Alte Basssaiten wieder aufziehen...?

  • Ersteller des Themas Klavier Volker
  • Erstellungsdatum
Klavier Volker

Klavier Volker

Dabei seit
10. Feb. 2010
Beiträge
626
Reaktionen
6
Hallo an die Experten,


Kurze Frage, kann man Basssaiten abnehmen und anschließend wiederaufziehen? Oder bekommt man dann Probleme mit der Stabilität der Saiten? Und wenn man sie schon abgenommen hat, kann man sie dann auch gleich irgendwie reinigen?


Gruß Volker
 
S

Styx

Guest
Hallo an die Experten,


Kurze Frage, kann man Basssaiten abnehmen und anschließend wiederaufziehen? Oder bekommt man dann Probleme mit der Stabilität der Saiten? Und wenn man sie schon abgenommen hat, kann man sie dann auch gleich irgendwie reinigen?

Ja, des kannst scho machen - putzen kannst sie mit Stahlwolle, ist eh wurscht, da alte Baßsaiten ohnehin nimmer so schön klingen. Drehe sie beim wieder aufziehen in die Richtung der Umspinnung. G´scheiter wärs natürlich einen neuen Baßbezug machen zu lassen...kostet allerdings n bisserl was ;)

Viele Grüße

Styx
 
klaviermacher

klaviermacher

Dabei seit
26. Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.297
Hallo an die Experten,


Kurze Frage, kann man Basssaiten abnehmen und anschließend wiederaufziehen? Oder bekommt man dann Probleme mit der Stabilität der Saiten? Und wenn man sie schon abgenommen hat, kann man sie dann auch gleich irgendwie reinigen?


Gruß Volker

Man kann alte Basssaiten wieder verwenden und die Arbeit ist von Erfolg gekrönt, wenn a) die Auslastung nicht schon sehr grenzwertig am oberen Bereich angesiedelt, und b) wenn man beim abmontieren keine Knicke rein macht bzw. die Saiten nicht unnötigen Verdrehungen und Verbiegungen an der Stimmwirbelseite aussetzt.

Man kann die Saiten mit Stahlwolle oder Radiergummi reinigen. All zuviel würde ich aber nicht putzen. Vor allem muss man bei Stahlwolle hinterher die Stahlwollreste aus den Wicklungen entfernen. Ich bin kein Freund davon... Besser klingen sie ja nicht, wenn sie geputzt sind.

Die Frage ist immer, was will man tun. Zum reinigen alleine nimmt man den Bassbezug nicht ab. Selbst beim Tauschen der Stimmwirbel reicht, wenn man Wicklungen nicht vollkommen löst. Der einzige Grund die Basssaiten zu entfernen besteht darin, den Gussrahmen herausnehmen zu können für eine Resonanzbodenreparatur. In diesem Falle wird man auch die Saiten gleich mit erneuern. Sind die Saiten wirklich noch sehr gut und klingen super, kann man die Überlegung anstellen sie wieder zu montieren. In der Regel wird man sie aber gleich mit erneuern.

LG
Michael
 
Klavier Volker

Klavier Volker

Dabei seit
10. Feb. 2010
Beiträge
626
Reaktionen
6
Hallo,

Danke für die Antworten.

Zunächst, es geht wie immer um den Nielsen, der jetzt wieder zusammengebaut werden soll, da ich einen Platz für das Klavier geschaffen habe. Ich würde aber gerne den letzten Rost aus dem Nielsen verdammen und dafür müssten die Saiten runter, damit ich alles reinigen ( entrosten) kann und wenn schon einmal dran, die Einflechtbänder, die kurz vor dem Auflösen sind, durch neue zu ersetzen. Das alles wäre leichter, wenn die Basssaiten ab sind...

