Stück zu schwer? Wagen und daran wachsen oder lieber bleiben lassen?

Im Wolters wird das Volksliedelein mit Stufe 4 gehandelt. Da kann man schon mal (nach 2,5 Jahren, wie die TE) damit beginnen und wird vermutlich auch nicht dran sterben oder erschossen werden.
Es ist vierstimmig. Und das Stück zerlegen und damit zu erlegen, dafür ist es zu schad.
Schöne Stücke hört man sich erstmal an. Und freut sich auf die Zeit, wo man reif ist, sie auch spielen zu können.

Herausforderungen sollten verfrüht ganz bestimmt nicht bei Mehrstimmigkeit gesucht werden, wenn dann eher an technischen Schwierigkeiten wie Läufen gesucht werden, die auch mit entsprechenden Etüden vorbereitet werden können.
 
Wenn dir ein Stück gefällt, dann übe es und riskieren daran zu scheitern, oder gewinne im Notfall Erfahrung.
 
Herausforderungen sollten verfrüht ganz bestimmt nicht bei Mehrstimmigkeit gesucht werden, wenn dann eher an technischen Schwierigkeiten wie Läufen gesucht werden, die auch mit entsprechenden Etüden vorbereitet werden können.
Was bedeutet verfrüht? Wann soll denn Mehrstimmigkeit einsetzen?
Ich finde nicht, dass das Stück jetzt so toll überfordernd ist, denn es ist ja recht kurz. Da merkt man schon schnell, wenn es nicht passt (am besten mit dem letzten Teil beginnen, der schwerer ist)
 
Ich habe in den 26 Jahren, die ich mittlerweile Klavier spiele, vermutlich mehr Stücke zugrunde gerichtet (weil sie zum jeweiligen Zeitpunkt wohl eher zu schwer als zu leicht waren) als dass ich Stücke sauber zu Ende gebracht habe.

Ja und?! Ich habe mit dieser Taktik über die gesamte Zeit nie die Freude am Klavierspiel verloren. Und es warten garantiert noch über 99 % der Klavierliteratur komplett ungespielt auf mich. Die Möglichkeiten und damit die Freude werden mir also gewiss in den nächsten Jahrzehnten nicht ausgehen.

Also: Beiß dir die Zähne an zu schweren Stücken aus, so viel du willst. Du machst dann zwar eventuell diese Stücke für dich selbst kaputt, aber es gibt ja auch noch viele andere. Und man lernt etwas dabei. Wenn es sich bei den Zahnausbeißstücken aber um deine echten Traumstücke handelt, solltest du vielleicht etwas vorsichtiger sein. Die eingelernten Fehler können sich als sehr hartnäckig erweisen und auch im Nachhinein (selbst dann, wenn du Jahre später das notwendige Können hast) auf einem perfektionistischen Level als unkorrigierbar erweisen.
 
Da hat du sehr recht, lieber DonBos.
Wenn es sich bei den Zahnausbeißstücken aber um deine echten Traumstücke handelt, solltest du vielleicht etwas vorsichtiger sein.

Das ist der Grund weshalb ich mich noch nicht an Stücke von Bach heran traue. Ich habe Angst sie mit vielen vielen Fehlern zu Tode zu spielen und dann hassen lerne. Da malträtiere ich lieber Burgmüller und Clementi (bin ja noch Anfänger) Sonaten. Da ist es mir fast wurscht, wie ich rumstümpere. Der Inhalt zählt nicht so sehr, mir geht es nur um die Technik. Gott sei Dank liebt mein Klavierlehrer die Romantik, da ist ihm Bach eh nicht so wichtig.
Ich möchte erst mehr pianistisches Selbstvertrauen entwickeln (und auch Frustrationstoleranz) und irgendwann mit der neugewonnenen inneren Stärke mich mit Bach beschäftigen.
 
Ich finde nicht, dass das Stück jetzt so toll überfordernd ist, denn es ist ja recht kurz. Da merkt man schon schnell, wenn es nicht passt (am besten mit dem letzten Teil beginnen, der schwerer ist)

Ein ZU schweres Stück zu erkennen, ist nicht ganz trivial. Das erschöpft sich nicht in der eigenen Unzufriedenheit oder dass man ewig und drei Tage gegen eine Wand übt. Muss muss die technischen und musikalischen Herausforderungen des Stücks erkennen und diese in Beziehung mit den eigenen Fähigkeiten setzen.
 
Da hat du sehr recht, lieber DonBos.


Das ist der Grund weshalb ich mich noch nicht an Stücke von Bach heran traue. Ich habe Angst sie mit vielen vielen Fehlern zu Tode zu spielen und dann hassen lerne. Da malträtiere ich lieber Burgmüller und Clementi (bin ja noch Anfänger) Sonaten. Da ist es mir fast wurscht, wie ich rumstümpere. Der Inhalt zählt nicht so sehr, mir geht es nur um die Technik. Gott sei Dank liebt mein Klavierlehrer die Romantik, da ist ihm Bach eh nicht so wichtig.
Ich möchte erst mehr pianistisches Selbstvertrauen entwickeln (und auch Frustrationstoleranz) und irgendwann mit der neugewonnenen inneren Stärke mich mit Bach beschäftigen.

Schau dir mal die kleinen Präludien und Fughetten an. Die sind teilweise auch für Anfänger geeignet, echter Bach und sehr lehrreich. Es ist immer eine gute Idee, Bach zu spielen!
 

