Stress beim Vater unser

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MartinH

Guest

Was es nicht alles gibt. Und mag es auch vom Organisten unklug sein, man sieht jedenfalls, dass eben in der kath. Kirche letztlich der Pfarrer das Sagen hat - immer und überall. Zur Stressvermeidung wäre zu empfehlen, dass man sich so ein bisschen als zweibeiniger Plattenspieler versteht. Und den "Fachberatern' auf wichtigen Posten in Bischofsnähe bleiben immerhin noch die gewohnt schönen Worte und die Möglichkeit, missbillige Stücke bei Konzerten zu verbieten oder die großzügigen Gehälter des sog. "technischen Personals" (Kirchensprech) mitzuentscheiden. Ist doch auch was....
 
Wer sollte es auch sonst haben? Der Orgler? Die Ministranten?

Die Gemeinde! Ah nee, war ja katholisch, sorry.

Im Ernst:
Ich kenne das so, dass sich der Pfarrer mit dem Organisten abspricht. Kommunikation auf Augenhöhe. Im Zweifelsfalle - wenn es um die Musik geht - holt der Pfarrer sich auch die liturgische Kompetenz vom Organisten ab (so wurde es auch im C-Kurs gelehrt). Aber ich kenne da fast nur die ev.-Seite. Andere Hierarchie, andere Struktur.

Grüße
Häretiker
 
Ein Organist (so wie jeder andere Arbeitnehmer) hat sich einfach mal an die Dienstanweisungen bzw. Arbeitsaufträge zu halten, BASTA!

Wenn ihm das nicht gefällt, soll er sich ne andere Betätigung suchen, wo er tun und lassen kann, was ihm beliebt.

Ich bin da absolut auf der Linie des Pfarrers, welcher ja auch die Interessen seiner Gemeinde vertritt.
 
Gott, was sind denn das für alte Kamellen?
Das ist wahr. Nach 25 Jahren sollte sich das erledigt haben. :003:
Interessant finde ich aber schon, worüber man sich alles streiten (und womit man die Gerichte beschäftigen) kann. Man sollte meinen, dass für so etwas ein Gespräch reicht. Das erinnert ein bisschen an "Maschendrahtzaun".
 
Es gibt gute Gründe, (von "wichtigen Leuten" in bunten Kirchenmusikheftchen dargelegt, in denen immer alles supi ist) Akklamationen unbegleitet zu singen. Sollte auch die Regel sein, nicht immer muss die Orgel dudeln. Und nur, weil einem Pfarrer irgendwas (nicht) gefällt, braucht man das nicht falsch aufzuladen mit "verweigertem Liturgiemissbrauch". Ist halt wieder symptomatisch: wenn der Küster-Chorleitungs-Organist fachliche Einwände hat, sind die wumpe, weil der Herr Pfarrer immer recht hat und Diskussionen genauso stressig wie unnötig sind. Die Sache mit Dienst- und Fachvorgesetztem funktioniert wohl auch nicht in der kath. Kirche, wenn es sowas da überhaupt (nicht nur auf dem Papier) gibt.

Apropos Liturgie: damals, als man musikalisch noch mutig war, waren wohl auch solche Dinge wie Christoph Bosserts "Heilig" aus dem Esslinger Orgelbuch möglich, heute gäbe das wohl gleich eine fristlose Entlassung und Klage wegen entgangener Lebensfreude. Wenn der Pfarrer nämlich sagt, es ist bäh und verboten dann ist es bäh und verboten. Basta, kraft Amtes. Und nicht, dass dann noch die Liturgie ungültig ist mit allen Folgen für die verschiedenen Seelenheile.
 
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Apropos Liturgie: damals, als man musikalisch noch mutig war, waren wohl auch solche Dinge wie Christoph Bosserts "Heilig" aus dem Esslinger Orgelbuch möglich, heute gäbe das wohl gleich eine fristlose Entlassung und Klage wegen entgangener Lebensfreude.

Das Lieder wie "Layla" oder "Skandal im Sperrbezirk" jetzt bei den katholischen Gottesdiensten nicht unbedingt angemessen sind, sollte auch ein Protestant nachvollziehen können.

Warum die katholische Kirche allerdings Probleme mit dem Esslinger Orgelbuch haben sollte, erschließt sich mir nicht.
 
Das Lieder wie "Layla" oder "Skandal im Sperrbezirk" jetzt bei den katholischen Gottesdiensten nicht unbedingt angemessen sind, sollte auch ein Protestant nachvollziehen können.

Ich war letztes Jahr auf einer Kirchweih in Franken, da hat der (evangelische) Ortspfarrer die Ortsburschen nach durchfeierter und durchgrölter Nacht im Festgottesdienst genötigt, mit ihm die "Layla" mit einem von ihm selbstverfassten Jesus- Text zu singen, er hat die Sache auf der Klampfe begleitet.

