Welches „Klavier" als „Übungsminimum“ für Anfänger?

  • Ersteller des Themas Melancholeriker
  • Erstellungsdatum

M
Melancholeriker
Dabei seit
17. Apr. 2009
Beiträge
3
Reaktionen
0
Hallo!

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, welche Art von Klavier - für mich - die sozusagen qualitative Untergrenze sei und würde euch nun gerne um euren Rat fragen.
Etwas zu mir: Ich habe keinerlei Klavier Erfahrungen, kann kaum Noten lesen und besitze bedauernswerter Weise nur ein billiges < 100€ Keyboard. An all diesen Sachen will ich nun aber aufgrund einer schon länger anhaltenden Begeisterung für Klaviermusik arbeiten. ;)
Aber: Ich nehme im Moment keinen Klavierunterricht und werde es auch in absehbarer Zukunft höchstwahrscheinlich nicht tun, da für mich die Stundenpreise für Klavierunterricht einfach zu hoch sind. Also bleibt mir im Moment nur Autodidaktik und Auswendiglernen recht einfacher Stücke übrig.
Gelegentlich bis selten "spiele" ich bei Bekannten auch mal an richtigen Klavieren und Flügeln. Ich finde es ist schon ein sehr arger Unterschied zwischen dem schweren aber sanft gleitenden Anschlag, dem harmonischen Klang und dessen Umfang eines echten Klaviers bzw. Flügels (schwärm) im Gegensatz zu meinem billigen Plastik Keyboard mit ganzen 61 Tasten, nervigen metallischen Sounds und Hintergrundgeräuschen sowie einem Anschlag, der eher als ein Wiederstandsloser Tastendruck gefolgt von einem sofortigen zurückschnappen der Plastikstäbchen zu beschreiben ist.
Da ich mir, wie gesagt, kein richtiges Klavier leisten kann, würde ich evtl. eine Klaviermiete bzw einen Mietkauf in Betracht ziehen. Allerdings tun sich bei mir jetzt Zweifel auf, ob dies überhaupt sinnvoll sei. Ich frage mich: Lohnt es sich für jemanden, der keinen Unterricht nimmt, auf einem echten Klavier zu üben? Kann man überhaupt auf so einem billigen Plastik Keyboard Erfolge erzielen? Würde ein Digitalpiano zum üben reichen? (Wobei ich gelesen habe die könnten nicht zwischen starken und schwächeren Tastendrücken unterscheiden.. Also Ton oder nicht-Ton, Zwischending gibt’s nicht.. Ist das so?) Kann man überhaupt ohne qualifizierten Lehrer etwas lernen? (Ich will nicht perfekt spielen können, Noten lesen und die gelesenen Sachen selber üben zu können würde mir schon reichen)

Bin auf eure Meinungen gespannt!

Gruß,
Melancholeriker
 
G
gubu
Guest
Meine Kurzantwort (bin aber kein "Experte"):
1. Klavierunterricht ist wichtig. Wer es ernst mit dem Klavierspiel meint, sollte 20-30 € aufbringen, um mindestens 1x im Monat eine Klavierstunde zu nehmen.

2. Ein Keyboard , wie Du es beschreibst, ist absolut ungeeignet.

3. Miete oder Mietkauf eines Klavieres ist ok. Wenn Du Dir unsicher bist, ist Miete , ggf. unter Anrechnung der Mietraten auf einen späteren Kauf, sogar besser, da Du Erfahrungen mit (anderen) Klavieren sammeln kannst, um "Dein" Klavier zu finden. Du wirst merken, dass die eigenen Ansprüche da schnell steigen....

4. Ein Digitalklavier ist besser als ein Keyboard. Was Du über den Anschlag von D.-Pianos schreibst, stimmt so nicht. Es gibt auch schon preiswerte D.-Pianos mit recht vernünftigem , einem akustischen Klavier ähnlichen Anschlag. Schau hier mal im Forum, es gibt dafür gute Empfehlungen.

