Was ist so toll an... Beethoven?

L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
Anknüpfend an einige ähnliche Fäden zum Thema "Was ist so toll an"... Bach, Bartok etc... möchte ich dieselbe Frage mal in Bezug auf Beethoven stellen.

Nicht dass ich irgendwelche anspruchsvollen Sachen von Beethoven spielen könnte. Aber mir ist es bislang weder beim Spielen einfachster Anfänger-Stücke, noch beim Hören von Beethovens Klaviersonaten oder anderer seiner Werke gelungen, diese Sachen zu schätzen.

Ehrlich gesagt, die Stimmung dieser Musik empfinde ich meistens sogar als bedrückend oder anstrengend (aber eher im "klebrigen" - nicht im interessanten Sinn). Die Klaviersonaten/-stücke teilweise sogar nervig. :-(

Mich würde aber interessieren, ob es vielleicht einen Zugang zu dieser Musik gibt, den ich bislang übersehen habe...
Vielleicht habe ich etwas verpasst?
Oder ist das Eurer Meinung nach reine Geschmacksache? (Vielleicht habe ich auch zu oft Clockwork Orange geschaut...)

LG LoMo
 
K

kalessin

Guest
Wenn du nicht siehst, wie geil Beethoven ist, ist dir nicht zu helfen. Sorry. :-D

Naja, mal im Ernst... ich denke, fast jeder hat Komponisten, die er trotz unbestreitbarer Wichtigkeit nicht "mag". Mir geht das mit Mozart so: Mozart war zu seiner Zeit das, was man heutzutage einen Superstar nennen würde, und vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich seine Musik immer unbewusst als verkitscht, begrenzt kreativ und ansonsten eher aufdringlich, anstrengend empfunden habe. Ich weiß auf intellektueller Ebene, dass Mozart nicht ohne Grund als einer der ganz "Großen" gesehen wird... aber Psychologie halt. Ich mag ihn nicht, Punkt.

Was mich an Beethoven immer gereizt hat, ist dass er manchmal mit überraschend minimalen Mitteln überraschende Ergebnisse erreicht. Generell hat er sehr oft "neues" probiert. Nicht umsonst wird er gelegentlich auch als Wegbereiter der Romantik bezeichnet. Stücke wie die Mondscheinsonate (so kitschig die ja sein mag) zeigen auch, dass Beethoven allzu starre Regeln in puncto Form und Tonalität mit Erfolg gelegentlich schlicht ignorierte. Gerade der erste Satz der erwähnten Sonate Nr. 14 besitzt über weite Strecken kein echtes tonales Zentrum und "mäandert" beinahe in der Gegend herum: und war schon zu Lebzeiten trotzdem eines der populärsten Beethoven-Stücke. Beethoven hatte es halt irgendwie doch drauf. ;-)
 
40er

40er

Dabei seit
9. Jan. 2013
Beiträge
4.172
Reaktionen
2.579
Beethoven würde ich als musikalisches Genie bezeichnen.
Sein Schaffen und Können steht völlig ausserhalb unserer Kritik.

Seine Musik ist Geschmackssache wie jede andere auch.

Einfach nur genial wie er in nicht leichten Zeiten, mit bescheidenen technischen Hilfsmitteln zur damaligen Zeit und noch dazu zu seiner Hörbehinderung so etwas auf die Beine stellen konnte.

Ich würde ihm beim Schaffen gerne mal über die Schulter schauen können oder eine Probestunde bei ihm haben wollen. Wer erfindet die Zeitmaschine?
 
Destenay

Destenay

Dabei seit
10. Dez. 2010
Beiträge
9.212
Reaktionen
6.498
Anknüpfend an einige ähnliche Fäden zum Thema "Was ist so toll an"... Bach, Bartok etc... möchte ich dieselbe Frage mal in Bezug auf Beethoven stellen.

Nicht dass ich irgendwelche anspruchsvollen Sachen von Beethoven spielen könnte. Aber mir ist es bislang weder beim Spielen einfachster Anfänger-Stücke, noch beim Hören von Beethovens Klaviersonaten oder anderer seiner Werke gelungen, diese Sachen zu schätzen.

