Musikhör-Verhalten bei Musikern

Wie geht ihr mit dem Musikhören um? (Mehrere Antworten möglich)


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Stilblüte

Stilblüte

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Mod
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Meine Frage sind eigentlich zwei.

Die eine: Hört ihr am liebsten so oft und viel Musik wie möglich, oder geht es euch auch so, dass ihr irgendwann gesättigt seit, eure Ohren und euer Hirn ausruhen möchtet und ein Bedürfnis nach Ruhe und Stille habt?
D.h. kommt es z.B. vor, dass ihr eine Tätigkeit, die kaum Lärm verursacht, mehrere Stunden ausübt, ohne das Bedürfnis zu haben, dabei Musik zu hören.
(Kochen, Putzen, Lesen, Lernen, am PC arbeiten, Aufräumen; besonders auch - Spazieren gehen, Autofahren, unterwegs sein, Joggen...)

Woraus sich eigentlich die nächste Frage ergibt:
Hört ihr Musik ausschließlich "aktiv" und bewusst, oder habt ihr sie auch gerne mal als atmosphärisches Hintergrundgeräusch?

Dabei meine ich natürlich hauptsächlich Klassik.
Pop-Musik ist zum aktiven hören nur bedingt geeignet, finde ich (erschlagt mich...), zumindest wird man ja in fast sämtlichen öffentlichen Gebäuden damit belästigt.
 
C

chiarina

Guest
Hallo Stilblüte,

eine gute Frage! Ich habe manchmal Krach (nur ein bisschen ;) ) mit meinem Mann, weil der gerne abends noch Musik hören würde, nachdem ich nach Unterricht und selber üben schon "voll" bin. Ich brauche unbedingt mal Ruhe, da ich intensiv zuhöre und als Hintergrund selbst beim Autofahren fast nie Musik höre. Beim Frühstück ist immer Musik an, weil mein Mann das liebt - ich brauche aber als Gegenpol und um innerlich zur Ruhe zu kommen auch unbedingt Stille.

Viele Grüße

chiarina
 
P

pianovirus

Guest
Ich habe mich das auch schon gefragt, wie das anderen wohl so ergeht...

Die eine: Hört ihr am liebsten so oft und viel Musik wie möglich, oder geht es euch auch so, dass ihr irgendwann gesättigt seit, eure Ohren und euer Hirn ausruhen möchtet und ein Bedürfnis nach Ruhe und Stille habt?

Ich brauche unbedingt etwas Ruhe und Stille als Gegenpol zur Musik, die habe ich z.B. beim Arbeiten (meist mit Ohrstoepseln, selbst wenn es gar nicht laut ist...wenn Musik laeuft, kann ich mich gar nicht auf etwas anderes konzentrieren) oder beim Autofahren (ich habe gar kein Radio im Auto und hoere nur auf laengeren Strecken mal etwas Musik ueber iPod)

Hört ihr Musik ausschließlich "aktiv" und bewusst, oder habt ihr sie auch gerne mal als atmosphärisches Hintergrundgeräusch?

Klassische Musik hoere ich eigentlich meistens "aktiv"; das passiert sogar wenn ich es gar nicht bewusst will. Deshalb lenkt es mich auch meistens ziemlich ab, wenn Leute klassische Musik als Hintergrund z.B. bei einem Abendessen laufen lassen.

Ich lasse aber Musik durchaus auch ab und zu mal als atmosphaerisches Hintergrundgeraeusch laufen, z.B. wenn Gaeste da sind. Dann meistens irgendwas aus der Singer/Songwriter-Ecke, Frau Sarkozy, Regina Spektor usw.... Dabei hat die Musik (fuer mich) eine ganz andere Funktion als beim konzentrierten Zuhoeren.
 
Fips7

Fips7

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Ich höre Musik auch meistens aktiv.

Zu Punkt 4 oben muss hinzufügen, dass es ganz darauf ankommt, welche Art von Musik ich höre. Nicht-klassische Musik kann ich viel leichter nebenher hören und tue das auch immer wieder. Beim Hören klassischer Musik kann ich nur schwer lesen oder schreiben, weil meine Aufmerksamkeit dann so komisch zwischen Musik und Sprache hin- und her oszilliert und ich mich weder auf das eine noch auf das andere richtig konzentrieren kann.

