Klima für Stutzflügel und Empfindlichkeit Resonanzboden

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Hallo,

ich hätte da zwei Fragen an die Fachleute:

1. Es gibt zwar schon Fäden zu den Themen, ich würde mich aber über eine Einschätzung zu den Klimaverhältnissen in meiner Wohnung (Musikzimmer 15 qm, keine Fußbodenheizung) freuen, ob diese als Standort für einen Stutzflügel geeignet sind, wenn ich keine Luftbefeuchter/DampChaser/Vente etc. verwenden möchte:

Temperatur: im Sommer meist relativ konstant um die 24° bei Spitzenwerten von 30°, im Winter um die 19°, minimal 16,9° (wenn ich mal paar Tage nicht da war und die Heizung auf Sparbetrieb steht).

Rel. Luftfeuchtigkeit: im Sommer zwischen 45% und 60%, Spitzenwert 70%, im Winter zwischen 32% und 42%, Minimalwert 23% (wenige Tage).

Ich hatte während 6 Jahre ein Klavier (Zeitter & Winkelmann, 110 cm, BJ 1972) an einer Innenwand stehen, welches diese Zeit ohne Schäden überstanden hat. Sind diese Werte für einen Stutzflügel vielleicht zu extrem?

Unterschied Klavier/Flügel: ich könnte mir vorstellen, dass der Reso eines geöffneten Flügels weniger "geschützt" ist als bei einem Klavier, wo der Resonanzboden von Innenwand und Klaviergehäuse praktisch umschlossen wird und dadurch von Luftzirkulationen weniger abbekommt.


2. Ich habe einen generalüberholten Stutzflügel aus Ende der 50er Jahre entdeckt (Ibach, 160 cm), der mir sehr gut gefällt, bei dem auch Risse im Resonanzboden gespähnt wurden. Ist der genauso wiederstandsfähig, was Klimaverhältnisse angeht, wie etwa ein neues Yamaha C2 oder ist ein Instrument aus den 50ern eher empfindlicher? Ist ein gespänter Resonanzboden dabei noch empfindlicher oder robuster als einer, der noch keine Schäden hatte?

Vielen Dank,
schönen Gruß
Bassplayer
 
C

Curby

Guest
Bitte belehrt mich, aber wieso sollte sich ein Stutzflügel sich da so sehr anders verhalten, als andere Klaviere? Das Klavier an der Wand ist auch nicht Luftdicht versiegelt und Luft hat einen starken Drang, Druck etc. auch durch kleine RItzen auszugleichen ;). Ein wechsel von 50% Luftfeuchtigkeit wird über die Jahrzehnte wohl jeden Resonenzboden zerbersten lassen oder?
 
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Führen die Verhältnisse für ein Klavier/Flügel wirklich mit hoher Wahrscheinlicht innerhalb weniger Jahre zu Rissen oder anderen Schäden oder stecken die meisten Instrumente das über Jahrzehnte weg?
 
Ivory

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Hallo Bassplayer,
bei einem Riss haben die Holzfasern keine Verbindung mehr, der geht von allein nicht wieder zu. Eine gute passgenaue Verleimung ist sehr stabil. Um 45 % rel. L. herum sollte es mindestens sein. Kurze und nicht so übermäßige Schwankungen nach oben und unten sind nicht so schlimm.
Gruß Ivory
 
 

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