Ahh Schulklassen... Ja, der Use Case erklärt manches.
Vielleicht unterwegs der Kiddies der Hinweis, dass es Wissen gibt, gerade bei Musikinstrumenten, das Jahrhunderte überdauerte und man bis dato noch nix besseres gefunden hatte.
Zweit längstes: das Klavier. Cristofori, vor 1700, wahrscheinlich gültigstes Jahr 1698.
V.a. auch die Erard'sche Doppelrepetition von 1821. Bisschen daran herumgedoktert von Hertz, auch von den Steinways, aber das Prinzip nur marginal verbessert, substantiell war die Sahne-Idee mit dem Repetitionsschenkel, zum nochmaligen und vielfach wiederholbaren Abfeuern eben die von Sebastien Erard.
Längstes: die Cremonenser Violinen, unverändert in Gebrauch seit dem 17. Jahrhundert.
... und auch der Hinweis an Kiddies, dass menschliches Wissen (entgegen z.B. dem Google-Axiom etc.) nicht immer nur zunimmt, sondern vereinzelt auch mal verloren gehen kann - wie die geheimnisse derer Cremonenser Violinenbauer, die so geheimwaren, dass sie die Söhne pder Enkel mit ins Grab genommen hatten, und "danach" dann keine Violinen solcher Qualität über einen extrem langen Zeitraum hatten gefertigt werden können.
Mir ... hatte das (das Wissen kann verschwindibussen...) niemand jemals gesagt, obschon mein Papa ein Wissens-Schaffer (Erfinder) war. Umso baffer war ich, zum sagenhaft guten Klang einer echten Guarneri und deren Preisen ... als Begründung dann zu hören, diese Dinger seien deshalb so brutal teuer, weil man heute ... (das war um 1975) ... nicht mehr wisse, wie die Cremonenser Boys das damals gebacken, geschafft hätten.
Das war nicht alleine das Holz, aber auch. (Zum Holz wird auch viel Mist erzählt, je länger der Tag, anscheinend umso mehr. Zum Cremonenser Holz hörte ich eine ziemlich andere Story als die aus dem Fleimstal...) Das war nicht alleine der Lack, aber der auch. Das war zu weiten Teilen die Erfahrung und Handwerkskunst, und eine unglaubliche, hochtrainierte Beobachtungsgabe, wie man die zwangsläufigen Ungänzen eines Naturwerkstoffs namens Holz, zumeist "Fichte" mit seinen Irritationen so verarbeitet, dass man des Klanges Stolperfleckchen heraus "arbeitet" und auskontert ... Das Faszinosum "Violinenklang" bejagt mich armen Sound-Verpeilten schon seit nunmehr 50 Jahren.
... Violinen von Hochklasse. Geht wieder, mittlerweile, von so Strategen wie dem süddeutschen Violinenbauer - aber nicht billig, 45.000 müssen wohl schon fließen.
... OT, übrigens, Klangholz zu optimieren - eine Arbeit, der sich - das Andenken von Henry
Steinway jr. ehrend, ein Genie des Resonanzbodenbaues - die Klavierbauer noch würden mal unterziehen sollen. Denn beim Klangboden bin ich mir sicher, "geht" noch was. Meine These, unberufen und unerfragt, wäre, das "Einklemmen", unter-Spannung-Setzen zu meiden, die "Masche Pleyel-Erard-Hertz" - einen flachen, aber dünneren Boden sehr breit und weitenteils freischwingfähig einzubauen, und unter Verzicht auf maximale Konzertlautstärke dann ein "sanftes" Flügelwerk zu fabriciren, das dann der Konzertpianist meist NICHT kaufen wird, um "durchzudringen" gegen den Orchesterklang.., aber vielleicht der private Klavier-Aficionado, dem es daheim auf maximale Lautstärke nicht, aber auf Rundheit und Sanftmut ankommen könnte?
Wenn also so School Kids dächten, da ginge nix mehr, ihnen solche Sachen servieren ... ... Vielleicht ist darunter dann der Super-Erfinder des Super-Klavieres des Jahres 2055?
Auch diese schlaue "doppelt-englische" Repetitionsmechanik, Patent Erard von 1821, ist so, dass i.w. noch nichts Besseres entdeckt wurde. Der Bonner-Litauer Klavierbauer Klavins (der mit dem 3,70-Meter-Hochklavier) stellte in Aussicht, einen 4,08-Meter-Konzertflügel zu bauen mit einer revolutionär anderen, besseren Mechanik..., aber seit über 10 Jahren Still-Ruht-der-See. ... und das "andere" Wirkprinzip der Klavins-Mimik harrt noch des Patentiert- und Offengelegt-Werdens. ... m.W.