5.Einen Rat für eine "qualitative Untergrenze" kann man schwer geben: Beim Digi siehe oben (Forum durchstöbern), beim akustischen Kavier kommt es auf das konkrete Instrument an. Wenn Du Kavierspieler in der Bekanntschaft hast, wirst Du sicher den einen oder anderen Rat bekommen bzw. stöberst durch verschiedene Klavierhäuser, um Dir zunächst einen Überblick zu verschaffen...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.837
Reaktionen
19.387
hallo,
informier Dich doch im Internet mal über die Mietkaufkonditionen bei Bechstein, falls ein Bechstin Centrum oder eine Vertretung in Deiner Nähe ist. Die bieten als günstigen Mietkauf ihre so genannten "Euterpe Klaviere" an, sogar mit "silent Elektronik" (sodass Du mit Kopfhörer üben kannst). So hättest Du sehr günstig ein mechanisches Klavier und die Möglichkeit, niemanden in der Nachbarschaft zu "stören".
was andere günstige Hersteller anbieten, weiss ich leider nicht.
Gruß, Rolf
 
M
Melancholeriker
Dabei seit
17. Apr. 2009
Beiträge
3
Reaktionen
0
1. Klavierunterricht ist wichtig. Wer es ernst mit dem Klavierspiel meint, sollte 20-30 € aufbringen, um mindestens 1x im Monat eine Klavierstunde zu nehmen.
Das wäre es mir natürlich auch wert, aber ich frage mich eher ob es mir was bringt so wenig und mit so großen Zeitspannen dazwischen Unterricht zu nehmen, ohne Zuhause adäquat (bzw. mit Keyboard garnicht) üben zu können.

4. Ein Digitalklavier ist besser als ein Keyboard. Was Du über den Anschlag von D.-Pianos schreibst, stimmt so nicht. Es gibt auch schon preiswerte D.-Pianos mit recht vernünftigem , einem akustischen Klavier ähnlichen Anschlag. Schau hier mal im Forum, es gibt dafür gute Empfehlungen.
Mit dem Anschlag meinte ich die billig-Keyboards so wie ich eins habe. Dass Digi-Pianos gewichtete Tasten haben hab ich auch gelesen, nur halt auch dass diese nicht zwischen leisen und lauten bzw. sanften und festeren Drücken der Tasten unterscheiden können. Eben nur an oder aus.

5.Einen Rat für eine "qualitative Untergrenze" kann man schwer geben: Beim Digi siehe oben (Forum durchstöbern), beim akustischen Kavier kommt es auf das konkrete Instrument an. Wenn Du Kavierspieler in der Bekanntschaft hast, wirst Du sicher den einen oder anderen Rat bekommen bzw. stöberst durch verschiedene Klavierhäuser, um Dir zunächst einen Überblick zu verschaffen...
Den Rat, durch viele Klaviergeschäfte zu ziehen und alles mal Probe zu spielen, hab ich hier auch schon oft gelesen. Ich habe nur Bedenken bei meiner Unwissenheit gute von schlechten Klavieren nicht unterscheiden zu können und nicht auf evtl. wichtige Details achten zu können. Außerdem besteht für mich dann immer noch die Frage, ob es denn überhaupt ein akustisches Klavier sein soll / muss / kann.
hallo,
informier Dich doch im Internet mal über die Mietkaufkonditionen bei Bechstein, falls ein Bechstin Centrum oder eine Vertretung in Deiner Nähe ist. Die bieten als günstigen Mietkauf ihre so genannten "Euterpe Klaviere" an, sogar mit "silent Elektronik" (sodass Du mit Kopfhörer üben kannst). So hättest Du sehr günstig ein mechanisches Klavier und die Möglichkeit, niemanden in der Nachbarschaft zu "stören".
was andere günstige Hersteller anbieten, weiss ich leider nicht.
Gruß, Rolf
Nachbarschaft und Lautstärke wären nicht das Problem, Mietkauf habe ich ja auch schon in Betracht gezogen. Ich frage mich halt nur ob es für mich überhaupt Sinn macht über ein mechanisches Klavier nachzudenken, ohne Grundkenntnisse o.ä. zu besitzen, oder ob das für einen blutigen Anfänger nicht "zuviel des Guten" sei.

