Online-Kurs zusätzlich zum Klavierunterricht?

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HN71

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16. Jan. 2024
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Aus verschiedenen Gründen ist es mir derzeit nur möglich, 14-tägig Klavierunterricht zu nehmen. Innerhalb 14 Tagen tun sich beim Üben mitunter Fragen auf, die ich geklärt haben möchte. Hierzu habe ich mich über YouTube und natürlich hier informiert.

Nun habe ich überlegt, ob es ggf. Sinn macht, zusätzlich zum Klavierunterricht den Kurs von Franz Titscher zu kaufen. Ich finde seine Filme sehr gut erklärt, bin mir aber unsicher, ob der Kauf des Kurses (450,00 Euro) wirklich einen entsprechenden Mehrwert für mich bringt.

Hat hier jemand bereits mit seinem Kurs gearbeitet und kann mir hierzu Feedback geben?

Der Kurs soll meinen Klavierlehrer nicht ersetzen, ich erhoffe mir nur weitere Anregungen und Tipps, wenn ich mal mehr Zeit habe.
 
Ich habe den Kurs bei einer Rabattaktion - ich glaube es waren ca. 100 € - gekauft. Hatte den selben Gedanken wie du. Der Kurs ist an und für sich nicht schlecht, hat mir aber nichts gebracht. Der Grund ist: Als ich einzelne Übungen brauchte, konnte ich diese mangels theoretischem Wissen nicht finden. Als ich das theoretische Wissen hatte brauchte ich die Übungen nicht mehr. Parallel zum Unterricht den Kurs durcharbeiten hat keinen Sinn. Es würde dich überfordern.
Wenn ich etwas weiter bin können für mich die Erklärungen zu einzelnen Werken interessant werden z.B. Mondscheinsonate. Doch das dauert noch.
Ich würde dir empfehlen, dir das Geld zu sparen.
 
Ich hatte mir den Kurs als Spätanfänger vor knapp zwei Jahren aus ählichen Gründen wie bei Dir als zusätzliche Quelle zum Klavierunterricht gekauft. Insgesamt gefällt mir der Kurs gut und ich denke schon, dass er mich weitergebracht hat. Eine ideale Ergänzung zum Klavierunterricht hast Du natürlich, wenn du im Unterricht die Stücke dran nimmst, die auch im Kurs enthalten sind. Ich hatte das beim Wilden Reiter von Schumann. Da konnte ich ganz anders auf das Stück vorbereitet in den Klavierunterricht reingehen. Die Stücke im Kurs sind halt großteils sehr bekannte Stücke, die man ggf. im Unterricht bereits dran hatte. Abgesehen davon werden die Stücke sehr detailliert und gut verständlich durchgenommen. Es ist ein echter Vorteil, dass man Erklärungen nach Bedarf einfach beliebig oft erneut anschauen kann.
Einige Themen wie Improvisation und Liedbegleitung waren für mich recht erhellend, weil das so nicht im Präsenzunterricht vermittelt wurde.
Ob es allerdings nicht mehr bringen würde, statt das Kurses die 450 Euro in wöchentlichen Klavierunterricht zu investieren, würde ich mir überlegen.
 
... statt das Kurses die 450 Euro in wöchentlichen Klavierunterricht zu investieren ...
Würde letztlich bedeuten, dass ich den Wert des Kurses auf 9 Klaviereinheiten bei meinem Lehrer einschätze.

Die Stücke im Kurs sind halt großteils sehr bekannte Stücke, die man ggf. im Unterricht bereits dran hatte.
Ich fange gerade an, diese Stücke zu spielen - daher kam auch die Idee. Habe mir den einzelnen Kurs "Menuett; Petzold" gekauft, da ich dieses Stück momentan im Unterricht spiele - so detailliert hat mein Klavierlehrer das mit mir nicht durchgenommen (sowohl Theorie als auch Anregungen zum Üben).

Noch habe ich mich nicht endgültig entschieden - in zwei Wochen starten die Ferien, spätestens dann werde ich mich wohl entscheiden. Vielleicht kommt ja noch das ein oder andere feedback aus dem Forum.
 
Vielleicht kommt ja noch das ein oder andere feedback aus dem Forum.
Ist Dein Problem zu viel Zeit zwischen dem Unterricht oder zu wenig Input im Unterricht für 2 Wochen? Du könntest Deinen Lehrer bitten, Dir richtig viel Hausaufgaben zu geben, so dass Du ausgelastet bist. Alternativ könntest Du, ohne einen Kurs zu buchen, verschiedene Videos zu Deinen aktuellen Stücken schauen, und lesen lesen lesen. Es gibt so viel Material. Du kannst auch Musik hören hören hören, das hilft auch.
 
