was sind obertöne?

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bechode

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hallo
mein musikleher hat dann ma ein paar töne aufm klavier gespielt und man hörte noch einen höheren ton mitklingen und er sagte dass dies obertöne seien. nun ich soll ein referrat in musik über obertöne halten :cry: . nun hab ich schon kräftig gegoogelt aber sogar bei wikipedia finde ich es nicht besonders gut erklärt. also dass das teiltöne vom gesamten ton sind so weit bin ich schon :? aber wie diese "entstehen" und die angegebenen verhältnisse(von was auch immer) und das das ganze eine logarithmusfunktion ergeben soll und so verstehe ich nicht wirklich :oops:
ich hoffe jemand von euch kennt sich da besser aus als ich und es mir in ein paar sätzen vllt erklären kann
 

hab gelesen dass der ton a` zu 440Hz gestimmt wird. wo ist dieses a? das erste?
 

Eingestrichene Oktave 8)
 
Bauchknöpfchen- oder Schlüsselloch-C. (Wenn du nicht wie unser verschollener Tagebuchautor Dave Thurmann mit dem Hocker an der Klaviatur entlang wanderst. :wink: )
 
danke!
wenn ich das richtig verstanden hab ist das also die ganz normale oktave in der mitte oder?
 
Jenau! Nach rechts geht's dann weiter mit der zwei-, drei- , x-gestrichenen und nach links mit der Kleinen, der Großen und der Kontraoktave.
 
Danke. Darauf genehmige ich mir jetzt eine eingestrichene (mit Kalbsleberwurst) Stulle 8)
 
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  • #10
Und ich streiche den Dank ein.
 
  • #11
Mir hst sich eine Frage zum Verhältnis von Dur und Moll im Bezug auf die Obertöne aufgetan: In der Obertonreihe erklingt die große Terz im Gegensatz zur kleinen Terz bereits sehr früh und damit relativ dominant, Das bedeutet doch, dass ein Molldreiklang aufgrund der Reibung mit dem vierten Oberton (große Terz) per se latent „unreiner“ bzw. dissonanter klingen müsste als ein Durdreiklang oder?
 
  • #12
Völlig korrekt. Im 16. bis frühen 18. endeten daher viele Stücke in Molltonarten mit dem Durakkord auf dem Grundton, damit der Schlussakkord konsonanter klingt. Das Phänomen heißt (völlig unpassend) in der Musiktheorie "Picardische Terz".
 
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  • #13
Im 16. bis frühen 18. endeten daher viele Stücke in Molltonarten mit dem Durakkord auf dem Grundton, damit der Schlussakkord konsonanter klingt.
Der Grund für die picardische Terz ist sicher nicht, dass „der Schlussakkord konsonanter klingt“. In den meisten damals verwendeten Stimmungen jenseits der Mitteltönigkeit sind die großen Terzen so groß, dass man kaum noch von Konsonanzen sprechen kann. Diese unerwartete Verschärfung des Klangs war beabsichtigt, nicht eine irgendwie geartete „Abmilderung“ der Mollterz.
Woher der Begriff „picardische Terz“ kommt, ist nicht ganz klar. Allerdings bedeutet im Altfranzösischen der Begriff tierce picarde zufälligerweise nichts anderes als geschärfte Terz.
 
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  • #14
Doch, der Grund war tatsächlich, dass der Durakkord konsonanter klang - und das war gerade in den Stimmungen, die im 16. bis frühen 18. Jahrhundert verwendet wurden, besonders ausgeprägt der Fall. Denn die verwendeten Tonarten beschränkten sich in der Regel auf die Schlusstöne C, D, E, F, G, A, und deren Durterzen wurden in allen damaligen Stimmungen besonders rein gehalten; dafür wurden die Durterzen insbesondere auf As, Cis und Fis, in geringerem Maße auch auf H vergrößert und unreiner gemacht als heute in der Gleichstufigen Temperierung. In den sogenannten Wohltemperierten Stimmungen ab dem späten 17. Jahrhundert waren diese Terzen "pythagoreische Terzen" (aus 4 reinen Quinten bestehende Terzen), die als gerade noch erträglich galten. In der mitteltönigen Stimmung und ihren Abarten waren diese Terzen noch sehr viel größer, und daher völlig unbrauchbar; sie wurden als "Wolfsterzen" bezeichnet, weil sie "heulen wie Wölfe". Ein Überblick über die Geschichte der Stimmungen und die Größe der Intervalle in den verschiedenen Stimmungen gibt es auf dieser Website: https://www.walcker-stiftung.de/Orgelstimmungen.html
 
  • #15
Auch wenn der historische Kontext und die Entwicklung unserer heute gebräuchlichen Stimmungen wirklich interessant ist, glaube ich nicht, dass das jemandem weiterhilft, der ohne große Ahnung ein Referat zum Thema Obertöne" halten soll.

Viel interessanter wäre da zum Beispiel, die Frage, was verstärkte bzw. abgeschwächte Obertöne für Wirkungen haben. Die Unterschiede in der Formantenstruktur sind nämlich dafür verantwortlich, dass Oboen klingen, wie Oboen und Querflöten wie Querflöten.
Der ganz bestimmte Klang eines Instrumentes (einer Instrumentengattung) ist oft davon abhgängig, welche Obertöne der Grundschwingung durch die Konstruktion verstärkt oder abgeschwächt werden und wie schnell/langsam das geht.
Meiner Meinung nach einer der interessantesten Aspekte dieses Themas.

