langer Nachhall bzw. Klang nach Reparatur

S

Specht

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25. Jan. 2019
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Liebe Klavierbegeisterte,
ich bitte um einen Rat!
Wir haben ein sehr altes Klavier von einem professionellem Klavierbauer reparieren lassen. (3380 Euro) Seitdem hat unser Klavier einen sehr langen metallischen Nachklang. Die einzelnen Töne dauern bis zu sechs Sekunden. Unser Klavier hat vorher nie so geklungen, wir haben es seit über 30 Jahren.
Der Klavierbauer weigert sich diesen Fehler anzuerkennen und behauptet, das läge an der Oberdämpfung. Die Oberdämpfung war vorher auch schon da und wir hatten dieses Problem nicht.
Könnt ihr mir helfen und einen Rat geben, was ich tun kann?
Herzliche Grüße
Susanne
 
Erzähle mal diesem Klavierbauer vom Forum. Ein Link zu deiner Frage reicht auch. Da kann er die Antworten lesen.
Wer gibt die erste Antwort?

Gauf!
 
Ich. Einer muss ja.

Also Ferndiagnosen... etc etc.

3380 Euro in einen Oberdämpfer investiert, okay, wenn der Klavierbauer seriös ist, hat er eindringlich davor gewarnt.

Mehr fällt mir dazu auch nicht ein.
 
Da muss eine Menge schief gelaufen sein. Eventuell ist nur eine Schraube vom Haltepedal nachzugerulieren. Diesen Fehler kann auch ein weniger begabter Klavierspieler aussortieren.
Ich würde dir dringend raten, nachbessern zu lassen.

Gauf!
 
Wenn da neue Hammerköpfe draufgekommen sind, kann es schon sein, daß die allgemeine Klangfarbe zu scharf ausgefallen ist, was sich auf den Nachhall auswirkt
Da kann eine umfassende Intonation helfen.
Ungeachtet dessen sollte die Dämpfung peinlich genau eingestellt werden.
 
Hallo Specht,
ich arbeite jetzt seit über 30 Jahren in dem Beruf und habe -und werde- niemals einem Kunden zu einer Überholung eines Oberdämpfers raten.
Das Ergebnis selbst einer Komplettüberholung ( die für deine 3380.- auch nicht möglich wäre)
ist in den seltensten Fällen zufriedenstellend( für beide Seiten).
Hol dir einen anderen Klavierbauer, wenn deiner es nicht hinbekommt, der soll dich beraten, wie es weitergehen kann mir dir und deinem Klavier.
Denn Ferndiagnosen wären nicht seriös.
 
Liebe Klavierbegeisterte,
ich bitte um einen Rat!
Wir haben ein sehr altes Klavier von einem professionellem Klavierbauer reparieren lassen. (3380 Euro) Seitdem hat unser Klavier einen sehr langen metallischen Nachklang. Die einzelnen Töne dauern bis zu sechs Sekunden. Unser Klavier hat vorher nie so geklungen, wir haben es seit über 30 Jahren.
Der Klavierbauer weigert sich diesen Fehler anzuerkennen und behauptet, das läge an der Oberdämpfung. Die Oberdämpfung war vorher auch schon da und wir hatten dieses Problem nicht.
Könnt ihr mir helfen und einen Rat geben, was ich tun kann?
Herzliche Grüße
Susanne

Man müßt des Instrument in Augenschein nehmen um da mehr sagen zu können. Hier können wir im Grunde genommen nur theoretische Mutmaßungen anstellen, welche aber nicht unbedingt zielführend sind:

Oberdämpfer verfügen alle mehr oder weniger über einen Nachhall, es sei denn der Rersonanzboden ist kaputt und der Stegdruck ist nimmer vorhanden - in diesem Falle wird die Saitenschwingung nimmer übertragen und der Ton verebbt nach kurzer Zeit auch ohne Dämpfung.

Die optimale Einstellung der Oberdämpfung erweist sich zudem ohnehin nicht so ganz einfach, und mal erst recht ned, wenn neue Hammerköpfe drauf sind - die bleiben dann an der Dämpfung hängen, so daß man die Dämpfer hochköpfen muß, was dann die Dämpfung wiederum verschlechtert.

LG
Henry
 
Da muss eine Menge schief gelaufen sein. Eventuell ist nur eine Schraube vom Haltepedal nachzugerulieren. Diesen Fehler kann auch ein weniger begabter Klavierspieler aussortieren.
Ich würde dir dringend raten, nachbessern zu lassen.

Gauf!
Da muss eine Menge schief gelaufen sein. Eventuell ist nur eine Schraube vom Haltepedal nachzugerulieren. Diesen Fehler kann auch ein weniger begabter Klavierspieler aussortieren.
Ich würde dir dringend raten, nachbessern zu lassen.

Gauf!
 
ich arbeite jetzt seit über 30 Jahren in dem Beruf und habe -und werde- niemals einem Kunden zu einer Überholung eines Oberdämpfers raten.
.