[…] Du könntest Deinen Lehrer bitten, Dir richtig viel Hausaufgaben zu geben, so dass Du ausgelastet bist.
Bei dem Wort „Hausaufgaben“ stutze ich immer ein wenig - aber sei‘s drum. Die Herausforderungen bei aktuellen Stücken, das Erarbeiten manueller Fertigkeiten müssen im Unterricht eingehend besprochen werden, sowohl vor- als auch nachbereitend. Dies umso intensiver, wenn man erst in den pianistischen Anfängen steckt. Deswegen: einfach „viel Hausaufgaben“ ist nicht sonderlich zielführend.
[…] lesen lesen lesen. Es gibt so viel Material. Du kannst auch Musik hören hören hören, das hilft auch.
Das trifft es eher! Eigeninitiative ergreifen! Und es gibt auch genügend Dinge, mit denen man sich am Instrument ohne Permanentbetreuung durch Lehrer sinnvoll beschäftigen kann. Zuvörderst wäre da die Repertoirepflege zu nennen. Warum nicht „abgelegte“ alte Stücke mit dem neuen Wissen, mit den neu erworbenen Fertigkeiten auf Hochglanz bringen? Dasselbe gilt durchaus auch für technische Übungen, die man widerwillig ad acta gelegt hat. Auswendiglernen - nicht nur motorisch, sondern musikalische Strukturen durchdenken, verinnerlichen, memorieren. Die graue Hirnmasse mal wieder richtig auf Vordermann bringen. Mit Klängen experimentieren (man muß es ja nicht gleich hochtrabend „Improvisieren“ nennen). Harmonielehre praktisch erproben, nicht nur in C-Dur, sondern in allen Tonarten. Das Primavista-Spielen trainieren. Es gibt mittlerweile für alle Schwierigkeitsstufen Übungsmaterial. Es reichen aber auch irgendwelche „Primitivst-Klavierschulen“. Also langweilig ist es mir am Klavier noch nie geworden.
 
... schwer zu erklären. Teils liegt es (glaube ich) an der Art des Unterrichts. Ich spiele das geübte Stück vor, wir arbeiten an Verbesserungen und ich bekomme Übungen gezeigt, wie ich meine Technik verbessern kann. Je nachdem, wieviel noch daran gearbeitet werden muss, bekomme ich etwas neues zum Üben.

Wenn ich ein neues Stück bekomme, ist mindestens die Hälfte der Unterrichtszeit vorüber - wir kommen eigentlich immer nur dazu, das Stück ein-/zweimal langsam durchzuspielen (Hände getrennt, dann Hände zusammen). Für weitere Erklärungen fehlt dann die Zeit. Wenn ich dann zuhause übe, fehlt mir manchmal eine Struktur, eine Übe-Idee, an der ich mich orientieren kann (leider verfalle ich dann auch in doofe Übestrategien, dass ich das Stück zu oft wiederhole, in der Hoffnung dass es besser wird). Bewusst wurde mir das jetzt bei dem Menuett - Titscher erklärt sehr ausführlich, erklärt auch "so übst du am Triller" usw.

Bei wöchentlichem Unterricht würde das sicher anders laufen, das ist aber momentan wirklich nicht machbar.
 
[…] Ich spiele das geübte Stück vor, wir arbeiten an Verbesserungen und ich bekomme Übungen gezeigt, wie ich meine Technik verbessern kann. Je nachdem, wieviel noch daran gearbeitet werden muss, bekomme ich etwas neues zum Üben.
Das klingt doch erst einmal gut.
Wenn ich ein neues Stück bekomme, ist mindestens die Hälfte der Unterrichtszeit vorüber - wir kommen eigentlich immer nur dazu, das Stück ein-/zweimal langsam durchzuspielen (Hände getrennt, dann Hände zusammen). Für weitere Erklärungen fehlt dann die Zeit.
Je unregelmäßiger der Unterricht, je länger die Unterrichtsstunden auseinanderliegen, destl mehr Zeit muß man einplanen. Ich bin froh, daß mein Lehrer das ähnlich sieht. Unter zwei Stunden geht da gar nichts, am Wochenende mit Mittagspause auch gerne länger (will allerdings auch honoriert werden!)
Wenn ich dann zuhause übe, fehlt mir manchmal eine Struktur, eine Übe-Idee, an der ich mich orientieren kann (leider verfalle ich dann auch in doofe Übestrategien, dass ich das Stück zu oft wiederhole, in der Hoffnung dass es besser wird).
Gegen selbstgebasteltes Elend ist auch der beste Klavierlehrer machtlos. Arbeits-/Übestrategien müssen halt trainiert und angewendet werden.
Bei wöchentlichem Unterricht würde das sicher anders laufen,
Ganz klar: Nö! Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
 
Nun habe ich überlegt, ob es ggf. Sinn macht, zusätzlich zum Klavierunterricht den Kurs von Franz Titscher zu kaufen.
Ich würde sagen: nein, weil...

