Korrekte Aussprache italienischer Fachbegriffe

  • #21
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, es ginge um die Musik, und soweit man das falsch ausgesprochene versteht es dann ja eigentlich egal wäre. Ich denke aber das ein studierter Musikus ( Klavierpädagoge oder Solist ) weiß , wie die entsprechenden Termini korrekt ausgesprochen werden sollten.
 

  • #22
@rachmaninova: Bist du denn, unabhängig von seinem mangelnden Italienisch im Bereich Musik, zufrieden mit seinen fachlichen Kenntnissen, kann er dir was beibringen, hat sich dein Klavierspiel verbessert durch seinen Unterricht?
 
  • #23
"Du bringst mir Klavierspielen bei, ich dir Italienisch." [...] Es war echt zum Fremdschämen.
Oh oh oh, ich glaube, das ist ganz dünnes Eis. :015: Und ja, es ist zum Fremdschämen! :015:


Und was ist daran so schlimm? Ob Skerzo, Scerzo, Scherzo oder Scherzkeks, Hauptsache das Stückt klingt.

CW
Na prinzipiell möchte ich die Sachen schon richtig lernen. Und wenn es nur so wischiwaschi sein soll, brauch ich vielleicht gar keinen Lehrer, sondern bin mit einem Youtube-Video auch gut beraten? Weißt du wie ich meine? Dafür nehm ich ja Unterricht, damit es nicht so oberflächlich-halbrichtig-selbstbeigebracht ist.


Bekenne mich schuldig, ein "Schtaccato"-Sager zu sein und kenne im Umfeld so einige, die das auch tun.
Sagst du auch "schtaccatos" im Plural statt vornehm "staccati" ;-)

Ich denke aber das ein studierter Musikus ( Klavierpädagoge oder Solist ) weiß , wie die entsprechenden Termini korrekt ausgesprochen werden sollten.
Ja, und da liegt der Hase im Pfeffer (das Hasenbein :005:): Er ist eben kein studierter Musikus. Und das kommt jetzt erst so langsam hintenrum raus, weil das ja vorher auch nicht gesagt wird. Private Musikschule und so.
Ist halt jemand, der über selbst Musik machen (Rock/Pop/Elektronica) aus welchen Gründen auch immer ins Unterrichten gerutscht ist.

@rachmaninova: Bist du denn, unabhängig von seinem mangelnden Italienisch im Bereich Musik, zufrieden mit seinen fachlichen Kenntnissen, kann er dir was beibringen, hat sich dein Klavierspiel verbessert durch seinen Unterricht?
Also das auf jeden Fall. Aber ich bin halt auch noch Anfängerin, da gibt es ja generell sehr viel zu lernen einfach auch an Grundlagen :005: Er hat auch auf alle Fragen eine Antwort, aber diese Aussprache-Diskussion lässt mich halt manchmal auch zweifeln, ob alles immer stimmt (nicht alles lässt sich so leicht nachprüfen wie die italienische Aussprache).
Generell lerne ich viel - aber auch, weil ich gern Dinge, die im Unterricht nur kurz angesprochen wurden, danach einfach noch mal nachlese (und fairerweise muss man sagen: nicht alles lässt sich in 30 min Unterricht in epischer Breite besprechen). Ich hab aber als Erwachsene auch Vorkenntnisse von nem anderen Instrument und dadurch auch andere Fragen, als die meisten anderen Schüler vermutlich haben.

Für mich ist die Frage, ab wann ich mich um einen anderen Lehrer bemühen muss. Und ob zu befürchten ist, dass außerhalb der italienischen Aussprache Grundlagen falsch gelegt werden (oder ob es am Ende nicht so viel falsch zu machen gibt im Anfangsunterricht).
 

  • #24
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, es ginge um die Musik, und soweit man das falsch ausgesprochene versteht es dann ja eigentlich egal wäre. Ich denke aber das ein studierter Musikus ( Klavierpädagoge oder Solist ) weiß , wie die entsprechenden Termini korrekt ausgesprochen werden sollten.

