Sch... zu Gold? Projekt C.Bechstein - Klavier

Bedenke aber bitte daß der Blankbezug auch VOR dem Baßbezug erst einmal hochgezogen und ausgestrichen werden sollte
Ja das ist mir klar.
das entgültige Setzen auf gleichmäßiger Höhe der Wirbel sollte nach der ersten Vorstimmung erfolgen.
Ok, dann werde ich die etwas höher lassen. Im Moment ist es halt so, dass die Saiten (ohne Druckstab) gerade so die Silie berühren. Die Ringe sind auf jeden Fall nicht so tief, wie sie auf dem Foto aussehen. Beim Dichten kommt das alles noch höher. Auf jeden Fall danke für die Tipps!

Hättest auch schneller haben können, gesetzt den Fall man liest auch rechtzeitig meine SMS und macht sich auch mal auf die "lange Reise" nach Dahlem.
Richtig, für die lange Reise hatte ich in der Tat über die Woche keine Zeit. Trotzdem habe ich dankbar Deine SMS gelesen und behalte die Empfehlung im Kopf. ;-)

@FünfTon , dann hier die Antwort: Ja.
 
Ach ja @Peter , ziehe die Saiten ruhig mit etwas Spannung auf, also so daß sie fest sitzen und die Ringe nicht mehr verrutschen können - die Saiten dürfen ruhig schon einen Ton von sich geben. Auch wichtig nach dem Beziehen; Saiten an den Plattenanhangstift und auf den Steg klopfen damit sie fest anliegen. Beim Ringe dichten nicht vergessen die Nasen zu drücken (ignorieren einige Kollegen ganz gern mal hin und wieder, und wundern sich dann, daß sich die eine oder andere Saite wieder aus dem Wirbel rauszieht)

LG
Henry
 
Ich habe mir noch mal mehrere Besaitungsvideos angeschaut und bin heute wesentlich beherzter und weniger ängstlich an die Sache heran gegangen (sprich: mehr Spannung). Auch die Handgriffe gingen gefühlt doppelt so schnell wie gestern.
Vereinzelt weite Nasen habe ich immer gleich beim Besaiten mit zugedrückt.

Ist das so besser?
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Fertig bin ich heute allerdings doch nicht geworden. Ich war gestern dermaßen schusselig... ach, reden wir nicht drüber. :-D Auf jeden Fall habe ich mir noch mal richtig Arbeit gemacht. :dizzy::cry2::blöd:
 
Ja das kommt am Schluss.
 
Ja, quasi so wie das Micha in dem einen Video macht, was ich weiter vorne verlinkt habe (Druckleiste aufschrauben, Saiten ausrichten, klopfen, dichten, ausstreichen und dann stimmen).
 
Ja, quasi so wie das Micha in dem einen Video macht, was ich weiter vorne verlinkt habe (Druckleiste aufschrauben, Saiten ausrichten, klopfen, dichten, ausstreichen und dann stimmen).

Ausstreichen solltest Du bei bereits nahezu vollständiger Spannung des Blankbezuges. D.h. Du zwickst den Blankbezug auf mindestens einen viertelton unter der herkömmlichen Tonhöhe gleichmäßig rauf, und streichst ihn dann kräftig aus. Ich persönlich empfehle zum ausstreichen eine Ausstreichrolle wlecher einer Pizzarolle ähnlich ist. Gibt aber auch preiswertere Alternativen; Ausstreichen mittels Messingstabes. Wichtig beim Ausstreichen daß die Saiten in Richtung Resonanzboden gedrückt werden, also das sanfte "ich fahr jetzt mal vorsichtig über die Saiten" macht keinen Sinn.
Baßsaiten bitte nicht ausstreichen, das Gespinst wird nachteilig dadurch verletzt - Baßsaiten ziehst Du am besten erst einmal höher als gewöhnlich.

LG
Henry
 
@Peter , inzwischen ist ja wieder ein Monat verstrichen, wie weit bist Du denn inzwischen?

