Yamaha GB1 151 cm / Pearl River 160cm

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Rachmaninow91

Rachmaninow91

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Ich grüße Euch,

habe mal eine allgemeine Frage:

Was haltet ihr vom Yamaha GB1 Flügel? Habe kürzlich einen im Klaviergeschäft gespielt und war begeistert, wie toll der Flügel sich spielt und was für einen schönen Klang der hat. Bei 151cm Länge beachtlich! Ich fragte, wie die einen nagelneuen Flügel von Yamaha für 9900 Euro anbieten können.. Mir wurde erklärt, dass Yamaha den Flügel subventioniert und an diesem Modell nichts verdient, aber dass das quasi zu deren Marketing gehört. Von der Qualität her steht er den größeren Brüdern in nichts nach.. Wie seht ihr das? Hat evtl sogar jemand so einen? Finde für Leute mit einem kleinem Geldbeutel und einem kleinen Wohnzimmer ist das eine Super Sache!

Und dann zur nächsen Frage:

in dem selben Geschäft steht ein schwarzer Flügel 160cm Länge unter Hausmarkennamen. Ich fragte nach und wurde aufgeklärt, dass der Flügel von Pearl River hergestellt wird. Die kaufen diese und überarbeiten die Mechanik und alles mögliche so lange, bis der Flügel ihren hauseigenen Ansprüchen genügt und verkaufen die dann ebenfalls für unter 10K EUR. Ich habe den auch gespielt und war absolut überwältigt von Klang und Spielart. Die haben wirklich gute Arbeit geleistet. Das machen die auch mit Pianos von 110 cm bis 118 cm Höhe so. Da wo sonst z. B. "Schimmel" steht, steht bei diesen Klavieren und Flügeln halt der Name des Geschäfts.

Also ich habe beide Flügel gespielt - und das bestimmt über eine Stunde lang - und musste sogar feststellen, dass der "Hausmarke" Flügel mir tatsächlich besser gefallen hat, als der Yamaha.
 
Eskimo71

Eskimo71

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Ganz ehrlich: mir klangen die kurzen "Stutz-Flügel" beim Testen zu blechern, schrill und scharf. Da wäre ein hochwertiges Klavier wohl besser im Vergleich.
Nach meinen Erfahrungen sollte die Flügellänge mindestens 172cm betragen. Der GC2 klang richtig gut.
Aber das sind alles subjektive Eindrücke und Geschmacksache ... Wenn Dir das Teil gefällt: schlag zu !! :-)
 
T

TraberJR

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Ich habe mir, nachdem ich zunächst auf einem älteren Stutz aus Langlau i.d.O. gespielt hatte, letztes Jahr einen neuen GB1K zugelegt, den mein Klavierhaus dann nach meinen Wünschen und passend zum Aufstellort in meinem Haus intoniert hat. Ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit ihm, es macht Spaß, auf ihm zu spielen. Yamaha (ähnlich wie Kawai) hat hier wahrlich Ingenieurskünste aufgewendet. Denn es stimmt ja, was schon hinlänglich in verschiedenen Foren diskutiert wurde, dass kurze Flügel gerade im Übergangsbereich zur Baßlage durch die kurzen (dicken) Saiten klanglich nicht optimal sind und Inharmonizitäten auftreten. Das lässt sich auch beim GB1 nicht ganz vermeiden und ist im Bereich der kleinen Oktave durchaus noch vernehmbar. Aber für die Länge (oder besser: Kürze) ist das schon phänomenal, wie ausgewogen und rund der GB1 klingt. Gerade auch der Baß, also etwa die letzte Oktave runter zum A, klingt sehr kräftig und voll. Ich habe auch die größeren Modelle, die dann bereits in Japan gefertigt werden (der GB1 wird von Yahama zu günstigeren Lohnstückkosten in Indonesien gefertigt), sprich den GC1 und GC2 (160/171cm), gespielt. Klar, die sind klanglich besser. Die klingen - nach meinen Laien-Ohren - wirklich perfekt. Aber der Preissprung ist dann schon ordentlich. Vor dem Hintergrund, dass auch im GB1 die exzellente Yamaha-Mechanik verbaut ist, die eine wahre Freude ist zu spielen, und dem gleichwohl stimmigen "Sound", habe ich mich dann für den kleineren Flügel entschieden und bereue es nicht. Übrigens hat m. E. Yamaha auch etwas am "Sound-Design", wenn man das so sagen kann, getan. Ich fand die Yamaha-Flügel früher immer viel zu steril und zu brillant, da fehlte mir die Tiefe. Aber die neuen Flügelserien sind irgendwie anders. Sie klingen deutlich europäischer und runder, voller, ohne aber an Klarheit zu verlieren. Der typische reine, glasklare Yamahaklang ist immer noch da. Vielleicht der Einfluss von Bösendorfer, gehören ja inzwischen Yamaha.

Wenn Dein Klavierhaus/Klavierbaumeister ein Guter ist, kann er das letzte Feintuning auch noch machen. Nachdem meiner den Flügel dann noch einmal bearbeitet hatte, war er für mich perfekt (ich hatte ihn auch vor dem Intonieren gespielt und konnte so vergleichen, auch mit dem Ausstellungsstück des Klavierhauses - ich hatte meinen Flügel in Nußbaum hochglänzend bestellt, so dass er ein wenig Lieferzeit wegen der Herstellung und des Transports aus Indonesia hatte; die meisten haben ja nur die klassisch Schwarzen vorrätig).

Summa: Probier einfach mehrere Flügel intensiv aus und nimm den, der Dir am besten gefällt (sagt sich leicht, ist aber schwer, finde ich). Der GB1 ist jedenfalls sein Geld wert und nicht umsonst ein echter Beststeller. Besser geht natürlich immer :-) Am besten vergleiche ihn mit dem Kawai GL10, das ist der direkte Konkurrent. Mir gefiel der vom Sound nicht, aber wie gesagt, da hat jeder seine eigene Empfindung. Kawai hat jedenfalls eine interessante, leichtgängige Mechanik, weil keine klassische Holzmechanik, sondern Verbundwerkstoff. Soll gewisse Vorteile habe (vermutlich eher eine Glaubenssache).

Übrigens: einen Flügel aus dem Hause Pearl River hatte ich auch mal probiert, den "Ritmüller" (dt. Markenname, ist aber Pearl River) mit 160cm. Den fand ich persönlich furchtbar. Zwar leichtgängige Mechanik (für meinen Geschmack zu leicht, man konnte fast durch Pusten die Taste bewegen), aber grottiger Klang (leise, pappig und schwach, obwohl ja länger und mit mehr Resonanzfläche ausgestattet als der GB1). Den schlägt IMHO der Yamaha zum fast identischen Preis um Längen. Vielleicht war der Flügel aber auch nicht gut präpariert, mag sein.

Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen weiter.
 
 

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