Piano University von Gordon November Erfahrungen/Einschätzungen?

Häretiker
Häretiker
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Du willst doch nicht behaupten, dass ein Pianist ein normaler Bestandteil eines Sinfonie- oder Kammerorchesters ist.

Das hat sie nicht behauptet.
Allerdings ist "Was soll denn bitte ein Pianist im Orchester?" halt auch zweifelhaft, siehe Beispiele.
IIRC hatten wir bei der Carmina Burana auch zwei Klaviere.

Ist ja soweiso ein Nebenkriegsschauplatz. Die Idee des OP war ja "Ich gehe davon aus, dass ich keine Profi-Karriere in der Klassik haben werde." Das trifft z.B. für fast alle Musiker zu, die ich kenne oder mit denen ich zu tun gehabt habe. Musik machen die trotzdem.
Welche Implikationen sich allerdings aus der Aussage en detail ergeben sollen, da kann ich nur mutmaßen.

"Ich würde gerne Englisch lernen. Allerdings werde ich soweiso nicht Mitglied der 'Shakespeare Theatre Company'"
Was sagt das über die Methode aus, mit der ich Englisch lernen möchte?
Grammatik kann man weglassen?
Schreiben und Lesen brauche ich nicht?
Keine Ahnung. :-)

Grüße
Häretiker
 
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antje2410
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Du willst doch nicht behaupten, dass ein Pianist ein normaler Bestandteil eines Sinfonie- oder Kammerorchesters ist.
Nö, habe ich das?
Edit, da fehlt was, komisch:
Aber dann, was bedeutet denn "normal"?
Deine Einlassung implizierte, dass Du generell einen Pianisten als Teil eines Orchesters eher abwegig findest, deswegen meine Antwort. Übrigens sind die Pianisten in besagtem Stück ein Teil der Orchesterbesetzung. Dein Vergleich mit "x-beliebigem" Klavierkonzert ist deswegen eher Äpfel und Birnen...
;-)
 
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Peter Ordnung
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Hallo liebe Clavio-Gemeinde,
danke für eure zahlreichen Antworten. Der Faden ist etwas ausgeufert, deshalb versuche ich mal aufzuräumen.

1. Ob ein Klavier in ein Orchester gehört, ist für das Thema irrelevant. Ich bin nicht mehr darauf eingegangen, weil ich der Überzeugung war, dass "Nachtmusikerin" mich lediglich als Laien vorführen wollte, was kindisch und im Übrigen unnötig ist, da ich mich bereits selbst als Laie geoutet habe. Also bitte, einfach nicht weiter drauf eingehen.

2. Etwas weiter oben ist das Gerücht entstanden, dass ich irgendwas mit Gordon zu tun haben sollte, da wir uns kurz nacheinander im Forum angemeldet haben und angeblich "ähnlich schreiben". Ich sage es ganz deutlich: Ich kenne Gordon nicht und stehe in keiner Verbindung zu ihm. Ich vermute eher, dass meine Frage hier im Forum sein Google-Alert getriggert hat. Es gibt nicht wirklich viele Suchergebnisse zu dem Thema, da war es wohl nicht schwer diese Diskussion zu finden.

3. Lieber Gordon, ich finde es ja sehr nett, dass du dich extra hier im Forum anmeldest, das verfehlt aber meine Absicht mit diesem Post.
Der Punkt ist: Man kann leider zu deiner Methodik keine unabhängigen Erfahrungsberichte finden.
Ich glaube dir, dass Herzblut und Fleiß in dein Material fließt und dass deine Videos qualitativ hochwertig sein mögen, daran zweifle ich auch nicht.
Nur interessiert mich das primär nicht. Mich interessiert ob die Methode (zumindest für meine Ziele - also Pop/Rock) tatsächlich schneller (oder überhaupt) zum Erfolg führt. Und ob die ganzen "Marketing"-Behauptungen auch eintreffen. Dafür konnte ich keine unabhängigen Belege / Erfahrungsberichte im Internet finden. Daher die Frage hier im Forum, wo ich auch eher Skeptiker als Fan-Boys erwartet habe, die mir aus der Ihrer Musikererfahrung heraus zumindest eine Einschätzung der Behauptungen im Zusammenhang mit der Methodik geben konnten.
Auch nutzt da dein Angebot mit den 44 Tagen nichts, in so kurzer Zeit kann man den Erfolg der Methode meiner Meinung nach noch garnicht bewerten. Es geht auch nicht um den Preis des Kurses oder Geld-zurück-Garantien, sondern es geht um meine sehr knapp bemessene Übungs- (und vor allem Lebens-)zeit. Ich möchte mich nicht 2 Jahre mit einer Methode beschäftigen, die sich am Ende als suboptimal oder im schlimmsten Fall als reine Luftnummer rausstellt, wenn ich in der Zeit mit einer anderen Methode (bspw. klassisch mit Klavierlehrer/in) (viel) weiter hätte kommen können.
Tut mir leid, aber mich schreckt das Marketing eher ab. Es klingt wie all die anderen YouTube-Werbeblöcke, die versprechen einen schnell reich, schlank, erfolgreich, und was sonst nicht noch alles zu machen. Wie schon hier so ähnlich geschrieben wurde: Es gibt einfach keine Abkürzungen zum Erfolg auch nicht am Klavier.