Was mich sehr stört, ist die Omnipräsenz von "Musik" in der Öffentlichkeit. Das Pop-Gesäusel im Supermarkt ist ja ein alter Hut. Aber neuerdings wird schon überall mit Handys laut (!) "Musik" gehört und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in der U-Bahn neben jemandem sitze, der den halben Waggon mit dem Hämmern und Rauschen aus seinen Ohrstöpseln akustisch verseucht. Im Alltag lässt sich dagegen kaum etwas unternehmen. Aber auf längeren Bahnreisen oder so bitte ich schon mal jemanden, ob er nicht seine Musik etwas leiser stellen kann. Die Reaktionen reichen von Verständnis bis Genervtheit...

Grüße von
Fips
 
fisherman

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Klassische Musik: ausschließlich aktiv. Ausnahme: Sonntag Morgen - nur Mozart und Barock zum Frühstück.
 
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xXpianOmanXx

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Beim erledigen von unliebsamen Tätigkeiten (Haushaltsführung und so :rolleyes:) lasse ich fast immer Scooter oder irgendwas in Richtung NewAge (Enigma, 16bit.fm) im Hintergrund laufen.

Abends höre ich mir meistens aktiv irgendwelche Klavierstücke bei YouTube an.

Ansonsten reagiere ich sehr empfindlich auf LAUTE Musik.
Habe deswegen schon oft Club-Besuche sein gelassen (was meine Freunde so gar nicht verstehen können :rolleyes:).

Mit Mainstream-Musik stehe ich auch auf Kriegsfuß.
Ich kann es absolut nicht haben wenn man sich mit jemandem z.B. in einem Café trifft und man im Hintergrund geldgeile Pop"sänger" sich die Seele ausm Hals ächzen hört.
 
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Gitti

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Bei uns in der Praxis läuft den ganzen Tag Bayern 1 oder ähnliches im Hintergrund - mal lauter, mal leiser. Mich nervt das, deshalb suche ich mir so oft es geht eine Kabine ohne Lautsprecher. Zum Glück habe ich Patienten, die auch bei Ruhe im Fango schlafen können :D

Hintergrundmusik mag ich nur, wenn ich alleine bin und mich keiner anredet und bei ruhigen Tätigkeiten z.B. am PC Noten schreiben, ober malen, dann aber Klassik oder John Herberman. Ich mag seine Musik sehr, irgendwie komme ich bei seiner Musik immer zur Ruhe, der ganze Stress fällt von mir ab.

Musik beim Frühstück mag ich gar nicht, ich habe eine sehr mitteilungsfreudige Familie, da brauche ich keine Hintergrundmusik, die hör ich dann eh nicht :D
 
hasenbein

hasenbein

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Beim erledigen von unliebsamen Tätigkeiten (Haushaltsführung und so :rolleyes:) lasse ich fast immer Scooter oder irgendwas in Richtung NewAge (Enigma, 16bit.fm) im Hintergrund laufen.

...

Mit Mainstream-Musik stehe ich auch auf Kriegsfuß.
Ich kann es absolut nicht haben wenn man sich mit jemandem z.B. in einem Café trifft und man im Hintergrund geldgeile Pop"sänger" sich die Seele ausm Hals ächzen hört.

Pianoman, da muß ich doch sehr schmunzeln! :D:D

Ich schließe mich ubik an.

Sich als "Nicht-Mainstream" zu verkaufen ist übrigens im heutigen Musik-Business genau so eine durchschaubare Masche wie Mainstream zu sein! Es sei Dir aufgrund Deiner jugendlichen Unerfahrenheit verziehen, daß Du auch mal drauf reinfällst, Pianoman!

Es gibt nur authentische Musik (also welche, die gemacht wird, weil jemand sich mit diesen Klängen ausdrücken muß, und die nicht in irgendeiner Weise zurechtgebogen oder zurechtkonstruiert wurde, um "Zielgruppen" anzusprechen oder um Geld zu machen) und unauthentische Musik.

Scooter und Enigma gehört ja nun eindeutigst in die 2. Gruppe.

LG,
Hasenbein

P.S.: Bei mir ist es in etwa so wie bei Chiarina; ab und zu höre ich aber auch Musik als Hintergrund, z.B. zum Putzen und Aufräumen gerne Oscar Peterson, Steely Dan oder Barock oder Haydn.
 
Kleines Cis

Kleines Cis

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Ihr glücklichen tinnituslosen Menschen, die ihr die Stille nicht fürchten müsst...