Grundsätzlich ablehnen würde ich es nicht, es gibt recht gute OD wie beispielsweise Blüthner, Ibach, Schwechten - welche für einen OD über eine doch passable Dämpfung verfügen. Eine Herausforderung sind allerdings diese ganzen Billigkisten an OD welche als Massenware um die Jahrhundertwende auf den Markt geschmissen wurden - wahrlich wunderschöne Gründerzeitler oder sogar Jugendstiler, aber des Innenleben mitunter.......:dizzy:

LG
Henry
 
Vielen herzlichen Dank für eure Gedanken!
Der Klavierbauer hat an dem Oberdämpfer angeblich nichts verändert.
Auf der Rechnung steht:
Hammerköpfe abgezogen, alle verschlissenen Filze und Leder erneuert, alle Schrauben nachgezogen, Mechanik gereinigt. Der Stimmstock wurde erneuert, kompletter Saitenbezug angefertigt und auf neue Wirbel aufgezogen. Klaviatur überarbeitet. Mechanik komplett neu einreguliert.
Der Klavierbauer hat mich zwar auf die alte Mechanik aufmerksam gemacht, aber gleichzeitig versichert, dass er einer der Wenigen sei, die mit dieser Mechanik umgehen könnte.
Wie gesagt, wir besitzen dieses Klavier seit Jahrzehntenund es hatte nie diesen langen metallischen Nachklang.
Nochmals Danke für alle Infos eurerseits!!!
Susanne
 

Hallo Susanne, das ist nicht seriös, was der Klavierbauer da macht. selbst wenn er dich gewarnt, oder zumindest auf mögliche Folgen hingewiesen hätte,dürfte er sich jetzt nicht aus der Verantwortung schleichen.
Der Verschleiß und die Einkerbung des Dämmfilzes wirkt sich erfahrungsgemäß bei einem Oberdämfer wegen des längeren Hebels stärker aus als beim Unterdämfer. (Die Fachleute mögen mich korrigieren)
Als ich in meiner Jugend an meinem Ibachklavier eine ganz leichte Tendenz zum Nachklingen festzustellen meinte, habe ich bei längerer Nichtbenutzung das Haltepedal beschwert, so dass die Dämmfilze nicht durch den Druck auf die Saiten weiter eingekerbt werden konnten. Vielleicht hats geholfen, möglicherweise war es auch nur das Prinzip Hoffnung. Schlimmer ist es jedenfalls nicht geworden.
 
Hallo Susanne, das ist nicht seriös, was der Klavierbauer da macht.

Bevor hier an diesem Instrument keine fachliche Inaugenscheinnahme erfolgte, wäre ich mit solcherart Aburteilungen erst mal sehr vorsichtig. Es kommt schon mal vor daß nach einer Überholung des eine oder andere Problemchen auftaucht, was vorher ned dagewesen ist - ich sag bloß "hängende Tasten" nach Neugarnierung - ja, des passiert halt bei veränderter Luftfeuchtigkeit von der Werkstatt zur guten Stube daheim, so etwas ist aber in wenigen Minuten beim Kunden dahoam behoben.

LG
Henry
 
Wir sollten Bilder erbitten. Eventuell sehen wir dann, warum das Klavier überholt wurde. Vielleicht wegen der schönen Leuchter?

Gauf!
 
Vielleicht hat sich ja auch bloß die Dämpfung nach dem Transport verstellt, des ist so unüblich bei Oberdämpfern nicht - müßt dann einfach noch mal mit der ersten Stimmung nachgerichtet werden.

LG
Henry
Stimmen und nachregulieren sollte bei diesem Preis dann aber drin sein.
Die Begründung, dass es halt ein OD sei, wäre bei gleichzeitiger Zusage, es zu richten, OK
 
Liebe Klavierkundige,
es freut mich sehr, dass ihr euch mit mir einen Kopf macht. Fakt ist, dass der Klavierbauer bereits am Freitag da war, alles nochmal neu gestimmt hat, aber an der Dämpfung und dem langen Nachhall nicht das Geringste verändert hat. Nach dem erneuten Stimmen ist der metallene Nachklang teilweise noch stärker. (Ich hatte übrigens vorher schon unseren Klavierstimmer da und ihn um seine Meinung diesbezüglich gebeten. Auch er hat gesagt, das geht so gar nicht, das muss der Klavierbauer richten.)
Und eben weil der Klavierbauer offenbar mit seinen Künsten am Ende ist, deshalb habe ich mich danach in dieses Forum begeben. Für ihn ist die Sache abgeschlossen. Und ich stehe da mit einem Klavier, das keinen Spaß mehr macht. Es hatte einen Salooncharakter, aber jetzt klingt es nur noch nach klirrendem Metall im Nachklang. Es gibt so viele Leute, die mich schon haben Klavier spielen hören und deshalb wissen, dass unser Klavier nie so geklungen hat. Es ist also vollkommener Quatsch, dass ein Oberdämpfer sich immer so anhören muss.
Er behauptet einfach, er hätte ja an der Dämpfung nichts verändert und deshalb sei er auch nicht schuld. Was er alles verändert hat, habe ich oben bereits beschrieben.
Ich werde euren Rat annehmen und einen anderen Klavierbauern suchen, ihm die Problematik vorher genau schildern und hoffe sehr, dass er den Nachhall zumindest reduzieren kann.
Erneut herzlichen Dank für eure Gedanken/Meinungen/Fachkenntnis
Frohen Sonntag!
Susanne
 

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