Klavierverstimmung durch fff durch Beschränkung auf p oder mf eliminierbar?

H

hanspetter

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Guten Tag!

Folgende Frage hat einen speziellen, wirklich realen Hintergrund:

Wenn manche Pianisten es durch ihr Spiel im Konzert "schaffen", dass der kurz zuvor perfekt gestimmte Konzertflügel bereits in der Konzertpause nachgestimmt werden muss -

kann man durch konsequente Beschränkung der Übelautstärke auf p oder mf den Einzelfaktor "Verstimmung durch Spielen des Pianos" erheblich reduzieren oder eliminieren?

Danke! h.
 
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Drahtkommode

Drahtkommode

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Ersteres kommt tatsächlich vor, auch gerade weil ein Flügel vor einem Konzert frisch gestimmt ist (oder sein sollte) und eine Saite durchaus mal nachrutschen kann.

Zweites wäre Schwachsinn, weil Du dir nur Technik und Anschlag und Musik kaputt machst.
 
H

hanspetter

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...es geht hier um ein Instrument, an dem alle 14 Tage öffentlich vorgespielt wird, aber nur wenige Stimmungen/Jahr möglich sind - das auch als Übeklavier dienen kann, aber nicht muss.

Es wäre aber schön, falls man hierauf p oder gar bis mf üben kann, ohne dass dies erheblich zur Verstimmung des Klaviers beiträgt. h.
 
thinman

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kann ja sein, dass das Klavier z.B. in einer Senioren-Residenz steht und deshalb eine Stimmung z.B. aus finanziellen Gründen nicht wöchentlich oder vierzehntägig möglich ist.

Oder dass der Stimmer nicht immer Zeit hat oder dass der Standort weit weg vom Schuss ist. Muss ja nicht gleich Timbuktu sein.
 
J

Jack Black

Guest
Es wäre aber schön, falls man hierauf p oder gar bis mf üben kann, ohne dass dies erheblich zur Verstimmung des Klaviers beiträgt. h.
Das Spielen oder Üben auf einem Klavier trägt im Allgemeinen nicht sehr zur Verstimmung bei, das ist ein relativ verbreiteter Irrtum. Der häufigste Grund, warum ein Klavier verstimmt, sind Feuchtigkeitsschwankungen und Temperaturschwankungen. Wenn das Klavier nicht in einem überdurchschnittlich gut klimatisierten Zimmer steht, dann wird es auch ohne nur einen Ton gespielt zu haben nach einiger Zeit (spätestens nach einem Jahr) ziemlich jämmerlich verstimmt sein.

Diese leidvolle Erfahrung hat auch ein guter Freund von mir machen müssen, der aus beruflichen Gründen über lange Zeit das Klavier im Wohnzimmer nicht angerührt hat - das war nachher total verstimmt (wirklich richtig schrecklich), obwohl es nie benutzt worden war.
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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Der Flügel verstimmt sich aus zwei Gründen:

Erstens durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Wenn er kurz vor dem Konzert gestimmt wird, dann ändert sich beides durch die Scheinwerfer und das Publikum im Saal, das vorher nicht da war.

Zweitens durch das Spielen. Wenn man es darauf angelegt hat, kann man fast jede Stimmung kaputt hauen, insbesondere im Diskant. Das versucht man als Stimmer natürlich zu vermeiden durch die Stimmtechnik, aber auch durch sehr harte Kontrollanschläge.

Von daher könnte man die Verstimmung tatsächlich durch zartes p oder mf Spiel minimieren, aber das macht ja nun wirklich keinen Spaß.
 
Henry

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Zweitens durch das Spielen. Wenn man es darauf angelegt hat, kann man fast jede Stimmung kaputt hauen, insbesondere im Diskant. Das versucht man als Stimmer natürlich zu vermeiden durch die Stimmtechnik, aber auch durch sehr harte Kontrollanschläge.
Da kann man als Stimmer tatsächlich gegensteuern - "den Ton so lange prügeln bis der Wirbel aufgibt" :-D

Aber gegen Klimaeinflüsse bist einfach mal machtlos (gerade wenn kein DC verbaut wurde). Da ist es auch völlig wurscht, ob der Pianist des Instrument streichelt oder verprügelt.

LG
Henry
 
Tastenscherge

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Da kann man als Stimmer tatsächlich gegensteuern - "den Ton so lange prügeln bis der Wirbel aufgibt" :-D
Ich bin tatsächlich auch so ein Prügler. Vor allem im Diskant. Da stimme ich oft mit Ohrenstöpseln und gebe richtig Gas. Dabei hatte ich durchaus auch schon mal Verluste: gerissene Saiten, gebrochene Hammerstiele und tatsächlich auch schon mal eine gebrochene Taste. Ich muss aufpassen, dass ich nicht Ärger mit dem örtlichen Klavierschutzverein bekomme :-D

Klar, gegen Klimaschwankungen hilft das auch nicht. Aber was ich sagen wollte: tatsächlich hat die Art zu spielen auch was mit der Verstimmung zu tun. Wobei es nicht einfach nur das Fortissimo Spiel als solches ist. Ich glaube, man kann super laut so und so spielen. Es gibt Leute, die hacken einfach nur drauf los und dann gibt es welche, bei denen selbst Fortissimo noch elegant klingt.
 
Henry

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