihnen ein gesetzeskonformes Verhalten Ihrer Mitmenschen nicht ausreicht, sie umziehen müssen, nicht Du!
Warum solltest Du umziehen, warum solltest Du Geld in einem Proberaum stecken und Deinen geliebten
Flügel verstummen lassen, nur weil zwei Personen meinen, ihre Belange und Befindlichkeiten stünden über den Regeln, die sich die Gesellschaft für ihr Zusammenleben gegeben hat? Und wenn Sie sich aufregen, lass Sie doch, was soll schon passieren? Da Du sie als nicht gewalttätig beschreibst, können sie vor Gericht ziehen und verlieren, das war’s dann. Who cares? (Den toleranten Nachbarn den Bauch zu pinseln, solltest Du aber, sonst tun sie es und Du bist im Haus isoliert, was nicht schön wäre.)
Nebenbei würdest Du auch dem Land einen Dienst erweisen. Ein Grund, warum es hier rückwärts und bergab geht, liegt darin, dass jeder mit der geringsten Befindlichkeitsstörung oder dem kleinsten Unwohlsein meint, dass alle auf ihn oder sie Rücksicht nehmen müssen, auf gar keinen Fall mehr gearbeitet werden muss, aber trotzdem ein gutes Leben (auf Kosten anderer) geführt werden soll. Die Menschen müssen einfach wieder lernen, dass Menschsein eben auch mal Leiden heißt, dass Angst und Sorge dazugehören und kein Grund sind, in Rente oder Therapie zu gehen. Wäre das so, würde Deutschland immer noch in Trümmern liegen!
Also mein Rat: Machen ihnen klar, dass Du dich im gesetzlichen Rahmen bewegst, und wenn ihnen das nicht passt, sie eben ausziehen müssen. Vielleicht ja nach Afghanistan, da ist Musik verboten. Wiederhole das solange bis sie begreifen, das sie das einfach zu akzeptieren haben. Bleib dabei freundlich aber in der Sache fest.
P.S. Wohne selbst in einem Mehrfamilienhaus.