3 wichtige Klavier Übe-Tipps

Bewegungen entkoppelt von der Führung durch einen möglichst konkreten Klangwillen einzuüben (und danach das Ohr lediglich nachkontrollieren zu lassen, ob die Bewegungschoreographie zu einem hinreichenden Ergebnis geführt hat) macht keinerlei Sinn.

Wenn ich zwischen Akkorden erst mal 2 Sekunden die Finger sortieren muss, sind Klangverbindungen nun mal nicht darstellbar. Da übe ich erst die 2 Sekunden weg.
 
@Tastimo Arrau hat keinen Rachmaninov gespielt, mit der Begründung "Millionen Noten ohne jeden Sinn"... :-D:drink:
 
Wie kann man denn ein (bekanntes) Stück derart versemmeln, dass man es als solches gar nicht mehr erkennen kann?
Es geht doch nicht darum, ein Stück irgendwie wiederzuerkennen. Es gibt jede Menge objektiver Fehler, die man machen kann - selbst wenn alle Töne einigermaßen zur richtigen Zeit gespielt werden.
Hör dir irgendwelche x-beliebige Amateureinspielungen auf YT an - die meisten strotzen vor solchen Fehlern (mangelhaftes Legato, fehlende Klangbalance, herausplatzende oder zu schwache Töne, unlogische Agogik, flache oder übertriebene Dynamik, unsaubere Artikulation und tausend andere Unzulänglichkeiten). Da ist es meist noch ein verdammt weiter Weg, bis man überhaupt von so etwas wie Interpretation reden kann...
Es kann allerdings gut sein, dass dir das alles nicht auffällt - die Schulung des musikalischen Gehörs ist eine weit anspruchsvollere und langwierigere Aufgabe als das Training des Bewegungsapparates. Trotzdem konzentrieren sich offensichtlich sehr viele hier beinahe ausschließlich auf das letztere - mit entsprechendem Erfolg. Technik ohne Musikalität ist genau nichts wert.
 
@rolf: Es gibt doch bestimmt auch Musik, die du meidest, oder? Wenn ja, welche?
 
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Danke @mick für die ausführliche Beschreibung.

Wenn das Video von @Tastimo dafür Pate stehen soll, so muss ich mich doch sehr wundern.

Diese Interpretation ist mit Sicherheit nicht die Beste, aber auch weit entfernt von "auffällig schlecht", oder gar "unmöglich", mal von der eigenwilligen Interpretation zum Schluss hin abgesehen.
Wow! Hier herrscht ja ein Höchstmaß an Qualitätsanforderung.
 
Lernt man das Wort "Ei", indem man versucht, die Buchstaben E und i immer schneller nacheinander zu sprechen?
Der Vergleich hinkt, oder? Wenn man überlegt, wie leicht Babys (übrigens durch „sinnloses“ Ausprobieren) sprechen lernen, aber welch mühsamer Weg zum
ersten Schritt besteht. Dann müsste das Klavierspielen etwas Natürlicheres sein. Die Hände sind nun einmal von der Natur her nicht zum Klavierspielen gemacht. Von daher kann ich J.S.Schwach verstehen.
Aber natürlich sollte man - aufs Klavierspielen übertragen - so schnell wie möglich „ei“ sprechen können, nach einer allerersten Orientierungsphase des Buchstabierens.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Danke @mick für die ausführliche Beschreibung.

Wenn das Video von @Tastimo dafür Pate stehen soll, so muss ich mich doch sehr wundern.

Diese Interpretation ist mit Sicherheit nicht die Beste, aber auch weit entfernt von "auffällig schlecht", oder gar "unmöglich", mal von der eigenwilligen Interpretation zum Schluss hin abgesehen.
Wow! Hier herrscht ja ein Höchstmaß an Qualitätsanforderung.
Es ist in meinen Ohren lieblos gespielt, mit wenig Sinn für Feinheiten. Du wolltest ein Beispiel hören. Höre dir im Vergleich mal das Beispiel des selben Stücks von Horowitz oder Rubinstein gespielt im Faden zu den Youtubern (unter Sonstiges) an. Das müsste dann eigentlich einleuchten.
 
Das, was Dir als "Höchstmaß" erscheint, sind lediglich ganz normale, übliche professionelle Anforderungen

Bei diesem Thema waren wir doch gestern schon einmal an einem Punkt angelangt, wo man scheinbar um eine undefinierte Grenze zwischen Perfektion und Geschmack streiten kann.

Beispiel des selben Stücks von Horowitz oder Rubinstein

Wir sind uns doch einig, dass beide Versionen sehr unterschiedlich daherkommen?
Natürlich sind die Experten hier in der Lage dies auch haarklein zu definieren, aber was sagt das dem gewöhnlichen Zuhörer?
Der entscheidet sich, aus was weiß ich für Gründen, für eine der Beiden Varianten. Die, die ihm halt besser gefällt.
 
Die Hände sind nun einmal von der Natur her nicht zum Klavierspielen gemacht.
Natürlich sind sie dazu gemacht! Was anderes ist denn Klavierspielen als Greifen, Tasten, Streicheln Schlagen etc. - nichts als Alltagsbewegungen! Der Fehler ist doch schon die Annahme, dass die Hände irgendwas lernen müssten, wenn sie zwei Akkorde nacheinander zu spielen haben. Das Problem sind nicht die Hände, sondern das graue Zeug zwischen den Ohren. Sobald man kapiert hat, was musikalisch passiert und wie es klingen muss, kann man es auch spielen. Von extremen Schwierigkeiten mal abgesehen, die eine nicht mehr alltägliche Beweglichkeit und Schnelligkeit erfordern. Mit sowas hat aber kein Anfänger und auch kein Fortgeschrittener nach ein paar Jahren Unterricht zu tun.
 
Bah, Mick, kapieren! Das ist ja Theorie! Gähn! Ächz!

Man will doch einfach Spaß haben am Spielen nach dem anstrengenden Alltag und kein Profi werden!

:-D:party:
 
Es ist in meinen Ohren lieblos gespielt, mit wenig Sinn für Feinheiten

Gut, er spielt es so, wie es ihm überhaupt möglich ist. Er ist mit Sicherheit sehr stolz dieses doch recht schwere Stück einigermaßen ansehnlich darstellen zu können, sogar in dem Maße, es ungeniert zu veröffentlichen.
Die Darstellung ist aber bei Weitem nicht so schlecht, wie es die Intention, das Video zu posten, hergeben sollte.
 

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