Schülervorspiel - ein voller Erfolg

Dieses Thema im Forum "Klavierlehrer-Forum" wurde erstellt von snowdrop83, 10. März 2007.

  1. snowdrop83
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    snowdrop83

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    Mensch, wie die Zeit vergeht. Mein nächstes Schülervorspiel steht vor der Tür - stecke quasi in den Vorbereitungen.
    Deshalb meine Frage an diejenigen, die schon mehr Erfahrung mit solchen "Konzerten" haben:

    Wie baut ihr solch ein Vorspiel auf? Wie plant ihr die Moderation (Vorstellung aller Beteiligten/ Infos zu Stücken/ witzige Anekdoten zu Komponisten / Musikhistorisches) ? Gestaltet ihr ein Programmheft?

    Natürlich sind auch die gefragt, die aktiv an einem Schülervorspiel beteiligt sind - die Klavierschüler selbst. Wie muss ein Vorspiel überhaupt "geartet" sein, dass es zu einem schönen Erlebnis werden kann?

    Was sich u. a. bei mir bisher gut bewährt hat:

    1. Gruppenfoto
    2. Mitschnitt vom Schülervorspiel
    3. Kaffeerunde nach getaner Arbeit (für die Eltern) - und "Spielenachmittag"
    für die Kinder

    Bin gespannt auf eure Erlebnisse und dankbar für den ein oder anderen Tipp.
     
  2. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Ich habe schon bei ziemlich vielen Vorspielen mitgewirkt und kann dir ja mal meine Eindrücke und "Erfahrungen" schildern.
    Ich nehme mal an, dass dein Vorspiel in geschlossenem Rahmen stattfindet (und z.B. nicht im Altenheim o.ä., das habe ich auch schon gemacht).
    Eine gute Dauer für ein Vorspiel ist wohl eine Stunde, damit am Ende bei den schwierigsten Stücken die Konzentration nicht nachlässt (bei Zuhörern und Interpreten). Am Anfang gibt es eine kurze Begrüßung von ihm à la "ich freue mich, dass sie alle gekommen sind". Was ich persönlich immer sehr schön finde, ist, wenn folgendes Ausgesprochen wird: Dass dieses Vorspiel kein Konzert ist und nicht dem Zweck dient, alles perfekt abzuliefern, sondern dass wir hier "unter uns" sind, und einfach einmal zeigen sollen, was wir in der letzten Zeit so gelernt haben, und zu trainieren, vor einem kleinen Publikum zu spielen. Fehler passieren jedem mal- das ist auch gar nicht schlimm, und man sollte sogar üben, beim Vorspiel mit ihnen zurechzukommen.
    Wenn das gesagt wird, fühle ich mich immer viel wohler ;)
    Begonnenbeginnt mit den "Kleinen" und den Anfängern, die auch nicht selten zwei oder drei kurze Stückchen spielen, und bis zum Ende steigert sich das Niveau.
    Mit den Titeln des Stückes kann man es natürlich halten, wie man will- entweder, man schreibt alles auf das Programm und spricht während des Vorspiels überhaupt nicht, oder Lehrer oder Schüler nennen den Titel des Stückes. Die Atmosphäre ist weniger angespannt, wenn die Titel ausgesprochen werden, finde ich.
    Es ist auch sehr schön, wenn sich die Spieler nach dem Vortrag kurz verbeugen dürfen.
    Am Ende kommt meist eine kurze Verabschiedung (Danke fürs Zuhören, guter Heimweg), und eine "Motivationsrede". D.h. es werden vor allem die Anfänger angesprochen, die die Fortgeschrittenen Schüler nun spielen gehört haben. "Das erreicht man natürlich nur, wenn man ein bisschen übt ;). So weit kann man da kommen". Natürlich nicht zu ernst dabei sein...
    Ein Kaffeetrinken habe ich danach noch nicht erlebt, ist aber eine schöne Idee.

    liebe Grüße

    Stilblüte
     
  3. Caro92
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    Caro92 Guest

    Es müsste auf jeden Fall ( bei einem Schülervorspiel) eine gelockerte
    Atmosphere entstehen , d.h. ruhig Anekdoten oder Sonstiges mit ein-
    bauen. So wird auch sicherlich das Lampenfiber der Beteiligten gesenkt..
    naja aber es kommt eben immer darauf an , was es für Klavierschüler sind.