4. Mich hat niemand vom Klavierspielen entmutigt, weder hier im Forum noch im realen Leben. Alles gut.

5. Es schein also hier im Forum niemanden zu geben, der den Kurs mal "durchgezogen" hat, ich weiß nicht ob es da noch viel Sinn macht, die Diskussion offen zu lassen. Ich überlasse die Entscheidung mal den Mods.
 
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klimperhannes
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Ich habe mein Klavierspiel mit viel Fleiß und Arbeit erst mit klassischem Stoff bei einer Klavierlehrerin gelernt. Damals war ich 40 Jahre alt. Nach ca. 3 Jahren musste ich aus Gründen des Zeitmanagements mit dem Unterricht aufhören. Also habe ich mir Literatur und Noten bestellt. Ich habe mich autodidaktisch weiter gebildet, kleine Kompositionen aufgeschrieben, Lieder begleitet. Außerdem unterrichte ich Musik in einer Förderschule, so dass Musik(ich spiele auch Gitarre) für mich stets präsent ist. Mir macht es heute noch sehr viel Spaß, Klavierstücke zu üben. Dabei ist es mir egal wer Komponist ist oder welche Musikrichtung ich spiele. Hauptsache ICH habe Freude daran.
Bleib dran, setzt dich nicht zu sehr unter Druck und auch du wirst Freude haben.
 
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pianobeat
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Hallo Peter,

ich habe den Kurs von Gordon November komplett durchgearbeitet.
Ich muss sagen, ich hatte schon vorher Erfahrungen zu freiem Klavierspielen und spiele schon seit 25 Jahren "klassisches Klavier". Aus diesem Grund fiel mir das Durcharbeiten des Kurses relativ leicht. Aber auch ich habe einige neue Dinge gelernt und für mich hat sich das "Belegen" des Kurses auch persönlich gelohnt.

Im Zuge des Tests hatte ich auch persönlich mit Gordon November Kontakt und kann nur sagen, dass Gordon einer der aufrichtigsten und sympathischsten Menschen ist, die ich kenne.

Was ihm hier unterstellt wird, dass er sich hier selbst zweimal anmeldet, um das zu beantworten, kann ich nur von mir weisen. Wenn ihr einen Einblick in die absolute Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit von Gordon haben wollt, seht euch auf YouTube das Gespräch von Franz Titscher und Gordon November an. Franz hat hier im Vorfeld etwas gegen Gordon und eben dieses etwas aggressive Marketing gestänkert, aber Gordon hat hier absolut sympathisch reagiert und war sofort zu einem klärenden Gespräch bereit.

Natürlich macht Gordon Marketing, aber Apple macht ja auch sehr viel Marketing, obwohl die Produkte ja wohl gut genug sein müssten, um sich von alleine zu verkaufen.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich finde, der Kurs verspricht auf jeden Fall, was er hält. Du lernst dort wirklich Schritt für Schritt, wie du nach Gehör und nach Gefühl spielst. Und auch technische Grundlagen werden vermittelt, was ja die Angst von vielen hier ist.

Ist ein 1:1-Unterricht bei einem Klavierlehrer effektiver?
Ohne Frage! Aber nicht jeder kann sich das leisten und/oder will jede Woche zu einem Lehrer fahren.

