Oktaven Grieg, Hochzeitstag auf Troldhaugen

petrus

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Hallo zusammen,

wäre nett, wenn mir einer der hier anwesenden Profis sagen könnte, wie man(n) am günstigsten die ab Takt 42 in o.g. Stück auftretenden Oktaven (s. Bild) in der linken Hand übt bzw. spielt: 1/5 bei weißen Tasten und 1/4 bei den schwarzen, oder immer 1/5 ?

Vielen Dank für Eure Hilfe und Gruß
Peter
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mick

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Ich spiele die hohen Oktaven mit 1-5, ab der letzten Achtel in Takt 43 dann mit 1-4. Aber diese Oktaven sind einfach und nicht sonderlich schnell, da ist der Fingersatz fast egal. Nimm, was für dich am bequemsten ist.

LG, Mick
 
petrus

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Danke für deine Antwort, Mick :-)

lg
Peter
 
Joh

Joh

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Ich spiele die schwarzen Tasten mit 1-4, die weißen mit 1-5.

Versuche in jedem Fall, beim Üben sofort nach jeder Oktave die Hand zu entspannen (schlappmachen) und die nächste Oktave vorzubereiten.
Vermeide in jedem Fall größere Schubladengesten, d.h. die Hand vor und zurückschieben. Das erreichst du, indem du den 4. Finger lang machst und den 5. etwas krümmst, ebenso die Daumen
 
Pianojayjay

Pianojayjay

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Ich habe das Stück zwar nicht gespielt, aber ich würde denselben Fingersatz wir Joh nehmen. Hat den Vorteil, Du musst nicht so große Bewegungen machen und kannst die Hände flacher halten. Damit sparst Du Zeit ;)
 
petrus

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Danke euch beiden ...:super:
 
rolf

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Ich spiele die schwarzen Tasten mit 1-4, die weißen mit 1-5.
@Joh
alles d´accord

trotzdem kann man hier problemlos alle Oktaven ohne "Schubladen"-Bewegungen mit 15 spielen: erstens ist das sozusagen "manuelle Geschmackssache"*), zweitens wird hier (obwohl diese Stelle effektvoll klingt) kein so hohes Tempo verwendet, dass man über Oktavenfingersätze nachdenken müsste

@petrus
achte darauf, egal ob 14 oder 15, dass dein Handgelenk beim spielen nicht fest wird (!!!)
üb staccatissimo (!!!) aber nutze dabei jeden Oktavanschlag, um sofort entspannt auf der nächstfolgenden Oktave zu liegen

vereinfacht gesagt:
- sowieso staccatissimo und locker
- Ton 1 berühren, aber Ton 2 schon gedanklich anvisieren
- Ton 1 stacc. spielen und ohne Zeitverlust die Hand/Finger auf Ton 2 legen, und zwar schlapp
- dann erst Ton 2 spielen
und nach diesem Muster alles derartige üben
(damit kann man "programmieren", dass man erstens keine falschen Töne erwischt und zweitens schnell genug ist: hier ist dann das bewegen schneller als die Töne - also ist alles vorbereitet)

_________
*) selbst bei schnellen Oktaven wie in Chopins op.53 gibt es verschiedene Empfehlungen (15-14-14-15 // 15-13-14-15 // 15-15-15-15)
 
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Pianojayjay

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[QUOTE="rolf, post: 415751, member: 1246"
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*) selbst bei schnellen Oktaven wie in Chopins op.53 gibt es verschiedene Empfehlungen (15-14-14-15 // 15-13-14-15 // 15-15-15-15)[/QUOTE]

Auch wenn es abschweift? Wer spielt die Oktaven durchgehend mit 15? Ich erarbeite die Polonaise gerade, würde mir nie einfallen...
 
Dorforganistin

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1-5, Vielleicht jemand mit sehr kleinen Händen? ;)
 
petrus

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... na ja - klein ist relativ: 1-4 geht, 1-3 nicht ... :-)
 
Joh

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Bei 15 ist die hand geschlossener und kann auf der ganzen strecke besser entspannen
 

mick

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Auch wenn es abschweift? Wer spielt die Oktaven durchgehend mit 15? Ich erarbeite die Polonaise gerade, würde mir nie einfallen...
Ich kenne mehrere Pianisten, die das so spielen (z.B. Rafael Blechacz). Ich spiele z.B. auch die ewig langen Oktavpassagen in der 6. Ungarischen Rhapsodie durchgehend mit 1-5 und finde das gar nicht abwegig, sondern sehr viel angenehmer als mit 1-4 auf den Obertasten. Und das, obwohl ich inzwischen ohne Probleme alle Arten von Dezimen greifen kann - mit der Handgröße hat das also nur bedingt zu tun.