Innerhalb 14 Tagen tun sich beim Üben mitunter Fragen auf,
...so ein Kurs dir keine Fragen beantwortet. Egal, wie gut der ist.
Vielleicht hat Dein Lehrer ähnliche Schüler und Ihr könnt eine gemeinsame Onlinegruppe bilden?
 
Arbeits-/Übestrategien müssen halt trainiert
Unter Übe-Idee meinte ich, dass ich nicht weiß, wie ich das Problem löse. Da hat mir die Hilfestellung zum Triller von Titscher viel gebracht.

ABER: Insgesamt hast du mich gerade in die richtige "Spur" gebracht. Ich werde in solchen Fällen dann eben einfach anderes üben (du hast Recht, da gibt es immer genug zu tun) und dann in der Folgestunde das Problem ansprechen und meinen Lehrer gezielt nach Übe-Möglichkeiten für das spezielle Problem fragen.

Fazit: Titscher verdient nicht.
 
Wenn ich ein neues Stück bekomme, ist mindestens die Hälfte der Unterrichtszeit vorüber - wir kommen eigentlich immer nur dazu, das Stück ein-/zweimal langsam durchzuspielen (Hände getrennt, dann Hände zusammen). Für weitere Erklärungen fehlt dann die Zeit.
Kommt mir irgendwie wie Zeitverschwendung vor. Zum Lernen des Notentextes ist der Unterricht zu schade.
Wenn, dann sollte man direkt die neuen Schwierigkeiten besprechen. Dazu muss der Lehrer aber vorbereitet sein. :coolguy:
Ich habe immer nur eine Ansage bekommen, was ich mir zum nächsten Mal besorgen und üben soll. Dann kann man direkt vorspielen und die aufgetretenen Schwierigkeiten besprechen. Ggf. hat er mir gesagt, welche Stellen ich noch nicht üben soll (z.B. Oktaven), weil wir die erst besprechen müssten.
 

bin ich mir nicht sicher, ob ich mir beim alleinigen Vorbereiten nicht zu viele Fehler antrainiere
Darum wird m.E. zu viel Bohei gemacht. Wir sind ja keine Maschinen, die einen Ablauf unwiederruflich eingebaut haben. Nach Jahren mag es sein, daß Fehler sehr verhärtet sind, aber nach 2 Wochen? Außerdem sollte guter Unterricht zunehmend dazu befähigen, eben solche Fehler zu vermeiden/erkennen. Die sind ja nicht bei jedem Stück neu.
Z.B. habe ich bei meinem Lehrer gelernt, daß der eigentliche Fehler oft schon vorher passiert - bevor man stolpert. Das befähigt einen, selbst zu suchen. Das muss man eh lernen, denn die Stücke werden immer größer und länger und da kann man nicht jeden Furz im Unterricht besprechen. Man muss selbstständiger werden.
 
[…] bin ich mir nicht sicher, ob ich mir beim alleinigen Vorbereiten nicht zu viele Fehler antrainiere (bin wirklich noch richtiger Anfänger).

Darum wird m.E. zu viel Bohei gemacht. Wir sind ja keine Maschinen, die einen Ablauf unwiederruflich eingebaut haben. Nach Jahren mag es sein, daß Fehler sehr verhärtet sind, aber nach 2 Wochen?
Ich habe eher den Eindruck, daß das menschliche Gehirn eher funktioniert wie das eines Gänse-Kükens (nach Konrad Lorenz): was man sich als erstes einprägt, verankert sich im Gehirn am besten. „Falsche Töne“ lassen sich im Nachhinein noch am ehesten korrigieren, bei unbrauchbaren Fingersätzen wird es schon schwieriger, und falsche Rhythmen setzen sich fest wie der Gemeine Giersch im Vorgarten. Deswegen: Wehre den Anfängen!
[…] daß der eigentliche Fehler oft schon vorher passiert - bevor man stolpert.
Das ist in der Tat richtig. Der „falsche Ton“ ist (wenn es sich nicht um einen Lesefehler handelt) häufig das Resultat eines nicht durchdachten Bewegungsablaufs. D.h. man muß nicht den „falschen Ton“ korrigieren, sondern die Choreographie, aus der der „falsche Ton“ resultiert. Ein stringenter Bewegungsablauf ist allerdings nur möglich, wenn man sich im klaren ist, wir das Ziel aussieht, um welche Töne und musikalische Struktur es sich bei dem „Ziel“ handelt. Etwas nur „ungefähr“ zu ahnen, ist zu wenig.
Das befähigt einen, selbst zu suchen. Das muss man eh lernen, denn die Stücke werden immer größer und länger und da kann man nicht jeden Furz im Unterricht besprechen. Man muss selbstständiger werden.
Ein weises Wort! Mein Lehrer spricht dann immer von „betreutem Üben“.
 
