"Original" Feurich - restauriert vs. "Moderner" Feurich - neu

Dein Wissen ist veraltet.

Nun ja, nee, da kommt ergänzend, und noch nicht richtig angestartet, eine "Offizialisierung" einer zweijährigen Inhouse-Lehre, die "bezahlt" wird, was aber mit Sicherheit heißt, es wird wohl eher nicht bezahlt im Level der (more or less) "skilled workers".

Die nächste Frage ist dann, ob man mit dem apprentice's salary in New York wird leben können.

OT - Aus der Hamburger Medienszene (Dunstkreis Norddeutscher Rundfunk) sind Geschichten bekannt, dass einer jungen Dame für ein Praktikum in HH ein Salär von 700 EUR angeboten wurde. Die perplexe Rückfrage der jungen Frau an den Personaler war, "wie man davon Miete und Einkäufe bezahlen könne".

Perplexe Rückfrage des Personalers, ja habe sie denn keinen Vater, der sie sponsore...?...!!...???

Aber du hast recht, diese Info des Ausbildungsprogramms hatte ich noch nicht.

Und ich stelle mir vor, ich machte das..., wüsste auch mich zu finanzieren..,. und lernte dann bei Bill Youse in der Bude..., wie man die "Style 3"-Pre-C-Modelle bis 1886 per "Bearbeiten" der alten Rastenhölzer (einfräsen neuer Taschen) fit mache für die andere Rippenaufteilung eines modernen C-Reso-Bodens. ...

Wie man also einen traurigen Hybriden erschaffe.

Aber für einen jungen Menschen, der eh in New York lebt, dessen Eltern ihm das Weiter-Wohnen verstatten... (also indirekt Steinway sponsern), und der ein gutes Ohr und paar Holzwurmgene zum Klavierbauer hat, mag das ein gelungener Ansatz sein.
 
Auch in Deutschland ist ein Azubi-Gehalt nicht darauf ausgelegt, dass der Auszubildende seine kompletten Lebensaltungskosten incl. eigener Wohnung decken kann. Dazu ist das System zu tradiert und man muss auch berücksichtigen, dass eine Berufsausbildung im Alter von 15 oder 16 Jahren begonnen werden kann und in diesem Alter üblicherweise noch bei den Eltern gewohnt wird. Dafür gibt es nach erfolgreichem Abschluss den Gesellenbrief als offiziell anerkannten Abschluss. Es ist in D noch nicht so lange her, dass die Schulzeit der allermeisten mit der Konfirmation bzw. nach Abschluss der achten oder neunten Klasse beendet war, in der Schweiz geht nach wie vor der größere Teil der Schüler nach dieser Zeit in eine Berufslehre. In der Generation meiner Großeltern war eine echte Berufsausbildung sogar noch etwas, wofür die Eltern Lehrgeld bezahlen mussten, ergo einer priviligierten Minderheit vorbehalten.
 
Nochmal zurück zu den "tradierten Usancen des Handwerks" versus die neumodischen Usancen bestimmter Branchen, in denen sich "Praktikum" an Praktikum reihen solle, aber auch dem 37jährigen Praktikanten bei Funk, Fernsehen, Medien, bei dem das 32. "Praktikum" volle Arbeitsverantwortung ohne große Betreuung beinhaltet, und trotz einer dem Gebührenzahler in Rechnung gestellten Leistung einer TV-Produktionsgesellschaft keine auskömmlichen Lebensunterhalte gezahlt werden WOLLEN, weil sich die Produzenten, wie z.B. der zum Millionär gewordene Günter Jauch, die Kohle allerweitestenteils selber einstecken.

Kleiner Unterschied, ob wir von 15- bis 18jährlichen Lehrlingen reden, oder von akademisch voll Ausgebildeten, die von "Job" zu Job unter dem Deckmantel eines "Praktikums" geschickt werden, bei allergeringster Kohle, und bei Rückfragen auf anständige Bezahlung noch hören sollen, ob "sie keinen Vater haben, der Sie sponsort"...

Umverteile heraus aus der bildungsbeflissenen Mittelschicht - weil die beste Investition, die du normalerweise machen kannst, die in die Ausbildung der Kinder ist - hinein in eine eh schon wohlhabende Oberschicht. Die sich jedoch in manchen Ecken als unendlich gierig und überaus ausbeuterisch erweist.

Also belehre man mich bitte nicht über Lehr- und Ausbildungsverhältnisse. Dass das so korrekt und normal sei... Was bei Lehrverhältnissen korrekt ist, weiß ich zur Genüge. Was bei Praktika korrekt ist, dto.
 

Zurück
Top Bottom