Wer hat Erfahrung mit Piano Sight Reading ?


Uwe_Munich
Uwe_Munich
Dabei seit
5. Sep. 2008
Beiträge
63
Reaktionen
0
Hallo,

nachdem ich jetzt auch mal mein "vom Blatt spielen" verbessern will (na ja offen gestanden bin ich da bei 0 also geht es ehr darum es überhaupt zu erlernen:D) habe ich mir den ersten Band von "Piano Sight reading" gekauft.
Einige von Euch haben ja schon Erfahrung damit, jetzt wolllte ich mal wissen, wie Ihr da vorgeht.
Die Erklärungen in dem Buch sind da ja recht dürftig.
Spielt ihr da die Stücke einfach drauf los, oder schaut Ihr sie Euch vorher an, versucht sie zu summen und spielt dann?
Habt Ihr das Buch/die Bücher mehrmals durchgespielt?
Spielt Ihr einfach weiter, wenn Ihr einen Fehler macht?
...
Mich würde einfach interessieren, welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

Danke und Gruß

Uwe
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.152
Reaktionen
9.344
Hallo Uwe - mir gehts genauso. Null Check vom Blatt. Daher gibt es jetzt immer je Klavierstunde bis zu 20 Takte aus Sight Reading "aufs Auge". Meine KL ist davon so begeistert, dass es für alle anderen Schüler zur Pflicht wird:D.

Vorgehensweise: Takt erkennen, evtl klopfen - Fingersatz überlegen - losspielen. Bin aber noch auf den ersten Seiten...

Ich denke dass man das alles ruhig mehrmals spielen kann - solange man es eben nicht auswendig lernt. Fehler werden hier (noch?) nicht überspielt...
 
Alia
Alia
Dabei seit
28. Feb. 2008
Beiträge
183
Reaktionen
2
Hallo Uwe,

ich arbeite auch mit sight reading und find's wirklich gut. Und wie Fisherman schon sagte, lese ich auch zuerst lesen, dann check, ob ich den Rhytmus lesen kann (sonst hilft klopfen/zählen), Fingersatz und los. Bei Fehler weiterspielen (dann aber richtig ;-). Zu oft spiele ich nicht die gleichen Stücke, eben um das automatisierte Spielen zu vermeiden (das sich zumindest bei den ersten Seiten sehr schnell einstellt). Viel Spaß und Erfolg damit !
Gruß,
Alia
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.152
Reaktionen
9.344
Das vom Blatt spielen kommt langsam von selbst mit Geduld.
auch ohne "sightreading "

Nicht über Dinge reden, die man nicht kennt :D. Sight Reading ist kein "Tipp-Buch", sondern ein Notenband und perfekt dafür konzipiert, mit der Zeit Intervalle automatisch zu erfassen. Irgendwelche Noten haben nicht diesen didaktischen aufbauenden Ansatz. Wenn schon meine KL flugs alle Bände bestellt und hellauf begeistert ist ...:rolleyes:

Ich sag jetzt mal einfach das Gegenteil von Dzjelpiano und empfehle das allen wärmstens, die hier Defizite verspüren - vor allem denen, die wie Uwe und ich bei Null anfangen! Die Folgebände sind für die Halbmeister!
 
B
Bachopin
Dabei seit
5. Nov. 2008
Beiträge
2.475
Reaktionen
268
Hi ihr Sight Reading Experten,

sind das jetzt reine Übungen oder sind das kleine Stücke?

Falls keine Stücke: Haben die Übungen einen musikalischen Sinn/Inhalt oder sind es einfach häufig vorkommende Notenfolgen?

Warum sind diese Bücher für euch besser als einfach entsprechendes Literaturstudium durchführen?

Welcher Level wird angesprochen? (Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschritten, Sehr Fortgeschritten)

Gruß
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.152
Reaktionen
9.344
Hallo Bachopin;

bin erst am Anfang, daher zitiere ich mal den Klappentext (Bd.1 - es gibt 3 Bde):

- basiert auf dem Wiedererkennen rhythmischer & melodischer Muster
- 136 sich steigernde Übungen
- Gleiche Gewichtung RH/LH
- Beginnt mit vier Noten in jeder Hand
- Einführung der Intervalle Quarte & Quinte
- Notenraum, Tonarten und R. werden allmählich erweitert
- Erkunden der Tonarten CGFD-Dur sowie a/d-Moll

Bd 1 ist sicher für Anfänger. Letztendlich geht es um das Erkennen von Mustern melodischer und rhythmischer Natur, also genau das, was beim guten Vom-Blatt-Spiel passiert. Worte statt Buchstaben oder gar Satzfragmente statt Wörter...
 
B
Bachopin
Dabei seit
5. Nov. 2008
Beiträge
2.475
Reaktionen
268
Danke fisherman,

ich glaub ich kann's mir ungefähr vorstellen.

