Xavier Pironet - Understatement extrem?

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Anfänger

Guest
Er ist hier, glaube ich, schon ein paar mal erwähnt worden: der Belgier Xavier Pironet:
https://www.youtube.com/channel/UCRLsW2GWGU3VywbJNcGezlQ

Soweit ich mich das einzuschätzen traue, muss dieser Mann den Bach schon im Mutterleib gespielt haben. Davon abgesehen, dass er auch die virtuosen Herausforderungen beherrscht, finde ich sein Spiel wie aus Intuition derart zeitrichtig und mit tiefer Gelassenheit das Werk wahrhaft verstehend, dass ich kaum darüber hinwegkomme, dass dieser Mann nicht aus seiner Dachkammer harauskommt, heraus will, heraus darf(?). Ich würde gern mal die Einschätzungen der ausgesprochenen Bach-Kenner hier hören.
Er ist wohl hauptberuflich freischaffender Fotograf, schleppt sich wohl so lala finanziell durchs Leben, sagt, auf die billigen Plastikbomber von Keyboards angesprochen, dass er sich z.B. Doepfer nicht leisten kann, hat von mir 1x 50 Euro bekommen und nicht geantwortet, ich kann mir diesen Kerl einfach nicht erklären. Ist er ein Kauz? Kommentatoren aus aller Welt jedenfalls bescheinigen ihm konzertreife Musikalität und wundern sich kopfschüttelnd, wieso er nicht vor vollem Hause auftritt.
Was ist Eure Einschätzung? Ist das ein Erwachsener, der - ähnlich wie Franz Schubert - betreuend an die Hand genommen werden und regelrecht auf eine Bühne geschoben werden muss? Könnte er von Selbstzweifeln geplagt sein? Glaubt er kurzschlüssig, dass er nicht gut sein könne, weil er das nur als Hobby betreibt? Wie vergleicht Ihr seinen Bach mit nahmhaften Einspielungen?
 
A

Anfänger

Guest
Ja selbstverstädnlich MUSS niemand. Aber möchtest du auch zu den obigen Fragen etwas beitragen? Wie schätzt du seinen Bach ein?
 
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Das ist schon eine durchweg tolle Leistung!
Wenn "ER" jetzt auch noch andere Meister gleichermaßen toll interpretieren kann, Hut ab.

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Habe gerade die Triosonate d minor BWV 527 laufen.
Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Die spielt M. Eisenberg besser.
Ich sowie nicht, obwohl sie zu meinem Repertoire gehört.

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Was glaubst du, wieviele Organisten so oder besser spielen und nix anderes machen als den Kirchenchor zu leiten, mehrere Messen pro Woche zu begleiten und ab und zu ein Konzert in der Kirche zu spielen (zu dem dann vielleicht 30 Leute kommen)?
LG,
NaMu
 
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Er spielt keine falschen Noten, ok. Ansonsten klingt das wie eine Nähmaschine, so, als würde er ständig mit Metronom üben. Sprechende Artikulation, Agogik, irgendeine Form der Klangrede? Nichts, nada.

So hat man Bach vielleicht vor 50 Jahren gespielt, heute kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen.
 
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Er spielt keine falschen Noten, ok. Ansonsten klingt das wie eine Nähmaschine, so, als würde er ständig mit Metronom üben. Sprechende Artikulation, Agogik, irgendeine Form der Klangrede? Nichts, nada.

So hat man Bach vielleicht vor 50 Jahren gespielt, heute kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen.
Das kann wohl richtig sein.
Ich habe wohl noch zu wenig gehört. Bislang hauptsächlich das Hobby betrachtet.
Trotzdem bleibe ich dabei, dass es erstaunlich ist.

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Er spielt keine falschen Noten, ok. Ansonsten klingt das wie eine Nähmaschine, so, als würde er ständig mit Metronom üben. Sprechende Artikulation, Agogik, irgendeine Form der Klangrede? Nichts, nada.