Gruss Volker
 
hyp408

hyp408

Dabei seit
22. Jan. 2010
Beiträge
845
Reaktionen
317
Versuch mal, die Bassseiten vorsichtig zusammenzurollen und dann in einem Ultraschallbad (haben Uhrmacher, Schmuckgeschäfte etc...) in Propanol (Propyalkohol) etwa 20 Minuten zu "kochen" .... ist etwas aufwändig könnte aber zu einer Verbesserung des Sounds führen. Ist ein alter Bassistentrick ... ob er bei Klaviersaiten wirkt, weiss ich aber nicht. Beim Bass wirkts definitiv .... Bitte Erfahrungsbericht, wenn klappt ...

Gruss

Hyp
 
Klimperer

Klimperer

Dabei seit
17. Aug. 2009
Beiträge
2.179
Reaktionen
296
Hallo Volker,

Ich habe die Methode von Reblitz verwendet, alte Bassaiten nicht nur optisch, sondern auch gerade klanglich aufzubessern. Ich habe die Saite am Wirbel gelassen, aber am Anhängestift ausgehängt, dann mit einem Topfschrubber "Sctoch-Brite" abgerieben (Stahlwolle tut's sicher genauso), hernach eine Schlaufe mit ca. 10-15 cm Durchmesser gemacht, und diese über die gesamte Saite hinauf- und hinabgezogen. Das lässt die Umspinnung der Saite etwas arbeiten, so dass Korrosion und Dreck, die sich abgesetzt haben, herausarbeiten können.

Das Ergebnis war eine eklatante Verbesserung im Klang (hohe Teiltöne wieder hergestellt), und ist auch bisher recht dauerhaft.

Wenn ich mich recht entsinne, habe ich sogar hier im Forum darüber berichtet.

Gruß,
Mark
 
S

Styx

Guest
Man kann das Kupfergespinst auch mit Salzsäure abreiben (es sollten dabei allerdings Gummihandschuhe benützt werden)

Viele Grüße

Styx
 
klaviermacher

klaviermacher

Dabei seit
26. Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.297
Hallo Volker,

Ich habe die Methode von Reblitz verwendet, alte Bassaiten nicht nur optisch, sondern auch gerade klanglich aufzubessern. Ich habe die Saite am Wirbel gelassen, aber am Anhängestift ausgehängt, dann mit einem Topfschrubber "Sctoch-Brite" abgerieben (Stahlwolle tut's sicher genauso), hernach eine Schlaufe mit ca. 10-15 cm Durchmesser gemacht, und diese über die gesamte Saite hinauf- und hinabgezogen. Das lässt die Umspinnung der Saite etwas arbeiten, so dass Korrosion und Dreck, die sich abgesetzt haben, herausarbeiten können.

Das Ergebnis war eine eklatante Verbesserung im Klang (hohe Teiltöne wieder hergestellt), und ist auch bisher recht dauerhaft.

Wenn ich mich recht entsinne, habe ich sogar hier im Forum darüber berichtet.

Gruß,
Mark

Hallo Mark,

Die von Dir beschriebene Methode der klangverbessernden Maßnahmen bei tauben Saiten eignet sich vorwiegend bei Basssaiten mit Eisenumspunst. Damit habe ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Der Rost kommt ja vom Umspunst selbst (eine Art Verklebung der aneinanderliegenden Wicklungen), wodurch das Schwingen beeinträchtigt wird. Bei dumpfen kupferumsponnenen Saiten funzt das weniger, außer sie wären arg grünspanig. Meist sind sie zu locker gewickelt und da hilft das nicht und hat eher den gegenteiligen Effekt. Dumpfheit wird durch Rasseln abgelöst.

Jede grob mechanische Arbeit an den Saiten schwächt immer die Stabilität und kann zu Brüchen führen. So ist häufiges Öffnen der Umwicklung am Wirbel der Hauptgrund für ruckartiges Ableben der Saite kurz bevor die Solltonhöhe beim Stimmen erreicht ist.
Keinesfalls würde man die Saiten abnehmen um lediglich Reinigungsarbeiten durchzuführen!

LG
Michael
 
S

Styx

Guest
Hier hab ich mal ne Baßsaite welche mit Salzsäure gereinigt wurde, die klang auch recht gut bis sie auf einer Höhe von 430 Hz gerissen ist.

