An alle Hörgeräteträger im Forum...

  • Ersteller Ersteller Phoenix2021
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  • #162
Nachdem ich versucht habe, mich auf den Seiten von Hörgeräteherstellern schlau zu machen - was sehr schwierig war, da dort vorwiegend versucht wird, Gefühle zu evozieren, statt Informationen zu liefern, bin ich jetzt bei folgender Überlegung:
Bluetooth streaming ist (leider) unwichtig, da die Geräte wenig audiophil ausgelegt sind und es mit normalem Kopfhörer wohl besser klingen wird - hätte mir als technische Spielerei gefallen.
Dann bin ich, trotz @Universaldilettant s nachvollziehbaren Argumenten nicht der Otoplastik-Typ. Gehörgang ist sehr eng und den angepassten Gehörschutz halte ich nicht lange aus weil unbequem (dumpf ist er im Übrigen auch noch) - der HNO hat auch gemeint, dass wegen meines guten Gehörs bis 1,5kHz und dann wieder ab 8kHz und Tinnitus eher Schirmchen anzuraten wären.
Auch KI-Funktionen und Sprachhervorhebung erscheinen mir nicht wichtig, Windgeräusche ausblenden wäre allerdings schon gut.
Falls jemand noch einen Input hat, gerne.
 
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  • #163
Dann bin ich, trotz @Universaldilettant s nachvollziehbaren Argumenten nicht der Otoplastik-Typ. Gehörgang ist sehr eng und den angepassten Gehörschutz halte ich nicht lange aus weil unbequem

Vom früheren Tauchen in kaltem Wasser sind meine Gehörgänge auch eng. Meine ersten Hörhgeräte hatten Otoplasiken die ich sehr unangehm fand, besonders im Sommer.

Jetzt verwende ich die Hörgeräte ohne Schirmchen, weil mich diese auch gestört haben. Der Nachteil von fehlenden Schirmchen: Beim Anlegen kommt es zu Rückkopplungen und auch, wenn sich beide Hände den Ohren nähern. Aber damit kann ich gut leben.

sind für mich kein Thema, weil ich die Hörgeräte nur im Haus trage. Aber nicht wenn ich fernsehe, denn dieser Klang kommt unangenehm verzerrt an (besonders bei Frauenstimmen).
 
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  • #164
Bluetooth streaming ist (leider) unwichtig, da die Geräte wenig audiophil ausgelegt sind und es mit normalem Kopfhörer wohl besser klingen wird - hätte mir als technische Spielerei gefallen.
Vollkommen richtig. Der Klang ist nicht vergleichbar mit normalen Kopfhörern.

Auch KI-Funktionen und Sprachhervorhebung erscheinen mir nicht wichtig, Windgeräusche ausblenden wäre allerdings schon gut.
Das sollten eigentlich alle Hörgeräte können. Nur wie gut bzw. schlecht wird über die freigeschaltete Stufe geregelt und die regelt dann auch den Preis.
Bei Kassengeräten ohne Zuzahlung, wird die Hör-Unterstützung dementsprechend schlechter ausfallen.

Mein Rat: teste mindestens 3 Geräte in unterschiedlichen Stufen. Mach dir eine Liste, mit den Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte.
Teste die Geräte in "schwierigen" Situationen, wie Restaurant, Party, am Klavier etc.
 
  • #165
Oh, ein Grund Essen zu gehen und Party zu machen 👍.
In Österreich ist die KK bei Hörgeräten zum Glück erstaunlich großzügig.
 
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  • #166
So, Refundierung doch schwieriger als erwartet, jetzt ein nicht so teures Modell von oticon hinterm Ohr (Jet2).
Musik hören über die Anlage geht ganz gut, beim Klavierspiel werden viele Artefakte produziert. Schade, weil der wieder brillantere Klang ist ja eigentlich besser als das zu dumpfe, was ich sonst höre.
 