Auf meiner Seite (in meiner Signatur) findest du einen ausführlichen Testbericht, wo ich die Inhalte vorstelle, dazu ein Interview, das ich mit Gordon geführt habe und eine Videovorstellung, wo du einen Einblick in den Kurs bekommst.

Bei den Arbeiten für meinen Blog habe ich sehr viele Klavier-Onlinekurse und -Angebote getestet und zum Thema freies Klavierspielen gehört die "Piano University" von Gordon November klar zu den besten Angeboten.

Ansonsten kann ich dich nur ermutigen: Probier es einfach aus, nutze die kostenlose Testphase und überzeuge dich selbst.
Fairer kann man es als Kursanbieter nicht gestalten.
 
Vanessa
Vanessa
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Hallo Peter,

ich habe den Kurs von Gordon November komplett durchgearbeitet.
Ich muss sagen, ich hatte schon vorher Erfahrungen zu freiem Klavierspielen und spiele schon seit 25 Jahren "klassisches Klavier". Aus diesem Grund fiel mir das Durcharbeiten des Kurses relativ leicht. Aber auch ich habe einige neue Dinge gelernt und für mich hat sich das "Belegen" des Kurses auch persönlich gelohnt.

Im Zuge des Tests hatte ich auch persönlich mit Gordon November Kontakt und kann nur sagen, dass Gordon einer der aufrichtigsten und sympathischsten Menschen ist, die ich kenne.

Was ihm hier unterstellt wird, dass er sich hier selbst zweimal anmeldet, um das zu beantworten, kann ich nur von mir weisen. Wenn ihr einen Einblick in die absolute Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit von Gordon haben wollt, seht euch auf YouTube das Gespräch von Franz Titscher und Gordon November an. Franz hat hier im Vorfeld etwas gegen Gordon und eben dieses etwas aggressive Marketing gestänkert, aber Gordon hat hier absolut sympathisch reagiert und war sofort zu einem klärenden Gespräch bereit.

Ich habe diesen Kurs auch auf meiner Liste. Und ich muss sagen, dass es auch die Person Gordon gewesen ist, die mich dazu bewegt hat.

Ich hatte nämlich immer nur seinen Werbespot gesehen, in denen er auf die Noten wettert. Erst seine entgegenkommende Reaktion auf das Video von Franz Titscher hat mich dazu bewegt, sein Schnupperangebot wahrzunehmen. Vorbildlicher, reifer, erwachsener, professioneller, nachsichtiger als er hätte man auf diesen überaus unsachlichen Angriff Titschers nicht reagieren können. Das verdient meine ganz besondere Anerkennung.

Mal sehen, wann ich Zeit finde für seinen Kurs. Im nächsten Jahr sicher!
 
Peter
Peter
Bechsteinfan
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Der war alles andere als unsachlich. Titscher ging in seiner Reaktion vor allem auf die Werbung von Gordon ein, und die ist nun mal absolut unsinnig. Daran hat Titscher selbst im "Interview" festgehalten.
Aber auch nach dem komplett zerschnittenen "Interview" (so geht Cross selling) mit Titscher muss man ziemlich komisch drauf sein, wenn man sich für einen Kurs entscheidet, der sich auf weiße Tasten beschränkt. Das ist nicht Reduktion auf das Nötigste, das ist einfach Blödsinn und zeugt ganz sicher nicht von Reife oder gar Professionalität.

Der absolute Hammer:
Zwei Onlinelehrer, deren Technik es nicht zulässt, zusammenzuspielen. :lol:
 
Vanessa
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Der war alles andere als unsachlich. Titscher ging in seiner Reaktion vor allem auf die Werbung von Gordon ein, und die ist nun mal absolut unsinnig. Daran hat Titscher selbst im "Interview" festgehalten.
Aber auch nach dem komplett zerschnittenen "Interview" (so geht Cross selling) mit Titscher muss man ziemlich komisch drauf sein, wenn man sich für einen Kurs entscheidet, der sich auf weiße Tasten beschränkt. Das ist nicht Reduktion auf das Nötigste, das ist einfach Blödsinn und zeugt ganz sicher nicht von Reife oder gar Professionalität.

