Anfänger sucht geeignetes Klavier für Mietkauf

A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Hallo,


seit langem hege ich schon den Wunsch, Klavier spielen zu lernen und nun will ich es auch in die Tat umsetzen. Da wir kein Klavier zur Verfügung haben, scheint für mich die Miete eines Klaviers am geeignetsten zu sein, evtl. erweise ich mich ja als absolut untalentiert oder die Begeisterung lässt schneller nach als gedacht (wobei ich davon nicht ausgehe).

Allerdings sehe ich bei dem großen Angebot kaum durch, klar ist für mich jedoch dass ich kein digitales Klavier möchte. Daher wollte ich auf diesem Wege fragen, ob es sowas wie Standardmodelle gibt, die man ohne weiteres empfehlen kann bzw. ob eine Art Stiftung Warentest für Klaviere existiert? Ich weiß natürlich, dass die Wahl des Klaviers individuell ist, da ich aber noch absolut gar nichts spielen kann, zweifel ich da an meiner Intuition was Klang usw. angeht. Preislich gesehen dürfte sich das Klavier im Rahmen von bis zu 8-9.000 Euro bewegen. Optisch gesehen - auch wenn das natürlich sekundär ist - kommt für mich nur ein schwarzes Klavier in Frage.

Ich komme aus Köln und würde mich auch über Tipps oder Erfahrungen über lokale und vor allem seriöse Möglichkeiten des Mietkaufs freuen.

Lg, Artemis
 
A

AndyT

Dabei seit
März 2009
Beiträge
43
Reaktionen
0
Hallo Artemis,

ich bin auch gerade in Köln auf der Suche nach einem Klavier.

Du bist allerdings in der glücklichen Lage, vom Preisrahmen doch viel mehr Spielraum zu haben als ich, so dass meine Erfahrungen Dir vielleicht nicht unmittelbar nützen ;-)

ABER ... warst Du schon ALS EINSTIEG in Köln in der Glockengasse bei Bechstein und in Düsseldorf bei Steinway? In dem Preisrahmen, für den Du suchst, sollte man Dir dort einige anständige Klaviere zeigen können, was dann mal als erster Anhaltspunkt vielleicht ganz sinnvoll ist.

Generell sind bei Steinway 2% des Kaufpreises im Mietkauf monatlich zu bezahlen, bei Bechstein ist es, meine ich, etwas weniger. Da wurden mir konkrete monatliche Mietraten genannt, zumindest bei den günstigen Modellen - so um EUR 4,000 herum liegt das so um den Dreh bei 1,2 % des Kaufpreises monatlich. Weiss nicht, ob das bei den teureren Modellen ebenfalls so ist.

'Stiftung Warentest' habe ich bei Klavieren bisher noch nicht gesehen, ebensowenig wie beispielsweise bei Autos. Hier wie dort sind die 'nicht objektiv in Zahlen umsetzbaren' Unterschiede zu groß, um eine einfache Vergleichbarkeit möglich zu machen. Was im einen Fall der Klang, die Anschlagdynamik, das Tonvolumen eines Klaviers ist, was von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ist, ist im anderen Fall (bei den Autos) Design, Image, Fahrdynamik und Qualitätswahrnehmung.

Mit Autos kenne ich mich etwas aus, daher bringe ich hier eine Analogie: Kann man einen Ford Mondeo objektiv mit einem 5-er BMW oder Audi A6 vergleichen? Gewiss, man kann, aber 'objektive' Kriterien wie Beschleunigung, Zuladung, Ladevolumen, Verbrauch etc sind nur ein kleiner Teil dessen, was bei der Kaufentscheidung berücksichtigt wird (zumindest bei 'normalen' Leuten, die nicht gerade als Fuhrpark-Manager ein Flottenfahrzeug suchen).

Ich meine, bei Klavieren ist es noch schlimmer! Wenn Du Dich zwischen einem Steinway-, Bösendorfer- oder Bechstein-Konzertflügel entscheidest (zugegeben, die sind etwas ausserhalb des von Dir genannten Rahmens), ist das wohl so wie die Entscheidung zwischen Ferrari 430, Lamborghini Murcielago und was auch immer. Die werden meist nicht aufgrund der Serviceintervalle und des Kofferraumvolumens getroffen...