LG
Henry
 
Hatte die letzten 2 WE keine Lust. Mal sehen, ob ich morgen weiter mache. Der Blankbezug ist drauf und grob gestimmt. Muss noch fertig "gesetzt" und ausgestrichen werden. Dann kommt der Bassbezug. Dann muss ich das Pedalgestänge erneuern und vormontieren, dann kann der Boden wieder rein und das Ding endlich wieder aufgestellt werden.
Ganz schön viele "danns" :-D
 
Update:
Der Bezug ist vollständig drauf und grob auf 440Hz hochgezogen.
Saiten wurden gesetzt, ausgerichtet, ausgestrichen und alle Ringe gedichtet.
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Heute habe ich mit dem Boden und da vor Allem mit dem Pedalgestänge angefangen. Die "Holzmuttern" und das Metallgestänge muss neu gebastelt werden und dann muss ich noch die Filze irgend wie hinfummeln. :-)
 

Update:
Die vielen "danns" habe ich noch vor dem Winter fertig bekommen.
Am aufwendigsten war es, die "Holzmuttern" nachzubauen (im Bild markiert). Diese waren nicht mehr lösbar und der Draht abgerissen.
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Für das neue Gestänge habe ich VA-Gewindestangen verwendet. Außerdem habe ich den Filz für die Pedale erneuert.
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Fertiger Boden:
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Eingebaut:
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Danach musste das Klavier erst mal überwintern. Nun ist es wieder wärmer und die Arbeiten gehen weiter.
Ich habe heute die Mechanik auseinander genommen. Bilder und (viele) Fragen folgen noch.
 
Die Mechanik ist auseinander genommen, viele viele Teile.

Meine ersten Fragen:
Überall, wo ein bewegliches Teil angeschraubt war (Hammer, Dämpfer, ähh....Hebeglied?) ist die Auflagefläche wie weiß gepudert. Erst dachte ich an Schimmel, aber es ist nur auf diesen Stellen begrenzt und dort aber relativ gleichmäßig.
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Ist das irgend eine Behandlung von der Oberfläche oder tatsächlich nur Schimmel?

Bändchen und Ruhepolster:
Die Bändchen sind alle hinüber. Selbst die, die scheinbar in Ordnung waren, fielen beim Hinsehen auseinander. Ich bin mir nicht sicher, wie und mit was ich die neuen Bändchen kleben soll. Original scheinen sie mit in die Halterung eingeklemmt zu sein. Ich würde sie aus dem Bauch heraus einfach am Stiel ankleben. Wäre das ok?
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Die Ruhepolster (ist der Begriff richtig? dieses graue Wollpüschel) sind teilweise zerfressen , lose oder fehlen völlig. Ich würde sie gerne erneuern. Die originalen fühlen sich wie ganz weicher Wollfilz an. Kann ich die hiermit ersetzen oder schneidet man sich das besser selbst zurecht, wenn ja aus was?

Dämpfer:
Auch die Dämpfer sind teilweise zerfressen, verformt, lose oder fehlen.
Die Dämpferunterlage aller dreichörigen Saiten sind zweiteilig und wie ein Doppel-S gewölbt. Was ist bei der Erneuerung zu empfehlen? Fertige Sätze oder Dämpfer-Filzstreifen mit Unterfilz und die selbst zurecht schnippeln?
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Generelle Frage: Welcher Kleber eignet sich am besten für Leder, Stoff, Filz, Dämpferfilz...?
Gut wäre ein Kleber, der sehr schnell haftet (andrücken, fest). Bisher habe ich diesen gefunden. Wäre der zu empfehlen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das weiße ist Kreide, damit die Teile auf dem Untergrund mehr Grip haben.
Die Bändchen kannst Du am Stiel ankleben.
Als Kleber für Filz oder Leder verwende ich Buchbinderleim.
Dein verlinkter Kleber ist eine Plattex-Art, mit viel Lösungsmittel und eher für Schuster geeignet.
 
Viele Fragen auf einmal; das weiße ist Kreide oder Talkum....hat aber Toni bereits beantwortet.
Original sollten die Bändchen schon wieder in die Hammernuß eingeleimt werden, obgleich viele Kollegen diese einfach nur noch an den Fängerstiel kleben - hier gibt es allerdings auch Bändchen mit Metalclips, auch das wäre eine Alternative zur Arbeitserleichterung, 85 (bzw.88) Gegenfängerstiele ausleimen und mit neuen Bändchen wieder einleimen, ist kein unerheblicher Zeitaufwand.


