Arbeiten/Üben/Aufnehmen zuhause vs Beschwerden Nachbarschaft

  • #21
Oder man rechnet ihnen die Kosten eines Überaums vor und biete an ihnen das zu zahlen wenn man zuhause ohne murren weiterüben darf. Käme dann aufs selbe raus und wäre stressfreier. Vielleicht ist dann der Lärm in Anbetracht von ein paar Euro erträglicher. Manche bewerten Probleme (leider) erstaunlich schnell anders wenn sie irgendwo was abgreifen können. Wären es solche Leute würde ich das nutzen.
 
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  • #22
Oder ein Hauskonzert veranstalten und die Nachbarn explizit einladen und den anderen Gästen vorstellen. Bisschen Weißwein oder Prickelwasser und Bier. Ändert die Atmosphäre. Könnte funktionieren.
PS: Unbedingt ein paar bekannte Melodien spielen!
 
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  • #23
Oder ein Hauskonzert veranstalten und die Nachbarn explizit einladen und den anderen Gästen vorstellen.
Ja manche pflegen ihre Empfindlichkeiten weil sie wahrgenommen werden wollen. Wenn man das tut ohne dass sie sich mit unangenehmen Dingen wichtig machen (müssen) lösen sich viele Problem von selbst.
 
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  • #24
Ich muss leider @Clavierhaus recht geben. Oft sich es völlig irrationale Empfindlichkeiten. Und dann kann man nichts machen. Der kurioseste Fall: ein Nachbar (2 Etagen drüber und mindestens eine Wohnung seitlich versetzt) machte Terror. Führte kein gütlicher Weg rein, dabei musste der sein Ohr auf den Boden pressen um an lauten Stellen überhaupt etwas wahrzunehmen. Die anderen näheren Nachbarn hatten kein Problem!
 
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  • #25
Wurde ja schon genannt und halte ich in dieser Situation für die beste Lösung: eine Schallschutzkabine.
 
  • #26
Ich muss leider @Clavierhaus recht geben. Oft sich es völlig irrationale Empfindlichkeiten. Und dann kann man nichts machen. Der kurioseste Fall: ein Nachbar (2 Etagen drüber und mindestens eine Wohnung seitlich versetzt) machte Terror. Führte kein gütlicher Weg rein, dabei musste der sein Ohr auf den Boden pressen um an lauten Stellen überhaupt etwas wahrzunehmen. Die anderen näheren Nachbarn hatten kein Problem!
Könnte sein dass ein Abluftschacht in der Wand verläuft. Hatte ich auch. Ich hatte den Flügel genau unter diesem kaminschacht der hat den Schall wie ein Megafon nach oben geleitet. Teppich an die wand und Flügel auf die andere Seite des Raums gestellt. Problem gelöst.
 
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  • #27
Wenn's den Nachbarn stört und er/sie von mittleren und höheren Tönen sprechen, dann ist es aussichtslos, darüber zu diskutieren. Da brauchst Du nur einmal das Radio anzumachen und schon dadurch fühlen sie sich gestört.
Interessant ist, dass über Lautsprecher abgespielte Musik (auch meine eigene, also mithin dieselbe), was ich oft außerhalb der Übezeiten abends mache, nicht als störend beklagt werden.
 
  • #28
Wie macht Ihr es? Habt Ihr Proberäume gemietet? Gar kein eigenes akustisches Instrument zuhause?
Ich habe mir ein "Haus" gekauft. :lol:
Aber noch wohne ich in meiner Wohnung und ja: Ich habe den Flügel veräußert und nur noch auf dem Digi gespielt.
Es reichte eine einzige Beschwerde, damit ich eine Feile im Kopf bekam und nicht mehr frei spielen konnte.
 
