Welche Regeln zum Mitspielen : Jazz Jam Session


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Flieger
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Ist das nicht langweilig? Diese Fantasielosigkeit vieler Jazzer

Wieso langweilig? Dann weiß man wenigstens, wann man dran ist. Ein bisschen Koordination muss schon sein.
Oder sollen die Jazzer auch spontan die Akkordfolgen ändern? Ist ja langweilig, beim gleichen Standard immer dieselben Harmonien zu spielen...
Nein, wenn etwas ohne Absprache funktionieren soll, und vor allem, wenn sich die Leute kaum kennen, muss es eine Grundstruktur geben.

PS: Ja, ich weiß, dass es so etwas wie Reharmonisierung gibt. Aber halt nicht spontan beim Improvisieren in der Gruppe.
 
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Marlén
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Wieso langweilig? Dann weiß man wenigstens, wann man dran ist. Ein bisschen Koordination muss schon sein.
Bei einer offenen Session habe ich ja auch noch ein gewisses Verständnis dafür. Aus den von dir genannten Gründen. Trotzdem finde ich es langweilig anzuhören und man könnte ja auch mal andere Absprachen treffen. Dauert nur eine Minute. Warum muss z.B. immer auch noch der Allerletzte unbedingt einen Chorus Solo spielen? Z.B. der Kontrabassist, der oft nichtmal die Töne trifft? Frei nach Karl Valentin: "es wurde alles gesagt, aber noch nicht von jedem". :005:

Überhaupt kein Verständnis habe ich mehr dafür, wenn der gleiche Trott auf Konzerten abgespult wird und man dafür auch noch zahlen soll.
 
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Flieger
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Ich war der Meinung, es ginge hier um Jam Sessions.

@ Konzerte: Das ist dann halt die "U-Musik des Jazz", verkauft sich besser. Deswegen ist das Angebot größer. Aber es gibt auch Bands / Gruppen, die etwas Neues machen.
Es kann sich also jeder das anhören, das er gerne möchte.
 
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Marlén
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Ich war der Meinung, es ginge hier um Jam Sessions.
Ja, schon richtig. Meine Beobachtung war, daß sich da i.d.R. gewisse Alphamännchen durchsetzen und die bleiben gern in ihrem Trott, auch weil sie da "brillieren" können. Denn das haben sie genau so eingeübt. Wer da mal kreativere Vorschläge macht, hat dann wahlweise "keine Ahnung" oder wird in Kenntnis gesetzt, daß man das "schon immer" so gemacht hat oder schließlich nicht "jeder daherkommen" könne. Also Platzhirschgehabe, wie man es aus jedem Büro kennt. :005:
 
cwtoons
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Jazzsession geht einfach.

Ich habe vor ungefähr vierzig Jahren in der Kölner Muho eine Session von zwei Jazzgitarristen aus der DDR erlebt.

Ich war eigentlich bis dahin immer der Meinung, Jazzgitaristen kann es eigentlich in der DDR überhaupt nicht gehen, genauso wenig wie Eisbären in der Sahara....nun ja. Da kam also ein Typ, der erwartungsgemäß nicht Gitarre spielen konnte, mit einem anderen Typ, der auch nicht Gitarre spielen konnte, auf die Bühne und verkündete, dass sie aus der Jazzhochburg DDR kämen. Und schon gab es Beifall. Ich glaube, in den Siebzigern glaubten die meisten Westdeutschen, die DDR wäre einTeil von Sibirien oder so. Der Beifall ermutigte die zwei Vögel, mit dem Malträtieren ihrer Instrumente zu beginnen.

Mutig und schmerzfrei waren die beiden bestimmt. Die Katastrophe nahm ihren Lauf. Das Realbook war damals noch nicht erfunden, aber selbst wenn, ich glaube, es hätte nur gestört. Das Ganze klang, als würde ein Plattenspieler mit 1000 Umdrehungen abgespielt.

CW
 
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Johannes85atclavio
Johannes85atclavio
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Hast du dich überhaupt schonmal mit Musik abseits ausnotierter E-Musik (ich habe immer noch kein besseres Wort dafür) befasst?

