Wer hat Erfahrung mit Piano Sight Reading ?

  • Ersteller Ersteller Uwe_Munich
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  • #21
Aufgrund der Infos hier, hab ich mir auch gerade mal Band 1 bestellt.
Bin gespannt..
 
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  • #22
Ich bin gestern über diese fiese Gemeinheit in Band 3 gestoßen. Rhythmisch 2 gegen 3 ist ja schon schwierig genug, aber dann noch im Wechsel mit der punktierten Viertel in der linken Hand ist für mich eine nicht zu meisternde Angelegenheit. Zumindest nicht vom Blatt. Ich musste mir das erst ausrechnen und in Cubase eingeben und mir dann anhören. Das Ganze übrigens als 2/2 Takt notiert.

Blattspiel.jpg

Ich hatte kurz vor Weihnachten mit Band 2 begonnen und seit dem jeden Tag damit geübt (mittlerweile Band 3). Das hat mich zwar voran gebracht, aber vom Blatt spielen kann ich immer noch nicht. Das wird wohl auch nichts mehr.
 
  • #23
Das ist ein typischer Habanera-Rhythmus. Kommt in entsprechender Literatur sehr häufig vor. Was genau ist denn das Problem?
 
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  • #24
Ich verwende Sight Reading regelmäßig in meinem Unterricht, weil ich es als die beste Unterrichtsliteratur zum Thema "Blattspiel" ansehe. Am Wichtigsten finde ich tatsächlich Band I, danach könnte man auch andere Literatur nehmen, die hier schon angesprochen wurde (Klavierschulen, sehr leichte Anfängerliteratur etc.).

Das Gute daran ist, dass der erste Band die Mustererkennung in hohem Maße fördert. Mustererkennung ist unerlässlich zum Blattspielen - wenn man Note für Note vom Blatt liest, wird man nicht weit kommen. Die Stücke des ersten Bandes sind oft so aufgebaut, dass es zwei Phrasen à 4 Takte gibt, die für sich eine klare Struktur aufweisen und die zweite Phrase gegenüber der ersten minimal verändert ist. Zu erkennen, ob in der zweiten Phrase Motive gespiegelt werden, ob aufgrund der Harmonik statt einer Sekunde eine Terz notiert ist, ob ein Dreiklang mit nacheinander erklingenden Tönen dort steht u.v.a.m. ist wichtig! So strukturiert habe ich das noch nirgends gesehen.

Es gibt eine genaue Anleitung, wie man an diese scheinbar sehr simplen einstimmigen Stücke herangeht. Ein Schritt ist eben, zu beschreiben, was dort an Mustern zu erkennen ist und wie sie sich voneinander unterscheiden. Ein zweiter Schritt bezieht sich auf die Rhythmik. Denn beim Blattspiel ist die zeitliche, also rhythmische Ebene viel wichtiger als richtige Töne zu spielen. Hier lernt man, "in Time" zu spielen und ggf. falsche Töne in Kauf zu nehmen oder Töne wegzulassen.

Liebe Grüße

chiarina
 
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  • #25
Ich bin gestern über diese fiese Gemeinheit in Band 3 gestoßen. Rhythmisch 2 gegen 3 ist ja schon schwierig genug, aber dann noch im Wechsel mit der punktierten Viertel in der linken Hand ist für mich eine nicht zu meisternde Angelegenheit. Zumindest nicht vom Blatt. Ich musste mir das erst ausrechnen und in Cubase eingeben und mir dann anhören. Das Ganze übrigens als 2/2 Takt notiert.

Anhang anzeigen 80089

Ich hatte kurz vor Weihnachten mit Band 2 begonnen und seit dem jeden Tag damit geübt (mittlerweile Band 3). Das hat mich zwar voran gebracht, aber vom Blatt spielen kann ich immer noch nicht. Das wird wohl auch nichts mehr.
Vielleicht klappt es mit "La Paloma" besser:

HL_DDS_903615ydt2Wji1cq.png
 
  • #26
Das ist ein typischer Habanera-Rhythmus. Kommt in entsprechender Literatur sehr häufig vor. Was genau ist denn das Problem?
Naja, dass zwei gegen drei für Ungeübte schwierig sein kann, wird immer wieder angesprochen.
 
  • #27
Was genau ist denn das Problem?
Ich vermute, es geht um das korrekte Timing der Achtelnoten in der linken Hand. Einmal kommt die linke Hand genau zwischen zweite und dritte Triole, einmal knapp hinter der dritten Triole. Könnte man die Achtel auch genau zwischen die Triolen setzen, oder ist es strikt ein 3 (rechts) gegen 4 (links) Rhythmus?
 
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  • #28
Nicht 2 gegen 3 ist das Problem. Obwohl das auch schon geübt werden will. Aber da hilft mir der Trick mit der Kalbsleberwurst. Das viel größere Problem ist die Achtel, die knapp hinter der dritten Triole kommt und danach wieder die Kalbsleberwurst.

Und noch eine Gemeinheit ist mir im Band 3 untergekommen: eine Dezime greifen in der linken Hand (g und h). Da spielt man so fröhlich vor sich hin und freut sich gerade, dass das mit dem lesen so leidlich klappt, und dann kommt da plötzlich so ein Hammer. Da musste ich natürlich erst mal stoppen und ausprobieren. Allerdings chancenlos. Kann ich definitiv nicht greifen.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich tatsächlich doch lieber mit dem ersten Band anfangen sollen und nicht sofort mit dem zweiten. Da hab ich mich verschätzt. Hochmut kommt vor dem Fall.
 
