Wie kriegt man Werke konzertreif?

.marcus.

.marcus.

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
3.727
Reaktionen
1.163
Man hat ein Werk (oder mehrere) soweit erarbeitet, dass man alle technischen Hürden genommen hat und ausgiebig an der Gestaltung gearbeitet hat. Wenn man es nicht vorspielen wollte, würde man es wahrscheinlich erstmal weglegen.

Wie schafft man es nun sich die 150% Sicherheit anzueignen, sodass man es gefahrlos vorspielen kann?

Ziel ist also das Werk vor Publikum zu spielen und dabei möglichst wenig dem Zufall zu überlassen :D

Wie kann man sich gegen unverhoffte Fehler schützen? Oft passieren Fehler auch bei Passagen, die man eigentlich gut kann. Wie kann man das minimieren?


Ich bin gespannt auf eure Vorschläge!

lg marcus
 
ubik

ubik

Dabei seit
Jan. 2007
Beiträge
1.950
Reaktionen
3
Mein Lehrer hat mir da einen besonders guten Tipp gegeben. Er kannte einen Pianisten, der hat mit dem letzten Takt angefangen zu spielen, aber auswendig! Wenn der gut klappte, dann ging er zum vorletzten Takt und spielte den bis zum Schluss des Stücks. Alles auswendig, natürlich. Dann gehts zum drittletzten Takt, usw...

Wenn du das beherrscht, wirst du keinen einzigen Fehler machen.

Mfg, ubik
Klavier-Blog
 
P

Pilschen

Dabei seit
Sep. 2009
Beiträge
129
Reaktionen
0
üben ob du in jedem beliebigen tempo auswendig spielen kannst... v.a. langsam^^
dann schau, dass du bei jedem beliebigen takt wieder einsteigen kannst...
 
Z

Ziska

Dabei seit
Feb. 2010
Beiträge
28
Reaktionen
0
Also ich hab damit auch ein Riesenproblem. Mindestens einen kleinen Fehler hab ich bei jedem Konzert und einmal hab ichs sogar komplett versaut :(

Aber mittlerweile trainiere ich dafür so:
Erst die Stücke mit nem Mikrofon aufnehmen- dabei passieren vielen schon Fehler aus Nervosität

Dann ganz nebenbei und ohne spezielle Vorbereitung mal eben den Bruder/Vater oder die Mutter/schwester Ehemann oder ehefrau zum Zuhören bitten.

Nächster schritt: Jetzt mal Nachbarn/freunde einladen und vorm Spielen auch schon umziehen etc.

Letzter Schritt: Nachbarn/Freunde oder sogar Fremde irgendwohin zum Zuhören einladen, wo ein fremdes Instrument steht (natürlich auchmit umziehen etc.)

wenn man das vor jedem Konzert macht, ist man irgendwann so abgebrüht, dass einen nichts mehr schockt, Trotzdem wichtig:bevor man anfängt zu spielen erstmal in Ruhe dn Hocker einstellen und immer schön locker in den Händen bleiben

LG
 
Stilblüte

Stilblüte

Super-Moderator
Mod
Dabei seit
Jan. 2007
Beiträge
10.303
Reaktionen
13.663
Mein Lehrer hat mir da einen besonders guten Tipp gegeben. Er kannte einen Pianisten, der hat mit dem letzten Takt angefangen zu spielen, aber auswendig! Wenn der gut klappte, dann ging er zum vorletzten Takt und spielte den bis zum Schluss des Stücks. Alles auswendig, natürlich. Dann gehts zum drittletzten Takt, usw...

Wenn du das beherrscht, wirst du keinen einzigen Fehler machen.
Das der Tipp gut ist, stimmt, dass man nach dessen Anwendung keine Fehler mehr macht, stimmt nicht.
Das zeigt zumindest meine Erfahrung. Trotzdem bringt diese Auswendiglernmethode natürlich ein paar Prozent mehr Sicherheit.
 
tapirnase

tapirnase

Dabei seit
Okt. 2006
Beiträge
712
Reaktionen
2
Was krank klingt, aber tatsächilch hilft: mit vertauschten händen im langsamen tempo spielen.
also linke hand spielt den part der rechten und umgekehrt.
dabei, um esnicht in sinnloses tastengeturne enden zulassen darauf achten, dass es im sehr langsamen, aber stetigen tempo mit den richtigen tönen gut klappt [man soltle ein tempo wählen bei dem der fingersatz also nicht von belang ist]
 