So hat man Bach vielleicht vor 50 Jahren gespielt, heute kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen.
Hör mal her, du Jungspund

Ich habe vor 55 Jahren angefangen, regelmäßig sonntags im Gottesdienst zu spielen.
Vielleicht bin ich da stehengeblieben. Krawehl!
Was glaubst du, wie viele Konzerte ich schon von Profis gehört habe, die nicht nur nach Nähmaschine klangen sondern auch noch bestückt mit hunderten Fehlern waren.
Du sprichst, schreibst wie ein gnadenloser Konzertkritiker.

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Du sprichst, schreibst wie ein gnadenloser Konzertkritiker.
Es geht ja hier auch darum, jemanden "auf die Bühne zu schieben". Und auf der Bühne herrscht ein rauer Wind.

Für einen Hobby-Organisten ist das sicher weit überdurchschnittlich, was er kann, aber als Konzertorganist ist einfach viel mehr nötig als nur richtige Töne zu spielen. Das können nämlich sehr viele, und so gut wie keiner von den Vielen kann vom Konzerte spielen leben. Auch nicht die Allerbesten, die musikalisch wirklich viel zu sagen haben. Ein Ex-Freund meiner Schwester hat als Organist sein Konzertexamen mit Auszeichnung abgeschlossen, etliche Wettbewerbe gewonnen und ist wirklich sehr gut - trotzdem muss er seinen Lebensunterhalt mit dem Orgeln von Gottesdiensten verdienen.

Insofern verstehe ich nicht die Intention hinter diesem Faden. Wenn der Mann auf YT seine Bühne gefunden hat, ist es doch gut. Geld verdienen würde er als Konzertorganist eh nicht - die Reisekosten wären garantiert höher als seine Gagen. Ob er als Kirchenmusiker gut wäre, weiß ich nicht. Da sind andere Qualitäten wichtiger als konzertantes Orgelspiel.
 
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Habe gerade die Triosonate d minor BWV 527 laufen.
Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Die spielt M. Eisenberg besser.
Ich sowie nicht, obwohl sie zu meinem Repertoire gehört.

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Nur mal so eine Erklärung, was ich gerade in meinem Beitrag geändert habe. Ich schrob, dass "Die spielt M. Eisenberg nicht besser". Das nicht war nicht beabsichtigt geschrieben. Habe ich gerade gemerkt und gestrichen.

Gauf! :017:
 
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Es geht ja hier auch darum, jemanden "auf die Bühne zu schieben". Und auf der Bühne herrscht ein rauer Wind.

Für einen Hobby-Organisten ist das sicher weit überdurchschnittlich, was er kann, aber als Konzertorganist ist einfach viel mehr nötig als nur richtige Töne zu spielen. Das können nämlich sehr viele, und so gut wie keiner von den Vielen kann vom Konzerte spielen leben. Auch nicht die Allerbesten, die musikalisch wirklich viel zu sagen haben. Ein Ex-Freund meiner Schwester hat als Organist sein Konzertexamen mit Auszeichnung abgeschlossen, etliche Wettbewerbe gewonnen und ist wirklich sehr gut - trotzdem muss er seinen Lebensunterhalt mit dem Orgeln von Gottesdiensten verdienen.

Insofern verstehe ich nicht die Intention hinter diesem Faden. Wenn der Mann auf YT seine Bühne gefunden hat, ist es doch gut. Geld verdienen würde er als Konzertorganist eh nicht - die Reisekosten wären garantiert höher als seine Gagen. Ob er als Kirchenmusiker gut wäre, weiß ich nicht. Da sind andere Qualitäten wichtiger als konzertantes Orgelspiel.
Na ja, Orgelkonzerte werden eher selten bis gar nicht von der Kritik besprochen. Er spielt sicher sehr gut, allein, dass er die Stücke nach meinem ersten Eindruck auswendig spielt, ist überragend. Aber Agogik, Verzierungen etc. sind nach meinem Geschmack tatsächlich etwas dünn, aber nur, wenn man ihn mit Barockprofis wie Leon Berben vergleichen würde- was unfair wäre...
 
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Bin zufällig beim Youtuben auf den Mann gestoßen. (Und beim Googeln auf diese Faden.) Leider muss ich mich @mick anschließen. Ein Computer kann das genauso gut.
 
 

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