Schumann Kind im Einschlummern

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katjasofia

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Guten Morgen,

ich hatte vergessen, meine Klavierlehrerin nach den Takten 17 und 18 zu fragen, ich verstehe den Text nicht.
Werden in der rechten Hand in Takt 17 cis und h gleichzeitig angeschlagen?
Und Takt 18 verstehe ich gar nicht mehr: Das e wird den ganzen Takt gehalten, das h ist eine Viertelnote und wird gleichzeitig mit dem e angeschlagen?...puhh...je länger ich mir Takt 18 angucke., um so unklarer wird mir das....http://www.klavier-noten.com/schumann/Kind im Einschlummern.pdf
Es wäre nett, wenn mich eine milde Seele kurz aufklären könnte.

LG
Katja
 
Dorforganistin

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Ob ich mich als milde Seele bezeichnen würde, weiß ich nicht, aber ich versuch's mal.
In Takt 17 hast Du auf der ersten Zählzeit drei Töne in der rechten Hand zu spielen: fis, h und d.
Es bleibt zur nächsten Zählzeit das fis liegen. Das h wird neu angeschlagen, und statt dem d kommt das cis dazu. Dann kommt noch das a dazu, so dass Du am Ende dieses Taktes tatsächlich vier Töne "in der Hand" hast.
In Takt 18 bleiben das a und das h aus dem vorherigen Takt liegen, das fis fällt weg und oben kommt das e neu hinzu. Während das e und das h für die Zählzeit "1 und" liegenbleiben, kommt statt dem a das cis dazu. Auf Zählzeit 2 liegt das e immer noch, und statt h und gis kommen cis und a.
Ob die angegebenen Fingersätze zu Dir passen, kannst Du nur ausprobieren. Aber ich sehe auch nicht viele Alternativen - wobei ich mich nicht als Expertin diesbezüglich bezeichnen würde.
 
K

katjasofia

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Vielen Dank!
 
mick

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20.017
Ob ich mich als milde Seele bezeichnen würde, weiß ich nicht, aber ich versuch's mal.
In Takt 17 hast Du auf der ersten Zählzeit drei Töne in der rechten Hand zu spielen: fis, h und d.
Es bleibt zur nächsten Zählzeit das fis liegen. Das h wird neu angeschlagen, und statt dem d kommt das cis dazu. Dann kommt noch das a dazu, so dass Du am Ende dieses Taktes tatsächlich vier Töne "in der Hand" hast.

Das stimmt nicht ganz - fis und h bleiben in T. 17 liegen, das d geht zum cis und das a kommt auf 2+ hinzu.

LG, Mick
 
K

katjasofia

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Hi Mick, wieso bleibt h liegen?der Bogen geht doch nicht bis zum h?
 
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katjasofia

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also ist der Bogen ein Haltebogen?
 
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katjasofia

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ich habe zuhause die Henle Ausgabe, da gucke ich nochmal genau....
 
Dorforganistin

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Ja, Du hast in Takt 17 zwischen dem ersten und dem zweiten Akkord zwei Haltebögen, einmal von fis auf fis, und einmal von h auf h (schlecht zu lesen).
Das heißt, wie @mick schon schrieb, das einzige, was sich ändert, ist der oberste Ton vom d aufs cis, und dann geht es so weiter, wie ich weiter oben ausführte (es sei denn, jemand findet noch einen Fehler in meinen Ausführungen, was nicht auszuschließen ist). ;-)
 
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katjasofia

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ahhhhhh! Danke Rolf
 
mick

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20.017
Godowski korrigiert allerdings an dieser Stelle Schumanns ungewöhnliche Satzweise und reduziert die kurze Fünfstimmigkeit zur Vierstimmigkeit. Ich halte das für nicht so gut - denn ich glaube, dass Schumann es (wohl wegen des pp) vermeiden wollte, zwei Töne in der Oberstimme gleichzeitig neu anzuschlagen. Dafür nimmt er bewusst die Clusterbildung in Takt 17 auf 2 in Kauf.

LG, Mick
 
rolf

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Dafür nimmt er bewusst die Clusterbildung in Takt 17 auf 2 in Kauf.
Cluster würde ich das nicht nennen - aber tatsächlich: Godowski lässt das h in Takt 18 neu anschlagen, die Erstausgabe hat da einen Haltebogen:
Kind im einschlummern Erstausgabe.png
die analoge Stelle T 19-20 macht das nicht so - wer das Original nicht greifen kann (diese Überbindungen sind ja wie eine der "bösen" "Fesselungsübungen"...) darf ruhig so spielen, wie Godowski das empfiehlt.
 
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elli

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Insofern ist die oben angegebene Quelle richtig! Man achte auf die Notenhälse, das zweite h in Takt 17 hat nicht nur den Achtelhals nach unten sondern auch eine Viertelhals nach oben - einzig der Bindungsbogen zum h im nächsten Takt -wieder ein Viertel- ist etwas unglücklich mit dem Notenprogramm gesetzt. Im folgenden Beispiel ist es eindeutig.
Conrad Kühner (1851–1909)

Verlagsinfo:
Robert Schumanns Compositionen für das Pianoforte, Band 4 (pp.58-71)
Baunschweig: Henry Litolff`s Verlag, n.d.(ca.1880). Plate 1701

Urheberrecht:
Public Domain

upload_2015-6-25_16-45-48.png

http://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/40336

Aufpassen hier sind neben den Haltebögen auch Bindebögen eingezeichnet, aber im Zusammenhang auch sofort erkennbar!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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elli

Guest
Allerdings hätte ich noch eine Anmerkung zum Setzen des Takt 18, wieso hat man das e als halbe Note notiert, es wäre der Übersicht wegen besser gewesen 2 Viertel zu notieren mit Haltebogen, dann wäre nämlich der "Schlussakkord" a-cis-e klar gewesen. (ich kenne das Stück nicht, wäre aufgrund der Notierung doch glatt vom irrtümlich 3/4 Takt ausgegangen ......wenn man nur diesen kleinen Abschnitt betrachtet...:musik:)
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Ist ja bei T17 nicht anders. Aber ein kurzer Blick in die zweite Notenzeile reicht ja völlig aus.
 
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katjasofia

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Allerdings hätte ich noch eine Anmerkung zum Setzen des Takt 18, wieso hat man das e als halbe Note notiert, es wäre der Übersicht wegen besser gewesen 2 Viertel zu notieren mit Haltebogen, dann wäre nämlich der "Schlussakkord" a-cis-e klar gewesen. (ich kenne das Stück nicht, wäre aufgrund der Notierung doch glatt vom irrtümlich 3/4 Takt ausgegangen ......wenn man nur diesen kleinen Abschnitt betrachtet...:musik:)

Das hat mich auch irritiert...
ich bin aber immer noch verwirrt und saß gestern ne halbe Stunde mit Dorforganistins Beschreibung, den verschiedenen Notierungen etc. am Klavier, hatte irgendwann verknotete Pfoten durch die gehaltenen Noten und beschloss, dass mir nächste Woche von der KL vorführen zu lassen...
trotzdem danke für die Diskussion hat sie mir doch gezeigt, dass nicht immer alles auf den ersten Blick klar ist...
 
 

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