    Vlg
     
  4. Astrid
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    Astrid

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    Hallo snowdrop,

    ich habe noch nicht so viel Erfahrung, aber ich kann dir mal schildern, wie es bei meinem (ersten und bis jetzt einzigen) Vorspielen war:

    Es gab eine Art Programm (eine beidseitig bedruckte A4-Seite aus festerem Papier) auf dem erst der Name des Schülers und darunter dann jeweis das Stück oder die Stücke standen.
    Somit wurde nicht gesprochen während des Konzerts.

    Aber ganz am Anfang setzte sich einer der Schüler an den Flügel und klimperte so eine kleine Melodie, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen und dann gab es eine kleine Ansage. Herzlich Willkommen und viel Spass usw.

    Wir Schüler sassen auch mit im Publikum und sind dann, wenn wir dran waren zum Flügel gegangen und haben uns nachher wieder ins Publikum gesetzt. So konnten wir auch die anderen Schüler anhören.

    Das ganze haben wir auf Video aufgenommen und später wurden DVD gebrannt, damit jeder Schüler ein Andenken hat.

    Nachdem der letzte Schüler gespielt hatte, bekamen alle Schüler von der Lehrerin ein Rose als Dankeschön, dass sie mitgemacht hatten und die Lehrerin bekam einen ganzen Strauss wunderschöner Rosen von einem Schüler, um sich bei ihr zu bedanken.

    Dann hatten wir ein kleines Buffet aufgebaut mit süssen und herzhaften Leckereien und Getränken, die wir alle selber mitgebracht hatten und standen dann nach dem Konzert noch ein paar Minuten beisammen. Also sowohl die Schüler als auch die Zuhörer, die ja die Eltern oder Grosseltern oder Freunde oder was auch immer waren.

    Ich wünsche dir, dass alles so klappt, wie du es dir vorgestellt hast und die Schüler auch alle zufrieden, wenn nicht sogar begeistert sein werden!!

    Wann ist denn das Konzert?

    Liebe Grüsse
    Astrid
     
  5. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich würde die Eltern und Schüler in die Planung mit einbeziehen und dementsprechend befragen. Ein Programmheft z.B. würde ich von den Schülern gestalten lassen. Auch die Moderation in Schüler- oder Elternhände wäre mal was anderes (z.B. sagt der Lehrer nur den ersten Spieler an, danach sagt immer der letzte Spieler den nächsten an oder die Eltern stellen ihre Kinder vor...).
     
  6. snowdrop83
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    snowdrop83

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    Vielen Dank für eure Antworten und sehr interessanten Ideen!

    Da einige von euch gefragt haben: Mein Schülervorspiel findet am 24. März statt.

    1. Räumlichkeit: Das Vorspiel findet in einem Gemeindesaal statt. Der Raum ist mittelgroß und von der Atmosphäre her recht angenehm. Auch das Klavier ist in einem guten Zustand. Zwar habe ich auch "Einladungen" und Plakate für das Vorspiel gemacht, denke aber schon, dass es weitestgehend im "privaten" Rahmen bleiben wird, sprich: Die Schüler mit ihren Eltern.

    2. Schüler: Da ich noch nicht allzu lange unterrichte, spielen an diesem Tag 10 Schüler im Alter von 5 bis 10 Jahren - vom blutigen Anfänger (wenige Wochen) bis hin zu Schülern im 4. Unterrichtsjahr. Darunter sind 3 Geschwisterpaare (echt süß)!