Ehrlich gesagt, die Stimmung dieser Musik empfinde ich meistens sogar als bedrückend oder anstrengend (aber eher im "klebrigen" - nicht im interessanten Sinn). Die Klaviersonaten/-stücke teilweise sogar nervig. :-(

Mich würde aber interessieren, ob es vielleicht einen Zugang zu dieser Musik gibt, den ich bislang übersehen habe...
Vielleicht habe ich etwas verpasst?
Oder ist das Eurer Meinung nach reine Geschmacksache? (Vielleicht habe ich auch zu oft Clockwork Orange geschaut...)

LG LoMo

mehr als peinlich, was hier zu lesen ist ! :puh::puh::puh:
 
Destenay

Destenay

Dabei seit
10. Dez. 2010
Beiträge
9.212
Reaktionen
6.498
Beethoven würde ich als musikalisches Genie bezeichnen.
Sein Schaffen und Können steht völlig ausserhalb unserer Kritik.

Seine Musik ist Geschmackssache wie jede andere auch.

Einfach nur genial wie er in nicht leichten Zeiten, mit bescheidenen technischen Hilfsmitteln zur damaligen Zeit und noch dazu zu seiner Hörbehinderung so etwas auf d ie Beine stellen konnte.

Ich würde ihm beim Schaffen gerne mal über die Schulter schauen können oder eine Probestunde bei ihm haben wollen. Wer erfindet die Zeitmaschine?

zum Glück für Dich gibt es diese Zeitmaschine nicht:denken::-|;-)
 
Destenay

Destenay

Dabei seit
10. Dez. 2010
Beiträge
9.212
Reaktionen
6.498
Wenn du nicht siehst, wie geil Beethoven ist, ist dir nicht zu helfen. Sorry. :-D

Naja, mal im Ernst... ich denke, fast jeder hat Komponisten, die er trotz unbestreitbarer Wichtigkeit nicht "mag". Mir geht das mit Mozart so: Mozart war zu seiner Zeit das, was man heutzutage einen Superstar nennen würde, und vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich seine Musik immer unbewusst als verkitscht, begrenzt kreativ und ansonsten eher aufdringlich, anstrengend empfunden habe. Ich weiß auf intellektueller Ebene, dass Mozart nicht ohne Grund als einer der ganz "Großen" gesehen wird... aber Psychologie halt. Ich mag ihn nicht, Punkt.

Was mich an Beethoven immer gereizt hat, ist dass er manchmal mit überraschend minimalen Mitteln überraschende Ergebnisse erreicht. Generell hat er sehr oft "neues" probiert. Nicht umsonst wird er gelegentlich auch als Wegbereiter der Romantik bezeichnet. Stücke wie die Mondscheinsonate (so kitschig die ja sein mag) zeigen auch, dass Beethoven allzu starre Regeln in puncto Form und Tonalität mit Erfolg gelegentlich schlicht ignorierte. Gerade der erste Satz der erwähnten Sonate Nr. 14 besitzt über weite Strecken kein echtes tonales Zentrum und "mäandert" beinahe in der Gegend herum: und war schon zu Lebzeiten trotzdem eines der populärsten Beethoven-Stücke. Beethoven hatte es halt irgendwie doch drauf. ;-)
Mozart zu verstehen erfordert Reife, warte mal ab :-)
 
alibiphysiker

alibiphysiker

Super-Moderator
Mod
Dabei seit
25. Feb. 2013
Beiträge
1.366
Reaktionen
2.885
Und meines Erachtens hat Mozart auch Kitsch geschrieben, er musste sich halt vermarkten (siehe z.B. seine Kroenungskonzerte). Ich mochte Mozart frueher auch nicht wirklich, das lag aber hauptsaechlich daran, dass ich mich nicht ausreichend mit ihm beschaeftigt habe. Sein c-moll Klavierkonzert, seine e-moll violinsonate, seine 41. Symphonie z.B. finde ich einfach toll.

Und zu Beethoven, da enthalte ich mich lieber. Ich schaetze ihn zu sehr, als dass ich diesen Post jetzt guten Gewissens ernst nehmen kann :P . Aber vielleicht hast du dich noch nicht ausreichend mit ihm beschaeftigt. Kennst du sein 4. Klavierkonzert? Oder die Pathetique? Die Les Adieux? Waldstein?
 