Ich habe eher den Eindruck, daß das menschliche Gehirn eher funktioniert wie das eines Gänse-Kükens (nach Konrad Lorenz): was man sich als erstes einprägt, verankert sich im Gehirn am besten.
Erstens haben wir es hier anscheinend mit einem Erwachsenen zu tun und zweitens: Kinder lassen sich zwar leichter "prägen", aber man kann auch leichter schlechte Gewohnheiten aus ihnen rausprügeln. :005:
 
[…] haben wir es hier anscheinend mit einem Erwachsenen zu tun
Ich bezweifle, daß der Prozeß des Merkens und Einprägens bei Erwachsenen signifikant anders verläuft als bei Kindern. Das ist jedenfalls meine Beobachtung. Mag sein, daß Du andere Erfahrungen gemacht hast …
man kann auch leichter schlechte Gewohnheiten aus ihnen rausprügeln. :005:
Es lebe die Rohrstockpädagogik des 19. Jahrhunderts!
 
Franz Titscher ist einfach ein wahnsinnig guter Klavierlehrer, den man am liebsten selbst hätte. Weil ihn aber nicht alle haben können, gibt es seinen Kurs. Die Stücke und Tipps dazu, die er darin bespricht, habe ich in dieser Tiefe nicht von meiner auch sehr guten KL erhalten. Deswegen war es für mich sehr lohnenswert und eine fantastische Ergänzung. Inzwischen schaue ich zwar nur noch selten rein, aber wie schon gesagt: Gegenwert von X Klavierstunden gegengerechnet, war es das auf jeden Fall wert! Ich glaube, ich habe damals 290 € gezahlt. Aber wenn du nur 14tägig Unterricht hast, kannst du das ja einfach mit x Monaten wöchentlichen Unterricht vergleichen. Wenn du in dem Stadium der dort genannten Stücke bist, lohnt es sich auf jeden Fall finde ich.
 
Franz Titscher ist einfach ein wahnsinnig guter Klavierlehrer, den man am liebsten selbst hätte. Weil ihn aber nicht alle haben können, gibt es seinen Kurs. Die Stücke und Tipps dazu, die er darin bespricht, habe ich in dieser Tiefe nicht von meiner auch sehr guten KL erhalten.
Jetzt bin ich ja froh, dass das jemand anderes auch so sieht. Habe derzeit das Menuett von Petzold im Klavierunterricht und habe mir hierzu den Kurs (diesen kann man einzeln kaufen) von Titscher gekauft. So detailliert wie das Stück von ihm besprochen wird habe ich das von meinem Klavierlehrer nie erklärt bekommen. Auch bezüglich Themen wie Rhythmus (mein Problem) und Technik. Auch einige seiner YouTube-Videos haben mir schon geholfen. Daher kam die Idee, ob es sich lohnen würde, den gesamten Kurs zu kaufen.

Finanziell kann ich mir momentan nicht wöchentlichen Unterricht leisten - dachte aber, der Kurs wäre mehr Wert als 9 Stunden Unterricht bei meinem Lehrer.

Die Stücke, die er so detailliert bespricht, liegen noch vor mir. (Schumann „Von fremden Ländern und Menschen“ möchte ich unbedingt einmal SCHÖN spielen können!).

Ihr merkt schon, ich schwanke hin und her. Vielleicht gönne ich mir die Anschaffung doch.
 
Gerade für die fremden Länder hat er eine fantastische Anleitung auch als Skript. Ich glaube, die ist sogar frei verfügbar.
Ich habe das Stück damals trotz seiner Anleitung nicht gut realisieren können, war für mich einfach noch zu früh. Muss es mir mal wieder vornehmen, ich denke jetzt könnte ich viel mehr wirklich umsetzen.
 
Gerade für die fremden Länder hat er eine fantastische Anleitung auch als Skript. Ich glaube, die ist sogar frei verfügbar.
Ich habe das Stück damals trotz seiner Anleitung nicht gut realisieren können, war für mich einfach noch zu früh. Muss es mir mal wieder vornehmen, ich denke jetzt könnte ich viel mehr wirklich umsetzen.
Habe mir vorgenommen, für dieses Stück wirklich noch zu warten. Das möchte ich wirklich SCHÖN können.

Zum Thema Kurs: mich haben die 450 ein bisschen abgeschreckt. Ist ja schon viel Geld, wenn man dann damit nichts anfangen kann. Wenn ich jetzt jedoch höre, dass damit auch positive Erfahrungen gemacht wurden, überlege ich das doch nochmal (zumal mir der einzelne Kurs geholfen hat).
 

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