Klavier Wilhelm Biese 1885 kaufen

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LxL07

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Hallo Freunde der Tastenspielinstrumente,

ich bräuchte Hilfe von Kennern/Liebhabern:

will ich wirklich ein E-Piano ? Nein - ich will diese magische Wärme der Instrumente spühren können.

Ich habe keine Vorkenntnisse was Pianos an sich an geht - ich spiele Keyboard - aber wenn sich die
Gelegenheit bietet will ich mir ein schönes Klavier kaufen - sehr gerne auch alt...

Jetzt bin ich per Zufall auf ein schönes Klavier gestoßen:

Klavier Wilhelm Biese 1885. Lt. Verkäufer gut in schuss und voll funktionsfähig.
Denkt Ihr ich gehe sehr hohes Risiko wenn ich einen 1.XXX,-- EUR Betrag als Kauf anbiete ?

Ich will morgen Bescheid geben, sodass ich einfach auch nur für euer Bauchgefühl dankbar wäre.

Gruß,
LxL07
 

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Klavierbauermeister

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Geschenkt kannst Du es eventuell nehmen... Wert hat das keinen.
 
cwtoons

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Einhundertdreißig Jahre alt, und dann "in Schuss" und voll funktionsfähig?

Im Leben nicht.......

CW
 
Ambros_Langleb

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Du meinst 1000 E. oder gar mehr? Das ist vermutlich keine gute Idee. Zum einen werden unrenovierte Klaviere dieser Art zum "Entsorger"-Preis gehandelt, zum andern ist der Verkäufer ja Partei, seine Aussage also kein Gutachten. Wenn Du wirklich just dieses Instrument haben willst, kannst Du eine böse Überraschung nur vermeiden, wenn Du einen Klavierbauer als Gutachter hinzuziehst.
 
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LxL07

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Besten Dank an alle - vielen Dank - ich habe das Forum erst entdeckt... werde mich bei euch "weiter bilden" und dann sehen wir mal... Als der Verkäufer von Elfenbeintastatur sprach dachte ich einfach das diese Instrumente sehr teuer sein müssen...
 
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LxL07

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Du meinst 1000 E. oder gar mehr? Das ist vermutlich keine gute Idee. Zum einen werden unrenovierte Klaviere dieser Art zum "Entsorger"-Preis gehandelt, zum andern ist der Verkäufer ja Partei, seine Aussage also kein Gutachten. Wenn Du wirklich just dieses Instrument haben willst, kannst Du eine böse Überraschung nur vermeiden, wenn Du einen Klavierbauer als Gutachter hinzuziehst.
Besten Dank nochmal!!! Verkäufer und Partei ist verständlich... der Herr machte einen seriösen Eindruck - ist wohl auch kein kenner deshalb die Aussage "in gutem Zustand"... Bei solchen Stücken reicht ein einfaches Stimmen wohl nie... ist es sehr teuer ein Klavier wieder flott zu bekommen - ich denke ja... Gibt es Empfehlungen ? Vielleicht auch was hinsichtlich Wertsteigerung aber in "normalen" Dimensionen ?
 
fisherman

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Die Besitzer von solchen "Möbeln" glauben oft, dass diese einen (historischen oder antiquarischen) Wert hätten. Weit daneben. Aus dieser Zeit existieren Unmengen von hübschhässlichen Dingern, die nicht immer (meist gar nie) gewartet wurden und die damals von legionen von namenlosen Klavierherstellern ohne besondere Reputation gebaut wurden. Die Situation ändert sich, wenn man so in die Zeit um 1920 schielt und sich auf die Premiumhersteller konzentriert (die auch heute noch "premium" sind).

Bei alten Klavieren (ECHTE Museumsstücke ausgenommen) bemisst sich der Wert nach Funktionstüchtigkeit und Klangqualität. Letztere ist - wie oben erwähnt - meist aber auch mit einem illustrien Namen verbunden. Und Elfenbein wurde zu der Zeit auf (fast) JEDES Klavier gepappt. Hat ja schließlich einen Grund, weshalb as heute verboten ist...

Wertsteigerung gibt es nicht! Werterhalt (ohne Inflation) schon eher. Womit wir wieder bei den Namen/Marken wären.

So ein Klavier kann schnell zum Grab für etliche Tausender werden (ohne Bearbeitung des Gehäuses sind durchaus 2-3 K flott erreicht!) . Bei wenigen Exemplaren wird dann das Ergebnis die Investition rechtfertigen.
 
