Korrekte Aussprache italienischer Fachbegriffe

  • #42
Wer's nich übersetzt, kann den Eric Sarotti unmöglich spielen.
 
  • #43
Wer "Scherzo" weder richtig schreiben noch richtig aussprechen kann, der kann auch keines spielen.
Das finde ich witzig und sehr zutreffend!
Das Wort beinhaltet so viel vom Charakter des Stückes, dass man schon mit der richtigen Einstellung losspielen muss. Man kann gar nicht anders.

Ich habe mal einen amerikanischen Chor "Jesu meine Freude" singen hören. Ein wunderbarer filigraner Chorgesang, aber bei "Trotz dem alten Drachen" waren sie aufgeschmissen. Sie konnten das "Trotz" nicht sprechen und genauso klang dann auch der ganze Satz... :008:
Die kraftvolle Energie, die dem Wort innewohnt, fehlte.
 

  • #46
Das ist schon richtig, aber Wörter, wenn sie in andere Sprachen übergehen, haben halt so ihre Schicksale. Die altgriechische Form ist ἐλεήσον (ele-ê-son, Imperativ des Aorists), also ein richtiger Di-phtong (“Zwei-Laut”). Aber das ê (η) unterlag bald dem Jotazismus, d.h. es wurde zu i, und jetzt gibt es zwei Optionen (1) in Sprachen, die wie das Deutsche einen ei-Laut haben (wo die Bestandteile also lautlich nicht mehr autonom sind, sondern zu einer phonologischer Einheit verschmelzen), entwickelt sich ein solcher (wie auch bei -ai- oder -au- etc.) Also ist aus dem Di-phtong (zwei Phoneme) im ursprünglichen Sinne einer im Sinne der germanischen Sprachen (ein statt zwei Phoneme) geworden. (2) Der Diphtong kann bi-phonemisch bleiben; so sagen etwa die Franzosen für den biblischen Ort Emmaus "Emma-üs").

Wenn du Dich gegen das "Eleison" (oder "Elaison") aufmandelst, nimmmst Du den Kampf gegen hunderte von Jahren Liturgiegeschichte auf. Und da, fürchte ich, gilt das Prinzip "Meine Oma ist viel stärker als Du". ;)

Herzlichen Dank !!




Ich meinte, die Deutschen, die "Κυριε ελεησον"
(In meinem Handytastatur gibt es keine Funktion für Spiritus...) nicht "-ei-" wie "space(Eng. Weltraum)" sondern wie Deutsch "-ei-" wie "Eitel" aussprechen.

Und ich dachte, solche Aussprache ist falsch ! Ich dachte, "-ei-" wie "space(Eng. Weltraum)" wäre nur einzige richtige Aussprache im Fall Kyrie Eleison.

Aber mit "-ei-" wie "Eitel" geht ????? :angst::angst::angst::angst:

Und ich dachte "-εη-" keine Diphtong ist, mein Kenntnis ist falsch :cry2:
 
  • #47
Das ist schon richtig, aber Wörter, wenn sie in andere Sprachen übergehen, haben halt so ihre Schicksale.

Das betrifft auch medizinische Fachausdrücke, wie ich derzeit wegen meiner Schulterverletzung vermehrt erlebe.

Da heißt der Musculus infraspinatus plötzlich "infraschpinatus". Das missfällt mir genauso, wie die von @rachmaninova beanstandete Aussprache.
 
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  • #48
Das betrifft auch medizinische Fachausdrücke, wie ich derzeit wegen meiner Schulterverletzung vermehrt erlebe.

Da heißt der Musculus infraspinatus plötzlich "infraschpinatus". Das missfällt mir genauso, wie die von @rachmaninova beanstandete Aussprache.
Bei solchen neulateinischen Wortschöpfungen ist es meiner bescheidenen Meinung nach völlig egal. Da gibt es kein richtig oder falsch.
 
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  • #49
(1) Und ich dachte "-εη-" keine Diphtong ist, mein Kenntnis ist falsch :cry2:

[...]

(2) Ich meinte, die Deutschen, die "Κυριε ελεησον" [...]
nicht "-ei-" wie "space(Eng. Weltraum)" sondern wie Deutsch "-ei-" wie "Eitel" aussprechen.

Und ich dachte, solche Aussprache ist falsch ! Ich dachte, "-ei-" wie "space(Eng. Weltraum)" wäre nur einzige richtige Aussprache im Fall Kyrie Eleison.

Ad (1): Immer mit der Ruhe. Das hängt ja teilweise auch davon ab, was Du zu den Diphtongen zählen möchtest. Ein konventionelle deutsche Schulgrammatik des Altgriechischen zählt εη nicht dazu (aus morphologischen Gründen, s.u., und weil es statistisch insignifikant ist) dagegen schafft es ηι grade noch auf die Liste. Wenn Du dagegen das definitorische Kriterium zugrundelegst, dass zwei unabhängige Phoneme nebeneinanderstehen, wie es im altgriechischen Diphtong anders als im Deutschen möglich ist, kannst du sagen, dass hier wie etwa bei ευ ein echter Doppellaut, ein "Diphtong" existiert, und zwar bei ευ ein "steigender" und bei εη ein "fallender" . Einwenden kannst du natürlich, dass das ε zum Verbstamm gehört und das η den Aoriststamm charakterisiert, und daher eine Silbengrenze zwischen beiden steht, aber dann müssen wir unsere Definition halt anpassen; nur als Andeutung: bei "Radi-o" hast du morphologisch auch eine Silbengrenze, aber gleichzeitig eine lautliche Verschleifung zu [radjo]).