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.558
Reaktionen
18.849
...weil der Ludwig van verdammt grimmig sein konnte, wie die Wortwahl vieler seiner Briefe deutlichst demonstriert...
______________

zur etwas absonderlichen Fragestellung:
das Werk Beethovens reicht von der Wiener Klassik bis tief in die Romantik, umfasst beinahe alle im 18. und 19. Jh. gängigen musikalischen Genres: da wundert es mich doch sehr, dass da für @LoMo so ganz und gar nichts mit dabei ist... muss wohl eine seltene Phobie sein.
@LoMo eigentlich dürften dir etliche Sachen von Haydn, Weber, Hoffmann etc. ebenfalls nicht gefallen ;-)
 
Troubadix

Troubadix

Dorfpolizist
Dabei seit
3. Mai 2011
Beiträge
2.518
Reaktionen
2.503
Ehrlich gesagt, die Stimmung dieser Musik empfinde ich meistens sogar als bedrückend oder anstrengend...

Vielleicht habe ich etwas verpasst?

Ja! Z.B. die 7. Sinfonie, das erste und vierte Klavierkonzert, die Fis-Dur-Sonate; op.101; op.110, um nur ein paar Beispiele zu nennen...

Empfindest du diese Werke abgesehen von den kontrastierenden Zwischensätzen wie dem zweiten Satz der 7. Sinfonie oder dem Arioso bei op.110 wirklich als bedrückend? Wie empfindest du dann die Werke von Brahms oder Wagners Walküre, ganz zu schweigen von der russischen Spätromantik (Rachmaninoff, Medtner, Skrjabin)?
 
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.558
Reaktionen
18.849
@Troubadix
deine Fragen werden verpuffen - wie in #1 gesagt, muss es sich wohl um eine (cineastisch verursachte?) Phobie handeln:-D vielleicht sollte LoMo mal eine Ludovico-Therapie machen:-D:-D
 

L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
mehr als peinlich, was hier zu lesen ist ! :puh::puh::puh:
@Destenay :Warum die Fragestellung oder mein Post peinlich sein soll, verstehe ich nicht. Es geht ja gerade darum, dass mich selbst umgetrieben hat, dass viele Leute mit Musikverständnis und Interesse Beethovens Musik gut finden und ich mich daher gefragt habe, welchen Grund es dafür gibt, dass sie mir bisher nicht zusagt...

Es geht mir dabei auch nicht darum, Beethovens Können in irgendeiner Weise in Frage zu stellen (und das steht mir mangels entsprechender Kenntnisse auch gar nicht zu).

Aber zumindest ist interessant zu lesen, dass ich offenbar mit der "Beethoven-Phobie" ;-)im Forum bislang offenbar allein auf weiter Flur stehe...:bye:

Weitere Antworten folgen demnächst, ich kämpfe gerade noch mit den hiesigen Funktionen....

LG LoMo
 
L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
Ja! Z.B. die 7. Sinfonie, das erste und vierte Klavierkonzert, die Fis-Dur-Sonate; op.101; op.110, um nur ein paar Beispiele zu nennen...

Empfindest du diese Werke abgesehen von den kontrastierenden Zwischensätzen wie dem zweiten Satz der 7. Sinfonie oder dem Arioso bei op.110 wirklich als bedrückend? Wie empfindest du dann die Werke von Brahms oder Wagners Walküre, ganz zu schweigen von der russischen Spätromantik (Rachmaninoff, Medtner, Skrjabin)?

@Troubadix
Ich muss gestehen, dass ich Wagners Walküre ebenfalls nicht mag.
(Dabei könnte es sich angesichts der Verwendung in der einen oder anderen Propagandasendung ebenfalls um ein "Ludovico-Syndrom" handeln. Dies würde eine weitere Fragestellung nahelegen, nämlich, was kann man dagegegen unternehmen, wenn sich schöne oder geliebte Musikstücke mit Bildern oder tatsächlichem ggf. negativem Erleben plötzlich verbinden? Deswegen höre ich ungern Musik beim Aufräumen :-D)

Eine Abneigung gegen Spätromantik ist es wohl aber nicht, denn ich mag z.B. den Tannhäuser sehr (z.B. Chor der Pilger, Arie der Venus etc.) Auch Skrjabin und Rachmaninoff gefällt mir...
 