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  • #29
Wurde ja schon genannt und halte ich in dieser Situation für die beste Lösung: eine Schallschutzkabine.
Neinnein, nicht machen. Auch mit so einer Kabine hört man immer noch was. Und wer weiß, ob die Nachbarn dann immer noch rummaulen. Dann hat man womöglich Tausende Euro und viel Arbeit umsonst investiert. Außerdem kauft man keinen Flügel, um den in so eine winzige Kabine zu stecken. Da wird man ja dann selber blöde bei dem Krach.
 
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  • #30
Ich finde es sehr schade, dass den Nachbarn hier böswillige Empfindlichkeiten unterstellt werden.

Es könnte durchaus sein, dass die Nachbarn zum Beispiel chronische Migräne haben und zu Migräne-Zeiten ( bei chronischer Migräne ist das so gut wie immer) sehr reizloffen sind. Dh sensorische Eindrücke können nicht gefiltert werden. Dabei kann es auch durchaus sein, dass bestimmte Frequenzen als unerträglich empfunden werden. Das ist keine Anstellerei sondern echte Qual für Betroffene! Und nur weil man das selbst nicht nachvollziehen kann, heißt das nicht, dass es für andere nicht real ist.
 
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  • #32
Ihr habt viele unterschiedliche Ansätze dargestellt, herzlichen Dank!

  • Eine Kabine wäre eine der letzten Maßnahmen, vorher würde ich wahrscheinlich umziehen. Ich vermute, dass die hier in Rede stehenden Nachbarsleute immer etwas hören und bekritteln werden. Die Kabine kostet sauviel Geld und man hat einen hässlichen Industriekasten mitten im Zimmer stehen. Ich habe eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Von Wohnen kann dann kaum noch die Rede sein.

  • "Haus kaufen" ist die Premiumlösung, aber in diesem Leben nicht mehr erreichbar.
  • Von Schächten, durch die der Schall steigt, haben die auch gefaselt. Alle Schächte sind aber auf der flügelabgewandten Seite mehrere Meter bzw am anderen Ende der Wohnung. Ich höre selbst dann nichts Nennenswertes von anderen, wenn ich mich in diesen Bereichen aufhalte.
  • Hauskonzert ist nicht ganz abwegig, brächte vielleicht andere Vorteile, wenn man andere Leute etwas besser kennenlernt. Andererseits können auch weitere schlafende Hunde geweckt werden. Das möchte ich nicht. Vor allem bezweifle ich die gewünschte Wirkung bei den fraglichen Leuten.
  • Bestechung ist ein pfiffiger Vorschlag, aber die haben die schicke Attika-Dachgeschosswohnung zum Eigentum. Ich fürchte, deren Schmerzgrenze ;-) liegt oberhalb des Vertretbaren.
  • Klar, Umzug auch raus aus der Stadt ist immer eine Wahl, wäre auch aus Kostengründen ein Fernziel, allerdings wüsste ich nicht, wie man sicherstellen will, dass es am neuen Ort besser ist. Für ein Haus zum Alleinbezug reicht es eher nicht. Das bedeutet, man müsste eine sehr intensive Suche betreiben, wo man explizit als Mieter mit dem Flügel hausieren geht. Wie hoch stehen da die Aussichten? Man wäre wohl sehr weit oben auf der Unbeliebtheitsskala von Vermieter*innen.
  • Sehr gut gefällt mir der Vorschlag, Abwesenheitszeiten bekanntzugeben und diese dann zusätzlich zur vereinbarten 1-2 Stunden zu nutzen. Natürlich habe ich das gestern direkt angesprochen; nach ihrer Aussage sind sie fast immer zuhause. Tja! Ich habe natürlich gleich darauf gedrängt, trotzdem ein Zeitfenster festzulegen, an dem sie es üblicherweise am wenigsten stört: Der Mann (sie war zwischenzeitlich schon abgedampft) ließ sich dann zu 11-13 h hinreißen, weil da schließlich Küchenlärm und dergleichen herrsche und es gewissermaßen eh schon etwas lauter zugehe.
 