Gruß,
Melancholeriker
 
.marcus.
.marcus.
Dabei seit
11. Apr. 2007
Beiträge
3.771
Reaktionen
1.263
[...]
Mit dem Anschlag meinte ich die billig-Keyboards so wie ich eins habe. Dass Digi-Pianos gewichtete Tasten haben hab ich auch gelesen, nur halt auch dass diese nicht zwischen leisen und lauten bzw. sanften und festeren Drücken der Tasten unterscheiden können. Eben nur an oder aus.
[...]
Gruß,
Melancholeriker
Digitalpianos können durchaus auch feine Abstufungen in der Dynamik realisieren. Wenn man den Klang des akustischen Klaviers und dessen Möglichkeiten nicht so genau kennt, klingt es eigentlich schon sehr nach "Klavier" :)

lg marcus
 
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.837
Reaktionen
19.387
Ich frage mich halt nur ob es für mich überhaupt Sinn macht über ein mechanisches Klavier nachzudenken, ohne Grundkenntnisse o.ä. zu besitzen, oder ob das für einen blutigen Anfänger nicht "zuviel des Guten" sei.

Gruß,
Melancholeriker

ganz im Gegenteil!!
mit einem "echten" Klavier kannst Du doch die Klänge differenzieren, und damit von Anfang an beginnen: hören wie das Instrument reagiert, wie Du darauf reagierst usw. - ein keyboard bietet Dir das nicht.
spaßig formuliert: man würde doch auch keinen Kajak im Gartenteich zu Wasser lassen :)
organisier Dir ein echtes, damit wirst Du viel mehr Freude haben!!! Garantiert!

liebe Grüße, Rolf
 
B
Bachopin
Dabei seit
5. Nov. 2008
Beiträge
2.475
Reaktionen
268
Hi Melancholeriker,
Dass Digi-Pianos gewichtete Tasten haben hab ich auch gelesen, nur halt auch dass diese nicht zwischen leisen und lauten bzw. sanften und festeren Drücken der Tasten unterscheiden können. Eben nur an oder aus.

vielleicht hast du da etwas in einen anderen Faden (Thread ;-) ) zum Abdämpfen des Tones beim Loslassen der Taste missverstanden. Da ging es aber nicht um das Anschlagen der Taste sondern um das Loslassen.

Zur Erklärung des Anschlagsverhalten von Digitalpianos:

Digitalpianos messen die erreichte Anschlagsgeschwindigkeit beim Drücken der Taste, also wie schnell die Taste gedrückt wurde.
Bei um so höherer (schnellerer) Anschlagsgeschwindigkeit geben sie einen um so lauteren Klavierklang (lauter eingespieltes, aufgenommenes Sample) wieder.

Mein Digitalpiano Preis/Leistungstip: Casio Privia PX-120.

Keyboard ist besser wie gar nicht spielen.
Digitalpiano ist besser wie ein Keyboard.
Gutes Klavier (>3000EUR neu) ist besser wie ein Digitalpiano

Gruß
 
D
DoctorGradus
Dabei seit
7. Sep. 2008
Beiträge
380
Reaktionen
0
Ich will nicht unbedingt in Frage stellen was hier über die Überlegenheit der Holzklaviere erzählt wird, aber vielleicht insofern einschränken als dass ein normales mechanisches Klavier eine Mechanik hat, die klemmen, quietschen und sich sonstwie verhalten kann und Holz und Saiten die empfindlich aufs Raumklima reagieren.

Ich sag das deswegen weil es einige Threads zu Problemen mit der Mechanik von Klavieren gibt und mir scheinen einige der "günstigeren" Klaviere drunter zu sein, die erworben wurden um ein organisches instrument zu bekommen.

Die unzulänglichkeiten eines Digitalpianos sind hingegen absehbar. Man weiß auf was man sich einlässt.
 
