Wann wieder früheren Status erreicht?

S

Solo

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Hallo,

nun ist es ja so, daß ich in meine Kindheit fünfeinhalb Jahre Klavierunterricht hatte, aber seitdem, also 24 Jahre lang, nicht mehr an einem Piano gesessen habe.
Wie lange wird es wohl dauern, bis ich meine verschütteten Kenntnisse wieder ausgegraben habe und die zuletzt gelernten, schwierigeren Stücke spielen kann?

Vielleicht kann jemand aus eigener Erfahrung (mit ähnlicher Vorgeschichte) erzählen, wie es bei ihm war. Oder evtl. wissen auch die Klavierlehrer eine Antwort.

Zur Zeit bin ich halt dabei, so lapidare Sachen wie Tonleitern und einfachere Stücke (z.B. Fröhlicher Landmann und Für Elise) zu üben, damit die Geläufigkeit der Finger zurückkehrt und ich wieder ein Gefühl fürs Instrument, für Rhythmus, richtiges Zählen, "wo ist noch mal welche Taste ;)", Ausdruck etc. bekomme.


Grüße von Solo
 
D

DoctorGradus

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hallo Solo!

mir geht es ähnlich, mit dem Unterschied dass die Pause wohl keine 24 Jahre betragen hat, sondern eher 10. Ich habe mich direkt an die zuletzt geübten stücke gesetzt und konnte die mir auch in kurzer Zeit wieder aneignen, wobei die letzt Stücke eben auch damals in eine Klavierspielerische Stagnation gefallen bin, war nicht sehr motiviert :rolleyes: und in sofern war das eher so auf Repertoireniveau als auf Übungsniveau.

Für Elise und Fröhlicher Landmann ist ja jetzt nicht gerade Niveau null. Ich würde Versuchen einfach auf dem Niveau aufzubauen, neue Stücke zu suchen, und nicht zu sehr an Stücken zu kleben die früher mal gingen, also nicht um des "konnt ich mal, will ich wieder können"-s-willen.

Da du nach einer Zeiteinschätzung fragtest: Ich spiele nun seit 5 Monaten regelmäßig wieder und würde sagen dass ich wohl besser spiele als damals als ich aufhörte. Ob du das auf dich Übertragen kannst weiß ich nicht, aber ich würde mir in dieser Hinsicht nicht so viel stress machen, wichtig ist, dass man auf seine kleinen Schritte achtet, und dann kommen die Großen von alleine.
 
Guendola

Guendola

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Ich hatte ca. 8 Jahre lang Unterricht und dann eine Pause von 27 Jahren. Nach rund einem halben Jahr war ich wieder ungefähr da, wo ich aufgehört hatte. Jetzt, nach 1-1/2 Jahren mit einem Jahr Unterricht spiele ich auf einem deutlich höheren Niveau, was aber auch mit dem inzwischen gewonnenen musikalischen Verständnis zu tun hat.

In den ersten Monaten habe ich viel in den alten Noten gespielt und auch ein paar Übungen von Hanon gemacht. Ob letztere geholfen haben oder nicht, geschadet haben sie jedenfalls nicht. Die großen Fortschritte habe ich aber dem Unterricht zu verdanken, denn viel spielen hilft überhaupt nicht, wenn man kein klares Konzept hat und nicht weiß, wo es hakt.
 
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Stuemperle

Stuemperle

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Vielleicht kann jemand aus eigener Erfahrung (mit ähnlicher Vorgeschichte) erzählen, wie es bei ihm war.
Ca. 4 Jahre Unterricht, dann 50 Jahre Pause (bisserl Gitarre darin): nach 6 Monaten konnte ich die Sonatine wieder, mit der ich damals aufhörte.

Jetzt, nach weiteren drei Jahren, bin ich jedoch nicht im selben Tempo weitergekommen wie damals - weniger Zeit und Energie (Beruf!) dazu und Lernen fällt schwerer, aber: es macht mir ungleich mehr Spaß, vielleicht auch, weil nun die Richtung mehr zu Freiem Spiel geht und ich viel mehr als früher den Wunsch habe, etwas auszudrücken.