Schau dir mal die kleinen Präludien und Fughetten an. Die sind teilweise auch für Anfänger geeignet, echter Bach und sehr lehrreich. Es ist immer eine gute Idee, Bach zu spielen!
Und aus der Edition Peters Originalstücke als Vorstufe ausgewählt:
https://www.musikalienhandel.de/noten/klav/vorstufe-ausgewaehlte-originalstuecke--EP+4230.htm
s_titelbildep_4230.jpg
 
Für Burgmüller gibt es die Kükenstufen :teufel:
Nimm das sofort zurück, du, der anscheinend niemals die springende Kunst der linken Hand bei den großartigen Stück der Schwalbe gespielt hast! :angst::-D

@Anna123, zu erst werde ich dich natürlich verklagen weil du meine kreative Endung meines Nick gestohlen hast:super:

Dann, mach es. Das kann zwar auch mächtig nach hinten los gehen, dich demotivieren und dir den Spaß an dem Stück nehmen, aber du musst dir immer klar sein dass das Stück eigentlich noch nicht dein Niveau trifft.
Ich hatte auch schon ein paar Stücke, die mir mein Lehrer mit den Worten "eigentlich zu schwer für Sie" auf den Notenhalter gelegt hat (ist es eigentlich komisch das mein KL und ich uns nach 3 Jahren Unterricht immer noch Siezen:konfus:).
Nicht alle dieser Hausnummer hab ich auch geschafft zu spielen, aber ich hab aus jedem Stück verdammt viel mitgenommen.
Mir war nur halt von Anfang an klar, dass es bei diesen Stück okay ist, zu scheitern.
Wenn du da verkrampft dran gehst, dass kann daneben gehen.
Probiert es also aus und schau von anfang an darauf, dass du nur positives mit nimmst, suche bei solchen Werken auch nicht den Vergleich und geh nicht zu hart mit dir ins Gericht wenn es eben nichts wird.
Dann hast du halt deinen aktuellen Standort bestimmt und nimmst die Erkenntnis mit, dass du nun genauer weißt was dir noch fehlt. :super:
 
Schau dir mal die kleinen Präludien und Fughetten an. Die sind teilweise auch für Anfänger geeignet, echter Bach und sehr lehrreich. Es ist immer eine gute Idee, Bach zu spielen!

Und aus der Edition Peters Originalstücke als Vorstufe ausgewählt:

Die Vorstufen werden gleich morgen gekauf! Um für den Tag X vorbereitet zu sein.
Danke für die Vorschläge.
 
Ich sag's nur immer dazu: Man kann ein Stück nur einmal zum ersten Mal üben, und der Könnens-Stand dieser Zeit wird vermutlich an dem Stück immer etwas haften bleiben. Sowohl der technische, als auch der musikalische. Natürlich kann man Fortschritte machen und das später überarbeiten etc. etc., aber möglicherweise ist es nicht dasselbe.
Gilt das für den Fall, dass man die Stücke durch ständiges wiederholen im Repertoire behält, oder ist das Deiner Erfahrung auch gültig, wenn man die Stücke vergisst, verlernt und zwei Jahre später noch mal rauskramt? Ich mag mir gar nicht vorstellen, die schönen Stücke, die ich bisher vermurkst habe auf alle Zeiten verbrannt zu haben.
 
Das gilt auch, wenn man sie über einen längeren Zeitraum nicht übt. Wenn sehr viel Zeit vergeht bzw. man sehr viel besser wird, kann es schon sein, dass der Effekt schwächer wird.

Aber mir erzählte z.B. mal ein Klavierprofessor, dass er "Faschingsschwank aus Wien" als junger Stöpsel dahinstümperte, und es auch heute nicht besser hinkriegt. Das Stück ist zwar nicht leicht, aber z.B. deutlich leichter als Carneval.
 
Wobei ich den Verdacht habe, dass das es auch Veranlagung ist wie stark der Effekt ausfällt. Aber um das zu klären müsste man mit vielen Klavierspielern über viele Jahre eine Studie machen.
 
Finde ich übrigens gut, dass das "Angehen zu schwerer Stücke" hier im Forum durchaus positiv gesehen wird, wie man hier im Faden auch lesen kann:super:Das war wohl nicht immer so.

"The Author's Choice" *): na klar gehe ich gern zu schwere Stücke an, teils auch extrem zu schwere, das tat ich schon mein ganzes Leben. Die klingen halt oft phantastisch, sind beeindruckend, bieten echte Herausforderungen, machen richtig Spaß, während man sie sich erarbeitet, und wenn sie dann mal laufen, natürlich erst recht.

Der Unterschied, ob so ein Vorhaben gut oder schlecht ausgeht, ist allerdings die verwendete Übemethodik.

Das gilt übrigens auch bei der "Wiederaufbereitung" eines Stückes, oder schwerer Passagen daraus.

Es erschließt sich mir nicht, wieso Leute Schwierigkeiten damit haben, ein Stück notfalls von Grund auf nochmal neu einzulernen, und dabei alte Fehler zu vermeiden bzw. festzustellen, woran es beim motorischen Lernprozeß gehakt hat, und wo genau die Fehler lagen, die sie gemacht haben (insbes. bei virtuoser Literatur).

Wenn man allerdings immer wieder mit denselben (Schrott-)Methoden an ein Stück herangeht, und immer wieder blindlings in die selben Fallen rennt, dann wird das natürlich nichts...

Fehler macht man auch beim Erlernen eines schweren Stückes manchmal (auch ich selbst, natürlich, niemand ist davor prinzipiell gefeit). Die Herausforderung ist immer, zu erkennen, welche es waren, und wie man es entsprechend besser machen muss; und dann werden diese Fehler natürlich korrigiert.

Damit eine schwere Passage, oder ein schweres Stück, dann am Ende so musikalisch, zuverlässig, flüssig, und klanglich befriedigend läuft, wie man sich das vorstellt.
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*) The Author's Choice = des Autor's Wahl
 

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