Schöne Grüße,
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
fisherman

fisherman

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
21.111
Reaktionen
9.221
Hallo Artemis;

als Anfänger wird sich Deine Vorliebe für einen bestimmten Sound oder eine spezielles Tastaturverhalten erst noch entwickeln, bzw. verändern. Daher mein dringender Rat: Lege die 8-9TEUR auf die hohe Kante und miete Dir für ein Jahr ein Klavier nach derzeitigem Belieben. Die 500- max 1000 Euro (incl. Transport) sind bestens angelegt. Nutze weiterhin dieses Jahr dazu, Ausflüge in alle möglichen und unmöglichen Klavierhäuser zu unternehmen und möglichst viel anzuspielen. So wirst Du mit größter Sicherheit dein Traumklavier finden - alles andere ist aufgrund Deiner noch fehlenden Erfahrung ein totaler Blindflug, vor dem Dich auch ein begleitender Klavierlehrer nicht schützen kann.

Klaviere sind Individuen. Daher sind Tests - sofern es überhaupt welche gibt - völlig wertlos. Ich stand vor einem Jahr vor 5 identischen (!!!) Klavieren (exakt gleicher Typ derselben Marke) - vier davon haben mich überhaupt nicht angesprochen. In das Fünfte habe ich mich total verknallt.

Alles, wozu man Aussagen treffen kann, wären Marken und Ihre qualitative Streubreite sowie der zu erwartende Wertverlust. Diese Diskussion sollten wir aber führen, wenn Du Dir selbst erste Eindrücke verschafft hast.
 
A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Danke für eure Antworten, scheinbar war meine Frage hinsichtlich "guter" oder "empfehlenswerter" Klaviere wirklich so schlecht zu beantworten, wie ich geahnt hatte. Ich hatte nur die Sorge, dass es unter den Klavieren absolute "Reinfälle" gibt, die man absolut nicht weiterempfehlen kann und davor wollte ich mich absichern.

Bei Bechstein war ich noch nicht, habe ich aber die nächste Zeit vor wenn sich mein aktueller Prüfungsstress gelegt hat. Gibt es eventuell (in Köln) die Möglichkeit bei einem Händler ein Klavier zu mieten und diesen geleisteten Betrag dann auf ein anderes Gerät (ähnlicher Preisklasse) anrechnen zu lassen, sodass die Miete, die man bezahlt hat, nicht vollkommen weg wäre, sollte man sich dann für ein anderes Klavier entscheiden - oder sind das unrealistische Konditionen?

Lg, Artemis
 
A

AndyT

Dabei seit
März 2009
Beiträge
43
Reaktionen
0
Gibt es eventuell (in Köln) die Möglichkeit bei einem Händler ein Klavier zu mieten und diesen geleisteten Betrag dann auf ein anderes Gerät (ähnlicher Preisklasse) anrechnen zu lassen, sodass die Miete, die man bezahlt hat, nicht vollkommen weg wäre, sollte man sich dann für ein anderes Klavier entscheiden - oder sind das unrealistische Konditionen?
Denkbar. Dadurch fallen allerdings zweimal die Transportkosten an, die (ebenerdig in Köln) bei EUR 100 (x2) liegen (+ 25 EUr pro Etage), somit ein gewisser Teil der Miete schon darauf verloren geht.

Piano Willms in Nideggen bietet explizit auf der Website an, dass eine Anrechnung der Mietkosten auch auf dieses oder 'ein höherwertiges' anderes Klavier möglich ist: http://piano-willms.de/Page/gebraucht.htm

Die haben auch eine Menge andere gute Marken (Grotrian-Steinweg, Schimmel, Yamaha, Kawai) da.

Meine Beobachtung - basierend aber nicht nicht auf langjähriger Erfahrung, sondern auf Forumslektüre und Händlergesprächen - generell werden hier mittelpreisige (EUR 8,000) Instrumente wie Yamaha U1 oder Kawai als sinnvoll, weil langlebig und solide empfohlen. Bei dieser Preisklasse fangen wohl auch Instrumente aus deutscher Produktion an (darunter: EUR 3,000: alles China, 4,000: Indonesien, darüber z.B. Korea, Tschechien etc.), die von vielen hier als klanglich und qualitativ gut geschätzt werden.

Klang muss man einfach selbst beurteilen, was einem gefällt oder nicht (so man den Unterschied überhaupt hören kann).

Schöne Grüße,
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Uwe_Munich

Uwe_Munich

Dabei seit
Sep. 2008
Beiträge
63
Reaktionen
0
Gibt es eventuell (in Köln) die Möglichkeit bei einem Händler ein Klavier zu mieten und diesen geleisteten Betrag dann auf ein anderes Gerät (ähnlicher Preisklasse) anrechnen zu lassen, sodass die Miete, die man bezahlt hat, nicht vollkommen weg wäre, sollte man sich dann für ein anderes Klavier entscheiden - oder sind das unrealistische Konditionen?