LG, Mick
 
Pianojayjay

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Ich habe auf den schwarzen Tasten meist die Finger 3-5 liegen habe ich heute früh gemerkt....
 
rolf

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Auch wenn es abschweift? Wer spielt die Oktaven durchgehend mit 15? Ich erarbeite die Polonaise gerade, würde mir nie einfallen...
... @Pianojayjay ...was ich da unterstrichen habe im Zitat, ja wie soll man sagen... um es diplomatisch-freundlich zu formulieren: es gibt mehr Möglichkeiten, Oktavenpassagen klanglich angemessen auszuführen, als du dir vorstellst.

bzgl. der op.53 Polonaise:
da sind natürlich nur die l.H.-Oktaven (E-Dur / Dis-Dur (ganz am Ende nochmals dasselbe in As-Dur) von Interesse. Chopin lässt da in raschem Tempo die Oktaven von pp-stacc. bis zu ff-martellato*) trappeln (da du die Polonaise lernst, setze ich bei dir die Kenntnis des Notentextes voraus) und zwar in einer quasi-endlos-Repetitionsfigur, die man einstimmig schon aus der Waldsteinsonate kennt: der der zweite Tetrachord der Haupttonart wird als abwärts gespielte Klangfigur permanent wiederholt (8-7-6-5). Das geschieht lange Zeit crescendo in E-Dur, um dann ff nach Dis-Dur zu rücken.
=> für das martellato in Dis-Dur empfiehlt sich permanentes 1-5: denn dann ist die Hand stabiler (!)
=> das crescendo in E-Dur lässt sich, so lange noch keine volle Kraftentfaltung nötig ist, mit 15-14-14-15 oder auch (Rubinstein) 15-13-14-15 spielen
aber die Wahl der Fingersatzes ist davon abhängig, woran die Hand schon gewöhnt ist (!!!) Es gibt Spieler/Hände, bei denen es keinen klanglichen Unterschied in Oktaven gibt, egal ob 15, 14 oder 13 gespielt wird: wer ff martellato mit 14 oder 13 kann (dazu gehöre ich) der kann das wählen; wer mit 14 oder 13 nicht genauso "stark" spielen kann wie mit 15, der sollte im martellato besser nicht 14/13 wählen (ich hoffe, dass das einleuchtend ist) (ich hoffe auch, dass einleuchtend ist, dass derartige Oktavensachen eigentlich aufdem Niveau erst stattfinden, wo über Fingerfolgen nicht mehr nachgedacht werden muss...)
jaja, man findet oft gedruckte Fingersätze für Oktaven a la "weiße Tasten 1-5, schwarze Tasten 1-4, 1-3 und ggf. 1-2 - wenn es sich um nicht sonderlich bewegte Sachen handelt, die obendrein mit ggf. wenig Pedal cantabile gespielt werden sollen (Chopin, Mittelteil Oktavenetüde), dann sind solche Fingersätze völlig ok. aber wo sehr schnell ff gespielt werden soll, da sieht das ganz anders aus: da geht es darum, bei gleichbleibender Anschlagsqualität halt sehr schnell und sehr laut zu spielen: und wie man das schafft, hängt von den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Hand ab. Wie gesagt: manche können ff martellato mit 14, 13, manche nicht - letztere wählen natürlich 15, und das ohne jede klangliche Einbuße**)

obendrein ist auch zu schauen, wo auf der Klaviatur die Oktaven liegen - (ganz krass) wenn die l.H. in oberer Mittellage ff martellato spielen soll (Tschaikowski, Konzert b-Moll 3.Satz), dann ist Zeugs wie 14 oder 13 ohne Handgelenkverbiegung gar nicht machbar: aber mit seitwärts verbogenem Handgelenk kann man nicht presto martellato spielen.

übrigens gibt es noch schwierigere Oktav-repetier-Figuren für die l.H. als in dieser Polonaise, z.B. im Scherzosatz der ersten Skrjabinsonate und in Mussorgskis Baba Yaga - dort wählen viele permanentes 15
__________________

das war jetzt ein Exkurs, der NICHTS mit dem Grieg-Stück zu tun hat

_____________
*) zwar steht da nicht "martellato" in den Noten, aber nur aus dem einen Grund, weil dieser Hinweis unnötig ist: es läuft dort darauf hinaus (und wer´s nicht glaubt, der liest halt u.v.a. bei Cz. Marek nach, wie es um diese Oktavenepisode bestellt ist)
**) ich spiele:
E-Dur: 15-14-14-15
Dis-Dur: 1-45 / 1-5 / 1-5 / 1-5 (die dis-Oktave mit 45 gleichzeitig, um sie zu betonen)
As-Dur: wie Dis-Dur
egal, wie der Fingersatz gewählt wird: in E-Dur geht die Hand in einer eliptischen Bewegung gegen den Uhrzeigersinn, in Es und As im Uhrzeigersinn - "Schubladen"-Bewegungen braucht man da nicht
 
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