Da ist ja noch mehr dahinter. Wer Deutsch als Muttersprache hat überträgt gerne instinktiv die Ausspracheregeln auch auf Fremdsprachen. Da wird dann z.B. 'dog' wie 'dock' ausgesprochen (Auslautverhärtung) oder man versucht das 'w' von 'sword' irgendwo unter zu bringen (das 'w' ist stumm).



Ja, ich weiß, is' nich' Italienisch.

Kann man korrekte Aussprache erwarten!? Hm. Nicht jeder hat die gleiche Sprachbegabung. Mein Saxophonlehrer unterrichtet zwar seit Jahrzehnten auch Pop und Jazz, aber englische Aussprache ... eher mäßig.

Jetzt habe ich Appetit auf Schnürchen nach Köhlerart ...

Grüße
Häretiker
 
  • #26
Ich mach mir jetzt erstmal lecker Bruscheddas, danach dann schön Gnotschis.
 
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  • #27
Aus meiner Sicht ist die Aussprache der Fachbegriffe relativ unwichtig für das Erlernen des Klavierspiels, auch wenn es dich jetzt vielleicht triggert. Viel wichtiger finde ich Parameter wie "30 Minuten Unterricht" und dass dein Lehrer "aus welchen Gründen auch immer ins Unterrichten gerutscht ist".
 
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  • #28
Sowas gibt es nicht nur in Musik sondern woanders auch, zum Beispiel...

"Kyrie Elaison"(!!!!!)
obwohl "-ei-" in "Kyrie Eleison" nicht Dipthong ist.

Das ist schon richtig, aber Wörter, wenn sie in andere Sprachen übergehen, haben halt so ihre Schicksale. Die altgriechische Form ist ἐλεήσον (ele-ê-son, Imperativ des Aorists), also ein richtiger Di-phtong (“Zwei-Laut”). Aber das ê (η) unterlag bald dem Jotazismus, d.h. es wurde zu i, und jetzt gibt es zwei Optionen (1) in Sprachen, die wie das Deutsche einen ei-Laut haben (wo die Bestandteile also lautlich nicht mehr autonom sind, sondern zu einer phonologischer Einheit verschmelzen), entwickelt sich ein solcher (wie auch bei -ai- oder -au- etc.) Also ist aus dem Di-phtong (zwei Phoneme) im ursprünglichen Sinne einer im Sinne der germanischen Sprachen (ein statt zwei Phoneme) geworden. (2) Der Diphtong kann bi-phonemisch bleiben; so sagen etwa die Franzosen für den biblischen Ort Emmaus "Emma-üs").

Wenn du Dich gegen das "Eleison" (oder "Elaison") aufmandelst, nimmmst Du den Kampf gegen hunderte von Jahren Liturgiegeschichte auf. Und da, fürchte ich, gilt das Prinzip "Meine Oma ist viel stärker als Du". ;)
 
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  • #29
Schtaccatto :-D



Sowas gibt es nicht nur in Musik sondern woanders auch, zum Beispiel...


"Kyrie Elaison"(!!!!!)
obwohl "-ei-" in "Kyrie Eleison" nicht Dipthong ist.
-ei- ist sehr wohl ein Diphthong, gibt's nur nicht im Deutschen.

Die Aussprache von "eleison" ist bei Messvertonungen de facto unterschiedlich, das ist ein Spezialthema in der Kirchenmusik (wie z.B. auch die französische Aussprache von lateinischen Messtexten). Das gehört hier also nicht in den Knotschi-Thread.

Seh' grad...: Gratias ago ad @Ambros_Langlebum.
 
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  • #31
30 Minuten Unterricht
Ist wahrscheinlich einfach der günstigste Vertrag, den die private Musikschule anbietet. Kenne ich von hier nicht anders.
Didaktisch finde ich das auch zweifelhaft, aber der Markt hat das nunmal so geregelt.