Lg, Artemis
Artemis, ich hatte das Konstrukt, dass ich nicht gemietet habe, sondern den Kaufpreis vorher bezahlt hatte. Der Händler hat mir aber sowohl eine Rücknahme Garantie eingeräumt (also er nimmt das Klavier zum Kaufpreis abzgl. 2% pro Monat innerhalb eines Jahres zurück) als auch eine Upgrade Garantie (innerhalb von 3 Jahren kann auf ein höherwertiges Instrument "upgegraded" werden, es fallen nur die Transportkosten und die Märchensteuer an).
Ich hab dann den Upgrade genutzt, entsprechend verhandelt und weder den Transport, noch die Märchensteuer bezahlt und noch einen ordentlichen Nachlass auf das neue Instrument bekommen.
Ist oft eine Frage des Verhandelns wobei das Klavierhaus auch noch ein Geschäft machen muss. Aber gerade bei neuen Instrumenten liegen die Gewinnspannen in einem ordentlichen Bereich. Da geht immer was..
Geh einfach mal in ein Klavierhaus und lass Dich beraten.

Gruß

uwe
 
A

ariadne

Guest
[...] die Möglichkeit bei einem Händler ein Klavier zu mieten und diesen geleisteten Betrag dann auf ein anderes Gerät (ähnlicher Preisklasse) anrechnen zu lassen, [...] oder sind das unrealistische Konditionen?
hallo artemis,

ich glaube, dass das verhandlungssache ist. da aber die händler froh sind, wenn sie in diesen zeiten überhaupt ein instrument verkaufen, dürftest du wenig schwierigkeiten haben. bechstein z.b. bietet ausdrücklich das "upgrade" an: der kaufpreis wird innerhalb von x? jahren angerechnet, wenn man sich für ein höherwertiges instrument entscheidet.

lg
a.
 
A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Danke euch für die netten Antworten, ich werd mich dann mal bei verschiedenen Händlern kundig machen :)
 
A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Hallo,


inzwischen war ich bei diversen Händlern in Köln und es hat sich für mich herauskristallisiert, dass zumindestens für das Jahr der Miete nur ein Silent-Klavier in Frage kommt. Das schränkt die Auswahl natürlich erheblich ein. Die Bechsteinklaviere haben mir mit dem Silentsystem (Korg) nicht so zugesagt, wie Klaviere, in denen das Yamaha-System eingebaut war. Ich hab hier im Forum schon gelesen, dass bei einigen das System von Yamaha klanglich besser weggekommen ist. Ein Händler, der sowohl Bechstein als auch Yamaha Klaviere vertreibt hat dies bestätigt und das Yamaha System (auch in Hinblick auf die anderen Silentsysteme) als das führende auf dem Markt bewertet. Dies wiederum verkleinert die Auswahl natürlich noch einmal.

Bei dem gleichen Händler stand auch ein Schimmel 116 mit eingebautem Yamaha-Silentsystem (laut ihm stattet Yamaha nur Schimmel mit dem eigenen System aus und das auch nur bei neuen Klavieren). Der Klang kam mir - soweit ich das jetzt beurteilen kann - etwas voller und runder vor als bei den Yamaha-Klavieren. Er selbst schätzt das Schimmel als akustisches Klavier auch deutlich höher ein als ein Yamaha in einer ähnlichen Preisklasse. Wäre also die optimale Lösung, ein Schimmelklavier mit Yamaha System zu mieten?
Das einzig etwas Abschreckende war die relativ hohe Miete von 150 Euro pro Monat für das Schimmelklavier, bei anderen Händlern betrug die Miete für ein Klavier in einer ähnlichen Preisklasse 80-100 Euro. Sehr entgegenkommend waren in dieser Hinsicht die Leute im Bechstein Centrum, diese hätten in jedem Klavier ein Silentsystem eingebaut, auch wenn mans nur mieten möchte, und der monatliche Preis war dafür auch in Ordnung. Aber leider hat es mir klanglich nicht so gefallen.

Leider habe ich auch bisher erst einen Händler gefunden, der einige Yamaha-Klaviere mit Silentsystem in Köln vermietet, und dieser erschien mir nicht sonderlich seriös. Hat jemand vielleicht Adressen in der näheren Umgebung (in Bonn hab ich mich auch schon etwas umgeguckt) von Händlern, die auch einige SilentKlaviere da haben und vermieten?

