3 1/2 Jahre, "fördern" sinvoll?

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Klimperliese, 9. Feb. 2007.

  1. Klimperliese
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    Klimperliese

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    3 1/2 Jahre, "fördern" sinnvoll?

    Hab da mal ne Frage an Euch :)
    Mein Sohn ist 3 1/2 Jahre alt, ich bemerke ein sehr großes Interesse am Klavier bei ihm. Er will sehr oft dran "rumklimpern" ahmt dabei auch meine Fingerhaltung nach (total süß wie das aussieht)

    Nun meine Frage, soll ich das unterstützen? Oder lass ich ihn einfach selbstständig rumklimpern?
    Gibts da spielerische Sachen für so Kleine ? Für Unterricht ist er sicherlich zu jung, das würde ich erst mit frühestens 5 oder 6 Jahren ins Auge fassen aber vielleicht gibts paar Sachen die man spielerisch machen kann?
    Bitte auch nicht falsch verstehn, bin keine superehrgeizige Mutti die sich nen Pianisten ranzüchten will :) aber ich denke wenn er so nen Spass dran hat kann man viell. bissl helfen daß es noch mehr Spass macht.
     
  2. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Hallo Klimperlise

    Wenn deinem Sohn das Klavierspielen Spaß macht, würde ich es auf jeden Fall unterstützen! (ich kenne ein MÄdchen, dass mit 3 Jahren auch mal Geige ausprobiert). Natürlich kann man keinen "richtigen" Unterricht machen, aber es gibt zum Beispiel musikalische Früherziehung, bei sowas können die Kinder schonmal "reinschnuppern". Und man hat doch auch schon einigen Klavierspielern gehört, die sehr früh angefangen haben (z.B. Chopin: mit vier). Man muss eben einen geeigneten lehrer suchen, der das spielerisch macht.
    Das wichtigste ist die Freude an der Musik =)

    Stilblüte
     
  3. Klimperliese
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    Klimperliese

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    Musikalische Früherziehung hab ich schon ins Auge gefasst, beim nächsten Kursbeginn werd ich ihn anmelden. :)
    Ich meinte eher kleine"Übungen" am Klavier die ich mit ihm machen könnte damit ich ihn sozusagen "bei der Stange " halten kann :D
    Hab hier mal was gelesen daß man z.b. ein Gewitter auf den Tasten machen kann oder einen leisen Nieselregen gibts da noch weitere Sachen oder kann ich meiner Phantasie einfach freien Lauf lassen ohne was "kaputtzumachen"
     
  4. David
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    David

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    frag mich sowieso, wie willst du einen 4jährigen erklären, was eine kadenz ist?
    ich weiß nicht, wie in so einem jugen aler der Musikunterricht funktionieren soll.
     
  5. Klavirus
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    Klavirus

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    Man kann ihn ja spielen und ausprobieren lassen.
    Sing was und spiel dann die Melodie auf dem Klavier, vielleicht macht er es nach?
    Lass ihn die Töne selber suchen. Ansonsten ist musikalische Früherziehung immer gut.

    Klavirus
     
  6. anri
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    anri

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    Das, was Du erwähnst, sind sogenannte Klanggeschichten. Die kann man sehr schön auch schon mit ganz Kleinen machen. Die Klavierschule "Klavier spielen mit der Maus" (oder so ähnlich) fängt ohne Noten an und beginnt eben mit solchen Klanggeschichten.
    Was auch gut funktioniert: Pentatonik. Nur auf den schwarzen Tasten spielen, das klingt immer gut. (Evtl. eine Begleitung dazu spielen, ich glaube, sowas ist auch in der Mausschule.) Entweder super einfache Melodien erfinden oder improvisieren lassen.
    Improvisieren ist überhaupt gut: Du spielst ein paar Kadenzen, je nach Laune, aufgelöste Achtel, stark rhythmische Motive oder was auch immer, und der Kurze improvisiert dazu auf den weißen Tasten.

    Eine Schule durcharbeiten geht in diesem Alter sicher noch nicht, aber es gibt Schulen (wie z.B. die erwähnte Mausschule), die Anregungen auch für ganz junge Kinder bieten, die man aufgreifen kann und mit denen man schon viel machen kann.
     
  7. David
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    David

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    schulen durcharbeiten finde ich sowieso ätzend, das bringt dem lehrer und dem schüler nichts :)
     
  8. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich würde der Phantasie Deines Sohnes freien Laug lassen. Dass ein Klavier überhaupt vorhanden ist und er Spaß damit hat, ist meiner Meinung nach schon mehr als genug musikalische Früherziehung. Er lernt so mit der Musik umzugehen wie mit dem Sprechen und Laufen. Dein eigenes Geklimper hört er ja auch öfter...besser geht es eigentlich nicht.
     
  9. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Zu dem Thema lohnt es sich auch, die Suchfunktion zu bemühen: Wir haben uns dazu schon öfters produziert. Einen schönen Beitrag hat hier zum Beispiel pianomobile mal geschrieben.
     
