Komposition über ein Thema aus Haydns Namen von Haydn?

Stilblüte

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Weiß hier jemand, ob Haydn - so wie Ravel - auch mal eine Komposition über die Buchstaben aus seinem Nachnamen komponiert hat, zum Beispiel in einem Satz einer der Sonaten?
 
DonBos

DonBos

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Ob Haydn selbst jemals so etwas geschrieben hat, weiß ich leider nicht. Allerdings ist die Frage, warum man den Namen HAYDN musikalisch denn überhaupt mit dem Motiv HADDG darstellt (warum entspricht das Y einem D und warum das N einem G)? Wenn das logisch erklärt werden kann (kann es ja bestimmt), war diese Buchstabentranskription auch schon zu Haydns Lebzeiten bekannt? Wenn nicht, dann hat Haydn selbst wohl garantiert nichts über seinen Nachnamen komponiert, zumindest nicht bewusst.

Vielleicht ist es für dich aber auch interessant, dass Ravels Menuet sur le nom du Haydn eigentlich gar kein Einzelprojekt von Ravel war, sondern dass da von fünf anderen französischen Komponisten (unter anderem Dukas und Debussy, siehe unten) zeitgleich ebenfalls kleine Stücke über das HADDG-Motiv komponiert wurden, alle anlässlich von Haydns 100. Todesjahr.

 
Stilblüte

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Vielen Dank @DonBos! Wenn man das Alphabet an den weißen Tasten abzählt, fallen y und n auf die entsprechenden Tasten, das ist das ganze Geheimnis :super:
 
Gomez de Riquet

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Das ist eine spezifisch französische Tradition der Buchstabenvertonung, gerne in Tombeau-Musiken für die musikalische Beschwörung eines verstorbenen Freundes oder Vorbilds genutzt.

Ravel schrieb auf dieselbe Art seine "Berceuse sur le nom de Gabriel Fauré", wobei die Kunst darin bestand, neben der Belebung des Buchstabenmotivs etwas vom Individualstil des Komponisten (vielleicht sogar ein Originalzitat) einfließen zu lassen:


Auf ähnliche Weise hat Arthur Honegger eine "Hommage à Albert Roussel" verfaßt:


Eine Auflistung der Tongewinnungs-Verfahren findet man hier (S.74 f).
(aus: Andrew Shenton: Olivier Messiaen's System of Signs
Notes towards understandig his music. Boston, 2008)

Die Tongewinnung in Messiaens später Orgelmusik fußt auf diesem Prinzip der Gegenüberstellung von Alphabet und Tonskala.
 
 

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