M
Melancholeriker
Dabei seit
17. Apr. 2009
Beiträge
3
Reaktionen
0
Wenn man den Klang des akustischen Klaviers und dessen Möglichkeiten nicht so genau kennt, klingt es eigentlich schon sehr nach "Klavier"

ganz im Gegenteil!!
mit einem "echten" Klavier kannst Du doch die Klänge differenzieren, und damit von Anfang an beginnen: hören wie das Instrument reagiert [...]

Und bei dem Punkt frage ich mich eben noch ob man direkt mit einem Akustik Instrument beginnen sollte, oder ob beim üben ein Digital Piano auch für die Zukunft ausreicht.
Die Silent Klaviere von Yamaha sehen ja allesamt sehr lecker und interessant aus, aber der Preis ist halt auch dementsprechend..
 
Guendola
Guendola
Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
10
Grundsätzlich reicht ein Digitalpiano aus, um Klavier zu spielen. Es kann im Prinzip alles, was auch ein akkustisches Klavier kann, nur nicht so gut. Wer behauptet, daß man mit Digitalpianos nicht nuanciert spielen kann, hat es vermutlich nie wirklich versucht, denn er glaubt ja eh nicht dran. Natürlich geht das! Es gibt sogar viele Klavierstudenten, die nichts besseres als ein Digitalpiano zum regelmäßigen Üben zur Verfügung haben.

Lediglich einen echten Schwachpunkt haben Digitalpianos: Der gleiche Ton zweimal in der gleichen Lautstärke angeschlagen, klingt immer gleich. Beim akkustischen Klavier oder Flügel wird der Ton härter oder weicher, je nachdem, wie man ihn anschlägt. Diese Feinheiten braucht ein blutiger Anfänger nicht, aber ich kann nicht sagen, ab wann es wichtig wird. Auf jeden Fall ist es eine Gestaltungsmöglichkeit, die dem Digitalpiano fehlt. Aber es ist auch eine Möglichkeit, die viele Pianisten einfach ignorieren, obwohl sie auf akkustischen Instrumenten spielen. Den "schönen" Anschlag haben sie zwar gelernt, aber sie achten auch darauf, diesen bei jeden einzelnen Ton einzusetzen. Im Übrigen ist es nicht ganz einfach, sich einen "schlechten" Anschlag anzugewöhnen, wenn man von Anfang an Klavierunterricht hat und als Hauptinstrument nicht Kirchenorgel spielt ;)

Mindestanforderungen für Digitalpianos und Stagepianos habe ich schonmal woanders formuliert. Andere elektronische Instrumente kommen nicht in frage. Die folgenden Punkte erinnere ich noch:

Gewichtete und anschlagdynamische Klaviatur mit vollem Tonumfang (nicht, weil man umbedingt 88 Tasten braucht aber kleineren Instrumenten gegenüber hege ich enormes Mißtrauen, die erscheinen mir eher als Spielzeug).

Vernünftige Kopfhörerausgänge (mindestens einer, besser zwei, falls man mal vierhändig spielen will oder der Lehrer nach hause kommt).

Für alle Instrumente gilt:

Ein Klang, dem man sich ohne zu zögern über längere Zeit aussetzen kann und der nicht so individuell ist, daß er einem nach einem halben Jahr zum Hals heraushängt.

Das Instrument sollte technisch in einwandfreiem Zustand sein.

Es sollte nicht mehr kosten, als man sich leisten kann und möchte (sonst treibt einen das schlechte Gewissen zum Üben und das ist keine gute Motivation).
 
