Rönisch 118 aus den 90ern, Renner Mechanik - taugt das?

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Eddie

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Hallo liebes Clavio-Forum,

was ist von Klavieren von Rönisch nach der Wende aus den 90er Jahren zu halten? Mit Renner Mechanik?
Es gäbe hier ein gebrauchtes interessantes von einem (guten und vertrauenswürdigen) Klavierhändler für knappe 3000 €.

Es müsste genau das Modell hier sein, was der Klavierretter hier mal angeboten hat: https://www.clavio.de/threads/junges-roenisch-klavier-neuwertig.21410/

So günstig kriegt man ein junges deutsches Klavier mit fast 120cm Höhe und Renner Mechanik gebraucht vom Händler mit Garantie, Lieferung und Stimmung normalerweise nicht. Ist etwas zur Qualität dieser Nachwende-Rönischs bekannt?

Etwas stutzig macht mich, dass trotz relativ jungen Alters bereits "viel" gemacht werden musste:
U. a. wurden die Hammerköpfe erneuert, Verschleißteile im Spielwerk ausgetauscht und das Klavier neu reguliert. Und es wurden die Basssaiten erneuert.

Liebe Grüße
Eddie
 
Etwas stutzig macht mich, dass trotz relativ jungen Alters bereits "viel" gemacht werden musste:
U. a. wurden die Hammerköpfe erneuert, Verschleißteile im Spielwerk ausgetauscht und das Klavier neu reguliert. Und es wurden die Basssaiten erneuert.
Bei einem Klavier, das über 30 Jahre alt ist und möglicherweise täglich gespielt wurde, ist das normal.
Diese Arbeiten sind ja dann schonmal nicht zu erwarten.
Wenn es dir klanglich und vom Spielgefühl zusagt, was spricht dagegen?
 
Bei einem Klavier, das über 30 Jahre alt ist und möglicherweise täglich gespielt wurde, ist das normal.
Okay. Erstere Arbeiten fallen natürlich an, aber dass die Basssaiten bereits erneuert wurden, hatte mich etwas verwundert.
Wenn es dir klanglich und vom Spielgefühl zusagt, was spricht dagegen?
Im Prinzip nichts. Hätte ja sein können, dass die ehemaligen DDR-Fabrikate Klaviere in den 90ern immer noch einen schlechten Ruf haben aus bestimmten Gründen.
 
Kläre doch mal anhand der Seriennummer (https://merz-klaviere.de/roenisch/) ob das Klavier tatsächlich in den 90ern gebaut wurde (oder ob es ein DDR-Instrument ist, das da erst verkauft wurde). Die Nachwende-Rönisch's sind schöne Instrumente, die anfangs auch recht preiswert waren (was sich spätestens mit der Übernahme durch Blüthner allerdings gegeben hat).
 
Okay. Erstere Arbeiten fallen natürlich an, aber dass die Basssaiten bereits erneuert wurden, hatte mich etwas verwundert.
Bei 30 Jahren kommt man schon langsam an die untere Grenze der gängigen Austauschzeit / Lebensdauer. Die streut allerdings gewaltig und auch über 100 Jahre alte Saiten können noch gut klingen.
Aber viel wichtiger ist doch, ob die neuen Basssaiten gut sind. Die alten sind auf dem Müll gelandet und um die brauchst du dir keine Sorgen mehr machen.
 
Wenn das Instrument gut gewartet wurde und Dir gefällt, wäre so ein Rönisch aus den 90ern definitiv in der engeren Auswahl für mich. Hast Du denn schon darauf gespielt?

Von privat gibt es sie natürlich noch günstiger. So könnte das vor der Überholung ausgesehen haben.

 
Danke für eure Anregungen! Habe das Klavier heute gespielt. Leider sagte es mir klanglich nicht so zu - durch die neuen Hammerköpfe war der Klang noch zu matt und breiig, aber das soll wohl nochmal bearbeitet werden. Ich schaue mich aber parallel noch weiter um.
Hatte leider vergessen nach der Seriennummer zu schauen. Die Bassaiten wurden ausgetauscht, weil sie, wie hier vermutet, taub waren.
 
Ich kann Dir nur raten, so viele Instrumente wie möglich anzuspielen - unabhängig von Marke, Farbe und Alter. Das richtige Instrument wird Dich mit seiner Spielart, dem Pflegezustand, seinem Klang und seinem Preis letztendlich entdecken und überzeugen. Ich ging vor einiger Zeit auf die Suche nach einem 118er Pfeiffer oder Bechstein in Schwarz, kam mit einem 116er Seiler in Kirschbaum nach Hause und habe die Wahl nicht einen Tag bereut. Instrumente sind Individuen.
 
Ein paar Reißzwecken reinstecken und es passt schon... ;)
 

Ist also eher kritisch zu sehen die Option mit dem Lack? Ich meine, dass das erwähnt wurde als eine Option die Hammerköpfe zu bearbeiten und den Klang aufzuhellen. Und ich meine auch, dass das für die Hammerköpfe eigentlich keine so gute Option ist.
 