Rheinkultur

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Die Besitzer von solchen "Möbeln" glauben oft, dass diese einen (historischen oder antiquarischen) Wert hätten. Weit daneben. Aus dieser Zeit existieren Unmengen von hübschhässlichen Dingern, die nicht immer (meist gar nie) gewartet wurden und die damals von legionen von namenlosen Klavierherstellern ohne besondere Reputation gebaut wurden.
Schon der Umstand, dass zeitweise allein in Berlin über 200 größere und kleinere Betriebe Klaviere und Flügel unterschiedlichster Qualität gebaut haben, lässt erwarten, dass noch zigtausende dieser Instrumente irgendwo nach Überstehen von ein oder zwei Weltkriegen ihr Dasein fristen. Historischen oder antiquarischen Wert besitzen die wenigsten davon - daran ändern auch Eigenwerbung von anno dazumal, beeindruckende Zahlen oder wohlklingende Aussagen von oft selbst gar nicht musizierenden Anbietern nichts. Viele wollen diese schlecht transportierbaren Soda-Möbel (die nur so da stehen und Platz weg nehmen) einfach aus dem Haus haben, nachdem sie dort oft jahrzehntelang von niemandem mehr genutzt (und konsequenterweise auch nicht gewartet) wurden.

Für gut erhaltene Stücke aus dem Besitz namhafter Persönlichkeiten zahlen besondere Interessentenkreise noch einen beachtlichen Preis - aber solche Glücksfälle beim Erwerb "von privat" sind höchst selten bis unwahrscheinlich. Ohne von fachkundiger Hand bespielt oder gar unbesehen ist man gut beraten, dafür wenig bis gar kein Geld anzulegen. Mitunter sind die Entsorgungskosten höher als ein etwaiger Restwert.

der Herr machte einen seriösen Eindruck - ist wohl auch kein kenner deshalb die Aussage "in gutem Zustand"... Bei solchen Stücken reicht ein einfaches Stimmen wohl nie... ist es sehr teuer ein Klavier wieder flott zu bekommen - ich denke ja... Gibt es Empfehlungen ? Vielleicht auch was hinsichtlich Wertsteigerung aber in "normalen" Dimensionen ?
Vor allem ist ein fachkundiger Blick ins Innere des Instruments zu empfehlen - auch ungespielt verschlechtert sich ein Instrument im Laufe der Zeit drastisch. Sehr schnell landet man im vierstelligen Bereich, was ein Vielfaches des aktuellen Zeitwertes sein dürfte. "Wertsteigerung" in diesem Falle? Unwahrscheinlich. Bei später gebauten Instrumenten etablierter Hersteller in der Zwischenkriegszeit (1920er- und 1930er-Jahre) ist zwar finanziell meist mehr anzulegen, aber die Wahrscheinlichkeit, ein akzeptabel erhaltenes Instrument zu einem immer noch recht günstigen Preis zu erhalten, ist deutlich höher.

LG von Rheinkultur
 
Drahtkommode

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werde mich bei euch "weiter bilden" und dann sehen wir mal...

Das ist sehr löblich. Die Auswahl eines Instruments ist ein weites Feld, und Du wirst hier immer Ratschläge bekommen. Ich schließe mich den Vorrednern an, wobei ich noch den Verdacht habe, dass es sich bei einem Biese, wie bei den meisten alten Berlinern, um einen Oberdämpfer handelt. Googel einfach mal, was das ist. Sprich: es ist nicht zu empfehlen, außer für Freaks.

Die übliche Verkaufsanzeige für ein Klavier sieht ja folgendermaßen aus:
1. unscharfes Bild von vorn.
2. unscharfes Bild vorn vorn.
3. unscharfes Bild von vorn, diesmal aber mit geöffneter Tastaturklappe.
Auf die Idee, das Wesentliche zu zeigen, kommt man erst gar nicht, weil ein Klavier für die meisten Menschen – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Blackbox ist.

Ich würde an Deiner Stelle erst mal zu Händlern gehen und neue Klaviere ausprobieren, dann kannst du dich langsam an den Gebrauchtmarkt herantasten, der immer wieder echte Schnäppchen bietet, und dann am besten mit einem Fachmann hingehen, wenn es ernst wird.

Es grüßt
Die Drahtkommode

EDIT: Wenn ein altes Biese WIRKLICH in gutem Zustand ist, kann man über ein paar Hundert Euro reden.
 
