Stückeauswahl für Eignungsprüfung Instrumentalpädagogik

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Thomas87

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Hallo zusammen,

obwohl ich schon ganze 24 Lenze zähle, möchte ich mich für das kommende Sommersemester für den Studiengang IP mit Hauptfach Klavier bewerben.
Deshalb bitte ich euch, einen Blick auf mein geplantes Programm zu werfen:

- WTK I, Präludium und Fuge Nr.2
- Beethoven, Op.10 Nr.1
- Liszt, Ungarische Rhapsodie Nr.10
- Chopin, Etüde Op.10 Nr.5
- modernes Stück bzw. "ein Werk aus jüngerer Zeit" bzw. "ein Werk des 20./21. Jahrhunderts" bzw. eine Werk nach 1910: ?

- Meint ihr, der Schwierigkeitsgrad dieser Stücke ist hoch genug ?
- Könnt ihr mir eine Empfehlung für ein "modernes" Stück aussprechen? (die o.g. Formulierungen habe ich so aus den Anforderungsprofilen der Hochschulen entnommen (Freiburg, Saarbrücken, Trossingen, Mannheim, Osnabrück)) Wäre die Toccata von Aram Chatschaturjan angemessen? Hättet ihr weitere Vorschläge?

Am liebsten würde ich allerdings in Weimar studieren. Ich nehme aber an, dass ich dort - aufgrund der fehlenden Unterscheidung in pädagogischer und künstlerischer Ausbildung - mit o.g. Programm keine Chance habe, oder?

Die Aufnahmeprüfungen finden zwischen 13. Januar und 25. Februar 2011 statt.
Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass die Zeit knapp ist, aber ein früherer Entschluss war aus privaten Gründen nicht möglich.
In den nächsten Tagen werde ich versuchen, mit einigen Hochschuldozenten Kontakt aufzunehmen.
Vorab würde ich mich allerdings sehr über eure Einschätzung freuen.

Vielen Dank und schöne Grüße
Thomas
 
Stilblüte

Stilblüte

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Hallo Thomas,

Der Schwierigkeitsgrad dürfte hoch genug sein, allerdings ist op. 10,1 gerade DIE Aufnahmeprüfungs-Beethovensonate, weil der 1. Satz davon nicht so schwer ist (oder spielst du alle?); ähnliches gilt für P+F c-moll.
Ich würde darum nicht noch die Toccata von Chatschaturjan wählen, denn die ist auch extrem bekannt und ein typisches "Schüler"-Stück. Spiel doch was von Messiaen oder Prokofiev, z.B. einen Sonatensatz.

besten Gruß
Stilblüte
 
S

Styx

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Modernes Stück? Nimm was von Eisler, kommt bei der Aufnahmeprüfung immer gut, vor allem wenn man so tut als würde einen das Stück wahnsinnig inspirieren (hat bei mir auch geklappt) ;)

Viele Grüße

Styx
 
P

Pianissimo

Guest
Hallo zusammen,

Deshalb bitte ich euch, einen Blick auf mein geplantes Programm zu werfen:

- WTK I, Präludium und Fuge Nr.2
- Beethoven, Op.10 Nr.1
- Liszt, Ungarische Rhapsodie Nr.10
- Chopin, Etüde Op.10 Nr.5
- modernes Stück bzw. "ein Werk aus jüngerer Zeit" bzw. "ein Werk des 20./21. Jahrhunderts" bzw. eine Werk nach 1910: ?
Hallo Thomas,

generell kann man sagen, dass es eigentlich egal ist, WAS man spielt. Wichtiger ist, WIE man spielt.

Doch meine Erfahrung zeigt, dass man mit der Stückauswahl auch seine "Schwächen" kaschieren kann und somit viel erreichen kann! Ein gut zusammengestelltes, auf deine Stärken abgerichtetes Programm ist daher m. E. äußerst wichtig!

Wie Stilblüte schon gesagt hat, man kann auch mal was spielen, was "andere" nicht spielen. Das wirkt auf die Komission ungemein erfrischend (kann man ja nachvollziehen, wenn man zum 10. mal an einem Tag opus 10 anhört *G*).
Auch weiß ich nicht, ob ich unbedingt eine Chopin-Etüde auswählen würde. Klar, kann man machen. Aber dort steht die "Technik" im Vordergrund. In einer Aufnahmeprüfung spielen sehr viele Leute vor, die technisch wunderbar sind. Wenn du dich selbst zu den "Technikern" zählst, würde ich dir möglicherweise dazu raten. Wenn du allerdings eher jemand bist, der musikalisch beeindrucken möchte und auf Klang setzt, würde ich auf ein anderes Stück setzen.


Also du merkst, Anregungen können gegeben werden aber letzendlich solltest du das Programm mit deinem Klavierlehrer absprechen. Durchdenkt zusammen, warum ausgerechnet diese Stücke!

P.S.: Styx, den Tipp mit Eisler find ich gut!
 