  • #30
  • #31
Wenn du das Ganze in 3 gegen 4 denkst, dann spielt die linke Hand einfach nur nicht auf allen Schlägen in ihrem Viererrhythmus, sondern nur
1 . . 4 1 . 3 . 1 . . 4 1 . 3 . etc.
Mit solcher Auszählerei wird das nicht funktionieren, schon gar nicht als prima vista-Aufgabe.
 
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  • #32
Wer spielt denn den ersten Satz von op. 27,2 schon rhythmisch korrekt? In vielen Fällen hört man (auch bei namhaften Pianisten) das nachschlagende 16tel als 16tel eines Triolen-Achtels.
 
  • #34
Wer spielt denn den ersten Satz von op. 27,2 schon rhythmisch korrekt? In vielen Fällen hört man (auch bei namhaften Pianisten) das nachschlagende 16tel als 16tel eines Triolen-Achtels.
Und genau das ist rhythmisch korrekt in dem Sinn, was der Komponist gewollt hat. Dasselbe gilt für „Von fremden Ländern und Menschen“ und viele weitere vergleichbare Stücke. Notation ist selten mathematisch gedacht, sondern oft ein Kompromiss aus Exaktheit und Lesbarkeit.
 
  • #35
2 über 3 - "Kalbsleberwurst" oder "eins komma fünf".
3 über 4 - "pass the bread and butter".

Hilfe für den Höreindruck eines punktierten Rhythmus über Triolen ... Mondscheinsonate erster Satz (Melodie, meist am Taktende). Da wird im Grunde auch ständig 3 über 4 verlangt.
(Siehe dazu auch die Frage, warum dieses Stück nicht in 12/8 notiert wurde, obwohl die Mittelstimme geradezu danach schreit).

Wer es sich grafisch veranschaulichen will, der nehme ein kariertes Blatt Papier.
Zwei Reihen mit je 12 Kästchen. In der oberen Reihe markiert man jedes dritte und im unteren jedes vierte Kästchen.

Man kann es auch auszählen. man zählt z.B. immer bis vier, und beztont jede Dritte Zahl. Die "Eins" sind dann die drei Schläge pro Takt, und die betonten die Vier.
1-2-3-4-1-2-3-4-1-2-3-4

Wer es klopfend erfahren möchte, und 2 über 3 schon kann, der kann auch einfach diese Rhythmik etwas beschleunigen, und dann bei der Hand mit den 3 Schlägen, jeden zweiten weglassen ... auch da kommt 3 über 4 heraus.

Das hilft beim Vomblattspiel natürlich nicht direkt weiter.
Es geht dabei lediglich darum, eine Vorstellung der rhythmischen Struktur von "2 über 3" oder "3 über 4" zu bekommen und danach z.b. zu wissen, wo diese Achtel nach der punktierten Viertel in obigem Beispiel hingehört.
 
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  • #36
abgesehen davon, dass schon im majestätischen Rondothema die Sechzehntel zu schnell gespielt werden
Werden sie das? Aus solchen Zweier-Gruppen besteht ganz überwiegend das Finale der Fis-Dur-Sonate. Und was schreibt Czerny dazu: „Die abgetheilten Sechzehnteln sind schnell, beinahe wie Vorschläge zu spielen“.


Da wird im Grunde auch ständig 3 über 4 verlangt.
Eben nicht!
 
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  • #37
Dass er komplizierte Notation "kann", zeigt er im Finalsatz derselben Sonate in der Coda: nicht nur jetzt bei den Tonleitern, sondern schon vorher bei den ausnotierten Arpeggien - an die sich bis auf das allerletzte (das "in Sechzehnteln") auch niemand hält, sondern die einfach scharf arpeggiert werden. Ebenso im ersten Grave in der Pathétique, in der Frühlingssonate, in op. 31 Nr. 3...
Beethoven schreibt dort kompliziert, wo es nicht anders geht - ganz verrückte Sachen gibt es bekanntermaßen im Finale von op. 106. Aber da, wo durch eine aufführungspraktische Konvention jeder Zeitgenosse wusste, wie das gemeint ist, war eine komplizierte Notation unnötig. Auch Bach hat beispielsweise nie Doppelpunktierungen notiert, obwohl sie in französisch inspirierten langsamen Sätzen selbstverständlich gespielt wurden.
 
  • #40
Abseits hohen Profitums und hochstudierter Dinge, eine Amateur-Beobachtung.

Ich ,... hatte erst sehr lange mit den Triolen und "2 gegen 3" des Andantesatzes von Mozarts KV 467 (Thema "Elvira Madigan") zu kämpfen. (Ist eine Musik, die mir ungeheuer wichtig ist.)
... Bis ich mich der Mittelstufen-Mathematik des KGV (Kleinstes Gemeinsames Vielfaches) besann, für die schöne Madigan dann logo sechs Notenlängen vorsah, die Dinge mir hand-einzeln als "verbundene Sechstelnoten" dachte und spielte - und dann zusammenführte.

Als ich das raus hatte, herrlich. Es wurde immer flüssiger. Ab da lief es.

Ab dann gelangen auch Chopins Schlauheiten z.B. in der Nocturne op 9 #2, 5 gegen 4, oder später irgendwo 7 gegen 6 (in der 27-2?).

ich rechne jetzt nicht mehr herum... Das war nur, um einen Einstieg zu finden. Sondern mache die "krummen Dinger", die ungeraden, etwas beschleunigt, das kriege ich dann passend hin.

Also, ist man mal über diese Anfangshürde hinweg, dann wird das Leben der "krummen Vertaktungen" einfacher.
Der Trost sei euch gespendet.
 

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