Das Realbooks enthält Lead-Sheets.
Ja ich versuche es mit bisschen Grundlagen und Harmonielehre. Benutzt du auch schon mal Lead-Sheets und bringst dann deine eigene Komplexität / dein Können mit rein?
 

Häretiker
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Gegen einen Alphornjazzer hast du nix zu lachen!

Dass musst Du aber ein anderes Mundstück drauprökeln ("Auch mit der Länge des Saxophons kann man beeindrucken.")

BTW, mein Saxophonlehrer spielte auch Basssax.

Und dann wäre noch dieser Feingeist am Kontrabasssax:

hqdefault.jpg


Grüße
Häretiker
 
Demian
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Ja ich versuche es mit bisschen Grundlagen und Harmonielehre. Benutzt du auch schon mal Lead-Sheets und bringst dann deine eigene Komplexität / dein Können mit rein?
Hast du schonmal Popsongs mit Dreiklängen begleitet? Damit würde ich an deiner Stelle starten. Dreiklänge bilden die Basis für Vierklänge, auf denen wiederum Jazzakkorde (häufig Fünfklänge) aufbauen. Mach' dich erstmal generell mit der patternbasierten Begleitung von Melodien der Leadsheets vertraut. Und im nächsten Schritt (aber vielleicht auch jetzt schon) ist ein Jazzpiano-Lehrer nötig.
 
Häretiker
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ja, ich hätte schreiben sollen: "mit der Länge des Horns". Das ist allgemeingültiger.

Dann hätte Eliana Burki gewonnen beim Schwanzvergleich. Äh, Moment ...

Fun Fact:
Saxophon ist zum größten Teil aus Metall, aber ein Holzblasinstrument.
Alphorn ist meistens aus Holz, aber ein Blechblasinstrument.

Im Ernst:
Ich wollte mich auch mal nach Jam-Sessions umschauen. Aber Alpha-Gepose kann ich nicht ab, trotz großem Horn.

Grüße
Häretiker
 
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Marlén
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Ich wollte mich auch mal nach Jam-Sessions umschauen. Aber Alpha-Gepose kann ich nicht ab, trotz großem Horn.
Bei mir um die Ecke wurde jahrelang wöchentlich eine Session veranstaltet. Da wurde immer eine Band eingeladen, die erst eine knappe Stunde gespielt hat. Manchmal unglaublich gute Profis. Der Organisator hatte gute Kontakte weltweit. Danach wurde die Bühne geöffnet. Dann bin ich nach kurzer Zeit meist verschwunden... :musik018:
 
Sven
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Ja ich versuche es mit bisschen Grundlagen und Harmonielehre. Benutzt du auch schon mal Lead-Sheets und bringst dann deine eigene Komplexität / dein Können mit rein?

Ich mache keinen Jazz, habe aber früher in einer Rock-Band Gitarre gespielt und im Pop/Rock-Kontext auch mit anderen Leuten gejammt.

Was Jazz am nächsten kam war wahrscheinlich 12-Bar-Blues auf e bis zum Abwinken. Da sind die Harmonien klar, jeder (auch die Begleitung) kann sich austoben, und klar: Sein Können lässt man da nicht weg.
Aber Können besteht eben nicht in Noten/Stunde, sondern eher in Pausen und der einen gezielten Note, die die ganze Chose jetzt braucht. Das kann auch mal ein einsamer Boomer-Bend sein ;-)

Von Musiktheorie und richtiger Probenarbeit wie im Orchester hatte damals außer mir in meinem Umfeld übrigens nur ein anderer Gitarrist noch einen Schimmer.
Wichtig sind Musikalität, Hör- und Spiel-Erfahrung und vor allem: Zuhören.

Was dem Spielen nach Lead-Sheets am nächsten kommt, ist wahrscheinlich das allgegenwärtige spontane Begleiten von Liedern mit Akkord-Buchstaben am Text. Das macht doch auch jeder so ausgefeilt, wie's das Können und der Mut hergeben. Und was man vom Original im Ohr hat, baut man halt ein oder ist selbst kreativ.
 
Rheinkultur
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