R
Rina
Dabei seit
27. Juli 2008
Beiträge
21
Reaktionen
0
Da ich mir, wie gesagt, kein richtiges Klavier leisten kann, würde ich evtl. eine Klaviermiete bzw einen Mietkauf in Betracht ziehen.
Das ist in der ganzen Diskussion um die anderen Fragen glaube ich ein wenig untergegangen.
Prinzipiell kann ich mich eigentlich dem was bereits gesagt wurde nur anschließen. Klavierstunden sind wichtig, ebenso von Anfang an auf einem vernünftigen Instrument zu üben.
Da du jedoch nun sagst, dass für dich nur Miete bzw. Mietkauf in Frage kommen würde, gebe ich folgendes zu bedenken: Ich selbst stand vor etwa einem halben Jahr genau vor der selben Frage, Digital Piano oder "richtiges" Klavier. Ich habe mir dann in einem Musikhaus zunächst Klaviere und Digis im Vergleich vorspielen lassen (konnte damals auch noch nicht spielen, aber wollte eben anfangen) und mich über Preise, Konditionen und auch Mietkauf informiert. Dabei erfuhr ich, dass der Mietpreis für Klaviere und Digis dort gleich hoch ist (richtet sich nach dem Kaufpreis und geht dann natürlich bei teuereren Klavieren weiter in die Höhe als beim Digi, aber mein Budget war ohnehin gering) und zwar aus dem Grund, dass der Wertverlust bei Digital Pianos viel größer ist als bei einem Klavier. Bei den Digis kommen immer wieder neuere Modelle raus mit besserer Ausstattung, Funktionen etc. sodass es schnell mal "veraltet" ist und man nicht mehr den ursprünglichen Marktpreis erzielen kann. Bei nem Klavier ist dieser Wertverlust dagegen viel geringer. Daher würde ich mich an deiner Stelle mal informieren wo du ein Instrument mieten könntest und zu welchen Konditionen. Denn wenn der Mietpreis für Digi und "richtiges" Klavier gleich ist, wieso solltest du dann darauf verzichten das besserwertige Instrument zu spielen? ^^

Warst du denn schon mal in einem Klavierhaus oder zumindest Musikhaus um dich beraten zu lassen und dir einen Eindruck über die klanglichen Unterschiede zu machen? Ich kann nur wieder aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich war wie erwähnt zunächst in einem Musikhaus und habe dabei erkannt, dass ich mir definitiv kein Digital Piano holen werde, weil der Klang im unteren Preissegment für meine Ohren dem einer Blechdose gleicht. Modelle mit entsprechend besseren und originalgetreueren Samples (die für mich immer noch nach Blechdose klingen, aber wenigstens annehmbarer) kosteten dann schon wieder so viel, dass ich mir dafür auch ein "richtiges" Klavier kaufen konnte. Natürlich mag es Leute geben, für die das nicht so schlimm ist, aber wenn du ein gutes/sensibles (oder wie auch immer man es nun nennen will) Gehör hast, dann wirst du mit einem Digital Piano nicht glücklich. Da du bereits im Anfangspost auch so von den Unterschieden zwischen deinem Keyboard und den Klavieren/Flügeln, auf denen du schon spielen konntest, geschwärmt hast, denke ich, dass du das beherzigen solltest.

Ich denke am besten ist es, wenn du dich mal umhörst wo in deiner Nähe gute Klavierhäuser sind und dich dort mal beraten lässt. Damit ist ja noch lange nichts entschieden und du kannst dir so ein besseres Bild machen. Dabei kannst du dann auch selbst ausprobieren wie sich Digi und Klavier bzgl. Anschlag etc. verhalten - und natürlich auch gleich Informationen zu Miete und/oder Mietkauf einholen =).
 

Paderblues
Paderblues
Dabei seit
26. März 2009
Beiträge
93
Reaktionen
5
Moin,

es gibt trotzdem Argumente auch für E-Pianos, z.B. dass man mitten in der Nacht üben kann, und man es, wenn es keine Home-Modell ist, mitnehmen kann.

Das Thema der Artikulation ist relativ, weil es von der (Preis-)Klasse abhängt. Modelle wie das MP8 von Kawai oder ein Clavia Nord Stage können zwar im Spielgefühl mit einem richtigen Klavier nicht mit halten, verfügen aber schon über eine breite Palette von unterschiedlicher Reaktion auf Anschlagvarianten. Nur ist meine "Ideal-Kombination" eher gewöhnungsbedürftig: Döpfer PK88 Masterkeyboard und Pianoteq auf einem PC: obwohl, oder weil PTQ modelliert, reagiert es für eine Software verdammt feinfühlig auf Artikulation.

