Made in (for) Gemany!

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Moehre

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Fortsetzung aus der Diskusion aus dem Thread " Bechstein Academy A.124 - Kauf geplant!".

Das Problem liegt nicht umbedingt darin (obwohl es dort schon entsteht...), dass Hersteller Instrumente oder verschiedenste Teile, wie z.B. Mechaniken o.ä. aus Asien beziehen.

Da ist ja noch nichts schlimmes dran. Kann ja gemacht werden... Nur Hersteller und Vertriebspartner sollten den Endkunden so viel fairness bieten, dass auch diese über ihr zukünftiges Instrument bescheid wissen. Das einzige was weiter hilft ist, beim Händler nachzufragen und bei unsicherheit noch wo anders eine Meinung einzuholen.

Bestandteile im Instrument, die in Deutschland gefertigt werden, sind nun mal mit Abstand die besten...
 
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emptY-

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Weis garnicht was ihr alle habt.. Hauptsache es klingt gut.. oder was meint ihr. Kommts denn so drauf an wo was gebaut wird?..
 
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Moehre

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Bestes Beispiel sind Mechanikteile, die vor einigen Jahren aus Kunstoff hergestellt wurden. Zu der Zeit war wohl groß reden darüber (ich war nicht selbst dabei), von wegen kaum nachregulieren usw. Alles toll halt.
Ich denke mir heute: Was ist das fürn ...... ?

Wenn du dir ein neues Auto, sagen wir mal Maybach, Ferari o.ä. zulegen möchtest, willst du doch auch nicht, dass Kia, Suzuki oder Brilliance aus China dieses Auto herstellt, oder?
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
Mod
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Willkommen in der Globalisierung. Es gibt kaum noch ein komplexes Produkt, was in einem Land hergestellt wird, am wenigsten ein Auto.
 
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h.h

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Ich verstehe die ganze Diskussion und Aufregung nicht ganz.
Hauptsache ein Instrument klingt und gefällt dem jeweiligen Musiker.
Wie lange ein Instrument hällt hängt nicht unbedingt daovn ab oe es made in Germany oder made im Ausland ist.
Hier wird unterstellt dass ausländischen Klaviere per se schlechter sind als deutsche was ich so nicht stehen lassen will.
Bei made in Geramy-Klaviere muss ich auch an unzählige Kleinklaviere mit Renner-Mechanik denken, die nie gut klangen und sich auch nie gut spielten.
Erinnerungen kommen auch an Sauter-Klaviere mit guten deutschen Kunststoff-Mechaniken und Kunststoff-Garnierungen. Made in Germany und mitlerweile weitestgehend weggebröselt.

Es ist doch nicht die Ausnahme wenn Produkte einer Firma aus Land X im Land Y gebaut werden. Es ist eher in allen Bereichen des Lebens die Regel.

Wenn ich ein deutsches Auto kaufe kommt das u.U. auch aus Polen, Spanien, Tschechien oder sonst wo her und die Zulieferteile in großen Mengen aus Asien.
Woher kommt der Fernseher von Grundig, Telefunken, Saba oder die Digitalkamera von Agfa oder Leica, das Telefon von Siemens und die Heizung von Buderus?

Ich unterrichte bei meinen Schülern zuhause genaueso auf chinesischen Instrumenten wie Bechstein-Zweitmarken und auf guten deutschen "Krücken" wie Grand, Willis, Manthey.
Ich spiele lieber auf einen neuen 3000,- Euro-Chinesen oder einem neueren Yamaha als auf einem guten deutschen Kleinklavier der 60er Jahre.
Gegen die Bechstein Academy-Serie habe ich auch nichts einzuwenden.
Ist ein gutes Klavier. Ob jemand irgendwo auf dem Weltmarkt das gleiche Klavier unter anderem Namen billiger findet kann ich nicht ausschließen.
Zum Klavierkauf gehört aber auch das Testen und beraten lassen. Wem ein Bechstein Academy gefällt und wer nicht extrem aufs Geld achten muss macht damit wohl wenig falsch.

Schönen Sonntag,

Horst
 
S

Sunny

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Danke für den neuen Thread, wollte im anderen schon danach fragen!

Darf ich den Versuch wagen und fragen, ob Du denn in den Preisklasse für jeweils bis 2000€ bis 5000 € und bis 10000€ irgendwelche Klaviere bedingungslos empfehlen könntest, wenn meine Ansprüche in brilliantem Klang, hiesiger Fertigung mit hiesigen Materialien, Renner-Mechanik, gutem Halten der Stimmung und möglichst großer Langlebigkeit des Instruments bestünden? Und es müsste im pianissimo noch gut ansprechen und klingen.

Oder sind die Zeiten tatsächlich vorbei, in denen man überhaupt noch Instrumente bedenkenlos empfehlen kann?
Sicher kann man auch heute noch einige Instrumente bedenkenlos empfehlen. Wobei ich selbst, gerade was die Fragen nach der hiesigen Fertigung anbelangt, auch nur eine Firma mit sicherheit kenne. Und das ist Sauter, dort haben ich meine Ausbildung gemacht, aber selbst dort kann sich inzwischen ja schon wieder einiges geändert haben.

Ansonnsten glaube ich wird es im bereich um 2000€ bis 5000€ schon recht schwer ein Instrument zu finden, das alle Deine Kriterien erfüllt. Irgendwo müssen ja einsparungen gemacht werden um auf diese Preise zu kommen. Ich möchte hier extra nochmal hinzufügen, das diese Instrumente keinesfalls schlecht sein müssen.