Die korrekte Aussprache der Fachbegriffe ist tatschlich nicht so wichtig, wie die musikalische Umsetzung dessen, was diese Begriffe fordern.
Die Frage sollte also eher sein, ob dieser KL das trotz falscher Aussprache vermitteln kann.

Bei Italienischen Speisenamen frage ich mich einfach, ob die Aussprache was am Geschmack ändert (und wenn es das tut, dann sind das eben wirklich eher Knotschi oder Schbageddi).
So ähnlich gehts mir mit den Fachbegriffen auch. Das Bezeichnete ist mir deutlich wichtiger, als die Bezeichnung oder ihre korrekte Aussprache.

Solange ich verstehe, was gemeint ist, ist alles OK ... und falls nicht, kann ich ja nachfragen.
 
  • #32
Wer "Scherzo" weder richtig schreiben noch richtig aussprechen kann, der kann auch keines spielen.

CW
 
  • #33
Das klingt nach "wer Spaghetti nicht richtig aussprechen kann, der darf sie auch nicht essen".
 
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  • #34
Umgekehrt läuft es besser: Die Engländer übernehmen 1zu1, fertig.
Kürzlich erfahren: "Stoßlüften" gehört jetzt auch dazu.

Oder Ansatz, Gestalt, Methodenstreit, Bandsalat, Urmonotheismus, Kaffeeklatsch, Pfostenschlitzmauer, Wanderlust, Sondergotik, Weltanschauung, Fingerspitzengefühl, Poltergeist, ... ist halt nicht alles Allgemeinsprache.

Grüße
Häretiker
 
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  • #35
Aus meiner Sicht ist die Aussprache der Fachbegriffe relativ unwichtig für das Erlernen des Klavierspiels, auch wenn es dich jetzt vielleicht triggert. Viel wichtiger finde ich Parameter wie "30 Minuten Unterricht" und dass dein Lehrer "aus welchen Gründen auch immer ins Unterrichten gerutscht ist".
Ja, es ist wohl ein Symptom für eine grundsätzlichere Frage ("Kann mein Lehrer mich gut unterrichten?").

"30 Minuten Unterricht" ist im Jahr 2026 der ganz normale Standard an Musikschulen. Und klar finde ich da das "alte System" mit 2x45 Minuten Instrumentalunterricht + 1x 46 Minuten Musiktheorie/Gehörbildung pro Woche da viel besser. Leider leben wir aber nicht in dieser goldenen Vergangenheit, in der die musikalische Ausbildung massiv staatlich subventioniert wurde.
 
  • #36
Natürlich klingt es blöd, wenn ein Musiker „scherzo“ statt „skerzo“ sagt. Aber wer von der Rock-/Pop-Jazzmusik kommt, dem ist die italienische Terminologie vielleicht nicht so geläufig. Aber deswegen den Stab über jemanden brechen? Ihm die musikalische Expertise absprechen? Da fällt mir nur der Begriff „Bildungsdünkel“ ein. - Wie formulierte es Robert Gernhard so treffend:
„Die Kritiker der Elche
waren früher selber welche.“
 
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  • #37
Natürlich klingt es blöd, wenn ein Musiker „scherzo“ statt „skerzo“ sagt. Aber wer von der Rock-/Pop-Jazzmusik kommt, dem ist die italienische Terminologie vielleicht nicht so geläufig.

Und dann hat man die Aussprache geübt und geübt und ... heute spielen wir Erik Satie!
"de manière à obtenir un creux"
"Il aime aussi son porte-plume, ses manches"
...

Grüße
Häretiker
 
  • #39
Neulich gelernt: was heißt Auftakt auf Japanisch? Auftakt! 😂
 
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  • #40
Das klingt nach "wer Spaghetti nicht richtig aussprechen kann, der darf sie auch nicht essen".
Der Rechtschreibunfug "Spagetti" ist zum Glück wieder weitgehend verschwunden. Das war ja zum Fremdschämen gegenüber italiänischen Migrationshintergründlern.
 

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