Ad (2):
Das ist ein ganz anderes Problem. Das Deutsche kennt eigentlich nur Diphtonge, wo die beiden Vokale miteinander verschliffen sind. Und die kanonische Liste der sieben Diphtonge kennt für -ei- nur die lautliche Realisierung des Typs "eitel" und nicht die des Typs "space". Also ist es kein Wunder, wenn das εη, das ja wegen des Jotazismus schon in der Spätantike [e+i] wird, in dieses System eingegliedert wird (also unter Aufhebung der Silbengrenze) und die Dorfpfarrer äonenlang "Kyrie elaison" gesungen haben (um mal deine Transskription zu verwenden). Natürlich lernen sie inzwischen im Predigerseminar, dass diese Verschleifung ein Germanismus ist und singen heutzutage beflissen "Kyrie ele-íson", mit Restitution der beiden Laute und Realisierung des η als i. Kurioserweise sagen sie aber nicht "Kirie", was konsequent wäre, weil ja das y auch dem Jotaismus unterliegt. Aber das wird schon seine soteriologische Richtigkeit haben. ;)

So, ich glaube, damit lassen wir es bewenden, bevor wir den allgemeinen Claviotenzorn auf uns ziehen, weil wir das Scherzo vor den Altar gezerrt haben. ;)
 
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  • #50
Ad (1): Immer mit der Ruhe. Das hängt ja teilweise auch davon ab, was Du zu den Diphtongen zählen möchtest. Ein konventionelle deutsche Schulgrammatik des Altgriechischen zählt εη nicht dazu, weil es statistisch insignifikant ist; dagegen schafft es ηι grade noch auf die Liste. Wenn Du dagegen das definitorische Kriterien zugrundelegst, dass zwei unabhängige Phoneme nebeneinanderstehen, wie es im altgriechischen Diphtong anders als im Deutschen möglich ist, kannst du sagen, dass hier wie etwa bei ευ ein echter Doppellaut, ein "Diphtong" existiert, und zwar bei ευ ein "steigender" und bei εη ein "fallender" (hier kannst du natürlich einwenden, dass das ε zum Verbstamm gehört und das η den Aoriststamm charakterisiert, und daher eine Silbengrenze zwischen beiden steht, aber dann müssen wir unsere Definition halt anpassen; nur als Andeutung: bei "Radi-o" hast du morphologisch auch eine Silbengrenze, aber gleichzeitig eine lautliche Verschleifung zu [radjo]).

Ad (2):
Das ist ein ganz anderes Problem. Das Deutsche kennt eigentlich nur Diphtonge, wo die beiden Vokale miteinander verschliffen sind. Und die kanonische Liste der sieben Diphtonge kennt für -ei- nur die lautliche Realisierung des Typs "eitel" und nicht die des Typs "space". Also ist es kein Wunder, wenn das εη, das ja wegen des Jotazismus schon in der Spätantike [e+i] wird, in dieses System eingegliedert wird (also unter Aufhebung der Silbengrenze) und die Dorfpfarrer äonenlang "Kyrie elaison" gesungen haben (um mal deine Transskription zu verwenden). Natürlich lernen sie inzwischen im Predigerseminar, dass diese Verschleifung ein Germanismus ist und sagen heutzutage beflissen "Kyrie ele-íson", mit Restitution der beiden Laute und Realisierung des η als i. Kurioserweise sagen sie aber nicht "Kirie", was konsequent wäre, weil ja das y auch dem Jotaismus unterliegt. Aber das wird schon seine soteriologische Richtigkeit haben. ;)

So, ich glaube, damit lassen wir es bewenden, bevor wir den allgemeinen Claviotenzorn auf uns ziehen, weil wir das Scherzo vor den Altar gezerrt haben. ;)


Vielen herzlichen Dank !!!


äononlang :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D ich hoffe, dass nur wir dieses Wort verstehen können ;-);-);-);-);-)

Ich brauchte tachysweile, um zu verstehen, was Jotazismus (oder Jotaismus. Sind die beiden unterschiedlich voneinander in Bedeutung?) bedeutet. (Die Vokalaussprachesänderung nach ι)

Aber es ist total natürlich und selbstverständlich, dass man etwas nach dem Rahmen seiner Muttersprache akzeptiert...
 
  • #51
Oh ja, diese Doppelplurale in den Pizzatruhen... "Piccolinis" usw. Da schmeckt mir das schon gleich gar nicht mehr.
Die Dinger schmecken eh‘ wie Schuhsohle, efal welche Pluralendung man nimmt …
 
  • #52
"Ein Gentleman kann sich alles erlauben, solange er es nur richtig ausspricht!" (aus "My Fair Lady")

CW
 
  • #53
 
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