T

Thomas87

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Hallo ihr lieben Antwortenden,

herzlichen Dank für eure Kommentare und Anregungen!
Ich bin gerade fleißig dabei, ein passendes modernes Stück zu finden. Meine KL will sich bis morgen ebenfalls Gedanken machen.
Was nicht alltägliche Stücke angeht, habt ihr, Stilblüte und Pianissimo, absolut recht. Leider kann ich's mir aber aus zeitlichen Gründen nicht erlauben, lauter neue Stücke zu lernen.
@Stilblüte: Ja, der 1. Satz genügt.
Das einzige, was mir da spontan einfallen würde, wäre das Waldesrauschen von Liszt. Fällt eine solche Konzertetüde auch noch in die Kategorie "Etüde"?
Bezüglich des Eisler-Tipps lasse ich lieber mal Vorsicht walten ;-)
 
Stilblüte

Stilblüte

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Waldesrauschen fällt sowas von eindeutig unter "Etüde" ;) allerdings auch genauso eindeutig NICHT unter Moderne. Wenn du also nicht noch ein anderes modernes Stück üben willst, lass lieber die Finger davon...
 
P

partita

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Lieber Thomas,

sicher fällt das "Waldesrauschen" unter den Begriff "Konzertetüde". Natürlich ist die auch bekannt - aber in der Aufnahmeprüfung sicher nicht so häufig wie die Chopin Etüden. Daher, wenn deine Frage darauf abzielte, ob du evtl. Waldesrauschen anstelle einer Chopin Etüde spielen solltest, dann wäre meine Antwort: Wenn du das wirklich gut spielen kannst, dann ja. Aber auch nur dann ;)

Es steht bei allen Stücken außer Frage, dass du sie technisch beherrschen solltest. Natürlich wird in der Etüde gezielt nach Technik gefragt. Aber man kann im Übrigen auch bei Chopin Etüden (vielleicht sogar gerade dort...) auch damit punkten, dass man sie nicht als reine Technik-Stücke, sondern eben auch wirklich musikalisch spielt. (Dass man sie dazu erstmal technisch beherrschen muss, ist klar.)

Das Wesentliche wurde ja schon gesagt. Da möchte ich eben nur nochmal Folgendes betonen:
Du musst alle Stücke sauber beherrschen - also lieber einen Tick unter deine Grenze gehen, dort aber souverän spielen (einige wählen ein Programm, das sich genau an ihrer Grenze bewegt und versagen damit dann leider in der Prüfungssituation, das wäre schade!).

Ich als Ligeti-Liebhaberin empfehle als modernes Stück, das man zudem sogar recht schnell lernen kann, etwas aus der "musica ricercata". Die Stücke sind sehr übersichtlich und technisch nicht so schwer - aber das muss es ja auch nicht sein, Technik sollst du ja mit einem anderen Teil deines Programms zeigen - und somit auch in kürzerer Vorbereitungszeit gut lernbar.

Ansonsten - falls dir die Zeit zu knapp werden sollte bis Januar/Februar:
Du kannst doch auch im Juni/Juli Prüfung machen fürs kommende Wintersemester. Gute Vorbereitung ist wirklich wichtig - irgendwo hier im Forum hatte es mal jemand so schön formuliert, dass die Aufnahmeprüfung sei wie ein Wettbewerb, nämlich der Wettbewerb um die Studienplätze. Insofern: Überlege dir gut, ob dir die Zeit reicht. Wenn ja, hau rein. Wenn nicht, dann nimm dir das halbe Jahr, das macht es dann auch nicht mehr fett.

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Vorbereitung und der Prüfung,
Partita
 
P

partita

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...achso und was ich noch dazusagen wollte:
In Mannheim sind sie ziemlich kritisch mit dem Alter... Ich weiß nicht, ob du da mit 24 nicht auch schon eher mit einem Naserümpfen empfangen wirst... Ich war zwar nochmal 4 Jahre älter als ich Prüfung machen wollte, aber damals habe ich mir sagen lassen, ich würde zwar locker gut genug spielen, aber ich sei zu alt, um noch genommen zu werden...

liebe Grüße!
 
P

partita

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...sorry, noch was: ;)
In Freiburg ist die Theorie- und Gehörbildungsprüfung schwieriger als an einigen anderen Hochschulen - bei uns sind damals sehr viele durchgefallen. Das ist aber trotzdem zu schaffen und sollte dir nicht soviele Sorgen bereiten, wenn du vorbereitet bist.
In Saarbrücken gibt es für Theorie und Gehörbildung extra Vorbereitungskurse - dort wird dann sicher genau das geübt, was man in der Prüfung auch können muss.

Ansonsten gibt es manche Hochschulen, die den neuen Studiengang "bachelor of music in education" anbieten, wo du nicht mit den Konzertfachanwärtern konkurrierst, sondern nur mit IP Leuten. In Freiburg gab es das vor 2 Jahren noch nicht - da musste man sich wie in Weimar gegen die Konzertfachleute für den Bachelor of music durchsetzen - gibt es das denn mittlerweile? (weil du oben nur von Weimar gesprochen hast in puncto nicht aufgetrennter Prüfung für IP-KA).
B.mus.ed. kannst du z.B. in Köln studieren - kann ich sehr empfehlen. Übrigens sehr einfache Theorie- und Gehörbildungsprüfung (für IP und KA, nicht aber für Lehramt! unsere Lehramtler haben eine deutlich schwierigere Prüfung, habe ich mir sagen lassen) - dafür musst du aber noch eine IP-Prüfung ablegen (einer Kleingruppe ein mehrstimmiges Lied eigener Wahl zusammen mit Bodypercussion beibringen innerhalb von 5-10 Min.).

