Violinsonate von César Franck

mick

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Hallo,

hat jemand von Euch schon mal die Franck-Sonate (A-Dur, ich glaube, eine andere gibt es auch nicht) begleitet? Wie schwierig ist die?

Ich frage, weil mich heute ein Mädchen aus einer Parallelklasse gefragt hat, ob ich im nächsten Jahr das Stück mit ihr in der Kammermusik-AG machen kann. Eigentlich habe ich keine Zeit, weil ich im November zwei schwierige (für mich jedenfalls) Klavierquintette spiele, im Dezember dann in einem konzert mit moderner Klaviermusik mitmache und im Januar bei Jugend musiziert.

Andererseits ist dieses Mädchen sehr, sehr gut - sie hat in der 7. Klasse das Tschaikowsky-Konzert öffentlich vorgespielt, da hat jeder die Luft angehalten. Die Arbeit würde also bestimmt Spaß machen und was bringen. Außerdem ist sie sehr nett und total hübsch :oops:

Wir müssten uns jedenfalls bis Montag anmelden, deshalb muss ich mich schnell entscheiden. Ist das Stück zu schaffen?

Gruß, Mick
 
mick

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Ne, im Ernst, der Klavierpart ist spieltechnisch harmlos
Ich habe mir das gerade einmal mit Noten in der Hand angehört. Harmlos ist - zumindest für mich - was anderes. Das ist teilweise sehr, sehr schwer; manche Sachen kann ich gar nicht so ohne weiteres greifen und der zweite Satz ist mehr ein Klavierkonzert als eine harmlose Begleitung.

Wenn der Geiger die Melodie insbesondere im vierten Satz mit einem vollen, warmen, obertonreichen Klang spielen kann, dann läuft der Klavierpart wie von selbst.
Vielleicht - wenn man ihn sehr lange und intensivst geübt hat!!

Das ist in diesem Fall eher ein Problem - sie wird nämlich höchste Ansprüche an die Qualität ihres Begleiters stellen. Bei meinem "Restprogramm" werde ich das momentan nicht leisten können, auch wenn es mir wirklich wehtut, das abzusagen.

wie läuft bei Euch die Kammermusik AG ab?
Es gibt vier bis fünf Ensembles (vom Duo bis zum Quintett), jede Woche ist eineinhalb Stunde Unterricht. Es sind immer alle dabei, aber man ist natürlich nicht jede Woche dran mit Spielen. Aber man lernt auch viel von den anderen!

Vielleicht kann ich meine kleine Geigerin ja auf die G-Dur-Sonate von Brahms "runterhandeln" - die ist um einiges leichter und ich habe sie schon mit meiner Schwester gespielt, wenn auch nicht konzertreif. Aber das würde ich schaffen.

Wenn nicht, schade. Dann kann ich nur hoffen, dass ich im nächsten Halbjahr noch mal eine Chance bekomme. :kuss:
 
Rheinkultur

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Vielleicht liegt's dran, dass mir diese Sonate liegt. Es ist aber auf jeden Fall keine "Klavierbegleitung", sondern eine Sonate für Klavier und Violine (in der Reihenfolge!).

Ja, vielleicht kannst Du sie auf Brahms G-Dur umstimmen. Mit der Option, danach Franck zu machen?
Von diesem Prozedere (erst Brahms, dann Franck) haben sicherlich beide etwas. Von der Franck-Sonate ist zu sagen: Besonders arbeitsintensiv ist der pianistisch unangenehme 2. Satz und auch der 4. Satz fordert einen ziemlich langen Atem. Aber ein wunderbares Stück ist es in jedem Fall - das Einstudieren lohnt sich. Ich erinnere mich an eine Meisterklasse vor vielen Jahren: Ich musste als Korrepetitor kurzfristig einspringen und mir neben diesem Stück mehrere schweren Repertoirestücke binnen weniger Tage vortragsreif "draufschaffen", darunter die Kreutzer-Sonate und Prokofiews 2. Violinsonate. Eine knochenharte Schule für das weitere Leben, wenn man so will.

LG von Rheinkultur
 
mick

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Jetzt sehen wir erst mal, wie die Brahms-Sonate musikalisch mit uns funktioniert - ich freue mich jedenfalls sehr darauf. Die Franck-Sonate kommt dann bestimmt auch irgendwann - ein tolles Stück ist sie in jedem Fall. Meine heimlicher Wunsch wäre zwischendurch noch wenigstens eine der Bach-Sonaten zu spielen. Das ist für mich Musik, die direkt aus dem Himmel kommt. Wer's nicht kennt - es gibt eine CD mit Franz Peter Zimmermann und Enrico Pace. Die habe bestimmt schon 100 mal angehört. Kann ich wärmstens empfehlen! Aber leicht sind die Sonaten auch nicht gerade.
 
 

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