Den Dämpferfilz würde ich auf jeden Fall durch neuen ersetzen, da die alten ein Idealer Mottenbrutplatz ist. Setze die neue Dämpfung jedoch am besten IM Klavier um sicherzustellen, daß sie auch genau auf den Saiten aufliegt.

Als Kleber empfehle ich Fischleim, hier kannst Du im Gegensatz zum Knochenleim noch länger korrigieren - von synthetischen Klebern oder gar Sekundenkleber rate ich ab.

LG
Henry
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Ruhepolster (ist der Begriff richtig? dieses graue Wollpüschel) sind teilweise zerfressen , lose oder fehlen völlig. Ich würde sie gerne erneuern. Die originalen fühlen sich wie ganz weicher Wollfilz an. Kann ich die hiermit ersetzen oder schneidet man sich das besser selbst zurecht, wenn ja aus was?

Die von dir verlinkten Filze sind Flügelhammerruhepolster. Du braucht aber Hammernusspolster für Klavier:
https://b2c.meyne.com/Filz-Leder-Papier/Filz/geschnitten/

Die alten Bändchen kannst du mit einem Skalpel abschneiden und die neuen einfach an den Holzstiel vom Fänger leimen.
 
Könnt man sich zurechtschneiden. Ich wüßte sonst nicht, wo man weiße Hammernußpolster herbekommt.

Die Farbe wäre mir egal. Aber das zurechtschneiden dürfte ziemlich fummelig werden. Außerdem ist das ein ganz anderer Filz, viel weicher. Ich würde definitiv die Hammernusspolster nehmen.

Peter, da musst du aber aufpassen mit der Stärke. Wenn die Polster zu flach sind, dann muss die Stoßzunge erst diese Kurve des Leders überwinden und du hast einen ganz fiesen Widerstand beim spielen. Das macht dann beim Anschlag "Gnups". Wenn aber die Polster zu dick sind, ist das auch nicht gut. Hoffentlich hast du die alten noch nicht entfernt? Nimm dir am besten die tiefste und die höchste Taste als Muster, da die am seltensten gespielt worden sein dürften. Hoffentlich sind bei diesen Tasten keine Motten drin gewesen. Bei Meyne gibt es die Polster anscheinend nur in 3 oder 5 mm, aber woanders gibt es auch noch andere Stärken.
 
Erst mal vielen Dank für Eure Antworten. :super:

Hoffentlich hast du die alten noch nicht entfernt?
Nein, die habe ich noch nicht entfernt. Die Maße sind definitiv größer als 5 mm, daher bin ich auch auf die Ruhepolster gestoßen (da stimmen die Maße in etwa). Ok, dann werde ich nach dicken Hammernusspolstern Ausschau halten. Die Farbe ist mir dabei egal.
Entsprechen die "Hammernusspolster" den "Stoßzungenprallpolstern"? Immer diese Begriffe. :-)

Setze die neue Dämpfung jedoch am besten IM Klavier um sicherzustellen, daß sie auch genau auf den Saiten aufliegt.
Ja so kenne ich das auch aus diversen Videos. Ist allerdings bei diesen Dämpfern wegen der kurvigen Unterlage so eigentlich nicht möglich? Die müssen ja irgendwie in das Tal eingepresst werden. Lediglich die Bassdämpfer (ein- und zweichörig) haben eine gerade Unterlage.
hier gibt es allerdings auch Bändchen mit Metalclips, auch das wäre eine Alternative zur Arbeitserleichterung, 85 (bzw.88) Gegenfängerstiele
Ja die kenne ich, haben aber den Nachteil dass sie nicht auf Länge geschnitten werden können und ich habe auch gehört, dass das Gewicht nachteilig wirkt. Hmm, den Aufwand, die Stiele auszuleimen werde ich mir jedenfalls garantiert nicht antun, zu mal ich Angst hätte, hier mehr kaputt zu machen.
 

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