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.558
Reaktionen
18.849
Eine Abneigung gegen Spätromantik ist es wohl aber nicht
ich wiederhole noch mal mein Frage:
Beethovens Werk reicht von der Wiener Klassik bis tief in die Romantik, also salopp gesagt von Mozart/Haydn bis zu Chopin/Liszt/Schumann - gibt es bei dieser ungewöhnlichen Bandbreite (bzgl. Klavier von op.2,3 über op.57 zu op.109) wirklich gar nichts, was dich anspricht?

(((wenn du z.B. Chopins Etüden nicht kennen würdest: wären die für dich scheußlich, wenn man dir sagen würde, das sei von Beethoven?))) ;-):-D
 
L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
Ich würde vielleicht noch Folgendes erklären z.B. anhand der bereits von kalessin erwähnten Mondscheinsonate: Ich finde sie tatsächlich kitschig. Nach meiner Empfindung erscheinen die mit der Musik transportierten Stimmungen und Emotionen zu offensichtlich, zu undifferenziert, zu unbeweglich. Mir fehlen die Offenheit und die Ambivalenzen. Bei der Waldstein höre ich ein ziemliches "Gefeuer" von Noten oder Tönen, sie erscheint mir sehr "gewollt"...

Das war jetzt als kurze Antwort auf die eine oder andere Anmerkung gedacht...
Klares Ziel meiner Frage war ja, herauszufinden, wie ein Zugang zu Beethoven aussehen kann..
 
L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
ich wiederhole noch mal mein Frage:
Beethovens Werk reicht von der Wiener Klassik bis tief in die Romantik, also salopp gesagt von Mozart/Haydn bis zu Chopin/Liszt/Schumann - gibt es bei dieser ungewöhnlichen Bandbreite (bzgl. Klavier von op.2,3 über op.57 zu op.109) wirklich gar nichts, was dich anspricht?

(((wenn du z.B. Chopins Etüden nicht kennen würdest: wären die für dich scheußlich, wenn man dir sagen würde, das sei von Beethoven?))) ;-):-D

@ rolf: ich kann jetzt nicht sagen, dass mir Beethovens Gesamtwerk vollständig bekannt ist. Ich kenne einen Großteil der Klaviersonaten und einige Sinfonien und Konzerte, dann die bekannten "Gassenhauer" und eine Oper "Fidelio". Das 4. Klavierkonzert kenne ich bislang nicht, ich werde auf Empfehlung von alibiphysiker mal reinhören. Vielleicht habt ihr auch recht, möglicherweise habe ich mich noch nicht ausreichend mit Beethoven beschäftigt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Destenay

Destenay

Dabei seit
10. Dez. 2010
Beiträge
9.212
Reaktionen
6.498
Ich würde vielleicht noch Folgendes erklären z.B. anhand der bereits von kalessin erwähnten Mondscheinsonate: Ich finde sie tatsächlich kitschig. Nach meiner Empfindung erscheinen die mit der Musik transportierten Stimmungen und Emotionen zu offensichtlich, zu undifferenziert, zu unbeweglich. Mir fehlen die Offenheit und die Ambivalenzen. Bei der Waldstein höre ich ein ziemliches "Gefeuer" von Noten oder Tönen, sie erscheint mir sehr "gewollt"...

Das war jetzt als kurze Antwort auf die eine oder andere Anmerkung gedacht...
Klares Ziel meiner Frage war ja, herauszufinden, wie ein Zugang zu Beethoven aussehen kann..

https://www.google.de/url?sa=t&rct=...asBYGepOtOHm2Ug&bvm=bv.72676100,d.bGE&cad=rjt ;-)
 
L

LoMo

Dabei seit
12. Aug. 2014
Beiträge
360
Reaktionen
228
Ich hätte noch eine Frage an die Beethoven-Liebhaber hier im Forum (soweit sie sich noch nicht mit Grausen von dem Thema abgewandt haben :bye:):

Welcher Pianist spielt denn Eurer Meinung nach die Klaviersonaten am "besten"? (Ja, ich weiß es ist Geschmacksache, aber trotzdem...)

Oder hat jemand als Empfehlung einen Youtube-Link, so nach dem Motto, "wenn man da nicht hören kann, dass Beethoven klasse ist, dann ist dir auch nicht mehr zu helfen"?? Würde mich ehrlich sehr interessieren.

LG LoMo
 

Ähnliche Themen

 

Top Bottom