    3. Programm: Meist dauert das Programm nicht länger als eine halbe Stunde - da die Stücke der Schüler oftmals sehr kurz sind (von 10 sec. bis 1min). Deshalb dürfen bei mir die ganz Kleinen auch bis zu drei Stücke hintereinander spielen, die größeren oftmals 2x 2 Stücke. Ich versuche schon, dem Programm eine gewisse Struktur und einen Rahmen zu geben. Mein letztes Vorspiel bsp.sweise war im Dezember - den Anfang machten 2 Schüler und ich mit einer 6-händigen Bearbeitung von "Freude schöner Götterfunken" und am Ende haben wir alle (Eltern und Schüler) zwei Weihnachtslieder gemeinsam gesungen - was richtig gut ankam. Gerne lasse ich auch mal ein Kind ein Gedicht rezitieren. Das wird dieses Mal auch so sein - und den Rahmen wird dieses Mal mein Kinderchor geben.

    4. Reihenfolge: Bei mir geht es nicht unbedingt nach Alter. Ich persönlich fand es als Kind damals auch nicht so prickelnd. (Mein damaliger Musikschullehrer hat es wie folgt gemacht: Jetzt kommt Schüler X , er ist X Jahre alt und im x-ten Unterrichtsjahr. Und von ihm hören wir folgende Stücke: XX) Außerdem ist es für den Zuhörer viel interessanter und abwechslungsreicher - wenn das Programm gemischt und bunt gestaltet ist - als wenn es nur nach Alter geht.

    5. Moderation: Wahnsinnig schwierig, kann ich euch sagen. Noch dazu, weil ich meist aufgeregter als die Kinder selbst bin. Selbst das "Sprechen" muss gelernt sein, und ich finde es wahnsinnig schade, dass es in meiner Ausbildung in der FH nicht enthalten war. Die Mods müssen extra geübt werden und erfordern daher eine gewisse Vorbereitung. Ich beneide alle, die das spontan können. Bei mir geht das leider nicht, und mein Freund lacht sich regelmäßig schlapp, wenn er die Aufnahmen meiner Mods hört - aber ich werde langsam besser :)

    6. Abschluss: Ja, meine Schüler werden am Ende auch noch mal alle aufgerufen und bekommen eine Blume. Wenn ich "lieb" war, bekomme ich auch einen Blumenstrauß. - Das ist echt das allerschönste Gefühl: Wenn das Vorspiel hinter einem liegt, jegliche Anspannung verflogen ist, alles relativ gut gelaufen ist und Kinder und Eltern gleichermaßen über beide Backen strahlen. Einfach schön :D

    Über weitere Erlebnisberichte und Ideen würde ich mich sehr freuen.
    Und vielen Dank für eure Anteilnahme - ihr seid echt klasse !!!
     
  7. Stilblüte
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    Stilblüte

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    hey snowdrop83:

    ich finde, du musst dir überhaupt keine Sorgen um dein Vorspiel machen!
    Du hast so viele gute Ideen, die ich alle Klasse finde (z.B. das Vorspielen NICHT nach Alter oder Können, fände ich eigentlich auch schön, habe ich aber noch nie erlebt...), bist so gut organisiert, scheinst eine tolle Beziehung zu Schülern und Eltern zu haben-
    Da bleibt mir nur, dir viel Erfolg zu wünschen ;)
    Das wird bestimmt ein schöner Tag!

    Grüße
    Blüte
     
  8. snowdrop83
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    snowdrop83

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    Endlich geschafft!

    Mein Schülervorspiel liegt endlich hinter mir. Und ich bin noch total knülle. Deshalb ein wenig Nachsehen, wenn meine heutigen Ergüsse nicht sonderlich geistreich sind...