  • #33
Letztlich werde ich schon auf meinem Recht beharren, ist die Frage, auf wieviel "Zeit pro Tag" man sich einigt.
Damit kann ich meinen herrlichen Flügel wenigstens etwas originalgetreu genießen. Dennoch habe ich bereits mit der Suche nach einem Überaum begonnen, sind eben neue laufende Kosten, aber gut, was will mensch machen? Es führt wohl kurzfristig kein Weg dran vorbei.
 
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  • #34
Was in Euren Beiträgen bisher nicht so klar rauskam, ich aber spannend fände:
Wie ist die Situation bei Euch? Ich habe ja bewusst im Profi-Forum gepostet, weil mich interessiert, wie es andere handhaben.
 
  • #35
Ich würde mein Musikerdasein nicht mehr verschweigen und vorher abklären, ggf. auch mit Nachbarn, dass das Üben funktioniert. Und ja, bei den allermeisten Vermietern wird man durchfallen (was allerdings auch ohne Flügel der Fall ist). Aber es gibt auch einzelne, die einen vielleicht gerade deshalb als Mieter auswählen möchten. Die muss man finden! Dafür braucht man Geduld, einen langen Atem - und evtl. eine Suchanzeige bei Kleinanzeigen, in der Zeitung o.ä. Darauf meldet sich dann vielleicht niemand, vielleicht ein oder zwei Vermieter, aber irgendwann hat man Glück!

Meine aktuelle Wohnung hat auf diese Weise mich gefunden, sie war nie auf dem Markt. Ich kann mir auch kein Haus leisten, wohne aber nun quasi in der Einliegerwohnung der Hausbesitzer. Sie stören sich weder an meinem Klavierspiel, noch tangiert es sie überhaupt besonders - sie sind mehrere Monate im Jahr auf Reisen. Glück, könnte man sagen, ja, sicher. Aber ich habe auch jahrelang gesucht und meinem Glück auf die Sprünge geholfen. Manchmal gibt's auch einzelne Wohnungen in größeren Gebäuden, wo man keine Nachbarn hat. Wenn du lange genug suchst, wirst du das Passende finden.
 
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  • #36
Dennoch habe ich bereits mit der Suche nach einem Überaum begonnen, sind eben neue laufende Kosten, aber gut, was will mensch machen?

Diese potentiellen Zusatzkosten einer neuen Wohnung zurechnen und sich aktiv auf die Suche begeben. Ab einer gewissen Höhe der Miete wird der Markt dann doch eher positiv für den Mieter.
 
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  • #37
Dabei kann es auch durchaus sein, dass bestimmte Frequenzen als unerträglich empfunden werden. Das ist keine Anstellerei sondern echte Qual für Betroffene!

Die Hypersensibilität bei Migräne ergänze ich durch Tinnitus, bei dem bestimmte Töne, Klänge und Frequenzen ebenfalls unerträglich sind. Z.B. zwingen mich die Drohnen bei den Winterspielen zum Abschalten des Tones.
 
  • #38
Als ich vor vielen Jahren mit Klavier und der Absicht, in der Wohnung auch Unterricht zu geben, auf Wohnungssuche war, bekam ich erstmal nur Absagen von Vermietern, bis ich dann welche fand, die damit kein Problem hatten. Von den Nachbarn hörte ich so gut wie nie etwas. Nur einmal sagte eine Frau, sie würde sich immer hinlegen und zuhören, wenn ich spiele, das sei so schön.

EIne Zeitlang teilte ich mir ein Reihenhaus mit zwei Leuten, einer davon Profi-Schlagzeuger. Da gab es mit den Nachbarn Absprachen, wann das Schlagzeug ohne Dämpfer gespielt werden kann. Das Klavier fiel nicht weiter ins Gewicht.

Inzwischen wohne ich im eigenen Haus und das Klavier steht im Nebengebäude. Als ich neulich die Nachbarn fragte, ob sie es sehr deutlich hören, war die Antwort: "Seit wann hast du denn ein Klavier?"