  • #167
Kann mir jemand besonders gute Hörakustiker empfehlen, mit denen ich Programmeinstellungen eines Geräts der Marke Phonak zusammen durchgehen könnte, mit Teilfokus auf Musik und Klavier? Es kommen die Räume Köln, Horrem und Essen/Ruhrgebiet (und alles was noch innerhalb einer Stunde Fahrtzeit zu erreichen ist) in Frage. Danke!
 
  • #168
Die vielfach beschriebene Problematik des Hörens beim Klavierspielen mit Hörgerät veranlasste mich zu der Schlussfolgerung, dass das kaum optimiert werden kann, wenn die Anpassung des Hörgerätes nicht vor Ort am Klavier erfolgen würde. Ein Besuch beim örtlichen Hörakustiker konnte mir meine Bedenken auch nicht nehmen. Bei meinen weiteren Recherchen stieß auf Angebote im Internet, welche den Kauf und die Einstellung des Gerätes über Internet mit gleichzeitiger Rückkopplung über Telefon anboten. Bei einer telefonischen Beratung wurde mir ein Hörgerät empfohlen, das auf jeden Fall die für diese Problematik erforderlichen Einstellungsmöglichkeiten abdecken würde. Nachdem ich mich für das Gerät entschieden hatte, wurde es mir zugesendet und es wurde ein Termin zur Einstellung vereinbart. Zu diesem Termin setzte sich der Akustiker telefonisch mit mir und übers Internet mit meinen Hörgeräten in Verbindung und ich spielte mit eingesetzten Hörgeräten an meinen Flügel* und meldete bei welchen Klängen mich der Klang störte. Der Akustiker justierte sofort nach und ich informierte sofort, ob alles in Ordnung sei. Nach wenigen Minuten war die Einstellung so erledigt, dass ich über alle Tonlagen sehr zufrieden war. Der preisliche Vorteil dieser Vertriebsform für mich als Käufer war auch beachtlich.

Wenn ich meinem Klavierstimmer, den ich bei den letzten Stimmungen mit meiner ihm nicht nachvollziehbaren Kritik an der Intonation des Flügels nervte, meine Erkenntnis eingestehe, dass diese eigentlich nicht durch seiner Arbeit, sondern durch meine Ohren verursacht war, wird das etwas peinlich sein, aber die Fairness wird es wohl gebieten.
 
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  • #169
@gr75, mir erschließt sich nicht, wie die Einstellung übers Telefon gehen soll. Aber wenn es für dich geklappt hat passt es ja. Das Musikprogramm meiner Hörgeräte habe ich - am Flügel* spielend - mit einer App auf meine Bedürfnisse eingestellt.
 
  • #170
@gr75, Das Musikprogramm meiner Hörgeräte
Neugierig gefragt von jemandem, der sich (noch) nicht damit auskennt:
Ist das so wie früher bei den Röhrenradios, dass es unterschiedliche Programme für Sprache oder Musik gibt? Also ein angepasster Frequenzgang oder so, der dann entsprechend ausgewählt wird?

Bei den Radios war das bei AM recht nützlich.
 
  • #171
@Rubato, ich habe keine Ahnung wie das mit den Röhrenradios ging.

Bei meinen alten Hörgeräten gab es drei Hörprogramme: Hauptprogramm für Alltagssituationen, Musikprogramm und ein "Partyprogramm" (für die Herausforderungen von Stimmengewirr). Jetzt habe ich nur Hauptprogramm und Musik, meist benutzte ich dieses.
 
  • #172
Hallo Marlene, zum vereinbarten Termin konnte der Akustiker übers Internet (Router, Wireless) Verbindung zu meinen im Ohr befindlichen Hörgeräten aufnehmen und so sehr differenzierte Einstellungen vornehmen. Gleichzeitig waren wir übers Telefon verbunden, so daß ich ihn mündlich sofort über die Auswirkung seiner Einstellungen informieren konnte und er sie ggf. auch sofort korrigieren konnte.