Über Antworten oder Einschätzungen wär ich sehr dankbar.
Lg, Artemis
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Guendola

Guendola

Dabei seit
Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
6
Warum kommt für dich nur ein Silent-Piano in frage? Gerade zu Anfang finde ich es gut, wenn man gezwungen ist, laut zu spielen, so daß einen andere hören können. Das beugt falschen Ängsten vor und gipfelt mit etwas Glück sogar in positiven Äußerungen der Umwelt - und sei es nur die Hochachtung davor, daß man angefangen hat, Klavier zu lernen. Und empfindliche Nachbarn nehmen sowieso nur die störende Geräuschkulisse war, egal ob es sich dabei um eine virtuos gespielte Sonate oder ein gestümpertes "Alle meine Entchen" handelt. Ein Silent-Piano verleitet jedenfalls zum Verstecken und das ist für einen angehenden Musiker schlecht!

Hast du dich schon nach Unterrichtsmöglichkeiten umgesehen? Wenn du einen Lehrer hast, solltest du den für die endgültige Auswahl des Klaviers mitnehmen denn vor Ort kann man ein Instrument ja doch wesentlich besser beurteilen als via Internet und Klavierlehrer kennen sich in der Regel ganz gut aus ;)

In finanzieller Hinsicht bist du ja anscheinend recht gut informiert und das Budget für den späteren Kauf ist üppig. Nur wundert es mich, daß du bei diesem Preisrahmen über eine Kaufmiete von 150,- Euro im Monat erstaunt bist. Wenn ich hier in Hamburg ein Instrument für 8000,- mit 150,- Euro monatlich finanzieren könnte, hätte ich längst einen Flügel. Dafür muß man in Hamburg allerdings rund 250 Euro monatlich hinlegen (über drei Jahre). Transport, erste Stimmung und eine Klavierbank sind allerdings inklusive.

Jetzt frage ich mich allerdings, ob bei 2% Miete der Barpreis oder der Listenpreis zugrunde gelegt wird.
 
A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Ein rein akustisches Klavier scheidet aus familiären Gründen aus, es muss definitiv ein Silentklavier sein. Was natürlich nicht heißt, dass ich damit nicht auch laut spielen möchte und werde, aber eben zu bestimmten Zeiten.

Die 150 Euro erstaunen mich insofern, als dass es bei jedem Händler halt fast die Hälfte billiger war (und der Händler auch zuerst 200 Euro wollte und erst bei Nachfragen auf 1,5 % runterging - ich glaube er ging vom Listenpreis aus). Da ich ja jetzt noch nicht weiß, ob es dieses Klavier dann werden soll, und man sich dann in einem Jahr eventuell woanders auch umschaut, wären 12 Monatsmieten á 150 Euro dann eben komplett weg, und das ist schon eine beträchtliche Summe.

Etwas unglücklich finde ich, dass bei vielen Händlern (jedenfalls bei denen ich war) nur sehr wenige Modelle mit Silentfunktion stehen, und man daher schon aus diesem Grund so begrenzt ist in seiner Auswahl.
 

P

Pianoneuling

Dabei seit
Nov. 2008
Beiträge
43
Reaktionen
0
Hallo,
nun muss ich auch mal meinen Senf dazugeben. ;)
Ich wollte mir vor gut einem halben Jahr auch unbedingt ein Silent-Klavier mieten.
Nach Hause gegangen bin ich dann mit einem Mietvertrag für ein Klavier ohne Silent Einrichtung. (Wozu braucht man sowas, wenn man nicht gerade mitten in der Nacht stundenlang üben will ? :cool: )
Bis jetzt haben sich meine Nachbarn über mein geklimpere noch nicht beschwert und ich bin froh ein Klavier ohne jeden unnötigen Schnickschnack zu haben.
Allerdings hat mein Klavier sozusagen eine "Dämpfereinrichtung" mit der man den Ton etwas leister erzeugen kann. Damit spiele ich allerdings fast gar nicht mehr, weil mir der volle Klang meines Klavieres viel besser gefällt.
Ich hab übrigens ein Kawai bei mir stehen.
Liebe Grüße
Karin
 
A

Artemis

Dabei seit
März 2009
Beiträge
7
Reaktionen
0
Auch die meisten Händler wollten mich überzeugen, dass die Silentvorrichtung ja nicht unbedingt notwendig sei, aber in diesem Punkt bin ich mir sicher - von daher kann ich zwar verstehen, wenn man auf die Vort- und Nachteile aufmerksam machen will, aber die habe ich schon bedacht. :)
 
 

Top Bottom