Mikifan

Mikifan

Dabei seit
Mai 2009
Beiträge
400
Reaktionen
4
Es ist sicherlich wichtig, wie die anderen schon gesagt haben, dass man das gelernte Stücke zum einen wirklich schon gut beherrscht und um es wirklich top 150% richtig zu spielen, müsste man es auch schon vorher auf Vorspielen gespielt haben. Auch wenns nur die Familie oder das Mikro ist, das zuhört ;)

Zum anderen, was mir auch schon passiert ist, sollte man während dem Spielen eines Stückes zwar der Musik folgen und mit der Musik leben, aber zuviel ist auch schlecht. Sonst kommt das Problem, dass man abschweift und nicht mehr weiß, wie es weiter geht.

Mikifan
 
.marcus.

.marcus.

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
3.727
Reaktionen
1.163
Was krank klingt, aber tatsächilch hilft: mit vertauschten händen im langsamen tempo spielen.
also linke hand spielt den part der rechten und umgekehrt.
dabei, um esnicht in sinnloses tastengeturne enden zulassen darauf achten, dass es im sehr langsamen, aber stetigen tempo mit den richtigen tönen gut klappt [man soltle ein tempo wählen bei dem der fingersatz also nicht von belang ist]
Omg, ... Pianisten quälen sich offenbar gerne selbst :rolleyes:

Das rückwärts auswendig Spielen probier ich mal. (Auch alles andere was gesagt wurde, geht mir im Kopf rum)

warte gespannt auf weitere Vorschläge :)

lg marcus
 
Guendola

Guendola

Dabei seit
Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
6
sorry, habe gerade gesehen, daß dieses Thema den Profis vorbehalten ist, was immer das auch bedeuten soll.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
rolf

rolf

Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
27.966
Reaktionen
18.067
Omg, ... Pianisten quälen sich offenbar gerne selbst :rolleyes:
bis jetzt war nicht bekannt, dass Rubinstein & Co. dem Laster des Flagellantentums anhingen... :rolleyes:

was bedeutet eigentlich die Abkürzumg "Omg"?

150%ige Sicherheit, keine Fehler zu machen - das ist per se schon mal Unsinn, und zwar genau dann, wenn man glaubt, es gäbe Tipps zu so einer 150%igen Sicherheit... allein schon logisch: 100% würden vollkommen genügen :D

Sicherheit bedeutet: bei zufälligen Fehlern, die sich jederzeit einstellen oder passieren können, unbeeindruckt weiter spielen! Also so viel Souveränität und Konzentration haben, dass man sich von irgendeinem falschen Ton nicht beindrucken lässt. Ein Musterbeispiel hierfür: Emil Gilels New Yorker Konzert mit der Lisztschen h-Moll Sonate - da geht vieles schief (Pedanten nennen sowas gerne "gepatzt"), aber das stört nicht, denn Gilels hält die musikalische Konzentration durch, und folglich bleibt seine Interpretation festlich und stürmisch und wird immer begeistern!!!

Wie erlangt man die Fähigkeit, trotz zufälliger flascher Töne im Niveau des Miterlebens und der Konzentration nicht nachzulassen? --- ich weiß nicht, wie man das erlangt - ich weiß nur, dass man dafür voll und ganz in Musik zu Hause sein muss! Dann stören zufällige Fehler weder den Hörer noch den Spieler.

ein falscher Ton stört - ein falsches Tempo verzerrt
diesen einfachen Satz von Vitaly Margulis kann man sich gar nicht oft genug durch den Kopf gehen lassen

Gruß, Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
M

Michaelbyt2tz

Dabei seit
Jan. 2010
Beiträge
71
Reaktionen
0
Ich denke, wenn man mit KL die Hälfte von Bachs WTC gelernt hat, einen Großteil von Clementis Gradus, und einen Teil der Chopinetüden, dann stellt sich die Frage nicht mehr.
lg micha
 

.marcus.

.marcus.

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
3.727
Reaktionen
1.163
was bedeutet eigentlich die Abkürzumg "Omg"?