Der absolute Hammer:
Zwei Onlinelehrer, deren Technik es nicht zulässt, zusammenzuspielen. :lol:

Die Kritik an sich meine ich nicht mit unsachlich, Gordons Werbung kann man durchaus kritisieren. Ich meine die Art und Weise, wie Titscher sie geäußert hat. Hoch emotional und beleidigend. Man bezeichnet nicht eine Person pauschal als "schlimmen Typen", nur weil einem dessen Marketing nicht gefällt. Das ist unsachlich, so redet man nicht über "Kollegen". Es passt aber irgendwie dazu, dass von Titscher schon seit geraumer Zeit nichts Vernünftiges mehr kommt.

Das nicht mögliche Zusammenspiel ist in der Tat ein Hammer. Dass sich der Kurs nur auf die weißen Tasten beschränkt, gefällt mir auch nicht, das habe ich wohl schon wieder vergessen ... Das ist in der Tat ein Argument, das gegen den Kurs spricht. 🤔
 
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trm
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Aber auch nach dem komplett zerschnittenen "Interview" (so geht Cross selling) mit Titscher muss man ziemlich komisch drauf sein, wenn man sich für einen Kurs entscheidet, der sich auf weiße Tasten beschränkt.

Für C-Dur sollte das doch reichen.
duck und weg
:lol:
 
Sunshine Yellow
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Ja, es war vielleicht ein bisschen drüber aber dafür hat er sich auch entschuldigt (was heutzutage leider nur noch wenige in der Öffentlichkeit schaffen).
Und was das gemeinsame Video angeht, bin ich voll bei Peter: ich fand es interessant aber mir war stets bewusst, dass das eine Marketingaktion (von beiden) ist. Und das ist ok, die beiden wollen ja auch ihren Lebensunterhalt verdienen.
Und es ist doch eigentlich auch schön, wenn es unterschiedliche Angebote gibt, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Man muss nur rausfinden, zu welcher Zielgruppe man gehört, also was mir persönlich dabei hilft, dran zu bleiben und weiter zu machen.
Es ist doch mit den Onlineangeboten wie mit Lehrern aus Fleisch und Blut: Du kaufst was ein, kannst aber (zumindest als Anfänger) erst einige Zeit später sagen, ob "das Produkt" zu Dir passt und Dich voran bringt. Bei meinem 3. KL bin ich z.B. jetzt endlich angekommen. Und interessanterweise deckt sich vieles in seinem Unterricht mit dem was Franz in seinen Videos sagt und zeigt. Für mich passt also diese Art der Herangehensweise. Andere brauchen vielleicht die gefühlt freiere Gestaltung bei Gordon. Klar lerne ich bei beiden andere Sachen aber ich denke für beide ist das Ziel, dass jemand am Ende des Kurses Lust hat, sich weiter mit dem Instrument und der Musik zu beschäftigen.
 
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pianobeat
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Das nicht mögliche Zusammenspiel ist in der Tat ein Hammer. Dass sich der Kurs nur auf die weißen Tasten beschränkt, gefällt mir auch nicht, das habe ich wohl schon wieder vergessen ... Das ist in der Tat ein Argument, das gegen den Kurs spricht. 🤔
Das stimmt so auch wieder nicht.
Die Stücke werden anfangs in vorzeichenfreien Tonarten gespielt.

Aber Gordon geht durchaus auf andere Tonarten ein.
 

Peter
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Das entspricht immerhin der mehrmaligen Aussage von Gordon.
Die anderen Tonarten kommen per Buch oder "Bonuskurse", was offensichtlich nochmal extra kostet.
Die Stücke werden anfangs in vorzeichenfreien Tonarten gespielt.
Angesichts der Zielgruppe (Improvisation in Pop/Rock) ist es für mich unvorstellbar, selbst in vorzeichenfreien Tonarten auf schwarze Tasten zu verzichten.
 
Demian
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Jemand, der eine Methodik mit nur weißen Tasten anwendet, riskiert das Erzeugen von Ängsten. Die Klavierschüler lernen die schwarzen Tasten nicht kennen, es verselbständigen sich dann möglicherweise Horrorvorstellungen des Klavierspiels mit schwarzen Tasten. Es ist so, als wenn Jungen und Mädchen von kleinauf gesagt bekämen, sie sollten das andere Geschlecht meiden. Verklemmungen und andere Probleme wären dann die Folge.