Barratt

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Jetzt bin ich per Zufall auf ein schönes Klavier gestoßen:

Instrumente dieser Machart fallen gern bei Erbschaften an. Das Klavier der Großmutter, das die Enkelin nicht übers Herz brachte zu entsorgen. Jetzt ist auch diese Dame verstorben, die Erben haben keinerlei Bezug zur Ur- oder gar Ururgroßmutter und oft auch weder Platz noch Lust, so ein Trumm in eine moderne Wohnung zu stellen. Selbst wenn klavierambitionierter Nachwuchs existiert - der bekäme nämlich ein modernes Instrument, auf dem er sofort losspielen kann.

Ob so ein Stück tatsächlich regelmäßig bespielt/gewartet wurde? Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Also kommen auf jeden Fall erhebliche Kosten auf den Käufer zu, bis dieser tatsächlich (?) Freude daran hat.

Offenbar findest Du dieses Modell "schön". ;-) Aus oben beschriebenen Gründen gibt es nicht wenige Koffer dieser Art auf dem Markt. Mehr als 1000 Euro solltest Du auf keinen Fall ausgeben, auch wenn es Dich optisch noch so sehr entzückt. Ohne vom Fach zu sein - vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit meinen Instrumenten aus den 20er Jahren (= mehr als ein Vierteljahrhundert jünger und von namhaften Herstellern, die bis heute produzieren) prophezeie ich Überholungskosten von mehreren tausend Euro - und das auch nur, falls es keine wirklichen Schäden hat. Wenn der Verkäufer selbst Laie ist und es nach bestem Gewissen als "voll funktionsfähig" einschätzt, bedeutet das schlimmstenfalls nur: Man drückt eine Taste und es kommt so etwas wie ein Ton.

Egal wie viel Kohle Du da rein butterst - eine "Wertsteigerung" bekommt das Instrument nur für Dich, nicht für den Markt. Du würdest allerdings einen sehr wichtigen und ehrenwerten Berufsstand fördern, den der Klaviermacher. :super:
 

Rheinkultur

Rheinkultur

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Ohne vom Fach zu sein - vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit meinen Instrumenten aus den 20er Jahren (= mehr als ein Vierteljahrhundert jünger und von namhaften Herstellern, die bis heute produzieren) prophezeie ich Überholungskosten von mehreren tausend Euro - und das auch nur, falls es keine wirklichen Schäden hat.
Dazu gehören irreparable Schäden an Stimmstock und Resonanzboden, die man dem von außen abgelichteten Instrument nicht ansieht. Es kann durchaus sein, dass das Klavier überhaupt keine Stimmung mehr hält. Bereits in weniger desaströsem Zustand sind Investitionen sinnlos.

Egal wie viel Kohle Du da rein butterst - eine "Wertsteigerung" bekommt das Instrument nur für Dich, nicht für den Markt. Du würdest allerdings einen sehr wichtigen und ehrenwerten Berufsstand fördern, den der Klaviermacher. :super:
Eine "Wertsteigerung" kommt schon dem Markt zugute, nämlich jenem Marktsegment, in dem Klavierbauer mit Wartungsarbeiten ihr Auskommen finden. Diese können ihr Einkommen steigern, was aus ihrer Sicht sicherlich einen Wert darstellt. Allerdings ist es keineswegs auszuschließen, dass einem fachkundige Personen dort ganz ehrlich zu verstehen geben, dass man mit dem Überarbeiten irreparabel geschädigter Uralt-Instrumente nur eine Menge Geld los wird und an den Ergebnissen trotzdem keine dauerhafte Freude hat. "Geld verbrannt" wird also keines - es landet halt nur in fremden Brieftaschen.

LG von Rheinkultur
 
Opus10

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Meine Eltern haben auch ein solches Gerät bei sich zuhause stehen - Oberdämpfer, ein älteres Modell eines damaligen Ibach-Gesellen. Ist einen Halbton tiefer gestimmt und klingt neuerdings zusätzlich auch noch ziemlich dumpf.
Für "Weihnachten ein bisschen Liedbegleitung" taugt es noch, für alles andere nicht.
Netterweise hat das auch der zuständige Klavierbauer verdeutlicht und gesagt, dass sich sämtlicher, weiterer Aufwand (außer einer Stimmung dann und wann) für das Instrument nicht lohnt.
Kann das oben gesagte damit also auch bestätigen und würde - wenn ich schon ein so altes Klavier haben will - auf ein generalüberholtes Instrument zurückgreifen.
 
 

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