Vergleichen ist nicht schlimm. Es kommt nur darauf an, wofür man es braucht. Will man besser werden, oder nur das Ego polieren. Im zweiten Fall richtet man sich am besten in einem kleinen Milieu ein, in dem man bequem glänzen kann, und erklärt alles zum Problem, was nicht ins eigene Bild passt. Das geschieht oft erstaunlich reflexhaft. Nicht weil das andere zwingend falsch wäre, sondern weil es unangenehm ist. Und genau da liegt ja oft der Witz: Je weniger einer wirklich sieht, wie groß das Feld ist und was er alles noch nicht kann, desto leichter hält er sich schon für ziemlich weit.
Wenn man wirklich wachsen will, bleibt nur eines: lebenslang lernen und sich an denen orientieren, die stärker sind. Alles andere ist Beschäftigungstherapie fürs Ego. Und dafür ist Klavierspielen eigentlich ein denkbar ungeeignetes Instrument.