Eine gute Methodik bezieht von Anfang an die schwarzen Tasten mit ein. Manche Methoden des Anfangsunterrichts verwenden sogar nur die schwarzen Tasten.
 
hasenbein
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Meine Meinung über Titscher hat sich durch diesen sehr gerechtfertigten Angriff auf diesen Gordon verbessert! Bislang erschien mir Titscher ja vor allem als Prototyp des netten, aber sehr langweiligen Klavieronkels mit 08/15-Methodik.
 
Vanessa
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Meine Meinung über Titscher hat sich durch diesen sehr gerechtfertigten Angriff auf diesen Gordon verbessert! Bislang erschien mir Titscher ja vor allem als Prototyp des netten, aber sehr langweiligen Klavieronkels mit 08/15-Methodik.

🤔 Und jetzt hat er keine 08/15-Methodik mehr? Jetzt ist seine Methodik plötzlich über alles andere erhaben?
 
instrumentenfreak
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Achtung Offtopic:
Ich habe das Interview nicht gesehen, aber ein Zusammenspiel ist auch mit besster Technik online nicht möglich. Man hat auch bei optimalen Bedingungen eine Latenz von mindestens 30 Millisekunden.
Erklärung:
Jede Soundkarte braucht eine gewisse Zeit um das Audiosignal ins Digitale zu wandeln. Das sind je nach Einstellung ca 1-2ms. Dann wird das Signal durch die Software geleitet und dort bearbeitet, was gerne nochmal ein paar ms benötigt. Allein vom Tastenanschlag bis zum Verlassen des Computers dauert es also bereits ca 5 Millisekunden (mit top-Hardware natürlich). Angenommen beide Musiker sind beim gleichen Anbieter und benutzen den gleichen Internet-Knotenpunkt, Beispielsweise in Frankfurt. Beide wohnen etwa 250km davon entfernt (ich schätze mal ohne es genau zu wissen). Damit wäre das Signal (Lichtgeschwindigkeit in Glasfaser) schon ohne Datenverarbeitung knappe 2,5ms unterwegs. Meist macht das Signal aber große Umwege.
Beim anderen Musiker angekommen muss das Signal durch Firewall, Software und Digital-Analogwandlung zurückkonvertiert werden. Auch das dauert bei optimalen Einstellungen ca 5ms. Bis hier sind wir bei 12ms.
Jetzt muss das ganze Signal aber auch wieder zurück. Also haben wir 24ms, die ein Zusammenspiel schon sehr erschweren.

Jetzt ist so eine Software aber auch mit Bild ausgestattet und entsprechend groß sind die Datenpakete. Dann wird aus Gründen der Stabilität ein paar Millisekunden zwischengespeichert (gebuffert) ... also im Optimalfall bei besten Bedingungen hat man 30 Millisekunden Verzögerung.

Es ist vollkommen irrelevant ob jemand Onlinelehrer ist ... an der Physik kann er auch mit jahrzehntelanger Erfahrung nichts ändern.

Nachtrag:
Es gibt Anbieter, die ein mögliches Zusammenspiel versprechen. Das ist aber nur eine Halbwahrheit. Hierfür ist ein Taktgeber (Schlagzeug, Metronom, Dirigent, ect) nötig nach dem sich alle Teilnehmer richten. Die Software korrigiert dann automatisch die unterschiedlichen Latenzen (Verzögerungen) der einzelnen Teilnehmer und setzt das zu einem anhörbaren Ergebnis zu sammen. So konnte es auch Livestreams von ganzen Orchestern geben, bei dem die Musiker*innen jeweils zu Hause am Rechner spielten. Das hat mit "Zusammenspiel" aber ziemlich wenig zu tun.
Es gibt immer wieder Aufnahmen von ganzen Bands, die in ihren jeweiligen Studios Aufnahmen machen und danach ein Video zusammengeschnitten wird wo alle Musiker gleichzeitig zu hören/sehen sind. Das ist auch kein wirkliches Zusammenspiel.
Eine weitere Möglichkeit, die Datenpakete zu minimieren wäre MIDI. Allerdings ist das noch komplizierter und mit weiteren Latenzen bei der Tonerzeugung verbunden.
 
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