Ich falle hier wohl etwas aus dem Rahmen, indem ich eigentlich fast die ganze Zeit, wenn ich die Gelegenheit habe, Musik laufen habe, der ich mit einem halben Ohr zuhöre. Und bei mir stört das die Konzentration nicht, sondern hat eher die gegenteilige Wirkung, das heißt, ich kann auch derweil arbeiten.

Und für mich kann das durchaus auch eine Medtnersonate sein, wenn deren Klangfarbe zu einer Atmosphäre beiträgt, in der ich mich gerade wohlfühle.
 
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xXpianOmanXx

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@hasenbein: Bin zwar schon fast 19 aber auch egal...
Noch was nebenbei: Erfahrung hat nicht immer was mit dem biologischen Alter zu tun.

Mir war und IST durchaus bewusst dass Scooter und Enigma komerzielle Projekte sind (ich kaufe deren Platten aus Prinzip nicht).
Mainstream sind diese Bands aber keineswegs!
Und selbst wenn sie es wären, würde ich sie hören, ganz einfach weil mir deren Musik zusagt.
Vor Michael Cretu (dem Enigma-"Chef") habe ich großen Respekt da man hört dass hinter jedem Track ein gewisser Einsatz steht (aufwändige Beats, Harmonien & Elemente die man auch aus der Klassik kennt etc.).
Gleiches gilt für Scooter. Das meiste mag Müll sein, aber es gibt durchaus sehr gelungene instrumentals von Hendrik Stedler (aka. Rick).
 
D

Dotterbart

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Kommt auch immer auf die Musik an.

Aus irgendeinem Grund kann ich zu Johnny Cashs "American Recordings"-Platten sehr konzentriert arbeiten. Allerdings hab ich die aus dem Grund schon so oft gehört, dass ich der Songs etwas überdrüssig geworden bin.
Klassische Musik oder Hard&Heavy zur Arbeit geht aber gar nicht.

Ich kann auch nicht beim Laufen (Joggen) Musik hören und hab auch kein Bedürfnis danach.
Beim Aufräumen dagegen, vor allem in der Küche, muss ich regelrecht Musik auf den Ohren haben. Am besten was mit viel positiver Energie und Swing zum mitsingen.

Nach Bandproben und morgens hab ich immer gern Ruhe. Da will ich gar nix hören.

@xXpianOmanXx
Scooter ist die kommerziell erfolgreichste Band Deutschlands. Warum soll das also kein Mainstream sein?
 
R

Raskolnikow

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Überwiegend höre ich die Musik aktiv. Und das auch sehr oft.
Jedoch habe ich auch einige Stücke und Alben, die ich mir auf den Mp3-Player Schmeiße die schlichtweg eine Atmosphäre verbeiten und wo ich auch nicht mehr dazu verleitet bin sie unter irgendwelchen Aspekten zu analysieren, da ich sie bereits sehr gut kenne.
Diese schalte ich meistens ein, wenn ich unterwegs bin und lesen will. Bus,-Bahn und Zug haben so unfassbar viele Störfaktoren, dass ich mir durch eine so wohl vertraute "Beschallung" die nötige Ruhe und Konzentration für das Lesen verschaffen kann.

Was jedoch schon erwähnt wurde, dass jegliche Läden, sogar Lebensmittelläden mit nichtssagender Musik beschallt werden empfinde ich als eine Anmaßung.
Diesem Faktor, sowie auch meinem Tinitus entgehe ich gelegentlich durch den Mp3-Player.

Bzgl. der Konzentration gibt es allerdings eine Einschränkung:
Stücke, bei denen gesungen wird, egal in welcher Sprache und egal wie gut mir das Stück vertraut ist, stören mich immens bei meiner Konzetrationsfähigkeit, insbesondere beim Lesen.

Schöne Umfrage im übrigen.
 
.marcus.

.marcus.

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Ich gehöre wohl zur Minderheit der Musik dauernd nebenbei Hörenden :)

Ich habe früher beim Hausaufgaben machen Musik gehört. Heute beim Chatten, Schreiben, Lesen, usw
Natürlich kriegt man recht wenig von der Musik mit, wenn man konzentriert was anderes macht, von daher macht es eigentlich wenig Sinn. Was anderes sind Situationen, wo ich nicht direkt etwas zu tun habe und nur im Internet surfe oder irgendwas planloses tue. Da bietet sich Musik immer an ;)

Für nebenbei höre ich fast nur Sachen, die ich gut kenne.

lg marcus
 
 

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