Aber ich hätte auch lieber "mein" 122er Seiler zuhause ... :-)

Rainer
 
Kulimanauke
Kulimanauke
Dabei seit
27. Feb. 2008
Beiträge
1.449
Reaktionen
2
Hallo, Melancholeriker!
grundsätzlich ist hier schon wieder alles gesagt.

Bei deiner vorsichtigen Herangehensweise, die ich gut voll nachvollziehen kann, tendiere ich auch zu der Meinung von Guendola.
Es wäre schön, wenn du das Wort Üben in Spielen umsetzen kannst. Üben klingt immer so nach nie Ankommen, auch im gewissen Sinne sich selbst Herabwürdigen, Zurückstellen. Das hat niemand nötig, der sich mit Lust und Freude an ein Instrument setzt. Dein Bedürfnis und dein Wille zum Spielen erheben dich durch die Musik. Bau dir da ja keine Bremse ein.
Würde ein Digitalpiano zum üben reichen?
Zum Spielen und Musizieren auf jeden Fall. Und wenn du es hast, dann wirst du deine Erfahrungen machen und Dinge im Licht erkennen, die dich jetzt noch zweifeln lassen, wohin deine Reise geht.

Zaudere nicht zu lange. Sonst kommst du nicht zum Spielen. ;)

Viel Glück!
kulimanauke
 
D
Debbie digitalis
Dabei seit
3. Apr. 2009
Beiträge
1.433
Reaktionen
2
Grundsätzlich reicht ein Digitalpiano aus, um Klavier zu spielen. Es kann im Prinzip alles, was auch ein akkustisches Klavier kann, nur nicht so gut. Wer behauptet, daß man mit Digitalpianos nicht nuanciert spielen kann, hat es vermutlich nie wirklich versucht, denn er glaubt ja eh nicht dran. Natürlich geht das! Es gibt sogar viele Klavierstudenten, die nichts besseres als ein Digitalpiano zum regelmäßigen Üben zur Verfügung haben.

Hallo Guendola,
hallo liebe Leute im Forum,

ich zitiere hier nur mal den Anfang von Guendolals Beitrag, der einfach großartig ist und mir als Spieler eines bescheidenen Casio-Digitalpianos vollkommen aus dem "Tastenherz" spricht.

Digitalpianos sind wirklich nicht so schlecht, wie ihr Ruf hier im Forum, das kann ich nur bestätigen!! Näheres könnt ihr in Guendolas ausführlichem Beitrag nachlesen!

Zwar beneide ich auch alle von euch (das gebe ich hier zu!), die kürzlich gediegene akkustische Klaviere bzw. Flügel erworben haben und/oder restaurieren ließen und nun das Spiel auf diesen wunderschönen Instrumenten genießen. Aber dieser Neid ist positiv gemeint, keine Missgunst!

Zum Digi-Piano ist jedenfalls aus meiner Sicht zu sagen, dass es manchmal auch gar nicht so schlecht ist, wenn man mit bescheideneren Möglichkeiten auskommen muss. So habe ich kürzlich ein ganz langsames Adagio geübt, bei dem das Legato besonders wichtig war, aber auf meinem Digi nicht so das hundertprozentig das gewünschte Ergebnis erbrachte. Danach habe ich es auf dem Klavier eines mir bekannten Klavierlehrers mal gespielt - und siehe da, es klang auf einmal ganz toll! Ihr lernt also auch am Digi-Piano!

Ebenso beneide ich (im positiven Sinn) alle, die bereits im Besitz eines gediegenen akkustischen Instruments sind und Klaviermacher anreisen lassen, um das Schätzchen nun vom Meister seinen Eigenarten gerecht stimmen zu lassen. Aber ich sage mir: Wartet ab, mein Klavier (oder Flügel) kommt auch noch, zwar nicht dieses oder nächstes Jahr, aber irgendwann danach und ich hoffe, dass Klaviermacher dann immer noch auf Stimmtournee durch Deutschland geht und das schöne Rheinland nicht verschmäht!

