Kleine Risse im Resonanzboden ok?

Gregor Anton

Gregor Anton

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8. Okt. 2022
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Schönen guten Tag!

Ich werde einen schönen gebrauchten Blüthner Flügel Modell 11 aus dem Jahr 1938 bekommen, es ist alles i.O. mit dem Instrument, die Restaurierung wird ca 5.700 EUR kosten. Jetzt meine Frage: Der Klavierbauer ging erst mal beim ersten Begutachten des Instruments davon aus, dass dort keine Risse im Resonanzboden vorhanden sind. Nachdem er den Blüthner abgeholt hat und nun in seiner Werkstatt stehen hat, hat er beim zweiten Begutachten festgestellt, dass dort 3 kleine Risse vorhanden sind. Er hat mir empfohlen, dies nicht zu beheben, weil es nur „kleine“ Risse sind. Der Klang würde darunter nicht leiden. Ich als Laie habe aber immer gedacht, dass Risse das „Schlimmste“ sind… Wer kennt sich hier damit aus? Was ist den der Unterschied zwischen kleinen und großen Rissen im Resonanzboden? Und wann sind diese gefährlich? Und kann man tatsächlich mit Rissen - wenn diese klein sind - gut leben, so dass der Klang nicht darunter leidet? Könnte es passieren, dass die Risse immer größer werden und das Instrument irgendwann mal doch den Geist aufgibt?

Würde mich über einpaar Antworten sehr freuen…

Viele Grüße

Gregor
 
Schönen guten Tag!

Ich werde einen schönen gebrauchten Blüthner Flügel Modell 11 aus dem Jahr 1938 bekommen, es ist alles i.O. mit dem Instrument, die Restaurierung wird ca 5.700 EUR kosten. Jetzt meine Frage: Der Klavierbauer ging erst mal beim ersten Begutachten des Instruments davon aus, dass dort keine Risse im Resonanzboden vorhanden sind. Nachdem er den Blüthner abgeholt hat und nun in seiner Werkstatt stehen hat, hat er beim zweiten Begutachten festgestellt, dass dort 3 kleine Risse vorhanden sind. Er hat mir empfohlen, dies nicht zu beheben, weil es nur „kleine“ Risse sind. Der Klang würde darunter nicht leiden. Ich als Laie habe aber immer gedacht, dass Risse das „Schlimmste“ sind… Wer kennt sich hier damit aus? Was ist den der Unterschied zwischen kleinen und großen Rissen im Resonanzboden? Und wann sind diese gefährlich? Und kann man tatsächlich mit Rissen - wenn diese klein sind - gut leben, so dass der Klang nicht darunter leidet? Könnte es passieren, dass die Risse immer größer werden und das Instrument irgendwann mal doch den Geist aufgibt?

Würde mich über einpaar Antworten sehr freuen…

Viele Grüße

Gregor
Risse im Resonanzboden können rein optischer Natur ohne Klangeinbußen sein.

Das sich Risse vergrößern, kann vorkommen.

Entscheident ist natürlich die entsprechende Luftfeuchtigkeit zu Hause.

Haarrisse im Reso sind jedenfalls unrelevant.

Wenn es wirklich zur berstung des Resonanzbodens kommt, also entsprechend starke Risse welche den Klang beeinträchtigen, ist es sinnvoll diesen spanen zu lassen - was allerdings wieder eine völlige Zerlegung des Instrumentes nach sich zieht.

Wichtig ist , daß das Instrument ausreichend Stegdruck hat, dieser kann selbst bei größeren Rissen noch vorhanden sein.

So lange kein Riß in der Gußplatte ist, ist alles gut.
 
Risse im Resonanzboden können rein optischer Natur ohne Klangeinbußen sein.

Das sich Risse vergrößern, kann vorkommen.

Entscheident ist natürlich die entsprechende Luftfeuchtigkeit zu Hause.

Haarrisse im Reso sind jedenfalls unrelevant.

Wenn es wirklich zur berstung des Resonanzbodens kommt, also entsprechend starke Risse welche den Klang beeinträchtigen, ist es sinnvoll diesen spanen zu lassen - was allerdings wieder eine völlige Zerlegung des Instrumentes nach sich zieht.

Wichtig ist , daß das Instrument ausreichend Stegdruck hat, dieser kann selbst bei größeren Rissen noch vorhanden sein.

So lange kein Riß in der Gußplatte ist, ist alles gut.
Danke für die erfreuliche Antwort ☺️
 
Aber wird denn der Flügel nicht sowieso für die Restauration komplett zerlegt? Wieso die Risse nicht ausspanen lassen?
 
Aber wird denn der Flügel nicht sowieso für die Restauration komplett zerlegt? Wieso die Risse nicht ausspanen lassen?
Die Risse werden nicht ausgespannt, weil dies aufgrund des Kostenfaktors laut Klavierbauer nicht notwendig ist. Der Flügel wird bei der Restauration auch nicht komplett zerlegt. Der Klavierbauer sagt auch, dass es "so kleine" Risse sind, dass die Ausspannung nicht notwendig ist und selbst wenn diese für "viel Geld" ausgespannt werden, der Klang gleich bleiben würde, weil es eben nur kleine Risse sind...
 
Bei einer Restaurierung um 5700 Euro wird sicher nicht alles gemacht. Ob der Gußrahmen herausgenommen wird, hängt davon ab, welche Arbeiten gemacht werden. Davon hängt auch ab, wie viel zusätzlicher Aufwand das Ausspänen wäre.

Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass die blanken Saiten alle drin bleiben, eventuell die Basssaiten gewechselt werden, die Hämmer neu befilzt werden, und einige Regulierungsarbeiten durchgeführt werden.

Wenn nicht ohnehin alle Saiten entfernt werden, zahlt sich das Ausspänen von akustisch nicht relevanten Rissen sicher nicht aus.
 
Zum Spanen des Resonanzbodens muß die Gußplatte raus und anschließend wieder neu eingepaßt werden, das macht wirklich nur Sinn, wenn der Resonanzboden größere Schäden aufweist und kein Stegdruck mehr vorhanden ist.

Ansonsten sind Haarrisse rein kosmetischer Natur, welche nach dem Spanen auch nicht schöner aussehen (es sei denn, man bleicht den Resonanzboden, dann sind die Spane i.d.R. nicht mehr zu sehen).
 
Hallo @Gregor Anton , wie ich sehe, hast du dich jetzt für den Flügel entschieden, Glückwunsch 🙂 hast du dich damit dann folglich auch gegen dein Klavier entschieden?
 

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