Ba%C3%9Fsaite.JPG


Von daher - unbedingt darauf achten daß die Säure nicht an den Kerndraht gelangt.

Viele Grüße

Styx
 
Klimperer

Klimperer

Dabei seit
17. Aug. 2009
Beiträge
2.179
Reaktionen
296
D'accord, Michael, aus rein optischen Gründen würde ich wohl keine Basssaiten abnehmen. Insofern war mein Beitrag ein wenig am Thema vorbei, denn wenn ich Volker recht verstanden habe, geht es ihm allein um eine optische Reinigung.

An meinem Zimmermann war der gesamte Bassbezug nicht nur dreckig (speckiger Staub und teilweise leichter Grünspan zwischen den Umwicklungen), sondern auch mehr oder weniger taub. Das hatte ich auch für Volker dazugeschrieben. Die "Schlaufenkur" hat (obgleich Kupfer- und nicht Eisenumwicklung) erstaunlich gut funktioniert - es ist auch bisher, trotz mehrfachen Stimmens, weder eine Saite gerissen, noch hat eine angefangen zu rasseln. Habe ich da nur Glück gehabt?

Bei Salzsäure dahingegen kommt mir sofort die Frage, wie man die hineingewischten Rückstände zwischen den Umwicklungen neutralisiert, um hernach noch schlimmeren Grünspan zu vermeiden. Ich bin kein Klavierbauer, lediglich Chemiker, und würde aus meinem Klavier Salzsäure fernhalten, weil ich weiß, was sie mit Kupfer und Stahl anrichtet.

Ciao,
Mark
 
Klavier Volker

Klavier Volker

Dabei seit
10. Feb. 2010
Beiträge
626
Reaktionen
6
D'accord, Michael, aus rein optischen Gründen würde ich wohl keine Basssaiten abnehmen. Insofern war mein Beitrag ein wenig am Thema vorbei, denn wenn ich Volker recht verstanden habe, geht es ihm allein um eine optische Reinigung.

An meinem Zimmermann war der gesamte Bassbezug nicht nur dreckig (speckiger Staub und teilweise leichter Grünspan zwischen den Umwicklungen), sondern auch mehr oder weniger taub. Das hatte ich auch für Volker dazugeschrieben. Die "Schlaufenkur" hat (obgleich Kupfer- und nicht Eisenumwicklung) erstaunlich gut funktioniert - es ist auch bisher, trotz mehrfachen Stimmens, weder eine Saite gerissen, noch hat eine angefangen zu rasseln. Habe ich da nur Glück gehabt?

Bei Salzsäure dahingegen kommt mir sofort die Frage, wie man die hineingewischten Rückstände zwischen den Umwicklungen neutralisiert, um hernach noch schlimmeren Grünspan zu vermeiden. Ich bin kein Klavierbauer, lediglich Chemiker, und würde aus meinem Klavier Salzsäure fernhalten, weil ich weiß, was sie mit Kupfer und Stahl anrichtet.

Ciao,
Mark

Ich kannte mal jemanden der hat mit alten gebrauchten Autos gehandelt, die unterste Preisklasse. Er hat sene Autos immer mit Bremsflüssigkeit eingerieben, das hat selbst den ältesten Lack wieder schön glänzen lassen. Aber nach einer Weile wurde der Lack stumpfer als zuvor, weil das Zeugs wohl die Oberfläche angegriffen hat. Genau so stelle ich mir das mit der Salzsäure vor, mit der ich die Saiten reinige. Die Saiten werden sicher wie neu, aber da man die Säure ja nicht vollständig abnehemen kann, wird sie wohl langfristig schäden am Material hervorrufen, denke ich zumindest.

Richtig ist, es geht mir um eine reine optische Verbesserung. Die Saiten sind weder taub, noch raseln sie, noch klingen sie schlecht, im Gegenteil. Villeicht sollte ich das Vorhaben doch besser lassen, wenn das zuviel Risiken birgt.


Gruss Volker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
 

Top Bottom