  10. Klimperliese
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    Klimperliese

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    Danke dir :) ein sehr interessanter Beitrag.
    habe heute abend mit David auch noch bissl gespielt, wir haben alle meine Entchen gesungen und dazu die entsprechenden Tasten gedrückt, das fand er Klasse. Hab auch mit ihm die Sache mit dem Gewitter (tiefe Töne laut und Wild anschlagen) und dem leisen Sommerregen (helle Töne ganz sanft anschlagen) gemacht, da war er auch ganz angetan davon. Danach hat er noch selber ein wenig improvisiert :D und dann war gut. Ich denke das reicht auch für´s erste.
    Das wichtigste ist daß er Spass hat dabei. :)
     
  11. Gonzine
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    Gonzine

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    Hallo Klimperliese,

    unser Sohn hat kürzlich mit dem Klavierunterricht angefangen. Er ist gerade sechs Jahre alt geworden. Seine Lehrerin hält viel von dem Buch "Klavier-Spiel-Schule 1 mit Lilli und Resa". Es fängt mit den hier schon erwähnten Tastengeschichten (Gewitter etc.) an, geht dann zu Melodien auf den schwarzen Tasten über (Kuckuck, sag mir doch... usw.). Als Hausaufgabe hat er "Autorennen" auf: Tastenlaufen von rechts und links zur Mitte hin, mit "Zusammenstoß" auf dem fis. Während des Unterrichts erfindet er mit seiner Lehrerin Gruselgeschichten und darf er auf den Saiten des Flügels "kratzen" und so quietschende Schlosstüren öffnen und schließen, alles sehr spielerisch, ohne Noten und vielleich auch was für Deinen Sohn?

    Gonzine
     
  12. Stilblüte
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    Stilblüte

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    hey, diese Klavierschule kenne ich!
    Mit der habe ich auch klavierspielen gelernt.
    Lili und Resa stehen für "linke" und "rechte" Hand, sind eine Ente und eine Maus und begleiten durch das ganze Buch hinweg. Die allermeisten Stücke sind schön und teilweise mit Text, der Schwierigkeitsgrad steigt langsam (man kann ja Stücke auslassen). Es ist in drei Bänden, am Anfang Quer, dann Hochformat. Am Ende der drei Bände stehen die Stücke "Ballade pour Adeline" und "Für Elise", man "kann" also was, wenn man sie durchspielt hat.
    sehr zu empfehlen, mit lustigen Bildchen.
    Einziger Nachteil: Die Seiten fallen leicht raus, da sie schlecht gebunden sind. Ist vielleicht inzwischen aber besser, meine "Lili- und- Resa-Zeit" liegt schon etwas zurück.

    liebe Grüße und viel Erfolg

    Stilblüte
     
  13. Klimperliese
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    Klimperliese

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    Das mit dem Buch find ich toll, danke für den Tipp, werde mir das merken. Im mom. ist er dazu sicher noch zu klein denk ich. Werde ihn spielen lassen wenn er das möchte und wenn ich dann mal ein bisschen besser spielen kann dann möchte ich mit meinen Kindern auch dazu singen. V.a. meinem Sohn macht das Riesenspass.
    Ach ja , meine Tochter die bis jetzt entweder Querflöte oder Klarinette nach dem Flötenkurs beginnen wollte schwankt nun auch ob sie nich doch lieber Klavier....:):) Die Mama freut sich wenn die Kinder so musiklisch sind :D
     
  14. Toccata
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    Toccata

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    Hallo Bettina,

    ich finde auch, dass du mit David Musikalische Früherziehung machen solltest.
    Bei der MFE ist es aber sehr schwierig, an jemanden zu geraten, der es wirklich gut und kindgerecht macht. Es gibt leider immer noch sehr viele MFE-Lehrer, die überfordert sind und die Kinder eine halbe Stunde lang Noten malen lassen, nur damit sie beschäftigt sind und quasi Ruhe geben.
    Dass dabei bei sehr vielen die Freude an der Musik verloren geht, ist naheliegend. Dieses Kind wird von vornherein Musik als etwas Langweiliges, Uninteressantes und Unattraktives empfinden und vielleicht nie gewillt sein, ein Instrument zu erlernen.
    Du kannst es ja als Alternative auch selbst zu Hause versuchen - es gibt ganz tolle Bücher dazu von Sabine Hirler, wo viele Beispiele angeführt sind.
    Ich mache in meiner Musikschule selbst Musikalische Früherziehung - teilweise sogar schon mit Kindern von 12-24 Monaten - und richte mich größtenteils auch nach ihren Büchern.
    Also ist die Förderung des Musikinteresses deines Davids keinesfalls sinnlos!! :)

    @piano_player:
    Warum um Gottes Willen soll man denn einem 4jährigen eine Kadenz erklären??? :shock:
    In diesem Alter versucht man einem Kind auf spielerische Art und Weise einfach die Musik nahezubringen und das Interesse daran zu wecken.
     
  15. Stilblüte
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    Stilblüte

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    @toccata:

    du unterrichtest also an einer Musikschule? "Nur" musikalische Früherziehung oder auch noch andere Fächer?
    Ist ja interessant, ich will auch so etwas in der Richtung machen...
    erzähl doch mal ein bisschen davon ;-)

    liebe Grüße

    Stilblüte


    ps: @ alle: Bestimmt habt ihr schon davon gehört, es gibt ganz tolle Hörspiel-CDs, die das Leben von berühmten Komponisten an die kleinen Höhrer vermitteln und einen kleinen Einblick in ihre Musik geben. Ich hatte z.B. Chopin, Mozart, Tschaikovski usw.
    die sind wirklich schön!
     
  16. Toccata
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    Toccata

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    Naja, in erster Linie unterrichte ich natürlich Klavier und leite diese Musikschule auch.
    Aber ich hab ja Instrumental- und Gesangspädagogik studiert und dabei als Schwerpunkt-Nebenfach "Musikalische Früherziehung" absolviert. Die Arbeit mit kleinen und kleinsten Kindern macht mir unheimlichen Spaß, zumal man sie noch so richtig begeistern kann und sie wirklich total interessiert sind.

    Ganz toll finde ich auch "Piccolo, Sax und Co" - Kleine Geschichten eines großen Orchesters. Kennt das jemand?
    Das hab ich schon als Kind liebend gerne gehört, vor allem kommt zum Schluss immer "seine Majestät - der Konzertflügel" ins Geschehen und da war ich immer ganz stolz, dass ICH dieses majestätische Instrument spielen konnte. ;)