Warum klingen alte klaviere so gedämpft?

H

HenselJpg

Dabei seit
Juni 2008
Beiträge
22
Reaktionen
0
Hallo alle zusammen,

Wir hatten vor kurzem ein altes ackermann klavier von ca. 1930 von bekannten geschenkt bekommen da der alte flügel den geist aufgegeben hat.
Als die Spedition das klavier von den bekannten abholte und es heil bei mir zu hause ankam, kam ein großer schock: als ich es zum ersten mal bespielte(bin anfänger) hörte es sich plötzlich so gedämpft an,
anders wie der flügel aber der war ja auch von ca.1930 und von C.J. Quandt Berlin. Deshalb frage ich mich warum hört es sich so gedämpft und leise an?
 
S

Sabeth

Dabei seit
Juni 2008
Beiträge
39
Reaktionen
0
Hallo Hensel Jpg

Bei einem Klavier wird die Klangfarbe vor allem (natürlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle) durch den Filz auf den Hämmern bestimmt.

Um den Filz weicher zu machen, wird er im Werk nach der Fertigung des Instrumentes mit einer Aale gestochen. So erhält jedes Klavier einen individuellen Klang. Guten Klavierspielern liegt oft viel daran, bei diesem Prozess dabei zu sein.

Ist der Filz über die Jahre beansprucht, so kann es vorkommen, dass der Klang ganz dumpf wird. Allerdings weiss ich nicht, was man ohne grossen Aufwand dagegen tun kann.

Eine andere Möglichkeit, warum der Klang schlecht ist, könnte eine verlotterte Mechanik sein, bei der die Kraftübertragung von der Taste auf die Saite nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Ich rate dir auf jeden Fall, einen Klavierstimmer kommen zu lassen, der sich das Instrument genauer anschaut, falls dich der wirkliche Grund des dumpfen Klanges interessiert.

Gruss und schönen Sonntagabend!
Sabeth
 
Guendola

Guendola

Dabei seit
Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
6
Man muß es möblicherweise selbst gesehen und gehört haben, um es zu glauben:

Ich habe ein altes Klavier mal von innen sauber gemacht und auch die Saiten vom Staub befreit. Das hat schon viel gebracht :)

Aber die Hämmer sind der entscheidende Faktor und dafür ist der Klavierstimmer zuständig.
 
J

J. Gedan

Dabei seit
Dez. 2006
Beiträge
345
Reaktionen
14
"Um den Filz weicher zu machen, wird er im Werk nach der Fertigung des Instrumentes mit einer Aale gestochen."
Sabeth, eine Ahle ist das nicht, sondern es sind Nadeln, und zwar ganz gewöhnliche Nähnadeln, die man in den Intoniernadel-Halter einsetzt. Aale sind außerdem ganz was anderes, angeblich schmecken sie umso besser, je fetter sie sind.
Durch beanspruchten Filz wird der Klang nicht dumpf, sondern eher klirrend und von Ton zu Ton ungleichmäßig, weil der Filz sich hart gespielt hat. Daß alte Klaviere grundsätzlich dumpf klingen, wüßte ich nicht. Abgeflachter Resonanzboden und dadurch zu geringer Stegdruck wirken sich allerdings auf Dynamik und "Sustain" des Tones aus, und uralte taube Saiten mögen dann zusätzlich zu wenig präsentem Klang beitragen. Und natürlich kann das Spielwerk völlig verreguliert sein, was zu flauem Klang evtl. auch beiträgt.
Woran es bei diesem einen alten Klavier liegen mag, kann aus der Ferne niemand sagen. "Dafür ist der Klavierstimmer zuständig", wie der Guendola ganz richtig bemerkte. Also den Stimmer mal kommen lassen, vielleicht kann er etwas zur Klangverbesserung tun, vielleicht ist das Instrument aber auch längst jenseits von Gut und Böse und zu alt, um noch Geld in seine Wartung zu stecken.
Immer wieder angemerkt sei: Ferndiagnosen sind nicht möglich und könnten immer nur Spekulation sein. Warum holt Ihr nicht einfach einen Fachmann ins Haus, der viel besser etwas Konkretes sagen könnte?
 
S

Sabeth

Dabei seit
Juni 2008
Beiträge
39
Reaktionen
0
Hallo J. Gedan

Na, das mit der Ahle ist ja geradezu peinlich ;). Ne, Spass beiseite, ich weiss auch nicht, wie ich darauf gekommen bin, dass man das Werkzeug mit zwei a schreibt und ich nicht beim Anblick an Fische erinnert wurde.:D

Wegen dem dumpfen Klang und dem Filz. Das ist mir einmal irgendwo in einem Artikel über den Weg gelaufen, aber ich habe es wohl gerade falsch herum in Erinnerung und möchte mich für die Fehlinformation natürlich entschuldigen. Man lernt nie aus, kann ich da nur sagen.

Übrigens, du scheinst dich etwas mit Klavierbau auszukennen, ist es auf professioneller oder eher hobbymässiger Ebene?

Gruss und schönen Tag!
Sabeth
 
Mindenblues

Mindenblues

Dabei seit
Juni 2007
Beiträge
2.595
Reaktionen
105
Wenn das Klavier hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist, z.B. wenn es in einem Keller steht, kann es auch sein, dass es dumpf klingt aufgrund der Luftfeuchtigkeit, die sich in die Hammerköpfe setzt.

Durch das Nadeln der Hammerköpfe bekommt man normalerweise nur einen weicheren Sound heraus, aber keinen spitzeren Sound. Mein Klavierstimmer hatte mir zwar erklärt, dass wenn man an bestimmten Stellen an der Seite nadelt, die Spannung des Hammerkopffilzes an der Spitze erhöhen könnte, und es dadurch wieder klarer klingen könnte. Aber sein Versuch in dieser Hinsicht hat mich nicht überzeugt, und ein anderer Stimmer hielt davon auch nix.

Aber man kann in schlimmeren Fällen den Hammerkopf mit Lack tränken, wodurch der Filz härter wird und damit das Gesamtergebnis möglicherweise weniger dumpf klingt.
 
H

HenselJpg

Dabei seit
Juni 2008
Beiträge
22
Reaktionen
0
also der resonanzboden sieht ok aus kein riss garnichts. aber dass einzige was mir sorgen macht, da das klavier kreuzseitig gespannt ist macht mir die linke hälfte mit dem dumpfen tönen sorgen.
 
 

Top Bottom