Ich habe großes Verständnis dafür, wenn Menschen krank sind und deshalb Ruhe brauchen. Es sollte aber auch möglich sein, sich irgendwie zu einigen. Von dem Nachbarn im Schichtdienst hatte ich glaub ich schon mal erzählt, da war die Vereinbarung, dass ich vor dem Üben erst gucke, ob an seinem Schlafzimmer die Jalousien geschlossen oder offen sind. Das funktionierte prima.

Lange Rede, wenig hilfreiches, fürchte ich. Ich habe, wenn es wirklich nötig war, immer wieder das Gespräch gesucht.
 
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  • #39
Es könnte durchaus sein, dass die Nachbarn zum Beispiel chronische Migräne haben und zu Migräne-Zeiten ( bei chronischer Migräne ist das so gut wie immer) sehr reizloffen sind.
Kann natürlich sein, aber Derartiges sollte man schon erwähnen, wenn man mit den Nachbarn über Lärmprobleme spricht.

Das war mit ein Grund für meinen Vorschlag, sich die Situation einmal selber in der Nachbarswohnung anzuhören. Je konkreter man das Problem kennt, desto eher findet man eine Lösung.
 
  • #40
Die Idee mit den Geräuschunterdrückungskopfhörern würde ich ausprobieren.

Wenn das nicht hilft, mach Deinen Nachbarn klar, dass Du Dich mit Deinem Spiel innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegst und Gesetze nun mal dazu da sind, das menschliche Miteinander so zu gestalten, dass die Belange eines jeden gebührende Berücksichtigung finden, damit es möglichst friedlich zugeht. Im Fall des Musizierens in Mehrfamilienhäusern kann man die dazu in der Bundesrepublik Deutschland erlassenen Gesetze und deren höchstrichterliche Ausformung als gelungen ansehen. Mach ihnen klar, dass Du Dich an die Gesetze hältst und das auch weiterhin tun wirst. Sag Ihnen das, wenn Ihnen ein gesetzeskonformes Verhalten Ihrer Mitmenschen nicht ausreicht, sie umziehen müssen, nicht Du!

Warum solltest Du umziehen, warum solltest Du Geld in einem Proberaum stecken und Deinen geliebten Flügel verstummen lassen, nur weil zwei Personen meinen, ihre Belange und Befindlichkeiten stünden über den Regeln, die sich die Gesellschaft für ihr Zusammenleben gegeben hat? Und wenn Sie sich aufregen, lass Sie doch, was soll schon passieren? Da Du sie als nicht gewalttätig beschreibst, können sie vor Gericht ziehen und verlieren, das war’s dann. Who cares? (Den toleranten Nachbarn den Bauch zu pinseln, solltest Du aber, sonst tun sie es und Du bist im Haus isoliert, was nicht schön wäre.)

Nebenbei würdest Du auch dem Land einen Dienst erweisen. Ein Grund, warum es hier rückwärts und bergab geht, liegt darin, dass jeder mit der geringsten Befindlichkeitsstörung oder dem kleinsten Unwohlsein meint, dass alle auf ihn oder sie Rücksicht nehmen müssen, auf gar keinen Fall mehr gearbeitet werden muss, aber trotzdem ein gutes Leben (auf Kosten anderer) geführt werden soll. Die Menschen müssen einfach wieder lernen, dass Menschsein eben auch mal Leiden heißt, dass Angst und Sorge dazugehören und kein Grund sind, in Rente oder Therapie zu gehen. Wäre das so, würde Deutschland immer noch in Trümmern liegen!

Also mein Rat: Machen ihnen klar, dass Du dich im gesetzlichen Rahmen bewegst, und wenn ihnen das nicht passt, sie eben ausziehen müssen. Vielleicht ja nach Afghanistan, da ist Musik verboten. Wiederhole das solange bis sie begreifen, das sie das einfach zu akzeptieren haben. Bleib dabei freundlich aber in der Sache fest.

P.S. Wohne selbst in einem Mehrfamilienhaus.
 
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