Im übrigen waren auf dem Hörgerät diverse Programme für verschieden Situationen wie z.B. Automatik, Restaurant, Fernsehen, Laute Umgebung, Musik u.s.w. vorgegeben, die man auch selbst über eine Handy - App (Equalizer) modifizieren oder auch neu kreieren kann. Allerdings sind diese Modifikationsmöglichkeiten nicht nicht so differenziert, wie es der Akustiker über die die Internetverbindung kann. Der Akustiker konnte selbst für kleine Frequenzbereiche des Klaviers die Einstellung optimieren.
 
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  • #173
Danke, @gr75, für Deine interessanten Erläuterungen.

Vor einigen Wochen – meine Hörgeräte waren wegen eines defekten Akkus in Reparatur - hat mein Akustiker den gleichen Fehler gemacht wie im Herbst 2025. Er hat nach der Reparatur im Musikprogramm nicht die Impulsschall- und Störgeräuschunterdrückung deaktiviert. Das hat beim Klavierspielen zu einem besonders unerfreulichen Hörerlebnis geführt.

Er weiß, dass ich Klavier spiele, zumal beide Vorfälle kurz vor meinen Treffen passiert sind. Daher war ich beim zweiten Mal ziemlich sauer, auch wegen der vertanen Zeit.

Hätte Dein Hörgeräte-Akustiker einen solchen Fehler über Internet und Telefon beheben können?
 
  • #174
Nachdem ich mich für das Gerät entschieden hatte, wurde es mir zugesendet und es wurde ein Termin zur Einstellung vereinbart. Zu diesem Termin setzte sich der Akustiker telefonisch mit mir und übers Internet mit meinen Hörgeräten in Verbindung und ich spielte mit eingesetzten Hörgeräten an meinen Flügel und meldete bei welchen Klängen mich der Klang störte. Der Akustiker justierte sofort nach und ich informierte sofort, ob alles in Ordnung sei. Nach wenigen Minuten war die Einstellung so erledigt, dass ich über alle Tonlagen sehr zufrieden war. Der preisliche Vorteil dieser Vertriebsform für mich als Käufer war auch beachtlich.
Hallo @gr75, interessant davon zu hören. Ich hatte vor Wochen davon zufällig gelesen, das war aber ein Angebot aus Grossbritannien. Ich gehe davon aus, dass du das auf deutsch und in Deutschland machen konntest. Von welchen Geräten oder welcher Marke schreibst du hier?
 
  • #175
Hallo @gr75, interessant davon zu hören. Ich hatte vor Wochen davon zufällig gelesen, das war aber ein Angebot aus Grossbritannien. Ich gehe davon aus, dass du das auf deutsch und in Deutschland machen konntest. Von welchen Geräten oder welcher Marke schreibst du hier?

Um Missverständnissen vorzubeugen. Die Möglichkeit Hörgeräte (natürlich auch Phonak) über Remote/Handy direkt zu Hause am Klavier einzustellen sollte auch jeder niedergelassene Hörgeräteakustiker drauf haben, dessen IT im Laden nicht grade aus den 90ern ist. Im Normalfall ist es aber für alle Beteiligten bei wirklichem Bedarf beim Akustiker vor Ort hilfreicher einen Hausbesuch zu machen (die Online Verkäufer haben das Remote einstellen nur manchmal routinierter drauf, da es deren Geschäftsmodell ist) Dafür muss man kein Hörgerät im Internet bestellen (mit auch einer ganzen Menge Nachteilen, die man sich durch das "Schnäppchen" erkauft...)

Das Einstellen von Hörgeräten für ein bestimmtes Instrument ist eine höchst subjektive Sache, da nutzt es auch nichts als Hörgeräteträger zu einem "Experten" zu fahren, der das grundsätzlich drauf hat.

In diesem besonderen Falle ist das Einstellen per App (zumindestens bei Phonak) unter Umständen wirklich zielführend. (@Marlene)

Wenn das Gerät grundsätzlich gut eingestellt ist (und das sollte ein Phonak verkaufender Akustiker drauf haben) dann kann man mir der APP durch eine selbst konfiguriertes Musikprogramm eine Menge erreichen um das eigene Instrument "schön" klingen zu lassen.