Liebe Grüße und gute Nacht,
Partita
 
T

Thomas87

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Hallo zusammen,


entschuldigt bitte, dass ich so lang auf eine Antwort habe warten lassen.

Haha, dass Waldesrauschen nicht unter Moderne fällt, war mir klar, Stilblüte. Ich hatte nur überlegt, ob "Konzertetüde" = "Etüde", aber das habt ihr mir ja beantwortet - danke! :-)

Wir (meine Klavierlehrerin und ich) waren nun lange am Überlegen, und haben nun ein Stück ausgewählt, dass der Epochenbezeichnung Moderne ausreichend gerecht wird (habe bei den Hochschulen nachgefragt) und gleichzeitig eine Etüde ist :-):
Rachmaninoff Etude-tableau Op. 33 Nr. 7

@Partita: Ich habe mir auch überlegt, erst im Juni/Juli die Prüfung zu machen. Allerdings bin ich bis zur Aufnahme des Studiums wohl gezwungen, bei meinen Eltern zu wohnen, was mich nicht gerade mit besonders viel Freude erfüllt. Noch dazu, da quasi keine nennenswerte Unterstützung von ihnen kommt.
Danke auch für den Hinweis mit Mannheim. Was in Mannheim übrigens witzig ist: In der Ordnung zur Aufnahmeprüfung ist der Satz vermerkt "Bei Studienplatzbewerbern, die einen Hochschulabschluss nachweisen, entfällt das Vomblattspiel.".
Mein bisheriges Studium hatte zwar nichts mit Musik zu tun, aber einen Abschluss hab ich trotzdem :-D

Was den Studiengang in Freiburg angeht, hast zu Recht, Partita. Er nennt sich Bachelor of Music Klavier, mit wählbarem künstlerischem und/oder künstlerisch-pädagogischem Profil. Damit tritt man auch gegen die KAler an. Wäre natürlich gut, wenn man schon bei der Aufnahmeprüfung deutlich machen könnte, für welchen Schwerpunkt man sich entscheiden würde.

Den Studiengang in Köln hatte ich mir auch schon angesehen. Dafür kann man sich aber leider erst wieder zum WS 2012/2013 bewerben.

Liebe Grüße
Thomas
 

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partita

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Huhu Thomas,

Wir (meine Klavierlehrerin und ich) waren nun lange am Überlegen, und haben nun ein Stück ausgewählt, dass der Epochenbezeichnung Moderne ausreichend gerecht wird (habe bei den Hochschulen nachgefragt) und gleichzeitig eine Etüde ist:
Rachmaninoff Etude-tableau Op. 33 Nr. 7
Da sieht man mal, wie schwammig Epochenbezeichnungen sind... :D
Man hat mir damals gesagt, dass man mich auslachen würde, wenn ich mit Bartók als "Modernem" käme ;) Wenn du aber nachgefragt hast und das ok ist, ist es doch gut.

Was in Mannheim übrigens witzig ist: In der Ordnung zur Aufnahmeprüfung ist der Satz vermerkt "Bei Studienplatzbewerbern, die einen Hochschulabschluss nachweisen, entfällt das Vomblattspiel.".
Mein bisheriges Studium hatte zwar nichts mit Musik zu tun, aber einen Abschluss hab ich trotzdem
JAAA genau, darüber hatte ich mich auch gekringelt, weil es bei mir nämlich genauso war, dass ich dann streng genommen kein Blattspiel hätte abliefern müssen (was ich auch gerne umgangen wäre, da ich darin wirklich schlecht bin...) :D

Was den Studiengang in Freiburg angeht, hast zu Recht, Partita. Er nennt sich Bachelor of Music Klavier, mit wählbarem künstlerischem und/oder künstlerisch-pädagogischem Profil. Damit tritt man auch gegen die KAler an. Wäre natürlich gut, wenn man schon bei der Aufnahmeprüfung deutlich machen könnte, für welchen Schwerpunkt man sich entscheiden würde.
Das kannst du natürlich mitteilen. Du gehst ja rein, spielst die Prüfung und kannst problemlos bevor du spielst oder hinterher noch in ein oder zwei Sätzen sagen, dass du gerne IP machen möchtest.

Liebe Grüße,
Partita
 
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Thomas87

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Hallo Partita und Aljechin,

danke für eure Antworten!
Den Jongleur kenn ich noch nicht und werd ihn mir morgen mal zu Gemüte führen. Im Moment kämpfe ich mit einem ultralangsamen Internet.

@Partita: Du hast eine PM von mir.

Liebe Grüße
Thomas
 
 

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