Lernen ohne zu spielen

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Mezzoforte

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Hallo Freunde.
Beim Üben neuer Stücke gibt es ja immer wieder Stellen, mit denen man so seine Probleme hat (ich glaube das kennt jeder:D). Mir fällt nun aber schon seit langem (eigentlich schon, seit ich vor gut einem Jahr angefangen habe Klavier zu spielen) Folgendes auf: Ich übe konzentriert die Stelle mit der ich Probleme habe. Am Ende des Tages klappt es zwar schon besser als im Unterricht, aber der Schritt zum flüssigen und halbwegs sauberen Spiel ist eben noch nicht wirklich getan. Am nächsten Tag setze ich mich mit frischem Elan ans Klavier und setze die `Arbeit` (bei mir viel mehr die Freude:rolleyes:) des Vortages fort. Und-man höre und staune, oh Wunder-es klappt wie geschmiert (natürlich fehlt der Feinschliff, aber wenigstens gehts flüssig und der rhythmus stimmt). Also was ich damit sagen will, ist, dass es bei mir so ist, dass ich schwierige Stellen praktisch über Nacht im Schlaf lerne. Dieses Phänomen, wenn ich es mal so nennen darf, finde ich äußerst erstaunlich und würde gene von euch wissen, ob ihr damit ähnliche erfahrungen gemacht habt (oder noch andere?).

Mfg,
Mezzoforte
 
T

Thomas87

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Hi Mezzoforte,
ja, dieses Phänomen ist wohl bekannt. Chang z.B. bezeichnet es als PPI (post practice improvement).

MfG Thomas
 
Fips7

Fips7

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Ich kenne dieses Phänomen sehr gut und staune auch immer wieder drüber.

Grüße von
Fips
 
Stuemperle

Stuemperle

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irgendjemand schrieb hier mal, es hänge damit zusammen, dass beim Lernen nicht ein neues Programm für's Hirn programmiert und dann in den Hauptspeicher geladen wird, sondern das Programm wird im Hirn über die Hardware der Synapsen fest verdrahtet, und diese Nervenverbindungen müssen halt wachsen, das tun sie dann z.B. über Nacht.

Leuchtet irgendwie ein.

Also ist mein Power-Napping im Büro auch kein simpler Büroschlaf, sondern bestimmt produktive Gedankenarbeit :D
 
pegasus111

pegasus111

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Also ist mein Power-Napping im Büro auch kein simpler Büroschlaf, sondern bestimmt produktive Gedankenarbeit :D
...und da es doppelt produktiv ist, sollte man dafür separat Überstunden schreiben...:D

Der alte Rat mit dem Buch unter dem Kopfkissen hatte ja auch den selben Hintergrund, nämlich, dass das Gehirn auch im Schlaf ja weiter arbeitet. Wenn man in's Buch nicht auch vorher hineingeschaut hat, war es wohl nur eine unbequeme Unterlage ;)

cu in Vienna!
Wir machen uns bald auf den Weg...
Gerhard
 
B

Bachopin

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Hi Stuemperle,
irgendjemand schrieb hier mal, es hänge damit zusammen, dass beim Lernen nicht ein neues Programm für's Hirn programmiert und dann in den Hauptspeicher geladen wird, sondern das Programm wird im Hirn über die Hardware der Synapsen fest verdrahtet, und diese Nervenverbindungen müssen halt wachsen, das tun sie dann z.B. über Nacht.
ja genau.
Bitte nie das Gehirn mit einem Computer vergleichen. Das Gehirn arbeitet völlig anderst. Es gab leider auch mal so einen Zweig "Künstliche Intelligenz" in der IT. Das hat bei vielen den Anschein erweckt, man könnte mit einem Computer ähnlich intelligente Dinge, wie mit dem menschlichen Gehirn erreichen. :-)

Das Gehirn verarbeitet und speichert langfristig Informationen durch Aufbau und Bildung von Nervenverbindungen.
Dieses System ist auch höchst vernetzt (assoziativ) und hat daher ganz andere Strukturen wie ein Computer. (Man versucht es mit neuronalen Netzen nachzubilden.)

Die neuen Nervenverbindungen/Strukturen werden logischer- und typischerweise nachts gebildet, da hier das Gehirn in Ruhe ist und nicht durch notwendige Reaktionen auf äussere Reize gestört wird.

Es muss einem wirklich bewusst sein, dass man nur durch den Aufbau dieser neuen Strukturen etwas lernt. Daher gibt es auch ganz bestimme Methoden mit denen dieser Vorgang möglichst effizient angeregt wird. (leider nicht durch unser Schulsystem ;-) )

Gruß
 
.marcus.

.marcus.

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Es muss einem wirklich bewusst sein, dass man nur durch den Aufbau dieser neuen Strukturen etwas lernt. Daher gibt es auch ganz bestimme Methoden mit denen dieser Vorgang möglichst effizient angeregt wird.
Gruß
Bist du sicher, dass es sich tatsächlich so verhält?
Fortschritte macht man ja schließlich nicht nur über Nacht, sondern es soll ja vorkommen, dass selbst schon beim Üben Verbesserungen eintreten :p

Mich würde mal interessieren, wie die Lern- oder Hirnforschung das erklärt. Werden nun schon beim Üben neue Verbindungen erstellt oder die alten "optimiert" ?!

lg marcus
 
B

Bachopin

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Hi .marcus.,

klar die Sache ist natürlich komplizierter, sonst würden wir ja wirklich nur Nachts etwas lernen. ;-)
Und ausserdem gibt es ja noch das, glaube ich, noch nicht verstandene Kurzzeitgedächtnis.

Aber es ist wohl schon so, dass die "Hauptarbeit" zum Aufbau der haltbaren Gedächtnisstrukturen Nachts passiert. (Warum müssen wir überhaupt schlafen?)

Gruß
 
 

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