Ist also eher kritisch zu sehen die Option mit dem Lack? Ich meine, dass das erwähnt wurde als eine Option die Hammerköpfe zu bearbeiten und den Klang aufzuhellen. Und ich meine auch, dass das für die Hammerköpfe eigentlich keine so gute Option ist.

Matte Hammerköpfe "aufzuhellen" ist in der Tat häufig mit tränken verbunden.

Dann ist der Hammerkopf allerdings verdorben.

Eine andere Möglichkeit ist es, den Hammerkopffilz mittels Brenneisen äußerlich leicht anzuschmoren um ihn brillianter zu kriegen.

Ist aber nur was für Profis.

Amateure verbrennen dabei oft den Filz.
 
Ich habe ein gebrauchtes Klavier von privat gefunden, das mir sehr gut gefällt!

Es handelt sich um ein westdeutsches Feurich aus Langlau mit einer Höhe von 116 cm. Es ist von 1983. Das Klavier ist aus Erstbesitz und wirkt sehr gepflegt und wurde nur wenig gespielt. Die letzte Stimmung war vor 5 Jahren. Im Bass und der Mitte hält es die Stimmung gut, nur im Diskant gab es einige fiese Töne.

Die Renner Mechanik spielte sehr gut, aber ein klein bisschen zäh. Ich denke, das liegt daran, dass die Dämpfer etwas zu früh auslösen und das lässt sich leicht ja regulieren und beheben. Die Hämmer haben nur wenig Gebrauchsspuren und der Resonanzboden hat keine Risse.

Der Klang war klar und sauber, kraftvoll und dynamisch, besonders für die Größe. Die Höhen waren klar und singend, die Mitten und Bässe warm und satt.

Der Preis beträgt 700€ inklusive Klavierstuhl. Ich denke, das ist ein Nobrainer.

Mit Transport und Stimmung komme ich auf über 1000 €, mit einer wirklich guten Regulierung und Intonation könnte ich ein sehr gutes, recht junges, toll klingendes und spielendes deutsches Klavier in sehr gutem Zustand für knapp unter 2000€ bekommen. Ich denke, ich werde mich für das Feurich entscheiden.

Ich denke auch, dass es aufgrund des Alters, der Qualität und des Zustands nicht notwendig ist, dass ein Klaviertechniker das Klavier überprüft - siehe die Fotos. Was meint ihr dazu?

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Ferndiagnosen sind schwierig, aber es klingt schon mal ganz gut.
Nur den Hocker würde ich nicht mal geschenkt wollen.
 
Sieht für mich gut aus. Die Hammerköpfe müsste man sich kritisch ansehen, aber der niedrige Preis muss ja auch einen Grund haben.
 
Ich habe ein gebrauchtes Klavier von privat gefunden, das mir sehr gut gefällt!

Es handelt sich um ein westdeutsches Feurich aus Langlau mit einer Höhe von 116 cm. Es ist von 1983. Das Klavier ist aus Erstbesitz und wirkt sehr gepflegt und wurde nur wenig gespielt. Die letzte Stimmung war vor 5 Jahren. Im Bass und der Mitte hält es die Stimmung gut, nur im Diskant gab es einige fiese Töne.

Die Renner Mechanik spielte sehr gut, aber ein klein bisschen zäh. Ich denke, das liegt daran, dass die Dämpfer etwas zu früh auslösen und das lässt sich leicht ja regulieren und beheben. Die Hämmer haben nur wenig Gebrauchsspuren und der Resonanzboden hat keine Risse.

Der Klang war klar und sauber, kraftvoll und dynamisch, besonders für die Größe. Die Höhen waren klar und singend, die Mitten und Bässe warm und satt.

Der Preis beträgt 700€ inklusive Klavierstuhl. Ich denke, das ist ein Nobrainer.

Mit Transport und Stimmung komme ich auf über 1000 €, mit einer wirklich guten Regulierung und Intonation könnte ich ein sehr gutes, recht junges, toll klingendes und spielendes deutsches Klavier in sehr gutem Zustand für knapp unter 2000€ bekommen. Ich denke, ich werde mich für das Feurich entscheiden.

Ich denke auch, dass es aufgrund des Alters, der Qualität und des Zustands nicht notwendig ist, dass ein Klaviertechniker das Klavier überprüft - siehe die Fotos. Was meint ihr dazu?

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Macht einen guten Eindruck.

Ich würd es nehmen - Feurich aus der Zeit sind keineswegs zu verachten.
 

Wenn man mit der Farbe und Form leben kann: Deal!... Ich steh ja auch auf eher die unscheinbaren "Fehlfarben", aber mit persönlich wäre das echt ein bisschen düster. (als schwarz poliert, Konsole wäre das vermutlich aber auch gleich 3x teurer, bzw. stände schon bei einem Händler)

Aber technisch sind die 116er insbesondere aus einem späten Langlauer Baujahr ganz oben mit dabei. Preis/Leistung auf jeden Fall top, insbesondere wenn man die Hämmer nicht sofort komplett ersetzt, brauch man da meines Erachtens auch nicht gleich sofort noch 1000.- reinstecken...

Aber wenn man es gleich ordentlich haben will, die Substanz scheint es jedenfalls herzugeben.
 

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