Ein paar kritische "Anmerkungen":

Beim Notenlesen geht es ja nicht nur um das Entziffen der Noten, sondern darum eine musikalische Phrase, die zugehörige Begleitung, die harmonische Entwicklung und die Zusammenhänge möglichst auf einem Blick zu erkennen.

Ausserdem muss das Notenlesen auch im Zusammenhang mit dem musikalischen Stil/Epoche gesehen werden.
Ein Stil zeichnet sich ja dadurch aus, dass bestimmte Merkmale in ähnlicher Weise vorkommen. Diese Stil-bildende Elemente müssen auch gelernt werden, weil dadurch der Notentext viel schneller entschlüsselt und der musikalische Sinn schneller erkannt werden kann.

Bsp: Um einen Boogie vom Blatt zu spielen, hilft es sehr viel, wenn man die Elemente eines Boogies kennt.
Oder wenn man eine Sonate von Beethoven spielen will, dass man vorher sehr viele Stücke von Beethoven gespielt hat, damit man seine "Handschrift" kennt.

Bin mir nicht sicher, ob der Ansatz dieser Bücher das leistet.

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.152
Reaktionen
9.344
Ausserdem muss das Notenlesen auch im Zusammenhang mit dem musikalischen Stil/Epoche gesehen werden.
Ein Stil zeichnet sich ja dadurch aus, dass bestimmte Merkmale in ähnlicher Weise vorkommen. Diese Stil-bildende Elemente müssen auch gelernt werden, weil dadurch der Notentext viel schneller entschlüsselt und der musikalische Sinn schneller erkannt werden kann.

Du hast recht Bachopin, aber irgendwo muss ja mal anfangen ... Im übrigen glaube ich, dass stilbildende Elemente in den Folgebänden stärker "dran" kommen, da deutet schon das Ende von Bd.1 drauf hin - meine KL war nicht umsonst regelrecht begeistert...
 
B
Bachopin
Dabei seit
5. Nov. 2008
Beiträge
2.475
Reaktionen
268
Hi,

also ich hab' da jetzt mal in die Bände reingeschaut.

Beim Band 3 (und auch schon 2) sind ja dann richtige kleine Stücke drin. Das ist ok. Aber es ist das gleiche Problem wie mit Czerny Etüden oder ähnlichem:
Warum nicht gleich die Orginale nehmen?

Das was ich da gesehen habe, hat z.B. die Komplexität/Schwierigkeit von (leichten) Sonatinen. Da gibt es super Sammelbände mit orginal Kompositionen der Meister, die man stattdessen nehmen kann.

Gruß
 
Beabarba
Beabarba
Dabei seit
28. Okt. 2006
Beiträge
167
Reaktionen
13
Hallo,

auch bei mir ist der Kember Bestandteil fast jeder Klavierstunde. Ich soll versuchen möglichst gleich alles, was notiert ist, korrekt umzusetzen, wenn auch in sehr langsamem Tempo. Kurz vorher anschauen ist o.k., gesummt wird nicht (da hätt ich auch was dagegen, der arme Lehrer). Wenns gar so falsch war, wird noch mal wiederholt. Ich bin jetzt gut zur Hälfte mit dem 2. Band durch und tu mir da schon sehr schwer. Grauslich wirds beim 3. Band, da gibt's nämlich keine Fingersätze mehr. Ab und zu mal wiederhole ich zu Hause altes, aber das ist mit dem Unterricht nicht vergleichbar, weil ich dazu neige, zu schummeln und fünf gerade sein zu lassen. Mein Klavierlehrer ist da unerbittlich und macht mich auf jede Schluderei aufmerksam.

Ich würde zu Noten bzw. Unterrichtswerken, die ich nur von ein paar eingescannten Beispielseiten kenne, kein Urteil abgeben. Die Stärke von piano sight reading liegt in der Systematik und dem langsamen ausgeklügelten Fortschreiten in der Schwierigkeit, wobei alle Stückchen überschaubar kurz und sehr musikalisch sind. Einfach Querbeet irgendeine Originalliteratur verwenden ist doch etwas grundsätzlich anderes.

Viele Grüße Beate
 

fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.152
Reaktionen
9.344
Danke Bearbarba, Du hast auf den Punkt gebracht, worum es hier geht.
 
Uwe_Munich
Uwe_Munich
Dabei seit
5. Sep. 2008
Beiträge
63
Reaktionen
0
Hallo an alle,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich werde mir jetzt einfach mal jeden Tag (an dem ich übe :D) 10 Minuten den ersten Band vornehmen, mir das Stück erst anschauen und dann drauflosspielen.
Wenn ich duch bin sag ich Euch wie es gelaufen ist (falls ich nich vorher aufgebe ;)).

Gruß

Uwe
 
 

Top Bottom