Jedenfalls werde ich in Anbetracht zweier Töchter, die in Kürze jeweils ein teures Studium aufnehmen werden und eines Sohnes, der zwei Jahre später ebenfalls zum Studi wird, meinen Klavierwunsch noch etwas zurückstellen müssen - da helfen auch keine recht gut verdienende bessere Hälfte und keine selbst verdienten Euros!

Dennoch werde ich demnächst mal - die Fäden zum Klavier- bzw. Flügelkauf bzw. zu deren Restauration haben mich dazu inspiriert - in die Pianohäuser ausschwirren und mich zwar nicht gleich in ein Instrument verlieben, aber schon mal ein bißchen flirten und sehen, was mir da so entgegenkommt...

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
Sesam
Sesam
Dabei seit
11. Feb. 2007
Beiträge
1.935
Reaktionen
286
Dennoch werde ich demnächst mal - die Fäden zum Klavier- bzw. Flügelkauf bzw. zu deren Restauration haben mich dazu inspiriert - in die Pianohäuser ausschwirren und mich zwar nicht gleich in ein Instrument verlieben, aber schon mal ein bißchen flirten und sehen, was mir da so entgegenkommt...

Du spielst mit dem Feuer!! Wenn das ma keinen Liebeskummer gibt....
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.172
Reaktionen
9.381
ich hörs schon bruzzeln... Marge, das wird gefährlich. Und, um die Flamme zu schüren: Ein selbstfinanziertes Studium motiviert und macht stolz - trotz Gemaule! :D
 
D
Debbie digitalis
Dabei seit
3. Apr. 2009
Beiträge
1.433
Reaktionen
2
Hallo fisherman,

alle Klavierbegeisterung in Ehren - aber ein selbstfinanziertes Studium ist so rosig nun doch nicht!

Habe selbst mein Studium nebenberuflich durchgezogen - das zieht die Sache ziemlich in die Länge - und hatte dann noch das Vergnügen, Examen und Diplomarbeit zu absoliveren, als ich bereits Mutter von zwei Kleinstkindern war. Finde dieses Modell eigentlich nicht besonders empfehlenswert! Lieber mal drei vier Jahre lang das Studium stramm durchziehen und all die anderen Sachen (wie Geldverdienen, Familie, Klavierspielen später) - ist jedenfalls meine Erfahrung!

Weitere Infos zu meinen Klavierkaufabsichten später!


Nächtliche Grüße


Debbie digitalis
 
Guendola
Guendola
Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
10
Ich werde jetzt mal etwas sehr grundsätzliches zur Instrumentenauswahl behaupten, was bisher von uns allen nicht angesprochen wurde und vielleicht auch den Stolz des einen oder anderen angreift.

Das wichtigste ist immer noch, für wen das Instrument ausgewählt wird. Man sollte sich nichts vormachen, es gibt Menschen, die gute Voraussetzungen zum Musizieren haben und andere, die größte Anstrengungen vollbringen müssen, um vielleicht mal einen Blumentopf zu gewinnen.

Wer das Glück hat, zur ersten Gruppe zu gehören, braucht für den Anfang kein großartiges Instrument, sondern nur das nötige Handwerkszeug, dessen Möglichkeiten er dann so weit wie möglich ausreizen wird. Die Ansprüche an das Instrument werden im Laufe der Zeit steigen und dann weiß dieser Mensch selbst am besten, was er benötigt. Es spricht also nichts gegen ein Digitalpiano für den Einstieg. Aber man sollte sich auf größere Ausgaben in der Zukunft einstellen.

In der zweiten Gruppe sieht es etwas anders aus, da ein Teil der Motivation sicherlich aus dem Instrument kommt. Und wenn das Instrument zu simpel ist, fällt es vermutlich schwer, gewisse grundlegende Dinge zu lernen, denn die fehlenen Anlagen müssen ja alle "eingespeist" werden. Ich kann mir vorstellen, daß ein Klavier der Mittelklasse hier das beste ist. Flügel sind schon wieder zu heikel, weil sie nicht so fehlertolerant sind. Man muß bedenken, daß hier meistens das Üben, "Trällern" (nicht abfällig gemeint) und Fantasieren die eigentlichen Ziele sind.
 
 

Top Bottom