Denn eine wirklich "korrekte" Einstellung gibt es da nicht! Da die meisten Hörverluste ja nicht über Nacht entstehen (schwerer Hörsturz mal aussen vor) weiss man als Hörgeschädigter in der Regel gar nicht wie das Instrument wirklich klingt, da man es ja nur mit dem Hörverlust kennt.

Und grundsätzlich sind ALLE Hörgeräte natürlich stark dynamikbeschränkt, eingangsseitig wie auch ausgangsseitig, da über Jahrzehnte Sprache im Fokus der Entwicklung war und noch wichtiger: Es soll natürlich möglichst klein sein...(das da der Klang physikalisch auf der Strecke bleibt ist jedem Pianisten klar, der hört, das sich ein Kleinklavier von einem Konzertflügel klanglich unterscheidet)

Gruss vom klavierspielenden Hörgeräteakustiker / Phonak tragenden Hörgeräteträger
 
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  • #177
Das ist missverständlich: meinst du einen Besuch beim Akustiker oder dass der Akustiker zum Kunden nach Hause kommt?
Besuch des Akustikers beim Kunden zu Hause um das Hörgerät an das Instrument anzupassen. Habe ich auch schon gemacht, dafür ist man ja Fachbetrieb vor Ort, da wäre eine "Remote Anpassung" übers Handy eher umständlicher... (für mich ist ein "Hausbesuch" immer der Besuch einer Fachkraft beim Kunden zu Hause, benutzt man die Vokabel auch andersrum? Anscheinend...)
 
  • #178
Ich wollte mit meinem Beitrag sicherlich nicht dem Geschäftsmodell der niedergelassenen Akustiker schaden. Daher würde ich auch nur sehr ungern die gestellten Fragen nach dem Namen des Versandhändlers oder des von mir erworbenen Gerätes nennen. Nur soviel: der Versandhändler war ein deutsches Unternehmen, das auch einige wenige Filialen in Deutschland hat, die zur Not auch besucht werden könnten. Der Anglismus, der Namensbezeichnung des Unternehmens könnte allerdings auf den ersten Blick dazu verleiten, dass es sich um ein ausländisches Unternehmen ist und die Kommunikation nicht in deutscher Sprache geführt werden könnte. Grundsätzlich stimme ich zu, dass auch ich einen Akustiker am Wohnort bevorzugen würde. Allerdings war ich aus dem Freundeskreis vorgewarnt, dass ich mich für den Erwerb eines Hörgerätes darauf gefasst machen müsste, dass es einige Monate dauern würde, bis das Gerät zufriedenstellend eingestellt sein würde und die Freunde waren weder Perfektionisten noch aktive Musiker und auf solchen Aufwand hatte ich wirklich keine Lust. Auch ein Besuch beim nächsten Akustiker vor Ort, liessen wenig hoffen, dass dort meine Erwartungen erfüllt würden. Vielleicht hätte ich bei der Auswahl noch etwas mehr Geduld haben sollen, aber das ist nicht meine Stärke.

Nun habe ich das Hörgerät über ein Jahr, es traten bisher keine Probleme auf und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Allen Hörgerätakustikern, die ihren Beruf als Berufung ansehen, wünsche ich von Herzen, dass sie auf ihre Qualität so aufmerksam machen können, dass Kunden mit anspruchsvolleren Anforderungen wie besonders bei uns Klavierspielern der Fall ist, sie auch leicht in örtlicher Nähe finden können und nicht nach Alternativen suchen müssen. Andere mögen in Kauf nehmen müssen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.
 
  • #180
Besuch des Akustikers beim Kunden zu Hause um das Hörgerät an das Instrument anzupassen. Habe ich auch schon gemacht, dafür ist man ja Fachbetrieb vor Ort, da wäre eine "Remote Anpassung" übers Handy eher umständlicher... (für mich ist ein "Hausbesuch" immer der Besuch einer Fachkraft beim Kunden zu Hause, benutzt man die Vokabel auch andersrum? Anscheinend...)
Nein, Hausbesuch meint schon den Besuch beim Kunden zu Hause, Ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass Hörgeräteakustiker so etwas machen.
 
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