Bin aber wie schon im anderen Thread geschrieben auch sehr dafür, das der Kunde einfach richtig Informiert wird. Es muss einfach klar gesagt werden wenn wichtige Teile wie z.B. die Mechanik woanderst hergestellt werden. Ein Faktor ob das gut oder schlecht ist, ist das für den "Laien" sicher nicht, denn auch eine Renner Mechanik kann schlecht zusammengebaut sein!

Und zum Plastik in der Mechanik.
Es gab auch viele Deutsche Hersteller die Plastik verwendet haben. Nur war das Plastik zu der Zeit noch nicht weit genug entwickelt. Meist gingen nach ein paar Jahren die Lösungsmittel aus dem Plastik und es wurde Porrös. Heute kann es sich leider kein Deutscher Hersteller mehr Leisten nochmal Plastik zu verwenden, da kein Verständniss sowohl von vielen Klavierbauern als auch Kunden da ist.
Die einzigen die auf dem Gebiet heute noch weiterentwickeln sind Kawai. Bei denen es jetzt eine Mechanik mit Carbon Teilen gibt. Wie sich die allerdings in ein paar Jahren spielen und regulieren lässt, keine Ahnung!
 
thepianist73

thepianist73

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Es geht nicht nur um das Material.
Der grösste Kostenfaktor in jeder industriellen Produktion sind die Lohnkosten.

Und da ist es eben ein Unterschied, ob man gewisse Teile (zB Zargen, Resonanzboden, Mechanikteile etc) von bestens qualifizierten, ausgeblideten Leuten in Deutschland machen lässt oder von irgendwelchen angelernten Leuten für 80 Cent die Stunde (falls überhaupt) in Taiwan, China oder Tschechien. Oder von einer Maschine.

Man muss dann auch noch sehen, dass bei vielen deutschen Unternehmen (oft sogar Familienunternehmen in x-ter Generation) auch Leute arbeiten, selber schon in 2. oder 3. Generation bei diesem Unternehmen arbeiten. Das konnte ich zB persönlich bei August Förster in Löbau sehen. Auch Sauter zB ist nach wie vor (nach grossen Durstperioden) in Familienhand. das ist tradition, und Klavier- resp Instrumentenbau hat viel mit Tradition zu tun.

Ein weiterer Kostenfaktor sind Lagerkosten. Deshalb kommt es teurer, tausende von Kubikmetern Holz über viele Jahre (Jahrzehnte) richtig zu lagern und zu trocknen. Da ist schocktrocknen schon günstiger.

Dann ist natürlich das Material schon ein Faktor, das darf man nicht abstreiten.
Es gibt besseres (wegen der Nachfrage deshalb teureres) Holz und es gibt auch sonst bessere Materialien.
Es ist auch ein Unterschied, ob die schwarze hochglanzpolitur eines Flügels mit Dutzenden von Schichten über Tage und Wochen aufgebaut wurde oder ob ein billigeres Polyester-Lack-Gemisch einfach 3x dick aufgetragen wurde und dann glatt poliert wird.

Damit will ich nichts gegen günstigere Klaviere sagen, man muss nur wissen, woher die Preisunterschiede unter anderem kommen.
Dann ist es natürlich auch noch ein minimes Markenproblem. Steinway hat vermutlich eine grössere Marge als Schimmel, denn obwohl der Steinway idR besser ist, wird die Fertigung nicht sehr viel mehr kosten.
Der Kunde zahlt aber den Preis, denn die Nachfrage ist mehr als genügend.
 
S

Sunny

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dito @thepianist73

+ Man muss auch noch bedenken, das die "Billig" Klavier Hersteller meist auch ganz andere Produktionsmengen haben als Deutsche (Europäische) Hersteller. Das macht natürlich auch im Einkauf des Materials einiges an Ersparniss aus. Will sagen, das Material muss nicht unbedingt schlechter sein.
 
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h.h

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Auch Sauter zB ist nach wie vor (nach grossen Durstperioden) in Familienhand. das ist tradition, und Klavier- resp Instrumentenbau hat viel mit Tradition zu tun.
Ich habe folgende Informationen:
Sauter war 1993 oder 1994 insolvent und ein Finanzinvestor Namens Otto Hott hat 76% der Anteile Firma aus der Insolvenzmasse gekauft.
Der Name dieses Investors wird auch heute noch auf der Homepage als Geschäftsführer genannt.
Das mit dem Familienbetrieb scheint wohl nicht mehr zu stimmen.
Sauter mit Seiler verwechselt?

Trotzdem halte ich die neueren Sauter-Klaviere ebenso wie Seiler für durchwegs sehr gut und mir ist egal ob das Unternehmen einer Familie einem Investor oder einer internationelen Bankengruppe (Bösendorfer) gehört.

Entscheidend ist für mich Klang und die Qualität und nicht das drumherum oder woher.

Horst.
 
H

h.h

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dito @thepianist73

+ Man muss auch noch bedenken, das die "Billig" Klavier Hersteller meist auch ganz andere Produktionsmengen haben als Deutsche (Europäische) Hersteller. Das macht natürlich auch im Einkauf des Materials einiges an Ersparniss aus. Will sagen, das Material muss nicht unbedingt schlechter sein.
Sehr interessantes und weitsichtiges Argument. Danke!
 

S

Sunny

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Sauter ist leider nicht mehr ganz in Familien Besitz. Wie h.h schon schrieb, gehört ein großer Anteil der Firma dem Herr Hott. Aber es sind dennoch einige Sauters mit am Geschäft beteiligt. Unter anderem eben Herr Ulrich Sauter.
 
 

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