Schubert Sonatine für Violine und Klavier D-Dur


violapiano
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Dimo
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Ich habe die Schott-Ausgabe, da steht auch ein dis. Das dis mag auf den ersten "Blick" ungewohnt klingen, ich finde aber, es klingt farbiger und interessanter als d.
 
G
Gomez de Riquet
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Ich habe drei Ausgaben konsultiert -
Henle (Urtext), Bärenreiter (Urtext) und Peters: Alle haben das Dis.
 
violapiano
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danke

Danke, gomez und dimo,

dann wird es wohl stimmen, daran hab ich auch nicht gezeifelt, habe mich nur gefragt, wieso es so komponiert ist, vllt gibt ja irgendeinen zwingenden Grund dafür.

LG
VP
 
Dimo
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habe mich nur gefragt, wieso es so komponiert ist, vllt gibt ja irgendeinen zwingenden Grund dafür.
Zwingende Gründe gibt es beim Komponieren selten... ;)
Okay, ich versuche mich mal in Franz Schubert hineinzuversetzen...
=> Das dis (=Terz von H-Dur) könnte Bestandteil einer erweiterten doppeldominantischen Kadenz sein:
H-Dur (=Doppeldominante) -> E-Dur -> A-Dur :cool:
 
rolf
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bzgl. der ersten drei Takte auf S.11:

Takt 2 bietet die typische Folge Quartsextakkord auf der V. Stufe als doppelter Vorhalt zur Dominante, welche auch prompt angefügt wird und damit zur Tonika in Takt 3 führt.

Das dis im Bass von Takt 1 ist ein Leitton, welcher in den relevanten Bass von Takt 2 führt. Eine solche Bassführung ist in der klass. Musik oft zu finden.

Zugleich ist das dis auch die erhöhte Terz der II. Stufe, also die Doppeldominante. Da die Tone h und dis lediglich auf dem letzten Achtel von Takt 1 erklingen, halte ich hier die Doppeldominante aber nur als "angedeutet" (es fehlen ihr ja die Quinte und ggf. die Septime - wir hören da nur eine Sexte für die Dauer eines Achtels). In diesem Sinne ist die Sexte dis-h eher ein Durchgang (mit angedeuteter DD).

Bezogen auf die Tonika dieser Takte (A-Dur) liegt also die typische Bassformel III - #IV - V - I vor. Anschließend wird dann die Kadenzwendung nach A-Dur aufgehoben und zurück in nach D-Dur (Haupttonart) moduliert.

Lohnend ist ein Vergleich mit den beiden letzten Takten von Seite 10: diese bieten dieselbe formel, aber anstelle der Sexten sind die gleichen Töne als Terzen notiert! Deswegen findet hier kein dis - der Bass ist ja hier a-h-cis! Folglich ist die Wiederholung dieser Formel im ersten Takt auf Seite 11 eine gesteigerte Variante, die eben den Leitton zur V. Stufe als Steigerung einsetzt.
 
violapiano
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vielen Dank euch allen für eure Kommentare- rolf, für deine Erklärung muss ich mir ein Buch zur Hand nehmen!:p

Aber es wird mir die Sache deutlicher machen- und es zeigt mir wieder mal, dass ich doch etwas mehr über Musiktheorie wissen sollte.:confused:

LG
violapiano
 
 

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