Der neue Text war deutlich eingängiger als das Original und war prompt in der nächsten Party- Nacht immer mal wieder zu hören. :005:
Ziel erreicht, würde ich sagen.
 


Was es nicht alles gibt. Und mag es auch vom Organisten unklug sein, man sieht jedenfalls, dass eben in der kath. Kirche letztlich der Pfarrer das Sagen hat - immer und überall.

So ganz neu ist das ja nicht, und auch dem Organisten wurde bei seiner Anstellung ganz sicher erklärt, dass er "nach Anweisung" tätig wird. Und dienstrechtlich wird das das pädagogische Anliegen des Pfarrers auch immer höherrangig sein als das ästhetische oder musikhistorische des Organisten.

"Pfarrer B., Vorsitzender des Kirchenvorstandes der beklagten Gemeinde, wünschte diese Orgelbegleitung, um die anwesenden Gläubigen ausländischer Herkunft (Vietnamesen, Tamilen, Inder, Spätaussiedler, Rußlanddeutsche) an das Singen des Vaterunser heranzuführen."
 
Was ist nicht ganz neu? Dass der Herr Pfarrer Kraft Amtes und Weihe immer das letzte Wort haben will und muss und darf? Ja, leider. Und irgendwie drollig ist ja auch, dass er den "Ausländern' (in deren Ländern man mutmaßlich besser singt als im Berieseln-lassen-Weltmeister Deutschland) nicht zutraut, diese melodisch denkbar simpelste Akklamation ohne übertönende Orgelsoße hinzukriegen. Ein pädagogisches Anliegen eines Organisten zählt also nicht? Interessant. Und ich könnte wettten, dass das eben nicht ordentlich besprochen und abgewogen wurde, wie es sich gehört (unter Hinzuziehung der sog. Fachberater, falls sie mal nicht kneifen und gerade über den nächsten schönen Worten sitzen).
 
Was ist nicht ganz neu? Dass der Herr Pfarrer Kraft Amtes und Weihe immer das letzte Wort haben will und muss und darf? Ja, leider. Und irgendwie drollig ist ja auch, dass er den "Ausländern' (in deren Ländern man mutmaßlich besser singt als im Berieseln-lassen-Weltmeister Deutschland) nicht zutraut, diese melodisch denkbar simpelste Akklamation ohne übertönende Orgelsoße hinzukriegen. Ein pädagogisches Anliegen eines Organisten zählt also nicht? Interessant. Und ich könnte wettten, dass das eben nicht ordentlich besprochen und abgewogen wurde, wie es sich gehört (unter Hinzuziehung der sog. Fachberater, falls sie mal nicht kneifen und gerade über den nächsten schönen Worten sitzen).

Jaja, immer diese Pfarrer mit ihren Bevormundungen!

Die verlangen doch allen Ernstes von ihren Kommunionshelfern, daß diese die Kommunion mit sauberen Händen übergeben!

Und auch als Lektor wird man schikaniert wie es geht - man muß des lesen was der Pfarrer meint - wenn ich mal den Wunsch äußere Nitsche beim Gottesdienst zu lesen, wird des vom Pfarrer rigeros abgelehnt!

Der geht sogar soweit, daß ich mir bei der Lesung nicht einmal ne Zigarette anzünden darf, dabei liest es sich mit ner Fluppe viel leichter.

Geschweige denn, daß er mir meine Mass Bier auf dem Pult gestattet - dabei brauchts des immer wieder mal, wenn s so im Hals kratzt bei der Lesung.

Und wenn man mal auf den Altar "eine flachlegen will", hat der Pfarrer auch was dagegen.

Meie o mei, nix darf man in der Kirche was Spaß macht, da hat der Pfarrer immer an allen was auszusetzen dran.

Ich fühle mit dem Organisten mit :heilig::teufel::teufel::teufel::teufel::teufel:
 
Ein interner Streit in einer immer unbedeutender werdenden obskuren Sekte ... wen interessierts?
 
Ein interner Streit in einer immer unbedeutender werdenden obskuren Sekte ... wen interessierts?

Diesen "unbedeutenden" Sekten gehören immerhin noch über 47% der Bevölkerung an. Und auch wenn sie sich mehrheitlich wohl nicht sonderlich für die Lehren ihrer "Sektenführer" interessieren, tun sie es doch sicher vielfach für die Relationen zwischen der Sektenführung und den Bediensteten, denn angesichts deren Dominanz auf dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsektor könnte der/die eine oder andere oder ein Familienmitglied sich schnell in einer solchen finden, sei es als Lehrkraft, Arzt oder Krankenpfleger oder Mitglied einer Sozialstation. Sogar als Hochschullehrer kann man sich auf einem "Konkordatslehrstuhl" wiederfinden, und wenn die Alternative Arbeitslosigkeit heißt, sich in das Unvermeidliche fügen.
 
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Nun, an Wettbewerbern um die Sorge für das Seelenheil scheint es aber nicht zu mangeln.
 

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