    Es war mein 1. Vorspiel in einem größeren Raum. Die letzten Klassenvorspiele fanden noch im Unterrichtsraum statt - lässt sich natürlich mit 10 Schülern nicht mehr bewerkstelligen. Was im kleinen Raum auch gerade so platzmäßig gereicht hat - war auch im mittelgroßen Raum hart an der Grenze. Aber lieber ein kleiner Raum gut befüllt, als ein riesiger Saal, worin sich das Publikum verliert. Tja, und so waren bestimmt 60 Leute anwesend - Eltern, Großeltern, Geschwister, Verwandte und auch einige "Interessierte".

    Ich war ganz schön aufgeregt. Diesmal habe ich ein Programm geschrieben und neben der Begrüßung kamen nur blockweise kurze Mods, wo ich die Schüler vorgestellt habe. Eine habe ich auch öffentlich gelobt: Weil sie seit der Gründung des Chors (und der wird im November 5) sehr engagiert mitmacht und eben auch fleißig die Gitarre zupft. - Ich glaube, solche "Vorbilder" ziehen ganz gut und sie hat es ohnehin verdient, dass man sie öffentlich "ehrt". - Meine Mods waren nicht so der Hit - muss ich nächstes Mal besser vorbereiten (aber das sag ich mir eigentlich immer hinterher. Hoffentlich wird's dann auch mal!)

    Die Bestuhlung haben wir schon am Vortag gemacht und auch das Klavier günstig gerückt. Die Stühle standen im Halbkreis mit kleinen Gängen (Lücke nach jeweils drei Stühlen). Das Klavier stand vor der Fensterfront (Diskantseite zum Publikum!). Die Fenster hatten wir zugezogen - der Stoff war lang und blau und erzeugte dadurch den Eindruck eines Bühnenvorhangs.

    Den Rahmen bildete der Kinderchor mit jeweils 2 Liedern. Nach dem Chor und der Begrüßung folgten die Schülerbeiträge. Es war recht lustig und mit einigen Pannen. Zum Beispiel wollten einige Schüler schon nach dem ersten Titel die Bühne verlassen. Oder ein kleiner 5jähriger schleppte die Klavierbank tatkräftig selbst zum Klavier. (Aus Platzgründen habe ich die Klavierbänke auch für die Gitarristen genommen) Gegen Ende des Vorspiels habe ich mich dann noch mal bei den Eltern für ihre Unterstützung bedankt - alle Schüler auf die Bühne geholt und mit einem Blümchen versehen - es wurde ein Gruppenbild gemacht - und anschließend bekamen alle Kinder Kakao und Gebäck.

    Natürlich kommt für mich jetzt die Auswertung. Einige Dinge liefen wie gesagt gut, an anderen muss ich noch arbeiten. Wichtig ist, unbedingt die Moderation vor einem Spiegel zu üben - denn besonders als Lehrer sollte man selbstbewusst und locker rüberkommen. Und in Zukunft brauche ich Assistenten, die den Bühnenablauf mitregeln (Stühle/Notenständer hinstellen) und vor allem Betreuer für den Kinderchor. Ich bin es halt noch nicht gewohnt, so viele Dinge auf einmal zu managen - und verliere da schnell den Überblick... Aber ich bin ja noch jung und kann noch viel lernen :D

    Liebe Lehrer und Schüler! Wie sind eure bisherigen Vorspiele verlaufen?? Welche guten Ideen und Tipps habt ihr so auf Lager oder wovon sollte man grundsätzlich die Finger lassen? Schreibt auch unbedingt die Dinge, die fehlgelaufen sind - Schüler im Programm vergessen oder sonstiges. Danke :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. März 2007
  9. David
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    David

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    oder ein fieber senkendes Mittel :D
     
  10. Caro92
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    Caro92 Guest


    hm..;) was wäre denn das zum Beispiel??


    Grüße , Caro
     
  11. David
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    David

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    caro das muss jeder selbst für sich entscheiden. Bei dem einen hilft ein gezwungenes Lächeln, der andere greift auf Beruhigungsmittel zurück.

    pp