Praktische Musikprüfung im Abi - Ja oder Nein?


Mirko
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Hallo Zusammen! =)

Stehe derzeit vor einer für mich schwierigen Entscheidung, bei der ich mal etwas Rat brauche. Also:
Ich spiele seit gut 3 Jahren Klavier und werde im kommenden Frühjahr mein Abitur machen. Ich habe Musik als Leistungskurs und es besteht die Möglichkeit, neben der schriftlichen Prüfung, auch noch eine freiwillige praktische Prüfung abzulegen. Das bedeutet, ich müsste ein etwa 20 minütiges Programm, welches ich selbst zusammenstellen muss, etwa 5 Prüfern vorspielen die das Ganze dann natürlich bewerten. Wobei Prüfer schon fast zu offiziell klingt ;) Eigentlich sind es soweit ich weiß nur mein Musiklehrer und dann noch 4 andere Personen, die mehr oder weniger Ahnung von Musik haben. Aber wie dem auch sei...Gewichtet werden beide Prüfungen dann 50/50. Wenn man also das Schriftliche verhaut könnte man sich durch die praktische Prüfung wieder nach oben ziehen. Andersrum könnte es einen natürlich genauso nach unten ziehen ;)

Nun zu meinen eigentlichen Problem:
Ich habe bis jetzt eigentlich relativ wenig Erfahrungen mit dem Vorspielen gemacht. Ich habe mal mit jemanden zusammen 4-händig im Leistungskurs etwas vorgespielt, was jedoch eigentlich ziemlich gut ging. Ansonsten beschränkte sich mein Vorspielen eher auf den familiären Bereich oder halt einen kleineren Kreis von Freunden. Also wie gesagt, kaum Erfahrung. Das es nur etwa 5 Personen sind die das bewerten kommt mir natürlich zu Gute. Ich befürchte jetzt jedoch, dass ich aufgrund der kaum vorhanden Erfahrung irgendwie ein totales Blackout kriege oder vor lauter Nervosität nur Mist spiele und ich mich somit nach unten reiße. Vorallem das es eine Prüfungssituation macht es das Ganze nicht leichter. Andererseits hat es ja bereits schon mal eigentlich gut geklappt.

Desweiteren hab ich auch derzeit ein kleines Motivationsproblem, was das Klavier spielen betrifft. Heißt, dass ich in letzter Zeit irgendwie kaum Stücke richtig zuende bringe und meine Bereitschaft zum Üben sich auch etwas verschlechtert hat. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich nie den Druck habe ein Stück zu Ende üben zu müssen. Das würde sich natürlich ändern, sofern ich mich für eine praktische Prüfung entscheide.

Ich stehe jetzt also zwischen den Vor- und Nachteilen dieser Prüfung. Einerseits ist es natürlich eine gute Möglichkeit, die Note im Abi zu verbessern. Andererseits habe ich Angst, dass ich es versieben könnte. Natürlich hat diese Angst vor einem Vorspiel jeder, aber aufgrund der Prüfungssituation ist es für mich noch einen kleinen Tick brisanter ;)
Natürlich muss ich das Ganze am Ende selbst entscheiden, da ich mich ja selbst am besten kenne. Aber ich hätte gern ein paar Meinungen dazu und würde gerne wissen, was ihr an meiner Stelle jetzt machen würdet?

Danke an alle die sich die Mühe gemacht haben, meinen Beitrag zu lesen und wünsche noch einen schönen Sonntag! :D

Lg,
Mirko
 
.marcus.
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Hallo Mirko,

ich bin eigentl in dergleichen Position wie du; nur dass, man bei uns keine praktische Prüfung machen kann (stattdessen könnte man etwas in einer Art Klausur komponieren, aber davon rät unser Lehrer strikt ab)

Ich würde aber auch keine praktische Prüfung machen, weil
1) du (im Moment) wenig Lust am Klavierspielen hast
2) das geglückte Vorspiel in einer völlig anderen Situation lief, und deshalb eher vorsichtig als Entscheidungsgrundlage gehandhabt werden sollte
3) Risiken wie schlechtes Fingergefühl, komisches Instrument, Blackouts auftreten können.

Ein wichtiges Kriterium wäre mMn noch deine bisherigen schriftlichen Noten in Musik. Wenn man bisher gut geschrieben hat, sollte das im Abi auch klappen.

Ganz wichtig wäre noch, was die überhaupt bewerten?? Ich verstehe nicht, warum es keine Vorgaben gibt. Wenn du "Alle meine Entchen" bravurös vorträgst, welche Note ist dann?

Ich hoffe mit diesen Anmerkungen konnte ich dir ein bisschen helfen zu einer Entscheidung zu kommen. ;)

lg marcus
 
Mirko
Mirko
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Ein wichtiges Kriterium wäre mMn noch deine bisherigen schriftlichen Noten in Musik. Wenn man bisher gut geschrieben hat, sollte das im Abi auch klappen.

Also schriftlich hatte ich eigentlich immer über 10 Punkte (Bis auf eine Ausnahme, das war aber auch ´ne blöde Aufgabe in der Klausur...;))

Ganz wichtig wäre noch, was die überhaupt bewerten?? Ich verstehe nicht, warum es keine Vorgaben gibt. Wenn du "Alle meine Entchen" bravurös vorträgst, welche Note ist dann?

Hehe, also überhaupt keine Vorgaben gibt es natürlich nicht. Ein "klassisches" Stück ist schonmal Pflicht. Wobei "Klassik" in unseren Fall sehr weit gefächert ist und von Barock bis zur Romantik reicht. Den Rest kann man sich jedoch frei aussuchen. Es ist auch möglich, dass mehrere aus dem Kurs was zusammenspielen und bewertet werden. Auch möglich wäre, dass ein z.B ein Gitarrist mit seiner Band antanzt, die dann ihr Programm abziehen und der Gitarrist dann halt bewertet wird (Das "klassische" Stück natürlich vorrausgesetzt).

Bewertet wird dann zum einen ob man das Stück überhaupt technisch beherrscht, also ob mans durchspielen konnte oder obs doch öfter gehakt hat. Dann kommen natürlich noch Sachen wie Ausdruck, Interpretation usw. dazu. Ist natürlich sehr Subjektiv das Ganze, aber ich denk mal da wird uns schon keiner in die Pfanne hauen wollen ;)
Aber die Idee mit "Alle meine Entchen" find ich garnichtmal so schlecht. Vielleicht sollte ich auch 4´33 von John Cage ins Programm nehmen ;)
 
L
Livia
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Musst du dann nicht auch Pflichtstücke spielen, die du von den Prüfern 2 Monate oder so vorher bekommst?

Also so wie du es beschrieben hast, würde ich dir wirklich davon abraten.
Wenn du nicht eh Klavier spielst und das studieren willst, dann wäre das unnötige Mehrarbeit. Dann musst du dich auf die Klausur UND auf die praktische Prüfung vorbereiten. Und wenn du auch so bei einer zweistelligen Punktzahl stehst, dann lohnen sich auch 15 Punkte im Vorspiel kaum ...

Aber wenn du's doch machst, solltest du vor der Prüfung kleine Auftritte absolvieren. Macht dein Lehrer keine Schülervorspiele? Wenn du das erste Mal jemandem vorspielst, der nicht zu deiner Familie gehört, sollten das nicht gerade die Prüfer sein ...
 
 

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