@bechode
Wer auf der Gitarre Flaggeoletts erzeugt, der weiß (hoffentlich), dass er die freischwingende Länge der Saite entweder halbiert (Oktave). drittelt (Quinte) oder viertelt (2. Oktave)) und dass es ab einer Fünfteilung (gr. Terz) schon recht harten Anschlag braucht, um den Ton hörbar zu machen.

An der Gitarre können also zwei grundlegende Dinge demonstriert werden.

1. Die Obertonreihe ... mit etwas Glück und Übung sogar bis zur Septim rauf (aber die ist schon echt hart zu treffen).
Leere A-Saite - Grundschwingung (110hz).
Flaggeolett über dem 12. Bundstäbchen - 1. Oberton (Oktave - 220hz).
Flaggeolett über dem 7. Bundstäbchen - 2. Obverton (Quinte - 330hz)
F. über dem 5. BS - 3. Oberton (2. Oktave - 440hz).
F. in der Nähe des 4. BS - 4. Oberton (gr. Terz 550hz).
F. in der Nähe des 3. BS - 5. Oberton (Quinte 660hz).
Im Grunde kann man das weiter spielen, bis man den menschlichen Hörbereich verlässt.
An den hz-Zahlen kann man das Konstruktionsprinzip sehen - es kommt immer die Grundschwingung dazu.
Anfängerfehler: Will man die Saite abstoppen (mute) dann klappt das an obigen Stellen nicht wirklich, weil der entsprechende Oberton stehen bleibt.

2. Je höher man in der Obertonreihe kommt, desto leiser werden die Obertöne bzw. desto härter muss man die Saite anschlagen, damit man den Ton hört.

Die Theorie dahinter ist etwas Physik.
Man stelle sich die Saite als Springseil vor.
Das hat zwei Fixpunkte (die Enden) und schwingt als ganzes mit der maximal möglichen Amplitude (Ausschlag).
Fixiert man das Seil in der Mitte, entsteht ein "Schwingungsknoten".
Nun gibt es drei Fixpunkte und zwei Schwingungen ... die Frequenz hat sich verdoppelt und die Amplitude halbiert.
Genau das passiert, wenn man auf einer Gitarre den Finger über dem 12. Bundstäbchen auf die Saite legt, ohne sie aufs Griffbrett zu drücken. Der Finger erzeugt einen Schwingungsknoten, die Saite wird durch diesen halbiert und schwingt dann "doppelt" ... doppelte Frequenz = Oktave.
Gleichzeitig ist die verkürzte Saite aber auch nicht mehr zu der gleichen Amplitude fähig, wie die ganze ... deswegen werden Obertöne nach oben immer leiser.


Willst du noch ein bisschen Musik hören lassen, die Obertöne benutzt oder nur aus ihnen besteht) dann suche nach netten Aufnahmen einer "Wind-" oder "Äolsharfe". Hier macht der Wind die Schwingungsknoten UND gibt den Impuls (Anschlag) und was dabei herauskommt, ist manchmal ziemlich schräg ... aber es sind alles Obertöne der gleichen Grundschwingung, denn alle Saiten der Windharfe sind auf den selben Ton gestimmt.
Trotzdem erzeugt das Teil "Harmonien" ("Mehrklänge" trifft es einfach besser), die man in keinem Konzertsaal zu hören bekommt (was manchmal garnicht so schlimm ist).
 
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  • #16
@DerOlf
Ich wollte keinen neuen Faden für meine eine kleine Frage eröffnen, deshalb habe ich diesen gekapert. Das Ursprungsthema ist ja schon 20 Jahre alt.
 
  • #17
Ups ... garnicht gesehen, dass der Faden schon so Asbach ist ... naja ... das Referat ist dann wahrscheinlich schon lange Geschichte.

Aber auch du hast ja eine Antwort bekommen.

Ich hätte dir wohl geschrieben, dass die gr. Terz eben der 4. Oberton ist, die kl. Terz aber erst der 8. oder 9. (da bin ich mir nichtmal ganz sicher).

Geht man davon aus, dass alle Obertöne in der Grundschwingung vertreten sind, dann wird sich diese Spektrum viel eher mit der kl. Terz einer "unreinen" Stimmung beißen, als mit der gr. Terz.
Ausserdem kann man so glauben, der Grundton wäre an sich schon "eher Dur als Moll".

Aundererseits hat man sich historisch auch etwas "hoch gearbeitet" ... es hat schon Jahrhunderte gedauert, bis am Ende eines Stücke statt einer Oktave oder Prim auch mal eine Quint OK war ... bis zur gr. Terz hats dann nochmal etwas gedauert.
Es ist das Ende .. und da war lange absolute Reinheit angesagt.

Scherz am Rande: Versuch mal aus einem Blechblasinstrument ohne Ventilsystem eine kleine terz rauszuquetschen.
Septim und 3. Oktav sind schon hart (und die Septim ist obendrein noch viel zu tief für moderne Ohren) ... aber du musst nicht nur bis zur None sondern noch einen Partialton weiter.
 
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