Mach' Dir also keinen Stress und pflege deine Freude am Spiel.
Stuemperle
 
Gelöschte Mitglieder 1722

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Hi,

ich war in einer ähnlichen Situation wie Guendola, 8-9 Jahre Unterricht, dann eine Pause von ebenfalls 27 Jahren. Ich habe im September 2008 mit 44 Jahren wieder angefangen. Ich bin weit davon entfernt, das alte Niveau zu erreichen, weil ich erstens weniger Zeit und Energie zum Spielen habe und zweitens keinen Unterricht nehme. Als ich damals aufhörte, war mein letztes Projekt Beethovens Pathétique, heute bin ich auf dem Niveau von Clementi-Sonatinen. Nach dem ersten Frust macht es mir jetzt wieder richtig Spaß, weil ich mir den Druck genommen habe, möglichst schnell an dem anknüpfen zu können, was ich einmal konnte. Ich halte es wie Stümperle: Kein Stress, Hauptsache es macht Spaß!

Gruß,
Pigpen
 
B

Bachopin

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Hi Solo,

(der Han Solo? ;-) )

möchte noch einen Punkt dazu streuen:
Vielleicht war ja damals deine Technik gar nicht so gut entwickelt.

Du hast jetzt als Erwachsener die einmalige Chance deine Technik/Bewegungen auf den alten Grundlagen nochmal neu zu bilden und dabei schlechte Dinge abzulegen und neue bessere Ausdrucks- und Koordinationsmöglichkeiten zu erlernen.

Bitte nutze sie.

Gruß
 
S

Solo

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Danke für eure Antworten.

Offensichtlich ist es ja durchaus möglich, in angemessener Zeit dort anzuknüpfen, wo man mal stand. Eilig habe ich es dabei nicht, denn heute gibt es niemanden mehr, der mir Druck macht (höchstens ich mir selbst ;)).

Erstaunlich finde ich, daß jeden Tag ein bißchen mehr von dem alten Können zurückkommt, und daß ich die ganze Welt um mich herum vergesse, wenn ich an den Tasten sitze, dieses berauschende Gefühl kannte ich früher nicht.



Du hast jetzt als Erwachsener die einmalige Chance deine Technik/Bewegungen auf den alten Grundlagen nochmal neu zu bilden und dabei schlechte Dinge abzulegen und neue bessere Ausdrucks- und Koordinationsmöglichkeiten zu erlernen.

Diese Chance will ich gerne nutzen, denn schon jetzt, nach einer Woche des Kavierspielens, merke ich, daß mein Musikverstand ein ganz anderer geworden ist und ich viel mehr Wert auf Ausdruck lege.



Einen schönen Tag wünscht
Solo
 
Guendola

Guendola

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...daß mein Musikverstand ein ganz anderer geworden ist .../QUOTE]

Ich frage mich gelegentlich, ob das einer der Aspekte ist, wo sich Wunderkinder von normalen Kindern unterscheiden. Fest steht jedenfalls, daß mir heute, mit gereiftem Musikverstand, das Musikmachen viel leichter fällt, auch wenn dabei manchmal viel Arbeit in verschollener oder bislang nicht gelernter Technik nötig ist. Das erste halbe Jahr nach dem Wiederanfang war in dieser Hinsicht allerdings hartes Brot, denn ich konnte eigentlich mit keinem Stück so richtig zufrieden sein. Allerdings war ich auch erstaunt, wieviel besser manche "Altlast" klingen kann.
 
mendelssoehnchen

mendelssoehnchen

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Hallo, also ich bin seit fast 30 Jahren nur noch gelegentlich am Klavier gesessen. Davor hab ich auch nur noch leichtere Stücke als Begleitung in einer Popgruppe gespielt.

Seit ca. einem viertel Jahr spiele ich wieder intensiver und ich werde immer besser. Hab allerdings mein Niveau von damals bei manchen Stücken noch nicht erreicht. Wobei ich jetzt intensiver und genauer übe und bestimmte Stellen wirklich so oft wiederhole, bis ich sie kann.

Ich gehe mal davon aus, dass ich ca. in 1 Jahr eher besser spiele als damals, weil ich gewissenhafter und konentrierter übe.

Gruß Sebastian
 
 

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