150%ige Sicherheit, keine Fehler zu machen - das ist per se schon mal Unsinn, und zwar genau dann, wenn man glaubt, es gäbe Tipps zu so einer 150%igen Sicherheit... allein schon logisch: 100% würden vollkommen genügen :D
Die Abkürzung bedeutet "Oh mein Gott" ;)

Ich finde es auch nicht weiter schlimm, wenn einige Fehler passieren. Nur muss die Vorbereitung ja darauf abzielen, es so sicher wie möglich vorzutragen.
Wenn ich von vornherein weiß, dass ich diese oder jene Stelle verpatzen werde, dann spiele ich das Werk ja nicht vor. Sondern übe nochmal. :)

lg marcus
 
P

pianoboe

Dabei seit
Mai 2009
Beiträge
149
Reaktionen
29
Die Abkürzung bedeutet "Oh mein Gott" ;)

Ich finde es auch nicht weiter schlimm, wenn einige Fehler passieren. Nur muss die Vorbereitung ja darauf abzielen, es so sicher wie möglich vorzutragen.
Wenn ich von vornherein weiß, dass ich diese oder jene Stelle verpatzen werde, dann spiele ich das Werk ja nicht vor. Sondern übe nochmal. :)

lg marcus
Wenn ich weiß, dass ich eine Stelle verpatzen werde, dann würde ich das Stück auch nicht vorspielen. Das schlimme ist ja, dass Patzer oft an den Stellen passieren, die vorher noch nie ein Problem waren. Das kann einen völlig aus dem Konzept bringen.

Das Wichtige ist eben zu lernen, auch trotz Patzern nicht den Faden zu verlieren und seine Konzentration auf das zu richten, was jetzt noch alles kommt und sich nicht die ganze Zeit über den Fehler zu ärgern, was zwangsläufig dazu führt, dass man unkonzentrierter spielt und noch mehr Fehler macht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
C

chiarina

Guest
Hallo,

was hat Rubinstein so Schönes gesagt (sinngemäß): "Wenn ich einen Fehler mache, versuche ich danach so schön zu spielen, dass die Zuhörer den Fehler sofort wieder vergessen!"

Viele Grüße

chiarina
 
Z

Ziska

Dabei seit
Feb. 2010
Beiträge
28
Reaktionen
0
Also ich finde auch, dass z.B. Dynamikfehler leicht wieder gut zu machen sind und auch noch ganz wichtig:

Vor dem Konzert sind absolute no-go Gedanken:
Mit welcher Taste beginnt das STück?
Mit welchem Ton beginnt das Stück?
Ich schaff das nie!

Außerdem das STück am Konzerttag nicht mehr als 3 mal spielen:
1mal üben, 1mal beim Warmspielen, 1mal beim KOnzert!

LG
 
K

Klavierix

Dabei seit
Dez. 2009
Beiträge
56
Reaktionen
1
Das rückwärts auswendig Spielen probier ich mal. (
Das mit dem Rückwärtsspielen mache ich auch so, nur (um jetzt keine Missverständnisse aufkommen zu lassen): Ich spiele nicht das Stück Note für Note rückwärts, sondern den letzten Takt (beginnend beim Taktanfang bis zum Schluss des Stückes), dann den vorletzten Takt (beginnend beim Taktanfang bis zum Schluss des Stückes), dann den drittletzten Takt (beginnend beim Taktanfang bis zum Schluss des Stückes), etc.

Liebe gar nicht so selbtquälerische Grüße

Klavierix
 
P

pianovirus

Guest
Hallo,

was hat Rubinstein so Schönes gesagt (sinngemäß): "Wenn ich einen Fehler mache, versuche ich danach so schön zu spielen, dass die Zuhörer den Fehler sofort wieder vergessen!"

Viele Grüße

chiarina
Ich habe diesen Faden gerade erst gesehen, und es wurde schon viel gutes gesagt. Deshalb nur eine Kleinigkeit...ein ähnliches schönes Zitat, das auch Rubinstein zugeschrieben wird, ist:

"Well, sometimes I do play wrong notes... But I play them so much
better than anyone else!"
:D
 
Kulimanauke

Kulimanauke

Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
1.449
Reaktionen
1
Die Frage lautet, wie bekommt man Werke konzertreif, daher trifft mein Schnipzelchen nicht den Kern der Sache. Aber trotzdem kam mir der Leserbrief von Dr. Josef Gronemann, Köln, dazu in den Sinn aus der FAZ:

Chopin antwortete dem Musikschriftsteller Wilhelm von Lenz auf die Frage, wie er sich auf ein öffentliches Konzert vorbereitet: "Vierzehn Tage schließe ich mich ein und spiele Bach. Das ist meine Vorbereitung, ich übe nicht meine Compositionen." (aus "Die großen Pianoforte-Virtuosen unserer Zeit aus persönlicher Bekanntschaft", Berlin 1872, Seite 36)
 
 

Top Bottom